Schwarzes Hamburg > Schwarze Szene -Archiv-
Gothic: Marke, Subkultur oder billige Bricolage
Candide:
--- Zitat von: "Jinx" ---
--- Zitat ---Anyway, da ich gerne austeilen, stecke ich auch was ein, alles andere wäre ungerecht. Ich kann die Empörung, die sich ob meiner Verallgemeinerungen breit macht, verstehen, aber nachgeben is' nich'
--- Ende Zitat ---
Bei mir auch nicht.
--- Ende Zitat ---
Yippie - das wird Spaß bringen. Bereit, wenn Sie es sind, Sergeant Pembry!
Ach ja, am Rande: ich will jetzt nicht anfangen, über Musikstile zu diskutieren, das sind Glaubensfragen, aber zu den Zusammenhängen von EBM/ New Beat/ Wave/ House finde ich diesen Artikel hier sehr gelungen, der das ganze aus angenehmer Distanz betrachtet: http://www.jahsonic.com/NewBeat.html
Syn:
Guck guck,
auch wenn das hier den Anschein macht das dies eine "Zwei Menschen Diskussion" ist und hier auch neimand etwas anderes zu suchen hat (weswegen sich vielleicht auch kaum ein anderer meldet (Hinweis)) zu der "rabulistischen" Frage warum die "Szene" sich alles so ein wenig zusammenklaut und der darauf folgenden Erläuterung der Frage ist mir folgende Theorie in einer meiner beiden kleinen Hirnhälften gekommen :
Vielleicht weil es eine Art der Evolution ist.
Denn letztenendes hat alles und jedes was mit Taten und Gesellschaft was mit Diebstahl und Weiterentwicklung zu tun, denke ich soweit.
Candide schrieb :
Musik: Punk Rock, Klassik, Mittelalter, seit Belgien Anfang 80 auch gerne House (New Beat ist aus Detroit House hervorgegangen, Wave und House waren in den 80ern sehr nahe zusammen, Alien Sex Fiend selbst haben Acid mit erfunden), seit neuestem Techno und Metal (Metal! das wäre vor 10 Jahren ein Sakrileg gewesen)...
Klamotten: bis auf Gesichtsgeweihe nahezu komplett eine Bricollage aus Prada und Punk Rock
Politik: Wahlweise links oder rechts, aber nie mit eigenen Innovationen...
(Sorry wie das mit den lustigen Kästen funktoniert weiß ich nicht)
Als Beispiel : Die Römer hatten ein tolles funktonierendes Hau drauf Prinzip (ich überspringe jetzt so einiges was ich schlicht und ergreifend nicht weiß :) ), von den Römern und vielen anderen hat der wohl bekannteste Deutsche zu seinen Bestzeiten einiges übernommen sowie aus anderen Staatssystemen.
Bis vor kurzem Aktuell hat der derzeitgste bekannteste Irakische Diktator sich über einen Geheimdienst geschützt der aus den Grundfesten des Hitler und des Stalin Geheimdienstes bestand.
Jeder hat geklaut und alle haben eine traurige Berühmtheit erlangt.
Ich kann mir zwar schon vorstellen was kommt, wenn was kommt, aber eine Gegenfrage : Warum sollte sich die "Szene" nicht zusammenklauen was sie braucht....das was die Leute wollen ?
Lg Syn
colourize:
Leude, Leude.. ich habe mal versucht, diesen Thread hier querzulesen (ja, ist schon dumm, wenn man mal einen Tag die Sache nicht verfolgt hat wird man von Worten erschlagen). Schon beim Querlesen wird klar: die meisten Inhalte drehen sich total im Kreis oder werden zu persönlichem Angepiffe, das außer "Sturköpfe", "Alphaweibchen" oder sonstigen stereotypen Zuweisungen wenig interessante Inhalte mit sich bringt. Außerdem sind Eure Quotings zu lang und in Folge dessen die Postings zu weilig.
So, nachdem ich mich jetzt richtig schön unbeliebt gemacht habe, nutze ich die verbliebene Restaufmerksamkeit, um meinen Senf zu der Ausgangsfrage dazuzugeben... - nach fünf Seiten Thread zugegeben kein sehr sinnvolles Unterfangen, aber so what.
Ohne die Ausgangsthesen von Candide, was die Szene denn nun substanziell ausmacht und was nicht, detailiert aufgreifen zu wollen, möchte ich einfach mal eine Gegenthese in den Raum stellen:
Die Schwarze Szene ist ein Versuch, auf der Basis eines gemeinsamen ästhetischen Codes aus der Stadt ein Dorf zu machen.
Aus dieser an sich total flachen These folgen ein paar interessante Aspekte, die in diesem Thread schon diskutiert wurden, so z.B. dass Musik bestenfalls eine Nebenrolle spielt, dass es scheissegal ist ob ein DJ was kann oder das der ganze Szenelaberkram von wegen "Interesse für Mystik" oder "Suche nach dem Sinn" vollkommen unwichtig ist.
An dieser Szene ist wichtig, dass man auf Party bekannte Gesichter trifft. Dass man der großstädtischen Anonymität entgeht. Dass man das Gefühl hat, sich mit Leuten zu umgeben, die einem ähnlich sind ("Freunde" genannt). Dass gewisse Umgangsformen untereinander eingehalten werden, weil Jeder Jeden über zumindest zwei, drei Ecken kennt und man sich auch nächste Woche noch in demselben Laden aufhalten will.
Der Rest ist Beiwerk. "Musik", "Mode" oder ähnliches sind vor allem für eines wichtig: Smalltalkgesprächsstoff.
Candide:
--- Zitat ---Die Schwarze Szene ist ein Versuch, auf der Basis eines gemeinsamen ästhetischen Codes aus der Stadt ein Dorf zu machen.
Aus dieser an sich total flachen These folgen ein paar interessante Aspekte, die in diesem Thread schon diskutiert wurden, so z.B. dass Musik bestenfalls eine Nebenrolle spielt, dass es scheissegal ist ob ein DJ was kann oder das der ganze Szenelaberkram von wegen "Interesse für Mystik" oder "Suche nach dem Sinn" vollkommen unwichtig ist.
An dieser Szene ist wichtig, dass man auf Party bekannte Gesichter trifft. Dass man der großstädtischen Anonymität entgeht.
--- Ende Zitat ---
Nichts anderes behaupte ich - nur das des weiteren behaupte, das eben das auch der Hintergrund ist, vor dem nahezu allen anderen Szenen bestehen - was einige ungerne hören wollen, denn nimmt es der Szene doch etwas "erhabenes", das sie eigentlich gar nicht braucht. Es ist nichts negatives daran, eine grosse Clique zu stellen, und kein weltverändernder Fin De Siecle des neuen Jahrtausends zu sein; genau das stelle ich halt in Abrede. Gothic ist HipHop ist House ist Metal. Jede diser Szenen hat ihre Existenzberechtigung aus o.g. Gründen, aber die Wirkunsgrade einer kulturverändernden Revolte durch die Jugendkulturen, a la Beatnicks oder Punk, sind heute nicht mehr gegeben, aus vielen Gründen. Das macht die Szene nicht "schlecht", aber auch nicht "besser".
P.S.: Ich hab nen Freundeskreis aus vielen Szenen - bin ich deswegen jetzt die Candide-Szene und sogar eine Subkultur??? :mrgreen: (und bitte wenigstens diemals das Augenzwinkern beachten)
colourize:
--- Zitat von: "Candide" ---
--- Zitat ---Die Schwarze Szene ist ein Versuch, auf der Basis eines gemeinsamen ästhetischen Codes aus der Stadt ein Dorf zu machen.
--- Ende Zitat ---
Nichts anderes behaupte ich - nur das des weiteren behaupte, das eben das auch der Hintergrund ist, vor dem nahezu allen anderen Szenen bestehen (...) Gothic ist HipHop ist House ist Metal.
--- Ende Zitat ---
Natürlich funtionieren alle Szenen auf Basis dieses Mechanismus.
Allerdings unterscheiden sich die ästhetischen Codes in diesen einzelnen Szenen, deshalb gilt "Gothic ist HipHop ist House ist Metal" nicht, da die Codes zum Teil erheblich voneinander abweichen.
Ob eine Szene oder Subkultur die Kraft hat, die gesamte Kultur zu beeinflussen, also das zu leisten, was Du mit "Wirkunsgrade einer kulturverändernden Revolte" bezeichnest, finde ich ziemlich unwichtig. Auch Punk ist ja nie so gedacht gewesen. Keine Subkultur hat sich mit diesem Anspruch gebildet, weil ja alle Subkulturen einen Gegenentwurf zur Mehrheitskultur darstellen wollen.
Auch wenn ich nun als flach gelte: Wenn ich zur Return gehe will ich nicht die Welt verändern, sondern bloß meinen Spass haben. :P
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