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Autor Thema: SVV - SelbstVerletzendesVerhalten  (Gelesen 34514 mal)

Eisbär

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SVV - SelbstVerletzendesVerhalten
« Antwort #165 am: 30 März 2005, 02:12:05 »

Zitat von: "samedi"
Zitat von: "Eisbär"
Zitat
    4. Impulsivität bei mindestens zwei potentiell selbstschädigenden Aktivitäten (z.B. Geldausgeben, Sexualität, Substanzmißbrauch, Ladendiebstahl, rücksichtsloses Fahren, Freßanfälle - außer Suizid oder Selbstvertümmelung, siehe dazu Krit. 5).
Jeder dieser Punkte für sich rechtfertig schon einen Arztbesuch.


der 4. punkt trifft wahrscheinlich auf mindestens 30% der republik zu, oder?
macht es sinn, konsumgesteuertes verhalten als neurose zu bewerten?
Dir ist schon bewußt, daß es dabei nicht darum geht, daß Du mal zu schnell gefahren bist?
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Donnerstag, 15. bis Sonntag 18. August 2024

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Kallisti

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SVV - SelbstVerletzendesVerhalten
« Antwort #166 am: 30 März 2005, 08:18:39 »

Tut mir ja leid, wenn einige davon wohl wieder angenervt sein werden, aber - was Punkte 4 bis 8 auf Eisbär´s Liste angeht:
sollte man (jeder Einzelne)

1. erst mal vor der eigenen Tür kehren bzw. genau hinschauen, was man da bei sich selbst so findet... (wenn man nicht alles total verdrängt, verharmlost, beschönigt)

2. sich überlegen, wodurch solches Verhalten, Denken, Fühlen (bei sich, aber auch und gerade:) bei anderen ausgelöst wird/wurde und:
was man eventuell selbst unternehmen kann, um da zu einer Besserung beitragen zu können, denn

3. ... (sollte man)  sich darüber im Klaren sein, dass diese Depressionsflut wie auch einige andere psychische Problematiken nicht ausschließlich und generell individuell bedingt sind (also: Erziehung/Sozialisation, Kindheit und Gene - der betroffenen Personen), sondern:

dass das mit unserer Gesellschaft (der Situation, Entwicklung... dieser) zu tun hat  -  und wem das nicht neu ist, der kann sich fragen, warum er selbst nicht versucht, daran etwas zum Positiven zu verändern!


Worauf ich hinaus will, ist, dass man weniger gleichgültig, ignorant, arrogant ... seinen Mitmenschen gegenüber sein sollte (und sein kann, wenn man will -  wenn man eingesehen hat, dass und wofür das wichtig ist!!), dass einen das Leid... des Anderen prinzipiell eben doch etwas angeht.

Natürlich kann man nicht jedem "helfen" und will es auch nicht (eben weil es einen überfordern würde oder weil man eben eine gewisse Beziehung zu Menschen braucht - wir hatten das ja an anderer Stelle schon -> siehe Flutopfer-thread). Aber dieses generelle

"Es geht mich nichts an. Ich will damit nichts zu tun haben. Es ist nicht mein Problem. Ich habe meine eigenen Probleme zu bewältigen" oder gar: "Es ist mir egal."

das kotzt mich schon an - und es wundert mich nicht, dass solches ignorantes Denken und Verhalten entsprechend negative Folgen nach sich zieht!

Und gerade in Großstädten ist so ein Verhalten ja Usus.
(Ja, auch die Gründe hierfür lassen sich analysieren bzw. sind ja wohl auch bekannt... - aber damit alleine ist es doch nicht getan, damit ist doch noch nichts verändert...).


(Ja, ich kann mich nur wiederholen: ich bin - unter anderem ;) - "Moralistin" - und mittlerweile stehe ich auch dazu!)


Oh: und wem die vielen Satzzeichen schon wieder zu viel waren: tut mir so leid, dass ich euch überfordert habe!
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phaylon

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SVV - SelbstVerletzendesVerhalten
« Antwort #167 am: 30 März 2005, 13:39:41 »

Juhu, Sklavereigelaber! Da mach' ich doch mal gleich mit. Sonst geh'n ein paar Leuten die blöden Witze aus.

Zitat von: "Kallisti"

Worauf ich hinaus will, ist, dass man weniger gleichgültig, ignorant, arrogant ... seinen Mitmenschen gegenüber sein sollte (und sein kann, wenn man will -  wenn man eingesehen hat, dass und wofür das wichtig ist!!), dass einen das Leid... des Anderen prinzipiell eben doch etwas angeht.

Warum ist das wichtig?

Zitat
Aber dieses generelle

"Es geht mich nichts an. Ich will damit nichts zu tun haben. Es ist nicht mein Problem. Ich habe meine eigenen Probleme zu bewältigen" oder gar: "Es ist mir egal."

das kotzt mich schon an

Nun, es ist aber Vielen egal und daran wird sich nichts so schnell ändern. Und wenn es sich ändert, kann es auch in die andere Richtung gehen.

Zitat
- und es wundert mich nicht, dass solches ignorantes Denken und Verhalten entsprechend negative Folgen nach sich zieht!

"Ignorant" ist hier ein etwas subjektives Wort. Du findest es ignorant, weil du denkst, dass man es nicht ignorieren sollte.

Zitat
Oh: und wem die vielen Satzzeichen schon wieder zu viel waren: tut mir so leid, dass ich euch überfordert habe!

Zuviele sind es nicht, ich hab mich inzwischen einfach damit abgefunden, dass du es nicht so ganz hinkriegst sozialverträglich zu kommunizieren. Aber das macht ja nichts.
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Improvisation ist ein wichtiger Faktor in jeder funktionalen Ideologie.

Akira

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SVV - SelbstVerletzendesVerhalten
« Antwort #168 am: 30 März 2005, 18:45:34 »

Hab zum Borderline-Syndrom einen Selbsttest-Link erhalten.
Vielleicht hilft euch das weiter...

http://www.psychotherapiepraxis.at/b_survey.phtml
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samedi

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SVV - SelbstVerletzendesVerhalten
« Antwort #169 am: 31 März 2005, 00:44:01 »

Zitat
Aber dieses generelle

"Es geht mich nichts an. Ich will damit nichts zu tun haben. Es ist nicht mein Problem. Ich habe meine eigenen Probleme zu bewältigen" oder gar: "Es ist mir egal."

das kotzt mich schon an


Ist aber auf Dauer einfach gesünder, sich nicht dauernd in anderer Leute Geschäfte einzumischen. Oder hast du die Zeit dafür?....soviel wie du schreibst, wohl schon ;)

Zitat

Und gerade in Großstädten ist so ein Verhalten ja Usus.
(Ja, auch die Gründe hierfür lassen sich analysieren bzw. sind ja wohl auch bekannt... - aber damit alleine ist es doch nicht getan, damit ist doch noch nichts verändert...).


Konkretisier mal: in welchen Situationen willst du dass WER vom WEM Hilfe und Unterstützung in welcher Form bekommt? Du schreibst über nlp, generalsierst aber dafür ganz schön heftig...nichts für ungut!! ;)
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Kallisti

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SVV - SelbstVerletzendesVerhalten
« Antwort #170 am: 31 März 2005, 09:17:21 »

@samedi


äh, Moment mal!: wo schrieb ich - vor allem: WAS über NLP??? Ich habe das in Zusammenhang mit einem post von Akira mal erwähnt - ohne mich jedoch weiter dazu zu äußern! Also: was meinst du damit

Zitat
Du schreibst über nlp, generalsierst aber dafür ganz schön heftig...

(samedi)

???

Ich hab mit NLP nix am Hut :!:   - so viel dazu.


Und was ich mit Unterstützung ... meine?:

Na eben: sich durchaus für seine Mitmenschen generell verantwortlich zu fühlen - natürlich hat das Grenzen und natürlich gibt es da Unterschiede (für wen man sich in welchem Maße und wie lange "verantwortlich" fühlt und: entsprechend verhält, handelt!!).

Aber: vielleicht wird es klarer, wenn ich von Mitgefühl spreche - immer im Geist/Sinne der Humanität!

Also: wenn z.B. jemand auf der Straße zusammenbricht: geh ich dann hin oder lauf ich weiter...

Oder wenn jemandem was runterfällt - heb ich´s auf oder nicht...

Oder wenn jemand bedroht oder angegriffen wird...: wir diskutierten das bereits in einem anderen thread (weiß leider grad nicht dessen Titel) - da habe ich dazu schon Stellung genommen.

Oder überhaupt: wie stehe ich zu den "Außenseitern" der Gesellschaft: wie gehe ich mit Alten, Kranken, Behinderten, Schwachen, Süchtigen evtl. auch Kindern um?!?

Nehme ich diese Menschen überhaupt wahr? Und wie denke ich (und warum so...) über sie? Und tue ich selbst aktiv etwas, um (gesellschaftliche) Ungerechtigkeiten zumindest teilweise auszugleichen, auszuräumen (innerhalb meiner Möglichkeiten...)??


Oder auch "Nachbarschaftshilfe"... - oder "Freundschaftsdienste": halte ich für alles die Hand auf... oder mache ich auch Sachen FÜR ANDERE unentgeltlich und freiwillig?!???

Und: wenn andere mir wohlwollend entgegenkommen oder mir gar auch "helfen" (wobei auch immer, in welcher Form auch immer... - führt jetzt zu weit): registriere ich das dann überhaupt? Weiß ich es zu schätzen, zu würdigen???

Also: ich habe einfach den Eindruck: dass alle Leute eher nur noch mit sich selbst beschäftigt sind - aber in negativem Sinne, dass man immer nur Forderungen stellt, dass man immer gieriger wird, dass man sich mit Unwichtigkeiten umgibt und sein Leben nach diesen (fast nur noch) ausrichtet...


Also z.B.: brauche ich noch nen Fernseher oder das neue(re) Handy oder dieses oder jenes Kleidungsstück... - ich meine: könnte ich mich nicht auch an anderem (genauso) erfreuen - an Nichtmateriellem z.B. oder auch daran: die Kohle für andere (hilfebedürftige, notleidende) Menschen zu investieren - statt in einen Gegenstand für mich selbst...??


Ich meine: man sollte doch immer wieder mal versuchen, "das große Ganze" zu sehen, nicht nur seine doch recht kleine (wenn auch vollgestopfte!) Welt! Und: so möglich: vielleicht auch selbst einfach mal in diese "harte, unbequeme" Welt rausgehn und selbst mal das (ansatzweise, zeitweise) (er-)leben, was für viele Menschen Alltag ist (z.B. eben: nix zu essen, kein sauberes Wasser, Krieg, schlechte oder keine ärztliche Versorgung, Naturkatastrophen, hartes Klima, nicht frei seine Meinung äußern zu können, um sein Leben täglich fürchten zu müssen...).


Einfach, um sich klar zu machen, in welchem Luxus man selbst eigentlich doch lebt und dass man dabei einfach nur Glück hatte - und dass aber die Mehrheit der Menschen dieses Glück nicht haben - und dafür aber auch nix können!

Und: dass man selbst, wenn man in einer Notsituation ist, eben auch "froh"...  ist, wenn andere einem helfen - wenn man nur durch diese Hilfe anderer überhaupt eine Chance bekommen kann, an der eigenen Situation was zu verändern!!!
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samedi

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SVV - SelbstVerletzendesVerhalten
« Antwort #171 am: 01 April 2005, 00:38:09 »

Zitat von: "Kallisti"
@samedi
äh, Moment mal!: wo schrieb ich - vor allem: WAS über NLP??? Ich habe das in Zusammenhang mit einem post von Akira mal erwähnt - ohne mich jedoch weiter dazu zu äußern! Also: was meinst du damit

 
hab wohl was falsches verstanden sorry

Zitat

Na eben: sich durchaus für seine Mitmenschen generell verantwortlich zu fühlen - natürlich hat das Grenzen und natürlich gibt es da Unterschiede (für wen man sich in welchem Maße und wie lange "verantwortlich" fühlt und: entsprechend verhält, handelt!!).

Aber: vielleicht wird es klarer, wenn ich von Mitgefühl spreche - immer im Geist/Sinne der Humanität!


Nein! keiner kann für IRGENDWEN verantwortlich sein! man kann ja teilw. nicht mal seine eigenen handlungen verantworten. mitleid ist noch schlimmer: fühl ich mich schlecht, weils jemand anderem schlecht geht, mache ich seine sache keinen deut besser! es bringt nichts [period]

Zitat

Also: wenn z.B. jemand auf der Straße zusammenbricht: geh ich dann hin oder lauf ich weiter...
Oder wenn jemandem was runterfällt - heb ich´s auf oder nicht...
Oder wenn jemand bedroht oder angegriffen wird...: wir diskutierten das bereits in einem anderen thread (weiß leider grad nicht dessen Titel) - da habe ich dazu schon Stellung genommen.


das wiederum ist eine selbstverständlichkeit, die man gute kinderstube nennt. wenn du das meinst, das wird leider immer seltener....

Zitat

Oder überhaupt: wie stehe ich zu den "Außenseitern" der Gesellschaft: wie gehe ich mit Alten, Kranken, Behinderten, Schwachen, Süchtigen evtl. auch Kindern um?!?


Vergiß die Türken, Schwarzen etc. nicht! Aber Antwort: genauso wie mit jedem anderen auch. Übertriebens Mitgefühl hilft s.o. kein bißchen. Wenn ich diese Menschen als etwas Besonderes wahrnehme, mache ich es noch schlimmer.

ÄNDERN kannst du weder an der Gesellschaft, noch an deren Wahrnehmung von Randgruppen etwas. Also vergiss es. Alles andere wäre so, als wolltest du das Meer tröpfchenweise umquartieren. Sinnlos.

Zitat

Nehme ich diese Menschen überhaupt wahr? Und wie denke ich (und warum so...) über sie?

Meinst du diese Menschen haben kein größeres Problem als was ich oder du über sie denken?! Spende ihnen 50 cent, dann hast du sie glücklicher gemacht als mit jedem Denkprozess.

Zitat

Und tue ich selbst aktiv etwas, um (gesellschaftliche) Ungerechtigkeiten zumindest teilweise auszugleichen, auszuräumen (innerhalb meiner Möglichkeiten...)??
Oder auch "Nachbarschaftshilfe"... - oder "Freundschaftsdienste": halte ich für alles die Hand auf... oder mache ich auch Sachen FÜR ANDERE unentgeltlich und freiwillig?!???


soziale oder christliche Ader oder so was? ;) Bewundernswert, aber s.o. bewundernswert sinnlos. Leider. Du änderst nichts. Engagiere dich, vielleicht täusche ich mich UND DU HAST RECHT und veränderst die welt zum poisitiven. ich würde mich freuen!

Zitat

Also z.B.: brauche ich noch nen Fernseher oder das neue(re) Handy oder dieses oder jenes Kleidungsstück... - ich meine: könnte ich mich nicht auch an anderem (genauso) erfreuen - an Nichtmateriellem z.B. oder auch daran: die Kohle für andere (hilfebedürftige, notleidende) Menschen zu investieren - statt in einen Gegenstand für mich selbst...??


wir leben nun mal in einer konsumgesellschaft und "aussteigen" kann man heute noch seltener als früher. denke aber daran, dass dieser konsum ja auch arbeitsplätze, glückliche mütter, zufriedene kinder, wohlstand und was weiß ich schafft :)

Zitat

Ich meine: man sollte doch immer wieder mal versuchen, "das große Ganze" zu sehen, nicht nur seine doch recht kleine (wenn auch vollgestopfte!) Welt! Und: so möglich: vielleicht auch selbst einfach mal in diese "harte, unbequeme" Welt rausgehn und selbst mal das (ansatzweise, zeitweise) (er-)leben, was für viele Menschen Alltag ist (z.B. eben: nix zu essen, kein sauberes Wasser, Krieg, schlechte oder keine ärztliche Versorgung, Naturkatastrophen, hartes Klima, nicht frei seine Meinung äußern zu können, um sein Leben täglich fürchten zu müssen...).

Einfach, um sich klar zu machen, in welchem Luxus man selbst eigentlich doch lebt und dass man dabei einfach nur Glück hatte - und dass aber die Mehrheit der Menschen dieses Glück nicht haben - und dafür aber auch nix können!

Das kenne ich vom Urlaub: da besucht man die Slumbunker in Bangkok oder Blechhütten in Afrika und erzählt sich gegenseitig wie gut es einem doch geht: Multikultureller Voyeurismus, das. Man baut sich daran auf, dass es andere gibt, denen es schlechter geht.

Ja, ich weiß du denkst an die zunehmende Tendenz des Materialismus, aber ist die heute größer als früher? würde ein Bauer im 15. Jahrhundert, hättest du den damaligen Schnickschnack für ihn erschwinglich gemacht, nicht auch zugegriffen? ich glaub es schon. Selbst ein Genie wie Goethe war sich nicht zugut, seine revolutionären Traktate für einen Adelstitel aufzugeben....

Die Gesellschaft etc. werden leicht für die menschliche Natur in Haftung genommen, die nunmal unsäglich von Gier verseucht ist. Das geht einem selber auch so. Wenn du weißt wie man das verändern kann, tell me! ;)
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Kallisti

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SVV - SelbstVerletzendesVerhalten
« Antwort #172 am: 01 April 2005, 09:02:10 »

@samedi


Zitat
mitleid ist noch schlimmer:



seh ich anders - kommt auf die Art des Mitleids an! Deshalb spreche ich auch lieber von Mitgefühl oder auch Einfühlungsvermögen (Empathie).

Zitat
Zitat:

Also: wenn z.B. jemand auf der Straße zusammenbricht: geh ich dann hin oder lauf ich weiter...
Oder wenn jemandem was runterfällt - heb ich´s auf oder nicht...
Oder wenn jemand bedroht oder angegriffen wird...: wir diskutierten das bereits in einem anderen thread (weiß leider grad nicht dessen Titel) - da habe ich dazu schon Stellung genommen.


das wiederum ist eine selbstverständlichkeit, die man gute kinderstube nennt. wenn du das meinst, das wird leider immer seltener....



Ja, und genau das (Verhalten: hilfsbereites z.B.) geht eben ohne dieses Mitgefühl, Verantwortungsbewusstsein nicht!!
Wenn es wirklich nur aus/mit "kalter, unpersönlicher Höflichkeit" gemacht wird, dann ist es meistens nur eine Frage der Zeit, wann die Leute dies (ihr Verhalten) hinterfragen und zu dem Ergebnis kommen, dass sie es auch lassen können (und werden): weil es sie eigentlich immer schon nur genervt hat - eben weil sie nicht das enstprechende Gefühl hatten (also eben: Mitgefühl, Anteilnahme...)!!


Zitat
Wenn ich diese Menschen als etwas Besonderes wahrnehme, mache ich es noch schlimmer.


inwiefern??



Zitat
ÄNDERN kannst du weder an der Gesellschaft, noch an deren Wahrnehmung von Randgruppen etwas. Also vergiss es. Alles andere wäre so, als wolltest du das Meer tröpfchenweise umquartieren. Sinnlos.



Ich gebe zu, dass ich von meinem (jugendlichen) Idealismus doch schon ne Menge eingebüßt habe..., bin auch weder christlich motiviert noch Philanthropin, noch Optimistin, aber: wenn es gar keine Idealisten mehr gäbe, würde´s auf dieser Welt noch um einiges grausamer abgehn, aussehn... - da bin ich mir ziemlich sicher :!:



Zitat
Meinst du diese Menschen haben kein größeres Problem als was ich oder du über sie denken?! Spende ihnen 50 cent, dann hast du sie glücklicher gemacht als mit jedem Denkprozess.



Ach komm schon, was is das denn?!: Natürlich geht dieses Denken dem Handeln voraus!!! Und NATÜRLICH müssen auf Worte entsprechende TATEN folgen!!! DAS versteht sich für mich allerdings von selbst!
Und: dass es aber leider auch ne Menge Heuchler gibt, ist mir auch klar. Aber dass ich die nicht meinte, ist wohl klar!?


Zitat
Engagiere dich,


... mach ich!! ;)


Zitat
UND DU HAST RECHT und veränderst die welt zum poisitiven. ich würde mich freuen!



... na klar: es is immer einfacher, ANDERE machen zu lassen... und selbst die Füße hochzulegen...  

 :evil:


.
Zitat
denke aber daran, dass dieser konsum ja auch arbeitsplätze, glückliche mütter, zufriedene kinder, wohlstand und was weiß ich schafft Smile



Oh und gerade da herrscht leider nach wie vor ein großer Irrtum vor, denn: diese "Befriedigung" ist immer nur von (relativ) kurzer Dauer und meist auch nur schwacher Intensität! Und: da muss dann immer wieder für Nachschub, neuen Kick... gesorgt werden - klar: so manipuliert man Leute ...!

Und: was meinst du, warum dann gerade in den Industrienationen Depressionen (um nur ein Beispiel zu nennen) so weit verbreitet sind und noch weiter zunehmen!??: Weil die Leute mit all ihrem Materiellen so "zufrieden" sind??



Zitat
Das kenne ich vom Urlaub: da besucht man die Slumbunker in Bangkok oder Blechhütten in Afrika und erzählt sich gegenseitig wie gut es einem doch geht: Multikultureller Voyeurismus, das. Man baut sich daran auf, dass es andere gibt, denen es schlechter geht.



Aha - machst du das so?? Es gibt sicher leider viele solche Leute!
-> armselig ist das!! Ganz widerwärtig!

Dass ich auch so etwas nicht mein(t)e, dürfte auch klar sein!!


Also: es kommt doch auf einen selber an!! Ich muss mich doch so nicht verhalten - ich kann doch auch andere Konsequenzen daraus ziehen (aus dem, was ich gesehen, erlebt... habe)!

Genau da kommt halt wieder das Mitgefühl zum Tragen! Wenn ich die Fähigkeit habe, mich in andere hineinzuversetzen und "mit-leide(n)" (kann!), dann verhalte ich mich sicher nicht so ignorant, faul und egoistisch/egozentrisch wie du es oben beschrieben hast!
Denn: dann ist es mir NICHT egal, lässt es mich nicht kalt, dass es den anderen schlecht geht, dann habe ich das Bedürfnis, an der Situation was zu verändern, zu verbessern... ... ... !!!
-> Eben weil ich "mitleide"... !



Zitat
Die Gesellschaft etc. werden leicht für die menschliche Natur in Haftung genommen, die nunmal unsäglich von Gier verseucht ist. Das geht einem selber auch so. Wenn du weißt wie man das verändern kann, tell me



Nur, weil etwas "schon immer so war", muss es das dennoch nicht zwangsläufig auch (so) bleiben!
Außerdem ist das doch echt ne faule/bequeme Ausrede!!

Wie man das ändern kann?!: eben: durch "Mitgefühl" (sorry, wenn ich mich halt so oft wiederholen muss) und Selbstdisziplin wie auch Selbstkritik und Reflexion/"Besinnung" und Verantwortungsbewusstsein  :!:


... ich sagte es bereits ...  ;)
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Kallisti

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SVV - SelbstVerletzendesVerhalten
« Antwort #173 am: 01 April 2005, 10:36:05 »

@sYntiq


... naja, das ist dann wohl wieder Auslegungssache - also wenn ich davon spreche, dass jemand (was) besonder(e)s (für mich) ist, dann assoziiere ich damit spontan durchaus Positives!
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Kallisti

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« Antwort #174 am: 01 April 2005, 10:46:02 »

... ja, aber da kann ich dir halt leider überhaupt nicht zustimmen - was ich verdeutlichen wollte, ist: dass ich " jemand ist was Besonderes" generell und nur mit Positivem in Verbindung bringe!!


Das was du meinst, hätte ich dann eher mit "ist anders" oder "hält sich für was Besseres" oder "hält sich für herausragend/privilegiert..." umschrieben.

Deshalb sagte ich ja: wenn ich von jemandem sage, er/sie sei "etwas Besonderes", dann heißt das für mich: immer was Positives!!


Und dass dieses Positive "ausgrenzend" sein kann, sehe ich eben überhaupt nicht so: man kann damit etwas oder jemanden "hervorheben", "betonen", "aus der Menge treten lassen"... - aber auch das dann eben immer in positivem Sinne - eben: dann, wenn man von "besonders" spricht und eben nicht von: "was Besseres"...!!

Ausgrenzen hat für mich immer negativen Beigeschmack bzw. Bedeutung und der/die  ist eben bei meiner Auffassung von "besonders" nicht enthalten.

Hervorheben ist da etwas neutraler, finde ich.
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sober

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« Antwort #175 am: 01 April 2005, 11:29:00 »

Ich hätte nie gedacht, daß man so Lebensfremd sein kann.
Es gibt einen riesen Unterschied zwischen dem, was man sich im Kopf so zusammenbastelt, und so wie es da draussen wirklich ist.
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Leider kann man Gehirn nicht bei Ebay kaufen...

Kallisti

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« Antwort #176 am: 01 April 2005, 20:55:52 »

@sober

... em, was (oder wen) meinst du denn damit?
Was ist denn inwiefern "so lebensfremd"?
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samedi

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« Antwort #177 am: 02 April 2005, 00:08:10 »

Zitat von: "sYntiq"
Zitat von: "Kallisti"

Zitat
Wenn ich diese Menschen als etwas Besonderes wahrnehme, mache ich es noch schlimmer.


inwiefern??


Ganz einfach. Viele Behinderte, und die meisten Schwarzen etc wollen auch bloss als Menschen behandelt werden. Warum sollte man sie als etwas besonderes sehen. Sind doch auch bloss Menschen mit ihren persönlichen Eigenarten. Jemanden als etwas Besonderes zu betrachten bedeutet meiner Meinung nach IMMER, ihn ein wenig aus/abzugrenzen. Auch wenn er nicht in negativer Art und Weise als etwas/jemand besonderes dargestellt wird.

Und gerade Kranke und Behinderte wollen eigentlich nicht das sie wegen ihrer Krankheit/Behinderung als etwas besonderes gesehen werden, die "anders" behandelt werden müssten. (Zumindest meiner Erfahrung nach)

Und die, die wissend versuchen sich über ihre Krankheiten/Behinderungen/Abstammungen als etwas besonderes darzustellen haben eigentlich nichtmal wirklich Aufmerksamkeit verdient.


Danke Syntiq! so meinte ich das.


Zitat von: "Kallisti"
@samedi

Zitat
denke aber daran, dass dieser konsum ja auch arbeitsplätze, glückliche mütter, zufriedene kinder, wohlstand und was weiß ich schafft Smile



Oh und gerade da herrscht leider nach wie vor ein großer Irrtum vor, denn: diese "Befriedigung" ist immer nur von (relativ) kurzer Dauer und meist auch nur schwacher Intensität! Und: da muss dann immer wieder für Nachschub, neuen Kick... gesorgt werden - klar: so manipuliert man Leute ...!

Und: was meinst du, warum dann gerade in den Industrienationen Depressionen (um nur ein Beispiel zu nennen) so weit verbreitet sind und noch weiter zunehmen!??: Weil die Leute mit all ihrem Materiellen so "zufrieden" sind??


mit o.g. Aussage bezog ich mich auf den Wirtschaftskreislauf: jedes gekaufte Handy erhalt einen Arbeitsplatz, oder so ähnlich.


Zitat von: "Kallisti"
... ja, aber da kann ich dir halt leider überhaupt nicht zustimmen - was ich verdeutlichen wollte, ist: dass ich " jemand ist was Besonderes" generell und nur mit Positivem in Verbindung bringe!!

Ausgrenzen hat für mich immer negativen Beigeschmack bzw. Bedeutung und der/die  ist eben bei meiner Auffassung von "besonders" nicht enthalten.


Du willst also Blinden, Lahmen oder Behinderten erzählen wie TOLL du ihre Behinderung findest? :D
Das meinst du nicht IM ERNST. Und ist dir klar, dass auch eine besonders schonende Behandelung von Randgruppen (z.B. keine Judenwitze) UMGEKEHRTEN RASSISMUS darstellt?

Zitat von: "Kallisti"

Zitat
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... mach ich!! ;)
Zitat
UND DU HAST RECHT und veränderst die welt zum poisitiven. ich würde mich freuen!

... na klar: es is immer einfacher, ANDERE machen zu lassen... und selbst die Füße hochzulegen...  


ich hab oben schon klar gemacht, dass ich den Erfolg solcher Gruppen wie Greenpeace, Attac und wie sie alle heissen schwerst in Frage stellen, da sie nur ein Tropfen auf den heißen Stein sind, da die Bosse des Großkapitals, für die nur Profit (Aktienkurse) zählt, am Ruder sind:

(http://www.donald.org/aktuelles/MacMoneysac11.jpg)

Was nicht bedeutet, daß ich mich nicht saumäßig freuen würde, wenn sich diese Annahme als falsch herausstellt und wir plötzlich in der Glücksbärchis-Welt voller Friede, Freude, Eierkuchen leben :)
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samedi

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« Antwort #178 am: 02 April 2005, 00:22:45 »

Zitat

Was nicht bedeutet, daß ich mich nicht saumäßig freuen würde, wenn sich diese Annahme als falsch herausstellt und wir plötzlich in der Glücksbärchis-Welt voller Friede, Freude, Eierkuchen leben :)


Aber da gibts ja auch den bösen Professor, der (finde ich) ein bißchen wie Edmund Stoiber aussieht:
(http://www.oz.net/~carebear/Professor_Coldhrt.jpg)

Edmund Stoiber nennt seine Frau übrigens "Muschi"  :lol:
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Eisbär

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« Antwort #179 am: 02 April 2005, 01:16:05 »

Zitat von: "samedi"
Was nicht bedeutet, daß ich mich nicht saumäßig freuen würde, wenn sich diese Annahme als falsch herausstellt und wir plötzlich in der Glücksbärchis-Welt voller Friede, Freude, Eierkuchen leben :)
In so einer Welt wuerde ich mich zu Tode langweilen...
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