So habe ich das verstanden. Es werden für das Weihnachtsgeschäft Saisonarbeitskräfte gebraucht, die nach der Saison natürlich überflüssig sind (dann muß man sie nicht behalten (= bezahlen)).
Saisongeschäft ist nichts unübliches, früher wurden dafür Leute über eine Zeitarbeitsfirma eingestellt. Und auch das ist für den Arbeitnehmer letztendlich scheiße: wo man früher zum festanstellten Mitarbeiterpool gehörte, wird heute nur für den Einsatz eingestellt und danach entlassen.
Mich persönlich am meisten verstört aber immer noch das Wissen darum, dass es Aufstocker gibt und große Arbeitgeber sich auf dem Rücken der Ärmsten und Steuerzahler die Taschen vollmachen. Amazon ist ja nun wirklich kein Laden der nicht mehr vergüten könnte. Er macht's aber nicht, weil - nun ja - der Staat blecht ja.
Im Grunde kann man dem Amazon-Konzern noch nicht mal einen Vorwurf machen. Die nutzen ja nur die rechtlichen Rahmenbedingungen voll und ganz aus. Die können ja nix dafür, dass die deutsche Regierung das Arbeitslosenheer zur Ausbeutung feil bietet. :/
Zitat von: Psycherotique am 02 November 2011, 18:41:37Meiner einer wollte sogar an einem Kurs teilnehm wo man Spanisch lernt und dann für ein bis drei Monate nach Spanien fliegt um dort zu arbeiten durfte aber nicht weil das ein Kurs für Hartz 4 Empfänger ist und ich aber kein Hartz 4 vom Amt bekomme bzw die es mir verweigert haben.So und nun zeig mir mal die Gerechtigkeit bei der ganzen Sache Wie tief muss man sinken, um einen arbeitslosen Hartz-IV-Empfänger zu beneiden...
Meiner einer wollte sogar an einem Kurs teilnehm wo man Spanisch lernt und dann für ein bis drei Monate nach Spanien fliegt um dort zu arbeiten durfte aber nicht weil das ein Kurs für Hartz 4 Empfänger ist und ich aber kein Hartz 4 vom Amt bekomme bzw die es mir verweigert haben.So und nun zeig mir mal die Gerechtigkeit bei der ganzen Sache
Muss ein Konzern/ Banker/ Hedgefonds wirklich alles tun, was ihm per Gesetz erlaubt ist, auch, wenn´s vielleicht menschlich,gesellschaftlich, umwelttechnisch, langfristig (whatever) anrüchig ist?
Zitat von: l3xi am 02 November 2011, 17:49:45Im Grunde kann man dem Amazon-Konzern noch nicht mal einen Vorwurf machen. Die nutzen ja nur die rechtlichen Rahmenbedingungen voll und ganz aus. Die können ja nix dafür, dass die deutsche Regierung das Arbeitslosenheer zur Ausbeutung feil bietet. :/Damit tue ich mich ja etwas schwer, denn ist das nicht eines der Grundprobleme momentan: Dass Menschen alle legalen Möglichkeiten ausschöpfen ohne Rücksicht auf die Folgen?Muss ein Konzern/ Banker/ Hedgefonds wirklich alles tun, was ihm per Gesetz erlaubt ist, auch, wenn´s vielleicht menschlich,gesellschaftlich, umwelttechnisch, langfristig (whatever) anrüchig ist?
Zitat von: nightnurse am 03 November 2011, 16:30:14Muss ein Konzern/ Banker/ Hedgefonds wirklich alles tun, was ihm per Gesetz erlaubt ist, auch, wenn´s vielleicht menschlich,gesellschaftlich, umwelttechnisch, langfristig (whatever) anrüchig ist?Genau das ist in der Ideologie vorgesehen, die seit den Achtzigern in der Politik und der Wirtschaft vorherrscht. Größtmögliche Gewinne, Einflussnahme der Konzerne auf die Politik; und sämtliche Risiken (soziale, humane und ökologische) werden sozialisiert, also der Gesellschaft aufgebürdet. Nach mir die Sintflut.
Wenn du also jmd. die Verantwortung zuschieben willst, dann darfst du das bei den etablierten Parteien gerne machen.
Mit niedrigen Löhnen auf HARTZ IV Level ist auch ein Teufelkreis: Niedriglöhner können nur die Sachen kaufen, die auch von Niedriglöhner produziert sind: KIK, LIDL. Für einen Verbraucher ist gutes Gewissen eine Frage des Geldbeutels.
Etwas ratlos bin ich noch, warum Merkel das jetzt auch favorisiert. Welcher Lobbyist ist für diese Kehrtwende (und für manch CDU-ler ein Super-GAU) verantwortlich? Das wüsste ich ja mal gern.
Und wieder ein aktuelles Beispiel, wie der Staat (die ARGEn) die Leistungsempfänger aus der Statistik und in prekäre, vom Steuerzahler subventionierte Arbeitsverhältnisse zwingt: Amazon sucht 2000 "saisonale" Aushilfskräfte für das kommende Weihnachtsgeschäft. Die umliegenden Argen liefern 700 Arbeiter. Was ja nicht schlecht ist, viele nehmen lieber einen befristeten Job an als gar keinen.Aber: Die ersten 2 Wochen dieser anspruchslosen und sowieso kurzfristigen Tätigkeit sollen alle ALG-Empfänger als unbezahltes Praktikum absolvieren. Nicht-ALG-Empfänger dagegen werden vom ersten Tag an normal bezahlt. Wer sich ob dieser Ungleichbehandlung weigert und sich wehrt, muss - natürlich - mit Sanktionen rechnen.Warum lässt man die Sträflinge aus dem offenen Hartz-VI-Vollzug denn nicht gleich die ganzen 2 bis 3 Monate unbezahlt durcharbeiten? Aber das traut man sich wohl (noch) nicht so ganz... Quelle: http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-ohne-lohn-bei-amazon-1618811.php