Mhm. Was in den 70ern an "gesellschaftlichen Verhältnissen" los war, schon vergessen? Stichwort "freie Liebe" und so? Ja? Dann informiere dich doch besser mal, was damals so en vogue war. Kleiner Tipp: Monogamie bestimmt nicht.
Wie es passieren kann? Na, ganz einfach: Das Wesen serieller Monogamie ist, dass eine monogame Beziehung auch enden kann.Die Praxis ist dann eben, dass der neue Mensch bereits ins Leben tritt, bevor die Beziehung offiziell beendet ist, obwohl sie inoffiziell schon längst tot ist. Ist n ganz natürlicher Vorgang.
Das darfst du dir gerne einreden, dass es sich so verhält. Das kann so durchaus auch vorkommen, die Regel ist es deshalb nicht - es ist eher so, dass die meisten Menschen sich dann vor einen dramatischen inneren Konflikt gestellt sehen bzw. sich in diesem vorfinden: sie möchten sich eigentlich vom ("alten") Partner gar nich trennen (müssen), aber auch nicht vom "neuen" - sie möchten gar nicht wählen sollen - müssen es aber -weil ihr "Gewissen" (also: ihre Prägung ...) ihnen genau das aufzwingt: ENTWEDER - ODER. Niemals: BEIDE(S). - Immerhin ist man ja monogam! Und da gehört sich das einfach nicht: beide zu wollen, beide zu "haben", "haben" (lieben ...) zu können (sowohl emotional als auch sexuell).
Wenn du dann entdeckst "ups, geht ja doch", dann wird wieder neu gewürfelt. Und dann entstehen die Probleme die du beschreibst, ganz klar! Das ist dann aber weniger ein Problem der Monogamie sondern der Verlustängste des Partners. "Du, ich hab mich in noch jemanden verliebt", da geht doch sofort der Film los dass er sich trennen möchte. Klar dass da Eifersucht aufkommt.
Das ist dann aber weniger ein Problem der Monogamie sondern der Verlustängste des Partners. "Du, ich hab mich in noch jemanden verliebt", da geht doch sofort der Film los dass er sich trennen möchte. Klar dass da Eifersucht aufkommt
Ich finde: wären wir alle einfach poly und stünden dazu, könnten wir wesentlich entspannter sein, leben ...
(...) ist doch wieder genau der Punkt: warum kommt da Eifersucht auf oder Verlustangst oder beides? - Wenn ich davon ausgehe, dass Menschen mehrere Beziehungen führen können (und wollen, ja), dann muss niemand gleich Verlustpanik kriegen, nur weil nochmal wieder oder überhaupt: noch jemand anderes "auf der Bildfläche erscheint". Wie ich schon sagte: Das Problem der Monogamie ist ja aber, dass die Leute es in solchen Fällen für normal und geboten halten, sich dann entscheiden zu müssen - also: für den einen, damit gegen den anderen - also fällt einer natürlich hinten runter.
Tja, so einfach ist es leider nicht. Denn Verlustängste kommen auch in Polybeziehungen vor - und das nicht zu knapp. Es ist schlicht menschlich, Angst davor zu haben dass man jenen verliert, den man liebt. Die Angst verliert sich auch in Polybeziehungen nicht wirklich, sie wird lediglich zurückgedrängt zugunsten der Denke "er hat ja keinen Grund mich zu verlassen, wenn ich entspannt damit umgehe".Stimmt prinzipiell ja auch - aber das Leben schreibt halt oft genug seine eigenen Geschichten ...Zwar fällt das "Entscheidenmüssen" weg, einfacher wird das Leben aber keineswegs. Weil sich nämlich die "Kräfteverhältnisse" fortwährend verschieben: Mal ist A eher Partnerin B zugeneigt, mal mehr Partnerin C. Und wenn Mann D noch hinzukommt, wird's erst recht so richtig kompliziert. Kurz gesagt: Oberflächlich gesehen mag Poly voll entspannt sein und so. Gräbt man aber tiefer, ist es mindestens (!) genauso kompliziert wie bei monogamen Paaren. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte, dass es um ein vielfaches komplizierter ist.
Und bei beidem ist es letztlich pures Glück, wenn man den/die "Richtigen" auch auf Dauer gefunden hat.
Da stellt sich mir dann auch ganz spontan die Frage: Lebst du in einer Polybeziehung? Und die geht wirklich rundum entspannt zu?
Denn Verlustängste kommen auch in Polybeziehungen vor - und das nicht zu knapp.
Jedenfalls: was dem zugrunde liegt, ist, dass man sich klar machen muss, dass man einen Mensch immer teilt, teilen muss - dass er immer in Bezügen steht zu anderen Menschen, Dingen
Zitat von: Kallisti am 28 Juli 2011, 20:48:56Jedenfalls: was dem zugrunde liegt, ist, dass man sich klar machen muss, dass man einen Mensch immer teilt, teilen muss - dass er immer in Bezügen steht zu anderen Menschen, DingenIch finde den Begriff "teilen" in dem Zusammenhang irgendwie seltsam. Ich habe zu jedem Menschen eine ganz eigene Beziehung, die anderen nichts nimmt. Ich teile meine Gefühle nicht auf.
Also: TEILEN ist das Stichwort.
Ja, und das mit den/der oder dem Richtigen ist auch so ein romantischer Mythos, der sich dennoch hartnäckig hält.
Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass du so viele "Poly-Beziehungen" bzw. -beziehungslebende persönlich kennst (höchstens also aus Filmen ) - denn: so verbreitet (wie man das bei deinem Satz denken könnte) sind die einfach gar nicht!
ZitatJa, und das mit den/der oder dem Richtigen ist auch so ein romantischer Mythos, der sich dennoch hartnäckig hält. Noch einmal: NEIN ES IST KEIN MYTHOS!Ich (und andere) kennen nun einmal Menschen bei denen exakt so ist, verdammt nochmal! Glaub es einfach! Sicher wird es mehrere (theoretisch) "Richtige" im Leben geben, aber wieso nach anderen suchen wenn man mit dem/der Einen einfach nur glücklich ist? Macht schlicht keinen Sinn. Man braucht nicht zu teilen, wenn beide füreinander sich genug und glücklich sind. Glücklicher als glücklich geht schließlich nicht.Und, ja, sie sind es.Es gibt nicht viele Paare bei denen es so ist, aber es gibt sie nun einmal.Akzeptiere es einfach.
Ich hab Kallisti da anders verstanden. Nämlich so, daß es "den einen Richtigen" nicht geben "kann", wenn man den nächsten Partner ein halbes Jahr später ebenfalls wieder als "den Richtigen" bezeichnet.
Verkehrt laufen die Dinge immer dann, wenn die Ehrlichkeit fehlt. Sprich: Wenn Heimlichkeiten stattfinden. Sind die erstmal in eine Beziehung eingekehrt, dann kommt Hölzchen auf Stöckchen und irgendwann ist die Katastrophe da, bei der es im schlimmsten Fall nur noch Verlierer gibt.Das ist bei Mono- wie Polybeziehungen völlig gleich.
Das ist bei Mono- wie Polybeziehungen völlig gleich.
Ich (und andere) kennen nun einmal Menschen bei denen exakt so ist, verdammt nochmal! Glaub es einfach! Sicher wird es mehrere (theoretisch) "Richtige" im Leben geben, aber wieso nach anderen suchen wenn man mit dem/der Einen einfach nur glücklich ist? Macht schlicht keinen Sinn. Man braucht nicht zu teilen, wenn beide füreinander sich genug und glücklich sind. Glücklicher als glücklich geht schließlich nicht.Und, ja, sie sind es.Es gibt nicht viele Paare bei denen es so ist, aber es gibt sie nun einmal.Akzeptiere es einfach.
Mir ist noch keine Polybeziehung begegnet, in der nicht mindestens eine Seite immer wieder mal Verlustängste packt.
wieviele kennst du denn?
(....) deshalb gibt es trotzdem viele (potentiell) "Richtige" bzw. (möglich) "Passende"!
Was du da als polyamore Beziehung hinstellst, sieht eher aus nach "monogam für eine bestimmte Gruppe" (...)
Man kann mit einem oder mehreren Menschen "glücklich sein" - deshalb gibt es trotzdem viele (potentiell) "Richtige" bzw. (möglich) "Passende"!
Diese Vorlügereien, die du für monogame Beziehungen abonniert sehen willst, gibt es eben auch bei polygamen Beziehungen: Jene, dass ja alles totaaal super läuft obwohl man sich insgeheim bereits denkt "hmm, kläre ich jetzt auf dass der Sex mit der anderen total der Hammer war und ich den mit dir inzwischen gar nicht mehr so toll finde?" oder "eigentlich vermisse ich die andere Person grade, obwohl ich bei dir grade bin" und solche Sachen.
Aber die potenziell "anderen Richtigen" werden schlicht nicht wahrgenommen, weil der eigene Partner nämlich nicht einem Spatz in der Hand gleicht, sondern der Taube, die man vom Dach holen konnte. Glücklich sein ist glücklich sein.
Und auch diese ist harte, harte Arbeit, denn nicht alles braucht man zu sagen, aber ab wann sagt man doch mal was? Gleicht nicht selten der Quadratur des Kreises.
Monogame (also jene die so fühlen und nicht nur auf dem Papier so sein wollen) sind eben nur mit einem Partner zur Zeit glücklich - weil sie nur diesen einen zu ihrem Glück brauchen.Das ist dann ja auch der Grund, warum das Verlieben in eine zweite Person schlicht nicht gelingt: Das Glück hat ein Zuhause, weswegen es kein zweites braucht.
Manchmal ist man gar nicht "verliebt", sondern einfach angezogen, hingezogen - von/zu jemandem - nicht bloß, weil er einen Körper zum Vögeln hat, sondern weil einen der Mensch "insgesamt" einfach "reizt" (sein ganzes Auftreten - wie er "guckt", sich bewegt, was er sagt, wie er es sagt usw. ) - und das dann eben auch sexuell (also: "erotische Anziehung" lol) - aber nicht ausschließlich (es ist nicht bloß sein Körper, der einen "anzieht" und man will ihn auch nicht bloß "einmal ficken und gut" - aber eben auch nicht so, dass man gleich verliebt oder verknallt ist. Man ist einfach "angezogen" ... Und das kann u.U. dazu führen, dass es auch ("irgendwann" - manchmal früher manchmal später) zu sexuellem Kontakt kommt - nachdem man sich etwas näher kennengelernt hat oder Kontakt hatte ...Also jedenfalls muss man da nich immer gleich vom Verliebtsein reden.
Das ist vor- höchstens noch spätpubertär (solches Verhalten). Ehrlich. Und aus dem Alter sind wir dann doch raus - eigentlich - dacht ich ...
ZitatMonogame (also jene die so fühlen und nicht nur auf dem Papier so sein wollen) sind eben nur mit einem Partner zur Zeit glücklich - weil sie nur diesen einen zu ihrem Glück brauchen.Das ist dann ja auch der Grund, warum das Verlieben in eine zweite Person schlicht nicht gelingt: Das Glück hat ein Zuhause, weswegen es kein zweites braucht.messie - Entschuldige, aber das wird mir allmählich zu seicht - Drei-Groschen-Roman-mäßig. Vor allem kommst du unablässig mit dem Verliebtsein an - wo ich oben doch schon erläutert habe, dass es darum gar nicht (immer oder gleich oder überhaupt) geht.
Und dass es ein solches "Interesse", Neugier, "Hingezogensein" ... auch und gerade in monogamen Beziehungen (spätestens nach mehreren Beziehungsjahren mit Alltag ...) nicht (niemals) gibt, das kaufe ich tatsächlich niemandem ab.
Fazit:Ich fürchte - wir können uns nicht "verständigen".