Also, ich entdecke jetzt spontan zwischen der Rechtschreibreform und Newspeak nicht all zu viele Gemeinsamkeiten. „Böse“ und unliebsame Worte wurden nicht entfernt, wir haben immer noch nicht „plus“ und „doppelplus“ als Vorsilben für Komparative und Superlative, und außerdem kippt die Rechtschreibreform gerade. Was schade ist, da ich mich gerade daran gewöhnt hatte.
Das nicht, aber es ist doch so, das diese Reform die Komplexität der Sprache stark reduziert - welche Auswirkungen hat das auf Kultur, mittelfristig?
Political Correctness. [..] Und ich glaube auch nicht, dass man den Rassismus der Welt dadurch bekämpfen kann, dass man (so geschehen in Los Angeles, URL kann ich ggf raussuchen) seine IDE-Festplatten nicht mehr mit Master oder Slave kennzeichnet.
Außer der Sprache bestimmen viele andere Aspekte die Realitätswahrnehmung ebenso - und viele davon in einem viel stärkeren Maße als die Sprache. So z.B. Rollenmodelle ("Was ist die Aufgabe einer 'Mutter'? Welche Erwartungen stellt man an einen 'Lehrer'? etc.), oder der historische Kontext einer Gesellschaft.
Die Eskimos besitzen z.B. unzählige Begriffe für Schnee.