Schwarzes Hamburg

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Autor Thema: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...  (Gelesen 119758 mal)

CubistVowel

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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Antwort #255 am: 18 Juli 2011, 14:50:56 »

Ich finde, sie hat recht...oder sagen wir, ich vermute die gleichen Dinge.

Aber zum Glück gibt es - gerade in langen Beziehungen - noch andere wichtige Aspekte. Rücksichtnahme auf die Gefühle des Partners zum Beispiel. Und die Einsicht, (die oft leider zu spät kommt,) dass es sich einfach nicht lohnt, für einen schnellen Fick eine langjährige gute Beziehung zu riskieren.
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nightnurse

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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Antwort #256 am: 18 Juli 2011, 15:00:05 »

Jaha.
Einsicht und Rücksicht sind was Feines, wenn vorhanden.
Mal sehen, ob das Kallistis Definition von "wirklich freiwillig und ehrlich" entspricht  ;), ich guck lieber zu...

edit, ach, wat soll´s - Einsicht und Rücksicht, wie gesagt, sind wünschenswert, beweisen aber eben nicht, dass man im tiefsten Grunde seines Wesens monogam veranlagt ist. Die Versuchung ist da, man ist aber verstandesorientiert genug, um erst drüber nachzudenken, bevor man ihr nachgibt.
Aber irgendwas gab es offensichtlich nachzudenken.
Weisst, wie?


Nebenbei, schade, dass dem Wind die Puste ausgegangen zu sein scheint, jetzt, wo´s sich mal ernsthaft äußern könnte.
« Letzte Änderung: 18 Juli 2011, 15:12:25 von nightnurse »
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CubistVowel

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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Antwort #257 am: 18 Juli 2011, 17:05:00 »

Einsicht und Rücksicht, wie gesagt, sind wünschenswert, beweisen aber eben nicht, dass man im tiefsten Grunde seines Wesens monogam veranlagt ist. Die Versuchung ist da, man ist aber verstandesorientiert genug, um erst drüber nachzudenken, bevor man ihr nachgibt.
Aber irgendwas gab es offensichtlich nachzudenken.
Weisst, wie?

Japp! Ich denke schon, dass es viele Menschen gibt, die nicht monogam veranlagt sind. Hab leider ausreichend Gelegenheiten gehabt, das aus nächster und allernächster Nähe zu studieren. Es ist aber meiner Meinung nach absolut nicht zu pauschalisieren.^^ Wie immer, wenn es um Menschen geht. ;)
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Lucas de Vil

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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Antwort #258 am: 18 Juli 2011, 17:23:24 »

Es ist aber meiner Meinung nach absolut nicht zu pauschalisieren.^^ Wie immer, wenn es um Menschen geht. ;)
Eben deshalb sind solche Diskussionen müßig. Vorher abklären und einsehen, dass man es nicht ändern kann. Punkt.

Zitat von: Bela B - One Night Stand
Jetzt erwartet ihr sicher den moralischen Twist.
Dass das Leben was wir führen ein nicht erstrebsames ist. Promiskuität ist nicht nur wegen Aids sehr schlecht.
Ich fürchte, ihr habt recht.

In diesem Sinne:
http://www.youtube.com/watch?v=0sAPULDei7k
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".de Elite"

You want some? Come get some!
You don't like me? Well, bite me.

"Halts Maul, deine Brüste sind mir scheißegal!"

Ansichtssache

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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Antwort #259 am: 18 Juli 2011, 18:42:03 »

Ach, wie viele Sachen sind müßig....

@Kallisti & nightnurse:
Letztendlich - was bringt die Einsicht, dass Menschen in der Mehrzahl nicht monogam veranlagt sind? Wird Fremdgehen dadurch in der Praxis weniger schmerzhaft? Erlaubt es einen freieren Umgang miteinander? Ich denke nicht. Wenn 2 Menschen verabredet haben, in Monogamie zu leben, dann haben sie sich daran zu halten. Punkt. Ich verstehe deine Gedanken, Kallisti. Aber ich kann nichts an meiner Einstellung zu Monogamie ändern. Dazu bin ich nicht fähig, denn es ist für mich (im Moment) die einzige Art, wie ich eine Beziehung leben kann, ob es nun auferlegt ist, oder nicht.
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Eisbär

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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Antwort #260 am: 18 Juli 2011, 18:53:28 »

Nur weil man das bei sich selbst nicht hat oder auch bei anderen nicht sieht (woran siehst Du überhaupt was andere denken?), heißt das nicht, daß es keine Menschen gibt, die freiwillig monogam leben.

Es wird einen Grund haben, daß es so zahlreiche Kulturen gibt, in denen die monogame Ehe der Standard ist.
Der Mensch kann, sowohl vom Trieb als auch vom Verstand her sowohl monogam als auch polygam leben. Hängt sehr von den Lebensumständen ab. In Regionen mit Nahrungsmangel herrschen polygame Kulturen vor, in Überflußgesellschaften ist eher die Monogamie das Modell der Wahl.


Und der entscheidende Unterschied zwischen physichem und psychischem Betrug sind Geschlechtskrankheiten.
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nightnurse

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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Antwort #261 am: 18 Juli 2011, 20:18:45 »

Ach, wie viele Sachen sind müßig....

@Kallisti & nightnurse:
Letztendlich - was bringt die Einsicht, dass Menschen in der Mehrzahl nicht monogam veranlagt sind? Wird Fremdgehen dadurch in der Praxis weniger schmerzhaft? Erlaubt es einen freieren Umgang miteinander? Ich denke nicht. Wenn 2 Menschen verabredet haben, in Monogamie zu leben, dann haben sie sich daran zu halten. Punkt. Ich verstehe deine Gedanken, Kallisti. Aber ich kann nichts an meiner Einstellung zu Monogamie ändern. Dazu bin ich nicht fähig, denn es ist für mich (im Moment) die einzige Art, wie ich eine Beziehung leben kann, ob es nun auferlegt ist, oder nicht.

Ganz richtig, die Einsicht bringt gar nichts, wenn´s einen mal trifft.
Eigentlich gibt es an dem Thema meiner Ansicht nach auch nicht viel zu diskutieren, weil es eines von denen ist, wo mensch seine Meinung eben nicht aufgrund von Argumenten oder statistischen Fakten ändern wird. Ändern kann.
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Kallisti

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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Antwort #262 am: 18 Juli 2011, 23:54:58 »

Zitat
Eigentlich gibt es an dem Thema meiner Ansicht nach auch nicht viel zu diskutieren, weil es eines von denen ist, wo mensch seine Meinung eben nicht aufgrund von Argumenten oder statistischen Fakten ändern wird. Ändern kann.
(nightnurse)

Das seh ich natürlich anders.  ;)


Ich finde, sie hat recht...oder sagen wir, ich vermute die gleichen Dinge.


DANKE  - endlich mal ein Mensch hier, der das zugesteht - ganz offen und öffentlich - und dann auch noch eine Frau!!  :)   :)


Ach, wie viele Sachen sind müßig....

@Kallisti & nightnurse:
Letztendlich - was bringt die Einsicht, dass Menschen in der Mehrzahl nicht monogam veranlagt sind? Wird Fremdgehen dadurch in der Praxis weniger schmerzhaft? Erlaubt es einen freieren Umgang miteinander? Ich denke nicht. Wenn 2 Menschen verabredet haben, in Monogamie zu leben, dann haben sie sich daran zu halten. Punkt. Ich verstehe deine Gedanken, Kallisti. Aber ich kann nichts an meiner Einstellung zu Monogamie ändern. Dazu bin ich nicht fähig, denn es ist für mich (im Moment) die einzige Art, wie ich eine Beziehung leben kann, ob es nun auferlegt ist, oder nicht.


Na man sollte das Pferd von vorne, nicht von hinten aufzäumen. ;) Und man sollte ohne Scheuklappen durchs Leben gehen (können) - ich schreibe hier nun bewusst nicht "reiten" - ahahahaha, wie flach.  :P  Sorry, manchmal kommt es so über mich. lol


Jedenfalls ist eine der mir meist verhassten Verhaltensweisen: Selbstbetrug, Sich-in-die-eigene-Tasche-Lügen - weil es sich so evtl. leichter, bequemer, unbehelligter lebt (vermeintlich zumindest und: vorläufig, befristet).

Daher denke ich, wenn erst mal wirklich (auf-) geklärt, bekannt, anerkannt ist, dass die Geschichte von der menschlichen Monogamie ein Mythos ist (und nichts anderes - evtl. ein Wunschbild, wenngleich Trugbild), ist dann vlt. der nächste Schritt - die (menschlichen) Verhaltensweisen an die Realität anzupassen bzw. an dieser auszurichten - auch mal möglich. Das zumindest halte ich für wünschenswert und für längst überfällig.


@Ansichtssache

"Fremdgehen" ist nur dann "schmerzhaft", wenn ich eine unrealistische Vorstellung von Paarbeziehung habe - also von der Möglichkeit wirklich/ehrlich/dauerhaft/beständig monogamer Paarbeziehung ausgehe.
Und auch, wenn es hintenrum geschieht - wenn also das Vertrauen missbraucht bzw. der Andere hinters Licht geführt, für dumm gehalten/verkauft, verschaukelt wird. Da hilft Ehrlichkeit, Offenheit, Austausch, Kommunikation. 


Ich sehe das so:
Wenn man von "Liebe" in einer Paarbeziehung spricht (und es nicht bloß eine Zweckgemeinschaft ist), dann ist Liebe zwar etwas, das durchaus Verantwortung(sgefühl/-bereitschaft/-praxis) beinhaltet, auch Fürsorglichkeit ... - aber eben auch Freiwilligkeit.

Die Sache mit der Monogamie ist meiner Ansicht nach viel zu sehr geprägt von diesem Besitzdenken. Der Partner gehört mir zwar nicht, aber sein Körper schon -> bzw. darf nur ich über seinen Körper sexuell "verfügen" bzw. habe nur ich sexuellen "Zugang"/"Rechte" auf/an seinem Körper. - Das ist doch schon mal völlig widersprüchlich und abstrus, absurd! -> entweder, man sieht den anderen nicht als Besitz und die Liebe beruht u.a. auf Freiwilligkeit (auch: des Anderen, des Partners!), beinhaltet diese, also hat der andere auch freiwillig sexuellen Kontakt mit mir und seine Sexualität unterliegt nicht vollständig und ausschließlich oder überhaupt meiner Kontrolle, meiner Erlaubnis, meinem Segen, meinen Vorstellungen, Wünschen ..., sondern ich "gestehe ihm zu", dass er seine Sexualität genauso frei und selbstbestimmt leben kann wie er z.B. seine Freundschaften pflegt oder andere Dinge im Leben (selbstbestimmt) tun darf/kann: trotz unserer Paar-Beziehung!
Das impliziert natürlich immer: so lange mir (oder anderen, klar) dadurch kein gesundheitlicher Schaden entsteht.

Oder: Ich definiere Liebe (in Paar-Beziehung) so, dass der andere zwar selbst "frei" entscheiden kann, ob er mit mir zusammen ist, sein und bleiben will (so weit das zu entscheiden, zu "planen" möglich ist), aber bei der Sexualität hört es dann mit der Freiheit und Selbstbestimmung des anderen Menschen (meines Partners) auf - seine Sexualität muss ausschließlich nur an mich gebunden sein, darf sich (körperlich, "in der Praxis") ausschließlich an mir (und meinen Körper) ausrichten, darf nur im Zusammenhang mit mir (bzw. meinem Körper) ("in der Praxis") existieren (vielleicht ja großzügigerweise von Masturbation als einziger Ausnahme dieser Regel, dieses Gesetzes mal abgesehen - wobei das bei nicht wenigen Paaren auch noch fraglich zu sein scheint ...).

Ich finde, das ist - jetzt fällt mir der Ausdruck wieder nicht ein - sowas Doppelzüngiges, Zweigesichtiges -> einerseits besitze ich den Partner nicht, seine Sexualität aber schon. ??

Also das ist doch einfach: unlogisch. Inkonsequent. Eben: widersprüchlich, widersinnig.  Heuchlerisch. - Finde ich. 


Wenn also Monogamie doch nur ein Mythos, eine Wunschvorstellung (mancher Menschen) ist, eine Illusion ... - wozu sollte man - so man das erkannt, eingesehen hat - dann "verabreden, in Monogamie zu leben" (Ansichtssache nochmal zitierend)?  ?

Klar, die meisten Leute haben diese "Einstellung", weil es - bisher - als Normalität gilt, als Usus, als richtig und "gut", als angemessen. - Also richten sich die Leute danach aus - zumeist ohne groß darüber nachzudenken - übernehmen diese Konvention einfach - obgleich sie selbst oder Bekannte ... doch irgendwann oder immer wieder mal im Leben mitbekommen, erleben, erfahren, dass da irgendwas nicht stimmt, stimmen kann - an der Geschichte (dem Märchen) von der Monogamie ... ;)


Zitat
Nur weil man das bei sich selbst nicht hat oder auch bei anderen nicht sieht (woran siehst Du überhaupt was andere denken?), heißt das nicht, daß es keine Menschen gibt, die freiwillig monogam leben.
(Eisbär)

Was hat, was andere denken, damit zu tun? - Ich versteh den ganzen Satz nicht. =/ 
Also klar gibt es offenbar eine Menge Menschen, die monogam leben wollen (zunächst auch freiwillig). Aber sie können es zumeist nicht - jedenfalls können sie es nur für gewisse Zeit: freiwillig! Danach ist es entweder gar nicht mehr so freiwillig ... oder die Beziehung zu Ende ;) oder es ist einfach doch vorbei mit der Monogamie - und dann wird zumeist "fremdgegangen" - und das wiederum überwiegend "heimlich".

Nee, das is doch wirklich arm so. - Jedenfalls will ich das so nicht. ;)


Zitat
In Regionen mit Nahrungsmangel herrschen polygame Kulturen vor, in Überflußgesellschaften ist eher die Monogamie das Modell der Wahl.
(Eisbär)

Kannst du das bitte noch etwas näher erläutern, ausführen, begründen?


Zitat
Es wird einen Grund haben, daß es so zahlreiche Kulturen gibt, in denen die monogame Ehe der Standard ist.


(Eisbär)

Ja, einer der schwerwiegenden Gründe nennt sich Christentum.  ;D

Ein anderer hat vlt. damit zu tun, dass sich Gesellschaften verändert haben - und es Probleme bei der Versorgung von Kindern gibt bzw. gäbe (bei Polygamie) ->insbesondere in gängigen Kleinfamilien und/oder dass die Männer sonst nicht so genau wissen, ob und von welchem Nachwuchs sie der (biologische) Vater sind - solche Dinge ...


Warum Menschen (in unserer heutigen Kultur, Gesellschaft) sich für Monogamie "entscheiden" bzw. diese oft unreflektiert leben (wollen), habe ich gerade Ansichtssache schon erläutert (s.o.).


Zitat
Und der entscheidende Unterschied zwischen physichem und psychischem Betrug sind Geschlechtskrankheiten.
(Eisbär)

... die sich vermeiden lassen!





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SoylentHolger

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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Antwort #263 am: 19 Juli 2011, 00:17:00 »

Um Kallisti mal zusammen zu fassen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Polyamory

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Kallisti

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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Antwort #264 am: 19 Juli 2011, 01:14:31 »

SoylentHolger

Danke für den link.  :)  Das wusste ich (auch) noch gar nicht - dass es dafür schon einen Begriff und sogar eine richtig umfangreiche Definition gibt - und das sogar bereits bei wiki. :)

Habe nun (noch) nicht alles durchgelesen, aber ja - das ist so das, was ich im Grunde meine. :)


Mit eigenen Worten nochmal gefragt:

1. Warum sollte mein Partner nur mit mir sexuellen Kontakt haben - er kann sich ja auch mit anderen Menschen sehr gut, auch sehr intim und auch sehr emotional unterhalten, auseinandersetzen, beschäftigen (ohne Sex) -> mit (wirklichen, engen) Freunden z.B. - da besteht doch auch Emotionalität, Nähe, Vertautheit, Intimität. - Nicht?

Wenn ich damit keine Probleme habe - dass mein Partner also auch Privates, Persönliches ... mit (guten) Freunden teilt, bzw. ich ihn diesbezüglich mit anderen Menschen teilen kann, zu teilen bereit bin - warum dann nicht auch seinen Körper, seine Sexualität?

2. Wenn ich meinem Partner auf "geistiger" Ebene nicht - über lange Zeit! - "ausreiche", ausreichen kann, sondern er das Bedürfnis hat (kl. Anmerkung: alles immer auch umgekehrt, keine Frage), sich auch mit anderen Menschen auszutauschen, auch mit anderen Menschen Kontakt zu haben, mit anderen etwas zu unternehmen usw. - warum sollte ich dann davon ausgehen/annehmen können oder beanspruchen, ihm aber auf körperlicher bzw. sexueller Ebene völlig und ausschließlich "auszureichen"? - Anders gesagt: Wenn ich als eine einzelne Person zwar schon eine Menge "einbringen", anregen ... kann (geistig, emotional) und mich auch verändern und weiterentwickeln kann, aber dennoch mein Partner (bzw. Menschen) das Bedürfnis, den Wunsch hat (haben), sich auch mit noch weiteren Menschen "auszutauschen" etc. (geistig, emotional) - wie kann ich dann dem Irrglauben aufsitzen, sexuell meinem Partner aber "alles" geben zu können, "alles" mit ihm teilen und "leben" zu können, das er (und/oder ich) sexuell für wichtig erachtet - für bedeutsam oder wünschens-/erfahrens-/erlebenswert?

Ich möchte ja z.B. auch andere Menschen "mögen" können/dürfen und vlt. auch "Zärtlichkeiten" austauschen (Umarmung bspw.) oder Nähe erleben (in Freundschaft z.B. oder mit Kindern, Familienangehörigen...) - nicht ausschließlich mit meinem Partner (über viele Jahre so)! - Warum sollte die Sexualität von diesem Bedürfnis/Wunsch nach "Vielfalt" und "Abwechslung" u.a.m. ausgeschlossen sein/werden?


3. Probleme gibt es immer dann, wenn kein Vertrauen vorhanden oder möglich ist oder es missbraucht wurde/wird. Vertrauen und Ehrlichkeit/Offenheit sowie Respekt und Toleranz - ja, das sind wie so oft die "Zauberwörter" bzw. Eigenschaften, Verhaltens-/Umgangsweisen.

4. Probleme gibt es auch dann, wenn Verlustangst im Vordergrund steht, allgegenwärtig ist (wenn auch unterschwellig, unbewusst) oder es dafür berechtigte Gründe (auf einer Seite) gibt.

5. Probleme kann es auch dann geben, wenn einer sich zurückgesetzt, "vernachlässigt", ausgeschlossen fühlt (nicht nur sexuell!) - oder nicht mehr gemocht, anerkannt, geliebt - sich überflüssig fühlt oder abgewiesen usw. (Daher halte ich gerade "Triade"/Dreierbeziehung" für zumeist doch eher schwierig - da ist doch meistens einer zu viel oder mindestens einer zu wenig.)

Aber das sind alles "Kinderkrankheiten".  ;)  - Wichtig ist, dass man miteinander spricht, dass man offen, ehrlich und respektvoll ist/sich verhält - insbesondere: ehrlich sich selbst gegenüber! Das ist überhaupt die erste und absolute Grundvoraussetzung, damit "so etwas" (wie "Polyamorie" - oder wie nennt sich das - muss nochmal nachgucken) "funktionieren" kann, "praktizierbar", lebbar ist.  - Aber zugegeben: gerade hier liegt der Hase im Pfeffer - ist so eine Sache mit dem Selbstbetrug ... ;) (Den sich niemand gerne eingesteht, den man daher lieber erst gar nicht enttarnt, sondern eher verdrängt, abstreitet ...)


Aber: Schwierigkeiten, Eifersucht, Verlustängste, Vertrauensmissbrauch, Respektlosigkeit, Intoleranz, Besitzdenken usw. gibt es in sogen. "monogamen" Beziehungen auch - wenn nicht noch mehr, intensiver!



... ok, es schreibt sich "Polyamory" - aber mit dem "y" am Ende les ich da immer "memory".   :D

Und was da auch noch bei wiki sehr schön steht: "Treue im Sinne von (...) Loyalität".  Ganz genau das ist mein Treuebegriff: LOYALITÄT !

Und loyal kann man also nicht nur einem einzigen Menschen gegenüber sein und auch nicht: wenn einem gegenüber, dann einem weiteren (oder mehreren) anderen gegenüber zwangsläufig nicht.

« Letzte Änderung: 19 Juli 2011, 01:21:45 von Kallisti »
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nightnurse

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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Antwort #265 am: 19 Juli 2011, 14:08:41 »

Ich habe plötzlich und unerklärlicherweise  ::) das Bedürfnis, darauf hinzuweisen, dass sich meine Zustimmung ausschließlich um Kallistis Beitrag gestern um 12:29 und die darin geäußerten Vermutungen handelt, der Mensch sei (im Unterschied zu Albatrossen oder Schwänen oder anderem Geflügel) kein von Natur aus monogames Tier.

Das ist eine Vermutung, die einfach aus Alltagsbeobachtungen entsteht und zu der zu stehen ich jetzt nicht besonders spektakulär finde. Auch nicht "als Frau".

Aus dieser Beobachtung leite ich allerdings keine prinzipiellen und/ oder moralischen Bewertungen von Treue, Monogamie und Promiskuität ab; dazu haben viele Menschen unterschiedliche Ansichten und darüber habe ich nicht zu urteilen.

Wenn Dein, Kallistis, Konzept für Dich und (D)einen Partner schlüssig ist und funktioniert, super, aber offensichtlich ist das nicht jedermanns Lebensentwurf.

"Warum soll man nicht monogam sein und trotzdem verschiedene Sexualpartner haben", "warm soll man nicht polyamodingsda leben", naja, aber warum soll man nicht monogam sein und nur den einen Sexualpartner haben, wenn das nun mal die Art ist, wie es einem gutgeht? Ist das etwa ein behandlungswürdiger Geisteszustand?

(Nee, nee, über solche Sachen wollt ich doch eigentlich nicht anfangen, zu debattieren, schon gar nicht mit Kallisti  8) )


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CubistVowel

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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Antwort #266 am: 19 Juli 2011, 15:33:39 »

Aus dieser Beobachtung leite ich allerdings keine prinzipiellen und/ oder moralischen Bewertungen von Treue, Monogamie und Promiskuität ab; dazu haben viele Menschen unterschiedliche Ansichten und darüber habe ich nicht zu urteilen.
[...]
warum soll man nicht monogam sein und nur den einen Sexualpartner haben, wenn das nun mal die Art ist, wie es einem gutgeht? Ist das etwa ein behandlungswürdiger Geisteszustand?

Ich finde es auch sehr zweifelhaft, milde ausgedrückt, aus Beobachtungen über einen Teil der Menschheit auf die Gesamtheit zu schließen und alle Andersdenkenden/-lebenden des Selbstbetrugs, der Realitätsferne und der Unehrlichkeit zu bezichtigen.
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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Antwort #267 am: 19 Juli 2011, 16:35:40 »

Ich finde es auch sehr zweifelhaft, milde ausgedrückt, aus Beobachtungen über einen Teil der Menschheit auf die Gesamtheit zu schließen und alle Andersdenkenden/-lebenden des Selbstbetrugs, der Realitätsferne und der Unehrlichkeit zu bezichtigen.
Aber, aber, aber... wenn das bei den anderen keine Realitätsferne, kein Selbstbetrug und keine Unehrlichkeit ist, dann wäre Kallistis Partnerschaftsentwurf ja nicht der einzig richtige und die ganzen Tiraden wären doch wieder nur eine Rechtfertigung fürs Fremdpimpern.

Kallisti: es ist wirklich Deine Sache, wenn Du Dir nicht vorstellen kannst, daß es eben doch Menschen gibt, die, wenn sie lieben, keine Lust auf Sex mit anderen haben. Das heißt nicht, daß man blind durchs Leben geht und attraktive Menschen nicht bemerkt. Aber - um jetzt mal für mich zu sprechen - nur weil ich eine Frau attraktiv finde, will ich doch nicht unbedingt mit ihr ins Bett. Wenn ich mit jeder Frau, die ich als attraktiv empfinde, ficken wollen würde und es nur bei 1% schaffen würde, sie dazu zu verführen, überreden, was-auch-immer, hätte ich Hornhaut am Genital.
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Kallisti

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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Antwort #268 am: 19 Juli 2011, 17:45:22 »

Ich habe plötzlich und unerklärlicherweise  ::) das Bedürfnis, darauf hinzuweisen, dass sich meine Zustimmung ausschließlich um Kallistis Beitrag gestern um 12:29 und die darin geäußerten Vermutungen handelt, der Mensch sei (im Unterschied zu Albatrossen oder Schwänen oder anderem Geflügel) kein von Natur aus monogames Tier.

Das ist eine Vermutung, die einfach aus Alltagsbeobachtungen entsteht und zu der zu stehen ich jetzt nicht besonders spektakulär finde. Auch nicht "als Frau".

Aus dieser Beobachtung leite ich allerdings keine prinzipiellen und/ oder moralischen Bewertungen von Treue, Monogamie und Promiskuität ab; dazu haben viele Menschen unterschiedliche Ansichten und darüber habe ich nicht zu urteilen.

Wenn Dein, Kallistis, Konzept für Dich und (D)einen Partner schlüssig ist und funktioniert, super, aber offensichtlich ist das nicht jedermanns Lebensentwurf.

"Warum soll man nicht monogam sein und trotzdem verschiedene Sexualpartner haben", "warm soll man nicht polyamodingsda leben", naja, aber warum soll man nicht monogam sein und nur den einen Sexualpartner haben, wenn das nun mal die Art ist, wie es einem gutgeht? Ist das etwa ein behandlungswürdiger Geisteszustand?

(Nee, nee, über solche Sachen wollt ich doch eigentlich nicht anfangen, zu debattieren, schon gar nicht mit Kallisti  8) )





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Also erst mal geht "monogam sein und trotzdem verschiedene Sexualpartner haben" schon mal logisch nicht - wenn man verschiedene Sexualpartner hat, ist man nicht monogam. ;)

Dann ist das an sich ein Widerspruch: Wenn du einerseits sagst, du denkst (auch), der Mensch ist nicht monogam, könne aber dennoch monogam leben, sich dafür entscheiden, monogam zu sein. - Also entweder Mensch ist monogam (d.h. die Möglichkeit zu Monogamie besteht - aufgrund seiner Veranlagung) oder er ist es nicht (d.h. die Möglichkeit, monogam zu "sein", zu leben, sich dafür willentlich/rational/bewusst zu entscheiden besteht nicht).


Zitat
Ich finde es auch sehr zweifelhaft, milde ausgedrückt, aus Beobachtungen über einen Teil der Menschheit auf die Gesamtheit zu schließen und alle Andersdenkenden/-lebenden des Selbstbetrugs, der Realitätsferne und der Unehrlichkeit zu bezichtigen.
(CubistVowel)

Nun ja - ich weiß nicht, was du mit "Teil der Menschheit" meinst? Und es geht ja auch nicht um "Andersdenkende", sondern um das menschliche Wesen als solches (hier auf menschliche Sexualität bezogen).


Zitat
Kallisti: es ist wirklich Deine Sache, wenn Du Dir nicht vorstellen kannst, daß es eben doch Menschen gibt, die, wenn sie lieben, keine Lust auf Sex mit anderen haben. Das heißt nicht, daß man blind durchs Leben geht und attraktive Menschen nicht bemerkt. Aber - um jetzt mal für mich zu sprechen - nur weil ich eine Frau attraktiv finde, will ich doch nicht unbedingt mit ihr ins Bett. Wenn ich mit jeder Frau, die ich als attraktiv empfinde, ficken wollen würde und es nur bei 1% schaffen würde, sie dazu zu verführen, überreden, was-auch-immer, hätte ich Hornhaut am Genital.
(Eisbär)


Eisbär

zum Einen schrieb ich nicht, dass man andere Menschen "attraktiv" findet oder "attraktive Menschen bemerkt", sondern: dass man sich von anderen Menschen "sexuell angezogen" fühlt/fühlen kann bzw. sich "sexuell interessiert" (für manche, einige andere Menschen, die einem im Lauf eines Lebens begegnen, die man kennenlernt ...). Natürlich will man nicht mit jedem Menschen, den man (nur) "attraktiv" findet deshalb auch sexuellen Kontakt. Das sagte ich so wie schon erwähnt auch nicht.

Dann wäre es angenehm, wenn du nicht das Supermännchen heraushängen lassen würdest, siehe hier:
"Wenn ich mit jeder Frau, die ich als attraktiv empfinde, ficken wollen würde und es nur bei 1% schaffen würde, sie dazu zu verführen, überreden, was-auch-immer, hätte ich Hornhaut am Genital."

Auch möchte ich nicht über "dein Genital" sprechen. Vielleicht können wir derartige Bemerkungen beiseite lassen. Danke.

Schließlich ist es nicht der Fall, dass ich mir "nicht vorstellen kann, dass es Menschen gibt, die, wenn sie lieben, keine Lust auf Sex mit anderen haben" - dich zitierend.

Das kann ich mir durchaus vorstellen. Die Frage ist nur: Wie lange haben sie keine Lust auf Sex mit anderen - zwei, drei, fünf, neun, 14, 27, 45 Jahre?

Heutzutage ist es ja auch ganz praktisch, nicht wahr:
Man spricht von "Lebensabschnittspartner" - man trennt sich einfach nach zwei, drei oder auch neun  bis max. 12 Jahren (manche schaffen es durchaus auch länger - aber da ist es dann wieder so eine Sache/FRAGE mit der Monogamie ;) ).

Dass Mensch es durchhält, "freiwillig" (!) - also nicht ausschließlich dem Partner zuliebe! - auch mal ein paar Jahre am Stück monogam zu leben, bestreite ich nicht. Aber da ist die Zeitspanne individuell schon sehr unterschiedlich. Außerdem ist alles abhängig von den Begebenheiten (welche Menschen man kennenlernt, wem man begegnet, wie es in der Beziehung "läuft", wie alt man ist u.a.m.).

Nur Eisbär und CubistVowel: ist mir tatsächlich von keinem einzigen Paar bekannt, dass die Partner freiwillig und absolut sicher 20, 30 oder noch mehr Jahre (ohne Unterbrechungen!) monogam gelebt hätten - ohne damit zeitweilig "Schwierigkeiten" gehabt zu haben. Schwierigkeiten, die sich dann zumeist auch auf die Paarbeziehung negativ auswirken. Oder zu deren Ende führen. Oder aber (in den meisten Fällen - zumindest in den Generationen vor uns): zu heimlichem "Fremdgehen".

Es gibt Paare, die leben seit 50 Jahren "monogam" - aber die Frage ist: war das immer freiwillig, selbstbestimmt so? Und wären sie anders geprägt worden ("moralisch", gesellschaftlich, kulturell -> also nicht unbedingt so wie zu Anfang und/oder Mitte des 20. Jahrhunderts, so als Beispiel jetzt), ob sie dann auch so gelebt und so lange (auf diese Weise) zusammengeblieben wären.
Das bezweifle ich.

Natürlich sind es nicht immer und auch nicht unbedingt überwiegend sexuelle Gründe, die zu Trennungen von Paaren führen - sicher nicht! Aber wie unser aktuelles Verständnis von "Treue" ist und damit auch von (menschlicher) Sexualität - ja, das finde ich "bedenklich" bzw. überdenkenswert.

Es ist meiner Ansicht nach nicht nur überholt, sondern widerlegt - durch all die Menschen, die eben unglücklich "monogam leben" und all diejenigen, die heimlich "fremdgehen" - und all diejenigen, die sich auch einfach mal trennen, wenn sie (auch nur sexuell!) auf "was Anderes", "was Neues" bzw. jemand Anderen "Lust" haben (wobei es sich bei letzterer Gruppe tatsächlich um eher jüngere Menschen handelt - unter 30/35).

Außerdem auch: durch so manch andere Kulturen, in denen "Poygamie" "erlaubt" und Usus war und ist.
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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Antwort #269 am: 19 Juli 2011, 17:56:08 »

@Kallisti:
Nicht böse nehmen, ich finde deinen Beitrag etwas herablassend. Polyamory als das einzig Richtige anzusehen ist nicht produktiv, das gleiche gilt für Monogamie. Man kann nicht generell sagen „das eine ist besser, das andere schlechter“. Und ich mag es nicht, wenn mir jemand einreden möchte, dass meine Erwartungen und Gefühle von der Gesellschaft konstruiert sind (so kam es mir ein bisschen vor).
Ich würde schon gerne über das Thema reden, aber nicht auf so einer Grundlage.

Ich frage mich, wie man in einer polyamorösen Beziehung mit Eifersucht und Verlustängsten umgeht. Ich finde, da schwingt so eine Unsicherheit mit, mit der ich nicht umgehen kann. Weißt du, was ich meine? Also die Unsicherheit, dass man den Partner jederzeit an jemand anderen verlieren kann. Denn kann das nicht viel eher passieren, wenn der andere eben auch mit anderen Menschen Sex hat, sich auf andere einlässt?

Edit: Ich habe mich jetzt auf deinen Beitrag weiter oben bezogen, in dem du mir geantwortet hast.
« Letzte Änderung: 19 Juli 2011, 17:59:01 von Ansichtssache »
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