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Siechenland?

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colourize:
Inzwischen bin ich an einem Punkt angekommen, wo ich mir eingestehen muss bei diesem Grexit-Thema schlichtweg nicht mehr folgen zu können.

1.) Debitorseite: Da werden den Griechen vor zwei Wochen seitens der Geldgeber irrwitzige Reform- und Sparauflagen gemacht, die zu erfüllen sind wenn sie weiterhin im Euro bleiben wollen. Daraufhin führen die Griechen ein Referendum durch, ob die Euro-Mitgliedschaft so teuer erkauft werden sollte. Ergebnis: Die Mehrheit spricht sich (auf die Empfehlung von Syriza hin) für eine Ablehnung der Sparauflagen aus. Die absurde Folge: Tsipras verhandelt mit der EU und einigt sich auf das Ergebnis, dass Griechenland im Euro bleibt - nur zu noch weitreichenderen Reform- und Sparauflagen als zuvor vorgeschlagen. Häh?

2.) Kreditorseite: Die EU gewährt einem bereits jetzt hoffnungslos überschuldeten Staat weitere Kredite. Dabei müssen doch alle Kreditgeber wissen, dass die Schulden nie nie nie zurückgezahlt werden können, da die Wirtschaftsleistung des Landes das - ganz gleich welche Reformen umgesetzt werden - niemals hergibt. Um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, wird vorgeschlagen, dass Griechenland Staatseigentum im Wert von (angeblich) 50 Milliarden Euro privatisiert. Dabei ist allen klar, dass die betreffenden Infrastrukturen niemals so viel wert sind - und selbst wenn sie es wären, scheint es mir nicht all zu schlau zu sein, die wenigen Infrastrukturen wie Häfen bzw. Flughäfen zu verkaufen mit denen sich Gewinne erwirtschaften lassen. Wie kann man zu so einen Murks zustimmen?

Und als wenn das noch nicht genug wäre: Auch nach dieser Einigung werden die Banken nicht wieder öffnen können. Mal ehrlich: würdet ihr in der jetzigen Situation Euer Erspartes einer griechischen Bank überlassen? Es würde im Falle einer Wiedereröffnung der Banken in jedem Fall zu einem Bank-Run kommen. Wenn die Banken folglich also nicht wieder öffnen können (und aus dem gleichen Grund die Kapitalverkehrskontrollen nicht abgeschafft werden können), wird der letzte Rest der griechischen Wirtschaft den Bach runtergehen, da in Kürze allen das Bargeld ausgehen wird und niemand einen müden Euro in das Land investieren wird. Hat ja vorher schon keiner getan - aber jetzt!? Never.
Und diesen Umstand müssen die Entscheidungsträger doch sehen. Aber niemand scheint irgendeine Idee zu haben, wie man damit umgehen soll...

Was für ein Riesenmurks. :(
Trügt mich mein Eindruck oder entbehren die aktuellen Entwicklungen wirklich jeder Rationalität?

Eisbär:
Wir bräuchten einen griechischen Marshall-Plan, verbunden mit einem Schuldenschnitt.

Aber: Reformen müssen auch sein. Zu allererst bräuchte Griechenland mal vernünftige Finanzämter mit funktionierender Verwaltung. Damit auch mal Geld rein kommt. Und das am besten so, dass nicht wieder nur die Armen alles bezahlen.

Schattenwurf:
Wieso? Alles läuft doch wie am Schnürchen. ;D
Die Erdölfelder von Griechenland gibt es bald für ein Appel und ein Ei 8)
Sogar for free ... wenn dort endlich der Bürgerkrieg ausbricht und wir das arme Land vor dem bösen Russen retten müssen.
Also mit "wir" meine ich jetzt nicht "uns" ... das ist ein anderes "wir" XD

CommanderChaos:
Ich hab das Gefühl, es geht längst nicht mehr darum, Griechenland zu retten, sondern nur noch um Unterwerfung. Wie Tsipras einer "Einigung" zustimmen kann, in deren Rahmen er sein halbes Land privatisieren lassen muss, damit es Teil einer äußerst zweifelhaften Währungsunion bleiben darf, ist mir absolut unverständlich, außer er war nie wirklich Grieche. Das kann es doch wirklich nicht wert sein.


--- Zitat von: colourize am 13 Juli 2015, 21:36:02 ---1.) Debitorseite: Da werden den Griechen vor zwei Wochen seitens der Geldgeber irrwitzige Reform- und Sparauflagen gemacht, die zu erfüllen sind wenn sie weiterhin im Euro bleiben wollen. Daraufhin führen die Griechen ein Referendum durch, ob die Euro-Mitgliedschaft so teuer erkauft werden sollte. Ergebnis: Die Mehrheit spricht sich (auf die Empfehlung von Syriza hin) für eine Ablehnung der Sparauflagen aus. Die absurde Folge: Tsipras verhandelt mit der EU und einigt sich auf das Ergebnis, dass Griechenland im Euro bleibt - nur zu noch weitreichenderen Reform- und Sparauflagen als zuvor vorgeschlagen. Häh?

--- Ende Zitat ---

...http://i.imgur.com/ZVqknyk.png

schwarze Katze:
Ich habe so gut wie keine Ahnung von Wirtschaft, versuche es aber mit einfacher Bauernschläue:

Z. B wenn eine natürliche Person  sich überschuldet und ständig immer wieder immer mit neuen Forderungen und Sanktionen belegt wird, dann kommt er nie auf die Beine: er bezahlt eine Rate und ist schon mit anderen im Verzug, Neustart gelingt mangels Mittel nicht mehr  (z. B kein Geld für die Bewerbungen) u.s.w. Eine Download Spirale, Irgendwann landet dieser arme Kerl bei "Alimaus"
Deswegen kam man auch hierzulande auf die Idee mit Privatinsolvenz.

Und so ein Schuldenschnitt braucht auch Griechenland und einen Marshall-Plan dazu (wie Eisbär das schon erwähnt hat). Sonst sehe ich schwarz, die einzige die sich retten, sind die Banken. Und die Griechenland wird ausbluten, die Stärkeren wandern aus, der Rest wird vegetieren auf dem Dritten-Welt-Niveau.

Aber die Mehrheit hat eh schon ihre Meinung aufgrund von "tiefgründigen Berichten" von BLÖD-Zeitung geBILDet und denkt: "Die Griechen sind selbst schuld, sie sind faul und arbeitsscheu".
Uberhaupt dieser unrühmliche Boulevardzeitung, wenn ich schon die grosse Überschriften über Griechenland sehe, dann könnte ich echt nur noch kotzen. Die hetzen ja fast wie "Der Stürmer" und das schlimmste ist: einige Dummbratzen glauben das noch und betreiben fleißig den Griechen-Bashing. "Iss nicht bei Juden Griechen"
Herr wirf Hirn vom Himmel

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