Das ist aber doch genau was ich sage: Niemandem "reicht" nur ein einziger Mensch, nur eine einzige Beziehung in seinem (gesamten) Leben! - Weder emotional, noch geistig, noch sexuell!
Und statt dann bei dem Einen Überdruss oder sonstige Probleme zu bekommen (früher oder später!), schlage ich eben alternativ vor, sich auf mehrere verschiedene Menschen "einzulassen" (geistig, emotional und sexuell) - auf mehrere Beziehungen! - damit sich die Erwartungen, Gemeinsamkeiten, "Ansprüche", Unternehmungen, Gefühle usw. eben "auf mehrere Schultern verteilen".
Weil einer alleine es nicht tragen KANN -und schon gar nicht "für immer" (soll heißen: über mehrere Jahrzehnte).
es ist viel mehr so, dass so mancher Freund (egal ob "mit oder ohne Sex") länger "bleibt" als so mancher (monogame) Beziehungspartner ! ! !
Braucht er ja auch gar nicht. Beide brauchen nur zu sagen "ich liebe nur dich", weil es nun einmal stimmt. Und wenn die Liebe geht, dann war man die Zeit über die man sich geliebt hat eben zu 100% für einander da.
Na, ganz einfach: Freunde bleiben nahezu immer länger als Beziehungspartner, egal ob diese monogam oder polygam sind.Bei Freundschaften braucht man ja auch nicht das Gefühl der Liebe konservieren. Sich "nur" zu mögen ist leichter hinzukriegen als sich zu lieben - und das Mögen auch zu behalten.
Mögliche Gründe für eine Entscheidung zugunsten der einen oder anderen Beziehungsform:
Die Sache mit den Geschlechtskrankheiten und der Verhütung als Problem in/bei polyamoren Beziehungen habe ich nicht verstanden -> es gibt Kondome und andere Verhütungsmöglichkeiten/-mittel/-methoden. ?
Weil mir die Erfahrung und Beobachtung eben was anderes zeigt.
Ich bin der Meinung, man kann zu mehreren Menschen "ich liebe dich" sagen und auch 100% für sie da sein (soweit so etwas überhaupt möglich ist - und die Frage noch ist, was damit eigentlich gemeint ist!!).
Wie schon unzählige Male wiederholt: Nur weil man einen Menschen "liebt", heißt das nicht, dass man DESHALB keinen anderen ("gleichzeitig") mehr "lieben" kann - das hatten wir ja im "Liebe"-thread schon.
Ich/man kann mehrere Menschen, zu denen ich also Beziehungen "habe", in Beziehung(en) lebe, "lieben" - mit oder ohne Sex - jedenfalls aber: "gleichzeitig".
Und dann schreibst du immer wieder von Verliebtsein - aber wie ich darauf auch bereits mehrfach antwortete, ist das kein Indiz oder Beweis für Monogamie - wenn man "augenblicklich"/aktuell "nur" in eine einzige Person verliebt ist.
Außerdem denke ich, dass Menschen für Polyamorie eben deshalb nicht wirklich offen sind, sie nicht für sie "in Frage kommt", sie denken, dass sie auf sie selbst nicht "passt"/zutrifft, weil: diese Menschen eben doch (unbewusst) so stark auf Monogamie bzw. monogame Beziehungen geprägt sind!
Wenn man diese übersteigerten, unrealistischen, illusionären und romantisch-verkitschten Erwartungen beiseite lässt, kommt man letztlich doch auf das, wovon ich die ganze Zeit rede - oder?
(...) allerdings fängt Treue bei nicht mit Fremdgehen an, sondern bei dem Thema Ehrlichkeit.
Und da muss man absolut ehrlich sein, denn ohne Ehrlichkeit kommt Eifersucht doch nur zustande.
Ich verstehe diese Diskussion nicht. Das viele hier nicht in Monogamie leben, weil sie von der Gesellschaft aufgedrückt ist, wurde doch mittlerweile ausreichend und 100 mal dargelegt (auch von mir, vor 10 Seiten oder so)? Wenn das schlicht nicht geglaubt wird, ist man in einer Sackgasse...
Ich möchte nichts glauben (sollen), sondern wissen (können). - Wenn es angeblich bei all den vielen Menschen nicht der Fall ist, dass ihre Monogamie aufgrund kultureller "Prägung", Beeinflussung besteht ... - wie/worin lässt sich das denn zeigen, beweisen, woran erkennen, wodurch äußert es sich - dass diese Behauptung zutrifft, (logisch:) wahr ist?
Ich möchte nichts glauben (sollen), sondern wissen (können).
Wenn es angeblich bei all den vielen Menschen nicht der Fall ist, dass ihre Monogamie aufgrund kultureller "Prägung", Beeinflussung besteht ... - wie/worin lässt sich das denn zeigen, beweisen, woran erkennen, wodurch äußert es sich - dass diese Behauptung zutrifft, (logisch:) wahr ist?
Du scheinst zu überlesen, dass ich fortwährend von Paaren rede die 10+ Jahre zusammen sind. Da von "Verliebtheit" zu reden halte ich für ... ähhh ... gewagt.
Siehe meine Beiträge weiter oben, wenn ich mich in eine Person verliebe, dann ist es mir ganz und gar unmöglich, mich zeitgleich in eine andere zu verlieben.
Kallisti: Was, wenn ich dir nicht einfach glaube (!) dass du in deinem Umfeld Polygamie als etwas sehr Häufiges Funktionierendes erlebst? Was, wenn ich dir sagen würde "aaaach, bevor du mir keine Beweise lieferst dass du hier nicht das Blaue vom Himmel runterlügst, glaube ich dir garnix!"? Was, wenn ich behaupte "kann gar nicht sein, Monogamie ist das Richtige und wenn du behauptest dass deine Polygamie-Freunde glücklich sind, dann machen sie sich was vor, gaaaanz bestimmt"?
Schätzungen von Anthropologen über die Häufigkeit monogamer menschlicher Gesellschaften bewegen sich zwischen zirka 20 und 50 Prozent und leiden zudem unter dem Mangel, dass sie nur die gleichsam offiziellen Verhältnisse widerspiegeln, nicht aber die tatsächlich gelebte Praxis. Gleichwohl lassen sich diese Schätzungen dahingehend interpretieren, dass streng eingehaltene Monogamie eine eher seltene Verhaltensweise in menschlichen Gesellschaften ist.[1] Manche neuere anthropologische Untersuchungen, wie beispielsweise von Helen Fisher, zeigen Verhaltensmuster wie Fremdgehen und den Wechsel von Partnern als in allen Epochen bis zur Frühgeschichte wiederkehrende Merkmale des menschlichem Paarungsverhaltens auf.[2] Neben traditionell polygamen Kulturen, beispielsweise in Afrika, treten heute polyamore Beziehungsformen zum Beispiel in Nordamerika, Westeuropa und Australien auf.
Diverse Studien deuten jedoch darauf hin, dass monogames Verhalten beim Menschen ein stark kulturell beeinflusstes Phänomen ist.
Das ist das Wesen der Monogamie, jener Umstand dass es gefühlsmäßig einfach nicht geht. Selbst wenn man es wollte, selbst wenn es für alle Beteiligten besser und einfacher wäre. Es funktioniert einfach nicht. Genauso wie es einem Schwulen nicht gelingen wird, sich in eine Frau zu verlieben - aber das sagte ich ja schon.
Und auf das reine Argument "gesellschaftliche Prägung" kann man die Kehrseite anführen, es auf Krampf anders machen zu wollen. Warum bei diesem Punkt stoppen? Warum nicht noch mehrere Dinge in anderen Lebensbereichen anders machen, von denen sich auch "Polys" nicht alle freisprechen können?
Und zu sagen "Hör auf zu kontrollieren und zu reglementieren. Steck dein Ego zurück und akzeptiere das Miteinander wie es ist" ist eine nette Weisheit, wenn man eine Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft eingeht, die auch eine gewisse Planung beinhaltet. Das ist nicht immer Egoismus. Denn wie Du ja selber sagst, die akute Verliebtheit ist temporär und dann muss geschaut werden, was "Reelles" übrig bleibt.
Ich glaube auch, dass sich so Bindungsprobleme leichter kaschieren lassen. Denn um beim Beispiel "Geldanlage" zu bleiben, wird der (emotionale) Totalverlust abgefangen. Wegen der m.o.w. deutlichen Ablehnung von Verbindlichkeit ist eben auch viel mehr möglich, z.B. nicht nur seine Aufmerksamkeit und Zuneigung auf mehrere Menschen zu verteilen, sondern auch die "Ernsthaftigkeit" oder eben Verbindlichkeit. Ich will das den "Polys" nicht pauschal unterstellen, aber beide Modelle haben ihre Schwächen.
Und dann ist Monogamie meiner Ansicht nach auch kein "Gefühl", sondern eine Beziehungsform, eine Art, eine Beziehung zu leben.
Im Übrigen bin ich mir ganz sicher, dass Mensch gerade sexuell nicht überwiegend durch die häusliche/elterliche Erziehung am stärksten beeinflusst wird, sondern durch die bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse (hinsichtlich Sexualität, klar).
Wie ist das bloß möglich - wo sie doch seriell monogam so glücklich - und so monogam! - sind! ?? Nein, ich erwarte keine Antwort auf diese rhethorische Frage. Danke.