Schwarzes Hamburg

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Autor Thema: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...  (Gelesen 119810 mal)

voll pöse

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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Antwort #270 am: 19 Juli 2011, 18:02:24 »

@Kallisti:
Nicht böse nehmen, ich finde deinen Beitrag etwas herablassend. Polyamory als das einzig Richtige anzusehen ist nicht produktiv, das gleiche gilt für Monogamie. Man kann nicht generell sagen „das eine ist besser, das andere schlechter“. Und ich mag es nicht, wenn mir jemand einreden möchte, dass meine Erwartungen und Gefühle von der Gesellschaft konstruiert sind (so kam es mir ein bisschen vor).
Ich würde schon gerne über das Thema reden, aber nicht auf so einer Grundlage.

Ich frage mich, wie man in einer polyamorösen Beziehung mit Eifersucht und Verlustängsten umgeht. Ich finde, da schwingt so eine Unsicherheit mit, mit der ich nicht umgehen kann. Weißt du, was ich meine? Also die Unsicherheit, dass man den Partner jederzeit an jemand anderen verlieren kann. Denn kann das nicht viel eher passieren, wenn der andere eben auch mit anderen Menschen Sex hat, sich auf andere einlässt?

Daran musst Du Dich gewöhnen. Wer eine andere Meinung als Kallisti hat ist uninformiert, hat den Beitrag nicht richtig gelesen, hat keine Ahnung, ist ignorant, hat eine fragwürdige Moral, ist kindisch oder hat einfach irgendein anderes Problem. Natürlich darfst Du eine andere Meinung haben, aber im Vergleich zu der von Kallisti ist diese nur zweitrangig und eigentlich überflüssig...
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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Antwort #271 am: 19 Juli 2011, 18:18:40 »


Ich frage mich, wie man in einer polyamorösen Beziehung mit Eifersucht und Verlustängsten umgeht. Ich finde, da schwingt so eine Unsicherheit mit, mit der ich nicht umgehen kann. Weißt du, was ich meine? Also die Unsicherheit, dass man den Partner jederzeit an jemand anderen verlieren kann. Denn kann das nicht viel eher passieren, wenn der andere eben auch mit anderen Menschen Sex hat, sich auf andere einlässt?
Ich schätze mal, so wie in einer monogamen Beziehung auch: durch Kommunikation. *duh*
"seinen Partner jederzeit verlieren können" geht übrigens in jeder Beziehung. Und wenn es durch einen Bus ist, der den Geschätzten Anderen morgens überfährt. 

Vielleicht kriege ich ja diesen Thread hiermit totgeschlagen:
http://www.amazon.de/Ethical-Slut-Roadmap-Relationship-Pioneers/dp/1587613379/

Ich möchte nämlich auch nicht weiter über Eisbärs Genital informiert werden. Danke.
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It is concluded: Banquo, thy Soules flight,
If it finde Heauen, must finde it out to Night."

Kallisti

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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Antwort #272 am: 19 Juli 2011, 18:30:35 »

Ansichtssache

Ist es denn nicht so, dass bisher von unserer Gesellschaft vorgegeben, bestimmt wird, nur eine monogame Paarbeziehung sei die einzig bzw. wirklich richtige, gute, akzeptable ...?

Warum sonst spricht man von "Untreue", und bezieht sich damit auf sexuelles "Fremdgehen" - statt auf Illoyalität (die mit Sexualität nichts zu tun haben muss bzw. unabhängig von Sexualität bestehen kann/besteht)?

Warum sonst gibt es unzählige Bücher/Romane, Ratgeber, Filme usw. zum Thema "Fremdgehen", sexuelle "Untreue" und warum wird überall die monogame Zweierbeziehung dargestellt, gezeigt und: als (so) (moralisch) richtig und gut gezeigt, übermittelt?

Eben: auf dieser engstirnigen, kleingeistigen, zumeist unreflektierten, nicht hinterfragten (!) Grundlage - wie sie aber in unserer Gesellschaft nun mal so immer noch geläufig ist: "monogame Zweierbeziehung" ist (moralisch) richtig/gut - ist ein wirklicher Austausch nicht möglich - auch kaum: Horizonterweiterung. Leider.


Was Eifersucht und Verlustängste angeht: Dazu hatte ich ja oben schon etwas gesagt. Was Ursachen dafür sein können bzw. oft sind (bitte also: siehe oben).


Zitat
Also die Unsicherheit, dass man den Partner jederzeit an jemand anderen verlieren kann. Denn kann das nicht viel eher passieren, wenn der andere eben auch mit anderen Menschen Sex hat, sich auf andere einlässt?
(Ansichtssache)

Das sehe ich anders. - Warum sollte man einen Menschen an einen anderen "verlieren"? -> Warum muss es immer nur ein Entweder-Oder geben, warum kann man den Menschen nicht "teilen" - wie man seinen Partner ja auch mit anderen Menschen auf anderen Ebenen teilt: mit dessen Freunden, Familie z.B. - auch, wenn Kinder da sind, muss man den Anderen auch mit den Kindern teilen usw.

Und nochmal die Frage: Warum erhebe ich (bzw. erheben die meisten Menschen ganz offensichtlich - in unserer Gesellschaft und Zeit) den Anspruch auf "Besitz" des Körpers meines (ihres) Partners in sexueller Hinsicht?!? Warum, mit welchem Recht, darf /soll (muss!) er sexuell ausschließlich (und: "für immer" - zumindest für die Dauer der Beziehung) mit mir "aktiv" und "glücklich" sein/werden? ??


Und warum sollte ich meinen Partner an andere Menschen (mit denen er sexuellen Kontakt hat) verlieren - bindet ihn nur unsere gemeinsam gelebte Sexualität an mich - hält ausschließlich diese uns zusammen?
Warum kann mein Partner nicht sowohl mit mir als auch mit anderen Menschen eine erfüllte Sexualität leben? Warum sollte er sich nur wegen sexuellem Kontakt und evtl. auch Freundschaft/Sympathei/Verbundenheit (mit/zu anderen Menschen) für mich nicht mehr interessieren, mich nicht mehr mögen oder lieben? - Alles wie immer auch wieder umgekehrt (versteht sich von selbst).

Anders gesagt: Wenn mein Partner auch andere Menschen gern hat (vorsichtig ausgedrückt) - also bspw. seine Familie, Freunde ..., und ich ihn hier teilen kann - warum kann ich das nicht auch auf sexueller Ebene?

Wenn mein Partner sich bspw. auch mit anderen Frauen freundschaftlich sehr gut versteht, da eine emotionale Basis, Nähe besteht, eine Verbundenheit ... (Freundschaft eben) - kann ich ihn doch da genauso leicht "verlieren"! ? Vielleicht kann er bpsw. mit Freundinnen viel "bessere" (anregendere, interessantere ...) Gespräche führen als mit mir - so als ein Beispiel.

Und gerade zu guten Freunden kann (muss aber nicht!!!) man sich durchaus und gerade auch sexuell hingezogen fühlen - eben weil es eine gute geimeinsame Basis, Freundschaft, Vertrauen, Gemeinsamkeiten ... gibt!
Da ist das Risiko, den Partner "verlieren" zu können doch viel höher.

Aber wie gesagt: warum muss es eine Entweder-Oder-Entscheidung sein? Bei Freundschaften zwingt man seinen Partner doch auch nicht zu einer solchen Entscheidung: "Du darfst nur mit mir befreundet (zusammen) sein (denn Freundschaft ist m.A.n. immer Basis einer gut funktionierenden Beziehung) - sonst mit keiner anderen Frau oder keinem anderen Menschen!"


Und was ist am Sex so das große Problem (wenn man gesundheitliche Risiken, Gefahren vermeidet)?  Intimität gibt es auch ohne Sex!!
Auch Zärtlichkeit gibt es ohne Sex und hat mein Partner vlt. mit Freunden/Freundinnen/Kindern/Familienangehörigen. - Da können die meisten es doch tolerieren - oder nicht??

Und wie kann ich bloß annehmen, dass ich alleine über (viele!) Jahre meinem Partner körperlich/sexuell "genüge", alles das geben kann, das ihm (sexuell) wichtig ist - wenn ich es doch in anderen Lebensbereichen nicht zu können durchaus einsehe! ?!?
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nightnurse

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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Antwort #273 am: 19 Juli 2011, 18:59:11 »

Hm, Kallisti...

Ich schrieb: Es lässt sich aus Alltagsbeobachtung die Vermutung aufbauen (und nota bene, es ist nur das, eine Vermutung), der Mensch sei nicht von Natur aus ein monogames Tier. So, wie er von Natur aus auch  nicht zölibatär ist oder vegan oder auf Schuhe angewiesen.
Das steht in keinem mir erkennbaren Widerspruch zu unserer Fähigkeit, uns für monogames Dasein zu entscheiden und zu versuchen, das zu leben.
(Dieser Versuch scheitert in vielen Fällen und ist vermutlich auch ziemlich oft auf die nachdrückliche Hilfe des Verstandes angewiesen, der einem sagt, man solle z.B. nicht eine langjährige Beziehung für den schnellen Fick riskieren.)

"Monogamie bei wechselnden Sexualpartnern", das hab ich doof ausgedrückt, ich dachte da an sowas wie die sogenannten offenen Beziehungen, in denen man eine lebenslage Partnerschaft zu einem bestimmten Menschen hat und ab und zu mal mit wechselnden Menschen "fremdgeht" (so theoretisch), das wäre dann nicht polygam, weil man nur mit dieser einen Person in einer festen Bindung lebt.


Zum Schluss - man kann sich natürlich auf intellektueller Ebene Prinzipien für das Könnte, Sollte und Müsste seines Gefühlslebens überlegen.
Aber dann sollte man mal abwarten, ob sie den Praxistest bestehen (womöglich überkommt einen die Eifersucht ja doch, obwohl man sie albern findet)(wer die Eifersucht dann loswird, weil er sich sagt, komm, das ist albern...wäre mir unheimlich).
Und keinesfalls sollte man von anderen erwarten, dass sie für sich die gleichen Prinzipien anerkennen oder gar anwenden.
Wenn es jemandem emotional zu schaffen macht, einen "untreuen" Partner zu haben, wird es demjenigen wenig hilfreich sein, sich zu sagen "aaach, das ist nur meine gesellschaftliche Prägung, ich stell mich jetzt mal nicht so an". Und ich finde, das kann man auch von niemandem verlangen, mit welchem Recht denn auch.


So... meine Ansichten zu diesem Thema habe ich dargestellt, sie decken sich nicht mit Deinen, daran wird sich vermutlich (ich vermute so gerne  ;) ) nichts ändern, nächstes Thema, bitte.

« Letzte Änderung: 19 Juli 2011, 22:33:32 von nightnurse »
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misery. complaint. self-pity. injustice.

Ansichtssache

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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Antwort #274 am: 19 Juli 2011, 20:00:11 »

nächstes Thema, bitte.

Nö.
Wem das Thema nicht passt, kann den Thread wechseln?

@Kallisti:
Natürlich kann man Menschen teilen. Aber es gibt einen bestimmten Grad an Intimität, den ich eben nur mit meinem Partner teilen möchte.

Zitat
Und wie kann ich bloß annehmen, dass ich alleine über (viele!) Jahre meinem Partner körperlich/sexuell "genüge", alles das geben kann, das ihm (sexuell) wichtig ist - wenn ich es doch in anderen Lebensbereichen nicht zu können durchaus einsehe! ?!?

Ich glaube nicht, dass ich einem Menschen zu 100% das geben kann, was er möchte und umgekehrt. Aber auf die Prozente die fehlen, verzichte ich, sofern es nicht um grundlegende Dinge geht.

Zitat
Was Eifersucht und Verlustängste angeht: Dazu hatte ich ja oben schon etwas gesagt. Was Ursachen dafür sein können bzw. oft sind (bitte also: siehe oben).

Ja, ich hatte mir das durchgelesen. Irgendwie läuft es auf "miteinander reden" hinaus, und das finde ich etwas platt. Das hilft mir akut nicht, wenn der Partner bei jemand anderem ist.


Hmm...irgendwie doch etwas müßig... :-\
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Strigoi_69

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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Antwort #275 am: 19 Juli 2011, 21:22:32 »

Warum kann mein Partner nicht sowohl mit mir als auch mit anderen Menschen eine erfüllte Sexualität leben?


Wenn es ohnehin egal ist, wer mit wem fickt- wozu dann noch eine Beziehung? Warum sich eine Zukunft aufbauen, eine gemeinsame Wohnung, irgendwann Kinder? Wenn alles so beliebig sich von anderen Personen geholt werden kann- egal auf welcher Ebene? Sicherlich ist es schwer, wenn die Geilheit über die Vernunft siegt- aber wir sind Menschen und können vorher überlegen. Körperliche Anziehung hat mit Liebe nichts zu tun und Versuchungen werden immer da sein- man sollte dann auch verzeihen können. Wenn nun einmal zwei Menschen sich entscheiden, in ihrer Beziehung treu zu sein, u.a. körperlich, dann ist es ok. Ebenso wie die Paare, die sich für eine lockere Beziehung entscheiden. Sicherlich kann ein Mensch allein einem nicht alles geben- aber entweder entscheidet man sich für diese Person, oder eben nicht. Wieso sollte man so egoistisch sein und denken: Dann hole ich es mir eben woanders! Wenn beispielsweise der Partner nicht auf ausgefallene Praktiken steht- was solls. Kann man doch auch mit leben? (Wo es doch Menschen gibt, die ums nackte Überleben kämpfen müssen  tagtäglich?) Alles will immer nur seinen Trieb ausleben, als ob dies der einzige Lebenssinn wäre. Bestimmte Dinge teilt man eben nun einmal ausschließlich mit dem Lebenspartner- auch auf geistiger Ebene. Sind sich zwei Menschen wirklich einig bezüglich wechselnder Bettgespielen, dann ist dies auch in Ordung. Es ist doch nicht verwerflich, verlogen und auch nicht kleingeistig, wenn man sich für die Treue entscheidet. Wieso muss man immer die Menschen verurteilen? Menschen sind verschieden und haben verschiedene Standpunkte.Müßig darüber zu viele Worte zu verlieren, es gibt wichtigeres auf der Welt.    ;)
« Letzte Änderung: 20 Juli 2011, 06:07:17 von Strigoi_69 »
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Manchmal frage ich mich schon, warum ich nicht merke, dass ich hauptsächlich von Idioten umgeben bin...

Achtung: Zuviele Ausrufungszeichen können unter Umständen aggressiv wirken!!!!!!!!!!!!!!!

Kallisti

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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Antwort #276 am: 19 Juli 2011, 23:37:07 »

Zitat
So... meine Ansichten zu diesem Thema habe ich dargestellt, sie decken sich nicht mit Deinen, daran wird sich vermutlich (ich vermute so gerne  ;) ) nichts ändern, nächstes Thema, bitte.
(nightnurse)

Ja, das finde ich auch schade - gerade an diesen Stellen wird Diskussion doch erst interessant - gerade wenn/weil man verschiedener Meinung ist. Und es ist dann doch spannend und eine Herausforderung (je nach Thema), die Sicht des Anderen nachzuvollziehen zu versuchen.
Warum Menschen monogam leben (wollen) - damit habe ich mich allerdings doch wohl lange genug auseinandergesetzt - sagen wir: seit gut 10 Jahren (bewusst), evtl. auch etwas länger schon.

Ich möchte hier niemanden zur "Polygamie" bzw. "Polyamorie" (ich schreib das lieber mit "ie" am Ende ;) ) zwingen, aber ich möchte, dass man mal versucht, meine Argumente zu sehen und auf diese einzugehen, statt nur polemisch zu werden oder sarkastisch. Dies allerdings nicht an dich gerichtet, nightnurse.


Ich erlebe hier (im thread schon weiter vorne vor allem) eine sehr starke, deutliche Abwehrhaltung - als müsse man das strikt von sich weisen, von sich wegschieben, als hätte man Angst, sich auf diese (meine) Sicht der Dinge wirklich einmal einzulassen und meine Argumente zu durchdenken. - Nicht, dass da doch was dran sein könnte und dann das eigene Weltbild oder Lebenskonzept bzw. Beziehungskonzept und -praxis ins Wanken gerät ... - So kommt es mir vor, wenn ich diese Abwehrreaktionen betrachte.

Es hat nun mal einfach "monogam" zu laufen, weil wir es nicht anders kennen (von Ausnahmen, Minderheiten abgesehen) und weil es uns vlt. auch einfach zu mühevoll erscheint (alleine: sich auf das Abenteuer einzulassen, darüber wirklich nachzudenken). - Es gehört sich nun mal so. Monogam.

Alles andere wird - wie üblich - als disziplinlose Triebhaftigkeit, hirnlose Geilheit, egomanische Rücksichtslosigkeit usw. abgetan. - Wie bequem. Aber auch: wie einfallslos und engstirnig.


Strigoi_69

würdest du bitte die Quotierung ändern - da stimmt was nicht. ;) - Danke.

Leider scheinst du mich völlig misszuverstehen - missverstehen zu wollen.

Was hat es mit "Beliebigkeit" zu tun, wenn man sich zu mehreren Menschen emotional und ggf. auch körperlich/sexuell "hingezogen" fühlt.
Dass ich keine Freundin von one-night-stands bin, bei denen es tatsächlich doch nur um Triebbefriedigung, um "Konsum" geht - und nicht: um den anderen Menschen, dessen Person, Persönlichkeit, nicht um Intimität (sondern Anonymität), nicht um Emotionalität oder darum, eine "Beziehung" zueinander zu haben, zu entwickeln (eine freundschaftliche bspw.), habe ich an anderen Stellen (ich glaube, aber auch hier im thread, weiter vorne) mehrmals schon deutlich gemacht.

Ich spreche nicht von bloßem Ficken, weil es grade "nötig" ist oder "sich ergibt" oder Leute betrunken sind oder so "Frust" oder "Spannungen" abbauen oder andere nur zur Masturbationsunterlage benutzen.

Ich spreche davon, dass ich es für natürlich halte (der Natur des Menschen entsprechend), dass Mensch in der Lage ist und das Bedürfnis hat:

- mehreren Menschen zugeneigt zu sein - emotional (z.B. zu Beziehungspartner(n), Kindern, Freunden, Familienangehörigen)

- auch mehrere Menschen "lieben" kann (zur "Liebe" gibt´s auch einen thread, daher thematisiere ich das hier nicht und erläutere mein Verständnis von diesem Begriff auch nicht an dieser Stelle)

- sich auch mehreren Menschen körperlich und auch (aber nicht immer oder ausschließlich!) sexuell zuzuwenden

Und dass Mensch vor allem "gemacht ist" für größere Gemeinschaften/in größeren "Verbänden" zu leben, nicht: für bspw. nur Zweierbeziehung und Kleinfamilie. - Aber bis sich diese Erkenntnis durchgesetzt hat, werden gut und gerne noch mehrere Jahrzehnte vergehen. =/


Körperliche Anziehung hat also deiner Meinung nach mit Liebe nichts zu tun? ^^  - Nun ja ... Was soll ich da sagen.  :o
Ich finde, Liebe und "körperliche Anziehung" bzw. Sexualität haben sehr viel miteinander zu tun - oder anders gesagt: in Paarbeziehungen spielt Sexualität oft/überwiegend durchaus eine wichtige Rolle! Und dabei rede ich nicht davon, wer mit wem wie oft, wann, wie lange oder auf welche Weise (welchen) Sex praktiziert. - Dies nur wieder rein vorsorglich. ;)

Wenn ich also in der Lage bin und das Bedürfnis habe, mehrere Menschen gleichzeitig "zu lieben" oder "sehr zu mögen", mich emotional zu ihnen "hingezogen" fühle, mich mit ihnen "wohl fühle", vertraut usw. - wenn ich dann zusätzlich bei manchen dieser Menschen auch körperlich bzw. sexuell ein "Hingezogensein" oder auch eine "starke Neugier", vlt. sogar eine Vertrautheit wahrnehme, empfinde (und das u.U. auf Gegenseitigkeit beruht) - wenn dem dann "nachgegeben wird" - WAS hat das mit Beliebigkeit zu tun ? ? ?
WAS hat das mit Austauschbarkeit oder Geilheit oder Triebhaftigkeit zu tun? ? ?


Es geht nicht darum, "sich etwas von anderen Personen zu holen", es geht nicht darum, Menschen zu konsumieren !

Es ist viel mehr so, dass - wie ich oben schon sagte, Sexualität ein Aspekt eines Menschen ist - und wenn Menschen in allen anderen Lebensbereichen auch (mehr oder weniger ausgeprägt) "Abwechslung", "Vielfalt" brauchen, wollen, leben (also: man isst nicht sein Leben lang täglich das Gleiche, man trägt nicht jahrzehntelang dieselben Klamotten, man liest nicht Jahre lang nur ein einziges Buch immer wieder, man hat nicht ein Leben lang nur zu einem einzigen Menschen freundschaftlichen oder emotionalen Kontakt, man beschäftigt sich nicht jeden Tag über Jahrzehnte mit denselben Dingen und ausschließlich immer nur mit diesen usw.) - warum sollte die Sexualität davon ausgenommen sein?

Warum sollte man sie davon ausnehmen??

Warum soll man sich für nur einen einzigen Menschen, eine einzige Person "entscheiden" (wie du schriebst) - und das soll dann bedeuten: damit entscheidet man sich zwangsläufig (bzw.: gezwungenermaßen! ;) gegen alle anderen Menschen (die man evlt. kennt oder noch kennenlernt - und: mögen oder lieben lernt und die man evtl. auch - aus den verschiedensten Gründen!!!: begehrt) ? ? ?

Das macht man doch sonst mit nichts anderem im Leben so! Auch nicht mit anderen Menschen:  Man hat ja zumeist auch mehrere (gute, enge) Freunde - vielleicht zwei, drei oder eine Hand voll - und nicht nur einen einzigen: über Jahrzehnte oder ein Leben lang!
Man hat u.U. auch mehrere Kinder, die man liebt - und nicht nur ein einziges (wenn man bspw. zwei, drei oder vier ... hat)!


Und auch selbst wenn es gar nicht um Liebe geht, sondern nur um "Lust" und Sympathie, um Neugier, um Begehren - was ist daran so schlimm, so verwerflich? - WAS???
Was ist daran "egoistisch"? - Wie gesagt: ich esse auch nicht jeden Tag (oder mehrmals oder einmal wöchentlich oder auch nur monatlich) über Jahrzehnte ein und das gleiche Nahrungsmittel - also: ausschließlich dieses.
 Ich lese auch nicht jahrelang ein- und dasselbe Buch - und nur dieses.

Warum sollte Mensch von seiner Veranlagung auf "Neues", auf "Vielseitigkeit" ... gerade bei der Sexualität eine Ausnahme machen?

Nur weil ich mit jemand anderem sexuellen Kontakt habe, heißt das doch nicht, dass ich mit meinem Beziehungspartner (ich gehe jetzt der Einfachheit halber mal nur von einem aus) keinen "erfüllenden" Sex habe! Nur weil ich mit anderen Menschen sexuellen Kontakt habe, heißt das doch nicht, dass ich für meinen Partner keine intensiven Gefühle habe ("Liebe", Freundschaft, Verbundenheit, Intimität, Vertrauen, LOYALITÄT ;) ...)!!!
Und umgekehrt ebenso.

Nur weil ich auch andere Freunde habe, heißt das doch nicht, dass mein Partner nicht auch ein genauso guter, enger Freund von mir/für mich ist/sein kann! - Ich kann sowohl mit meinem Partner als auch mit anderen "nahestehenden" Menschen befreundet sein, mich verbunden fühlen, Intimität teilen usw.!

Striboi_69

WARUM setzt du "Treue" mit "sexueller Monogamie" gleich - und nicht mit Loyalität und Solidarität?

Nein, das ist gerade nicht dasselbe!

Es scheint mir aber, dass dies so zu erkennen, zu denken, vielen Menschen gar nicht möglich ist - weil eben über Generationen es so verinnerlicht wurde: "Treue" bedeutet: "sexuelle Monogamie" bzw. sexuelle "Praxis" mit nur einem einzigen Menschen (dem Beziehungspartner in Zweierbeziehung).

Eigentlich ist aber genau das doch abgeleitet aus der Haltung der Loyalität! Zu dem Anderen zu stehen - nur eben, dass daraus wurde: sexuell nur mit diesem einen Menschen "aktiv" zu sein.

Im Grunde - wenn ich das jetzt so schreibe - finde ich es noch unglaublich absurder als bisher -> den Begriff Treue, also: Loyalität mit sexueller Enthaltsamkeit bzw. Monogamie gleichzusetzen. Wer ist auf diese absurde Idee eigentlich als Erster gekommen??


Ich verstehe übrigens auch nicht, warum man seinen Text hierzu schreibt und dann abschließend kommt:

"anderes Thema" - "gibt dazu nichts mehr zu sagen" - "gibt Wichtigeres".

Warum will/kann man sich auf meine Gedanken bzw. Argumente nicht einlassen - direkt auf diese nicht antworten/eingehen - bspw. auf die von mir (oben) gestellten Fragen (in meinen letzten ca. drei Beiträgen - da habe ich dieselben Fragen ja mehr oder weniger einfach nur wiederholt)?

Ganz offensichtlich scheint "man" also einfach total überzeugt von seiner eigenen Haltung zu sein - die ja aber hinterfragbar ist - siehe, was ich gerade alles schrieb - weil es einfach auf total vielen Fehlannahmen und Missverständnissen beruht.

Aber man will es offensichtlich lieber so falsch verstehen - also: ist alles bloß hirnlose, triebhafte, beliebige, kosumartige, oberflächliche Geilheit. - Ja, so kann man sich das selbst sehr leicht machen.

Schade. - Die Zeit ist wohl noch nicht reif für solche Diskussionen ...





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Kallisti

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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Antwort #277 am: 19 Juli 2011, 23:45:19 »

@Ansichtssache

hierzu

Zitat
Quote

    Was Eifersucht und Verlustängste angeht: Dazu hatte ich ja oben schon etwas gesagt. Was Ursachen dafür sein können bzw. oft sind (bitte also: siehe oben).


Ja, ich hatte mir das durchgelesen. Irgendwie läuft es auf "miteinander reden" hinaus, und das finde ich etwas platt. Das hilft mir akut nicht, wenn der Partner bei jemand anderem ist.

nochmal - nein ich meinte mit was ich oben schrieb - dass die Gründe für Unsicherheit, Eifersucht, Verlustangst wichtig sind - und die muss man bei sich selbst sehen, hinterfragen, erkennen, sich eingestehen! Erst mal.

Warum sollte ich eifersüchtig sein oder Verlustangst haben, wenn mein Partner bei jemand anderem ist (sexuell)? - Wenn ich doch weiß, dass er nicht deshalb bei jemand anderem ist, weil er mich "nicht will", nicht "mag", nicht gerne mit mir zusammen ist (nicht nur, aber auch: sexuell ;)?

Wenn mein Partner bei anderen Freunden ist (männlichen wie weiblichen) - habe ich da dann auch Verlustängste? Bin ich da auch eifersüchtig? - Wenn ja, sollte ich mit meinem Partner reden und mir (mit ihm) über die Beziehung (zueinander), den Umgang miteinander etc. Gedanken machen (auch: über meine Vorstellungen von und Erwartungen an Partnerschaft und an meinen Partner ...).
Wenn nein - warum sollte ich diese Gefühle dann haben, wenn er sexuell bei/mit jemand anderem ist??


Und angenommen: er ist körperlich nur bei/mit mir (sexuell), aber in Gedanken öfter mal bei/mit jemand anderem - was habe/hätte ich davon? Was ist daran besser? Will ich das? Warum sollte mir das nichts ausmachen: dass er geistig "fremdgeht", dass er also in diesem Moment gar nicht wirklich bei/mit mir ist, sondern lieber bei/mit jemand anderem wäre (sexuell)?!?

Das wäre doch Heuchelei, Betrug und Zwang, Kontrolle. - Über die Gedanken und/oder den Körper des Anderen, über seine Sexualität. - Was hat sowas mit "Liebe" zu tun - oder auch: mit Freundschaft oder auch: mit Treue ? ? ?


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Eisbär

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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Antwort #278 am: 19 Juli 2011, 23:48:10 »

Kallisti: woraus Du aus meinen Äußerungen ein "Supermännchen" liest, weißt wohl nur Du selber.

Wieso oft erfüllst Du die Ansprüche, die Du an andere stellst - lesen und verstehen von den geschriebenen Texten - nicht erst einmal selbst?

Es gibt durchaus Paare die Jahrzehnte monogam zusammenlebten. Ganz klassisch in der Variante "Bis das der Tod uns scheidet". Nicht weil sie es mußten, sondern weil sie sich liebten. Da kenn ich zahlreiche Beispiele.

Ich kenne auch Beispiele Deiner "Philosophie". Von daher halte ich die Behauptung, die eine oder andere Beziehungsform sei die einzig ehrliche, wahrhaftige oder was auch immer, für ausgesprochen dumm.
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Kallisti

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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Antwort #279 am: 20 Juli 2011, 00:05:37 »

Eisbär

Dieser dein Satz

Zitat
Wenn ich mit jeder Frau, die ich als attraktiv empfinde, ficken wollen würde und es nur bei 1% schaffen würde, sie dazu zu verführen, überreden, was-auch-immer, hätte ich Hornhaut am Genital.

impliziert, dass du also so ein Toller bist (der Super-Verführer ...), dass also bei selbst nur 1% der Frauen, die du attraktiv findest, die du außerdem zum Sex verführen oder überreden kannst, und mit denen (dem einen Prozent dieser Frauen) du dann "ficken" würdest, die Folge davon wäre, dass du "Hornhaut am Genital hättest" - dass du also dermaßen viele Frauen "ficken" (können) würdest - obwohl es ja nur 1% all derer wäre, die du sexuell attraktiv findest - also nur 1% von diesen, weil du dieses eine Prozent also überreden oder verführen kannst.

Is mir jez auch lattenhagen.

Viel eher hätte ich mir eine Antwort von dir gewünscht, als ich deine Behauptung hinterfragte, es gäbe so viele monogame Kulturen - ich würde immer noch gerne wissen, welche du meinst und auf welcher Grundlage/aus welchen Gründen diese Kulturen monogam sind. ? (Ich denke, da finden sich in den allermeisten Fällen religiöse Gründe.  ;D )


Zitat
Wieso oft erfüllst Du die Ansprüche, die Du an andere stellst - lesen und verstehen von den geschriebenen Texten - nicht erst einmal selbst?



Wessen Text habe ich deiner Meinung nach nicht gelesen und/oder verstanden und woraus schließt du das (aus welchen meiner Reaktionen/Sätze)? - Ja, man kann immer furchtbar schnell und leicht und unbedacht derartige provokante und disqualifizierende Behauptungen raushauen - aber man sollte sie besser doch auch belegen können - wie ich das durchaus mache, da ich mich bei den Anderen direkt auf deren Sätze beziehe (wo ich Missverständnisse ... sehe)!


Zitat
Es gibt durchaus Paare die Jahrzehnte monogam zusammenlebten. Ganz klassisch in der Variante "Bis das der Tod uns scheidet". Nicht weil sie es mußten, sondern weil sie sich liebten. Da kenn ich zahlreiche Beispiele.

Wenn du so zahlreiche Beispiele kennst, warum nennst du dann nicht mal fünf bis zehn? ?

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Eisbär

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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Antwort #280 am: 20 Juli 2011, 00:10:30 »

Logik ist wirklich nicht Deins, oder?
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Multivac

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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Antwort #281 am: 20 Juli 2011, 00:11:31 »

.
« Letzte Änderung: 24 Januar 2013, 10:52:45 von Multivac »
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Kallisti

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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Antwort #282 am: 20 Juli 2011, 00:28:55 »

Logik ist wirklich nicht Deins, oder?

Ach - und das war´s dann wieder? - Machst du es dir aber leicht! -> Blöde Anmache, keine Antworten. Superleistung für Supermännchen Eisbär.  ;D
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Eisbär

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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Antwort #283 am: 20 Juli 2011, 00:41:54 »

Logik ist wirklich nicht Deins, oder?

Ach - und das war´s dann wieder? - Machst du es dir aber leicht! -> Blöde Anmache, keine Antworten. Superleistung für Supermännchen Eisbär.  ;D
Es steht soweit alles da. Wenn Du es liest, verstehst und logisch zusammensetzt, hast Du Deine Antworten. Ganz ohne blöde Anmache.
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Kallisti

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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Antwort #284 am: 20 Juli 2011, 00:51:52 »

Eisbär

es steht gar nichts da - ich fragte dich/bat dich um Belege deiner Behauptung der "vielen anderen mongamen Kulturen" und deren Grundlage(n) für Monogamie. - Keine Antwort darauf von dir.

Ich bat dich um Beispiele für die "zahlreichen monogamen Paare" - also solchen, die "seit 50 Jahren" freiwillig, selbstbestimmt und glücklich ohne Unterbrechungen in Monogamie leben. - Keine Antwort von dir.

Ich stellte mehrere Fragen - auch auf diese antwortetest du nicht (siehe bspw. meine sämtlichen "Warum-Fragen" oben).

Ich bat dich um Belege/Beweise für deine Behauptung, ich läse oder verstünde die Texte/Beiträge, die Andere hier geschrieben haben nicht. - Keine Antwort von dir darauf.

Und nein, ich finde deine Antworten auch nicht in deinen vorherigen Beiträgen auf diese meine Fragen - auch nicht im Ansatz und auch nicht zwischen den Zeilen.

Du weichst aus und blockst ab. - Wahrscheinlich fehlen dir einfach wieder mal die Argumente bzw. Belege.
Gespeichert