Schwarzes Hamburg > Schall und Rauch
Straßenverkehrsfrustluftablass-Thread
SchwarzMetallerHH:
--- Zitat von: Jack_N am 21 Mai 2019, 08:06:37 ---[...]
Das Einzige, was helfen würde, wären große Park&Ride-Parkhäuser in den Außengebieten, kostenlos für diejenigen, die einen Job in der Stadt nachweisen können. Damit würde man dann wirklich eine Entlastung bewirken können. Nicht, indem man ehemals kostenlose P&R-Parkhäuser privatisiert und die Leute zusätzlich zur HVV-Card dann noch bis zu 200€/Monat fürs Parken abdrücken sollen.
--- Ende Zitat ---
This!!!!
Ich dachte ich guck nicht richtig. Das was wirklich was bringt, abgegeben, gegen Gebühr oder gleich dicht gemacht. Wie dumm muss man sein, das Problem nicht zu erkennen?
--- Zitat von: Jack_N am 21 Mai 2019, 08:06:37 ---Schlafstädte
--- Ende Zitat ---
Hihi. :))
Jack_N:
Was daraus resultieren kann sieht man grad in Saarbrücken: Fast alle Parkhäuser der Stadt wurden an die Q-Park verkauft. Als Monopolist haben die die Preise auf teilweise über 3€/Stunde hochgedreht. Resultat: gähnende Leere in der Stadt, und vollgeparkte Nebenstraßen und Hinterhöfe (ich wurde als ich da noch wohnte auch mehrmals im Hinterhof zugeparkt von Touristen, die sich einfach vor bzw. AUF meinen Privatparkplatz gestellt haben).
Hier ist Neugraben wohl das absolute Negativbeispiel: nicht nur den Metronom-Halt abgeschafft, sondern auch noch das P&R-Parkhaus kostenpflichtig gemacht, was ansonsten für einen Großteil des Umlandes echt ne tolle Nummer gewesen ist.
Buchholz ist auch so ein Beispiel: Die Stadt ist gerade EINEN Halt aus dem 2er-Ring raus, bedeutet für alle Karteninhaber, die die selbst zahlen müssen, einen massiven Aufpreis, der dazu führt dass die Leute mit dem Auto dann nen Halt weiterpendeln, dort alles zuparken und ab da die Bahn nehmen. Geil. (vor allem da die Preise für die äußeren Ringe gerade erhöht wurden, damit die Preise für die inneren Ringe niedrig bleiben können. Äh, ja, wir erhöhen den Preis für eine Minderheit die eh weniger Kohle hat und daher weiter draußen lebt, damit die Masse keine Preiserhöhung hat - wenn die hingegen für alle gelten würde, dann würde sie auch viel niedriger prozentual ausfallen, aber was weiss ich schon von Sozialer Umverteilung und Logik).
Kann man den ganzen Klumpatsch nicht mal plattmachen und n paar Teens, die etliche Jahre Cities:Skylines-Erfahrung hinter sich gebracht haben da ran lassen?
Ich war ehrlich gesagt schockiert, dass erst dieses Jahr damit begonnen wird die Ampelsteuerung in Hamburg an einigen, wenigen Punkten über Computer bedarfsgerecht laufen zu lassen...
Eisbär:
Naja... soweit ich mitbekommen habe, decken Kfz- und Mineralölsteuer nicht annähernd die Kosten, die Autos verursachen. Man müsste diese um etwa 2100€ je Auto und Jahr erhöhen.
(Quelle: https://www.welt.de/politik/deutschland/article113888320/Jedes-Auto-verursacht-2100-Euro-ungedeckte-Kosten.html )
Das Geld muss man dann tatsächlich in massiven Ausbau des ÖPNV stecken.
Jack_N:
Der Punkt ist: Der ÖPNV ist IMMER ein Zusatzgeschäft. Du kannst keinen kostendeckenden ÖPNV anbieten, das ist ein reines Wunschdenken.
Ein guter ÖPNV wirkt sich aber positiv auf andere Aspekte der Stadtentwicklung aus, es findet sozusagen eine Quersubventionierung über z.B. Arbeiter statt, die den dann nutzen, und ja auch irgendwo einkaufen, leben, eben Steuern zahlen müssen.
Doof ist das nur für Kreise, die reine "Durchfahrgebiete" sind, die profitieren natürlich nicht davon, auch wenn die Infrastruktur (Straßen/Schienen usw...) trotzdem vorhanden sein muss.
Bezüglich der Studie die Du da ansprichst: Die würde ich in der Tat gerne mal in Gänze sehen. Ich vermute, dass da auch ein Großteil der Zahlen stark politisch im Rahmen einer gewissen Agenda gefärbt ist.
Zudem darf man z.B. bei den Kosten für Straßenabnutzung und co nicht vergessen, dass jeder LKW die Straßen um ein X-faches mehr belastet als ein PKW (ich hab da dreistellige Größenordnungen im Kopf, bin mir aber nicht mehr sicher - auch da bräuchte ich belegbare Zahlen).
Wenn man also die Straßenerhaltungskosten pauschal auf die PKW umrechnet und dabei solche Faktoren außer Acht lässt, bzw. die LKW im gleichen Maße mit einrechnet (eine Summe für alle) verzerrt man natürlich das Bild.
Ebenso: Nicht jeder Wagen fährt gleich viel, emittiert gleich viel, nutzt die Straßen gleich ab (Gewicht) usw...
Mit einer Pauschale dient man in der Argumentation also nur bestimmten politischen Grüppchen, aber nicht den eigentlichen Bürgern. Sowas halte ich für politisch schöngefärbten Dünnpfiff auf Wählerfang, billigste Schublade ganz unten.
Aber - und da möchte ich den Machern der Studie vorgreifen - mit einer Fahrzeug-angepassten Abgabe könnte man evtl. positive Impulse und ein Umdenken in der Industrie schaffen.
Ich denke an Japan, wo man z.B. nur ein Kei-Car kaufen darf, wenn man keinen ausreichenden Parkraum vorweisen kann (was in Tokyo z.B. nur schwer möglich ist).
Kei-Cars sind klein, leistungslimitiert, schadstoffarm und platzsparend. Aber, da die Japaner sie seit Jahrzehnten fertigen sind sie inzwischen Meister darin, dort alles Mögliche zu integrieren, so dass man nichts vermisst (außer einer Geschwindigkeit über 130km/h).
Es gibt da seit den 90ern bei einigen Modellen Lichtsensoren, Regensensoren, Surround-Soundsysteme, Allradantrieb, turbogeladene Motoren mit Vierventiltechnik (oder noch mehr), und alle möglichen Karosserieformen, vom normalen Cityflitzer über Kleinbusse, Cabrios, Sportwagen mit Flügeltüren (Autozam AZ-1 - mein Traum!) alles was das Herz begehrt.
Wenn diese Fahrzeuge in Deutschland für Stadtbewohner die einzig legale Option wären, dann müssten auch deutsche Hersteller so etwas bauen. Und das wäre prima für den Flottenverbrauch, für die Umweltziele, für den Materialverbrauch ansich, für die Parkplatzsituation, für so gut wie alles außer extrem übergewichtige große Leute.
Auch wenn ich nicht in der Stadt wohnen würde, ich hätt gern sowas. Suzuki Cappucino, Honda Beat, Mitsubishi Minica Dangan ZZ Bullet (alleine der Name :D ), sowas ist doch cool und rockt!
nightnurse:
Heute per Notbremsung eine Massenkarambolage mit Pedelecrentnern verhindert >:( dafür noch angepöbelt worden >:(
Und zwar fuhr ich vom Nedderfeld aus die Kollaustraße stadtauswärts. Als ich die Bahnbrücke "neben" Bauhaus grade unterquert hatte, wurde die dahinter befindliche Fußgängerampel grün. Da niemand sie in meine Richtung benutzte, fuhr ich frohen Mutes weiter (und ich trödele nicht) - als aus der für mich nicht einsehbaren Seitenstraße rechts (Auf dem Kollauer Hof) eine Horde Rentner auf elektrischen Fahrrädern schoss. Die hatten gesehen, daß die Ampel grün ist und flott Gas gegeben. Ich machte eine Notbremsung, einige Rentner bremsten auch, ein Nichtbremser pöbelte mich an "WIR HALTEN MAL, NE!!?" (ich so: "ICH SCHON, UND SIE?!").
Ich bin ja der Ansicht, daß DIE keine Vorfahrt hatten. Bin auch ziemlich sicher, ein Autofahrer, der dort hätte in die Kollaustraße abbiegen wollen, hätte das gewusst und angehalten >:( Und selbst, wenn sie Vorfahrt gehabt hätten - ohne links + rechts zu gucken hinter der Hecke vorzupreschen ist ECHT lebensmüde >:(
Sieht im Winter so aus. Aus der Seitenstraße so.
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