Ich frag das nicht so zum Spass sondern weil mir sowas oft den Job verleidet und ich nicht recht weiss wie ich damit umgehen soll wenn ich mich fragen muss wie blöd mein Gegenüber eigentlich ist.
Zitat von: Black Ronin am 02 September 2011, 15:39:18Ich frag das nicht so zum Spass sondern weil mir sowas oft den Job verleidet und ich nicht recht weiss wie ich damit umgehen soll wenn ich mich fragen muss wie blöd mein Gegenüber eigentlich ist.ein entspanntes Lächeln und ein gesäuseltes "dann wünsch ich ihnen viel Erfolg anderswo" hilft da meist Wunder. Nicht dem Dummbratz gegenüber, aber dem eigenen Nervenkostüm und der - im optimalfall auf's buddhistischste ausgeglichenen - Seele.
Ich kenn das Gefühl, oh ja, ich kenne es. Haken an der Sache: ICH bin im Regelfall der, der was will. Nämlich Ge... Leuten Schutz verkaufen. Nein, ich mach das wirklich gerne und habe auch keine Schmerzen damit, wenn es mal nicht klappt oder der Kunde mich für inkompetent hält, weil ich keine 300 Seiten Bedingungen wortgenau zitieren kann oder weil ich eben nicht weiß, ob ein Schleudertrauma beim Benutzen einer Zugtoilette, weil man mit dem rosa Hasenkostüm im Sauger hängen geblieben ist, jetzt versichert oder einfach nur dämlich ist.Es gibt halt verschiedene Arten "nerviger" Kunden.=> Der Besserwisser: Kann alles, weiß alles. Will es trotzdem nicht unterschreiben. Erprobte Bekämpfungsmaßnahmen: Fachwörter benutzen. So viele wie es geht. Ohne Rücksicht auf Verluste oder korrekte Anwendung. Frei nach dem Motto: Der immense Usus exterritorialer Vokabeln in der germanistischen Linguistik ist mit dezidiertem Fanatismus auf das maximale Minimum zu reduzieren! (Benutze so wenig Fremdwörter wie möglich.) Und dann muss man diesen einen Moment genießen, wo dem Gegenüber das Lächeln aus dem Gesicht fällt. Diesen kurzen Moment, wo der gedachte Vorschlaghammer sein Ziel trifft. Und jetzt bitte unterschreiben, Sie kennen das Produkt ja bereits, haben Sie gesagt. "Ääh ... also so ganz sicher bin ich mir doch nicht, wie war das noch gleich mit ...?"=> Der Mitbürger mit Migrationshintergrund: Ja, klingt fies - aber die können SEHR schwer sein. Weil Sie es dir übelnehmen, dass du die durch die Tür hereinkommende Tochter angesehen hast. Weil du zehnmal nachfragst, weil du leider kein fließendes Hinterfortistanisch sprichst. Weil du die Frau ansprichst und nicht den Hausherren. Es gibt, ja - ich benutze das Wort: Es gibt Ausländer, mit denen geht alles problemlos. Aber es gibt auch die, die einen nicht verstehen, die man nicht versteht und bei denen man sich hinterher fragt, warum genau man da jetzt eigentlich reingegangen ist, wenn man ohnehin nur rausgepöbelt wurde. Übrigens: Wenn man ein paar türkische, russische, kroatische und polnische Beleidigungen lernt, hört man manchmal SEHR interessante Dinge. Ein sehr guter Kollege von mir kommt aus der Türkei und kann das Problem aber bestätigen. Gut zu wissen, dass ich da nicht braun gebrannt bin, sondern es tatsächlich in unserem "Business" eine Art Grundproblematik darstellt - wie, so meine Theorie, in jedem Beruf, wo das Gespräch ausschlaggebend für jeden Abschluss ist, da man das Produkt eben nicht anfassen kann.=> Der Unfähige: Kann nix, will aber alles haben. Sofort und natürlich umsonst. Was soll man dazu sagen? Ruhig bleiben. RUHIG BLEIBEN. Und auf jeden Fall vermeiden, dass sich sieben Warnschüsse in den Hinterkopf lösen.=> Der Rentner: Es gibt sie noch - die Rentner. Relikte längst vergessener Tage, die einem, wenn man bei Kaffee und Kuchen (Die Omis können backen, man glaubt es kaum! <3) im Wohnzimmer sitzt, eigentlich nur die eigene Lebensgeschichte erzählen wollen. Und wenn man dann irgendwo zwischen Stalingrad und Kennedys Tod einwirft, dass man ja eigentlich über die Hinterbliebenenvorsorge plaudern wollte, kriegt man den Todesblick. Versucht man das dann zwischen der Geburt des ersten Enkelkindes und dem Mauerfall erneut, fliegt man raus. Oder, der Klassiker: Man kommt motiviert und ausnahmsweise mit besten Absichten zum Kunden: Und der sagt in jedem dritten Satz, dass er ja schon immer bei der Allianz sei, die sowieso günstiger wäre und alles in allem er da auch bleiben will. Und was hab ich jetzt damit zu tun? -.-"Und viele mehr ... Frei nach von der Lippe: Ich hätt' so gern ein Luftgewehr ... *sing*Was man dagegen macht? Man weiß es nicht ...
Und ja, bei einigen kann es auch an den mangelnden Sprachkenntnissen liegen: ein Ausländer kann z. B auch nicht wissen, was eine Gravur ist
Ältere Kunden meist türkischer Abstammung ( 1. Generation ) Wollen immer alles umsonst.
Zitat von: Black Ronin am 03 September 2011, 09:48:44Ältere Kunden meist türkischer Abstammung ( 1. Generation ) Wollen immer alles umsonst.Wenn ich sowas lese, dann stehen mir echt die Nackenhaare hoch. Ich find das echt abfällig. So, wie Du Deine Kunden "wertschätzt'", möchte ich keiner davon sein.
Noch nie hat ein Älterer türkischer Mitbürger (So ums Rentenalter herum) den Preis akzeptiert ,den Ich ihm mitgeteilt habe Das hat nichts mit Wertschätzung zu tun sondern ist ne Tatsache. Ob dir das nun ins Weltbild passt oder nicht.Die Wollen feilschen und möglichst wenig bezahlen. Ich habe Festpreise die ich mir nicht ausgedacht habe. Passt nicht zusammen.