Schwarzes Hamburg > Politik und Gesellschaft

Legitime diskriminierung!

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colourize:

--- Zitat von: PlumBum am 22 November 2013, 10:03:59 ---Überhaupt, welche gruppierungen fallen euch noch ein, die man vollkommen legitim in unserer Gesellschaft diskriminieren darf? Auf Anhieb wüßte ich da Raucher, Nazis, Männer ja eben sowieso, Fleischesser, Weiße... da überlege ich doch direkt eine Selbsthilfegruppe für rauchende, weiße, männliche, Fleisch essende, weiße Menschen mit rechter Gesinnung zu gründen.

--- Ende Zitat ---
Ich finde, Du hast so ziemlich unrecht mit allem was Du da beklagst.

Nazis werden m.E. völlig zurecht diskriminiert. Einfach weil die Nazi-Ideologie darauf fußt, andere (Juden, Homosexuelle, Menschen mit dunkler Hautfarbe etc.) zu diskriminieren - und darüber hinaus zu verfolgen und körperlich anzugreifen. Und da man sich aussuchen kann, ob man ein rassistisches Arschloch sein will oder nicht, nicht aber ob man ein Jude, ein Homosexueller oder ein Mensch mit dunkler Hautfarbe ist oder nicht, ist es vollkommen angebracht und richtig, diese Nazi-Kaspers auszugrenzen wo immer es geht.

Männer... ach Herrje, die Armen... Also ich kann mich als Mann in der Stadt weitaus freier bewegen denn als Frau, ohne dass ich von doofen Anmachen oder gar Übergriffen betroffen wäre. Bessere Aufstiegschancen im Job hab ich als Mann ebenfalls. Ich fühle mich jedenfalls kein Stück diskriminiert, nur weil ich ein Mann bin.

Fleischesser werden diskriminiert?! - Ich würde mal meinen, dass Du Dich dann offensichtlich im falschen Bekanntenkreis bewegst. Klar, wenn man als linksalternativer Rotflorist anerkannt werden will, wird das wohl kaum ohne exzessiv zur Schau gestelltes konsequentes Veganertum von Statten gehen können. Wenn man auf die Anerkennung von Zeckern aber keinen gesonderten Wert legt, kommt man auch als Fleischesser gut durch den Alltag. Klar begegnen einem auch außerhalb der linken Szene mal Vegetarier oder Veganer, aber die sind meist alles andere als dogmatisch.
(Ach ja, die Typen, die auf Facebook Fotos von zerstückelten Tieren posten, muss man natürlich aus der Friendslist kicken, versteht sich von selbst.)

Raucher werden nur hier und nur von Eisbär diskriminiert. Setz ihn auf "ignore", dann ist gut. ;)

Weiße werden diskriminiert? Wo lebst Du? In Simbabwe? - Geh mal mit drei türkischstämmigen Menschen gemeinsam auf den Kiez und versuch mal, an einem Samstagabend irgendwo dort in einen Laden reinzukommen um ein wenig zu feiern. Dann wird klar, wer in Deutschland aufgrund seiner Hautfarbe diskriminiert wird.

nightnurse:

--- Zitat von: PlumBum am 22 November 2013, 10:03:59 ---Überhaupt, welche gruppierungen fallen euch noch ein, die man vollkommen legitim in unserer Gesellschaft diskriminieren darf?

--- Ende Zitat ---

*Finger heb* Vegetarier und Dünne sind Bevölkerungsgruppen, über die sich lustig zu machen gesellschaftlich ziemlich gar nicht verpönt ist. Ich sprech da aus Erfahrung (und dabei bin ich nichtmal Vegetarierin).

banquo:
Ich habe heute auf dem Weg nach Hause im Auto so ein bisschen darüber sinniert, wie bunt unsere Gesellschaft hier in Deutschland geworden ist. Man kann ja über "die anderen" - Leute, die andere Sachen essen, Leute, die eine andere Herkunft haben, Leute, die einem anderen, also: dem gleichen Geschlecht zugewandt sind in sexueller Hinsicht, Leute, die anderen Glaubensrichtungen folgen, sprich: Leute, die eigentlich ganz normal sind - man kann über sie denken was man will. Aber man kann sie nicht verleugnen, sie sind genauso ein Teil der Gesellschaft wie weiße, heterosexuelle Vorstadtmenschen. Und das finde ich gut.

Man kann es ein bisschen heuchlerisch finden, dass in amerikanischen Werbeanzeigen grundsätzlich auch immer mindestens eine Frau und ein dunkelhäutiger, alternativ: ein asiatisch aussehender Statist mit abgebildet wird. Vor allem, weil die Gesellschaft selbst natürlich noch lange nicht für alle gleich zugänglich ist. Aber es ist zumindest ein Zeichen von gutem Willen.

Man muss sich das ja bald vor Augen führen: so etwas hat es noch nie gegeben. Es weiß also schlicht noch keiner, wie "die Gesellschaft" damit umgehen soll/kann/muss, dass es kein "Normal" mehr gibt. Und natürlich gibt es immer Doofnasen und Opportunisten, die sich der neuen Bedingungen bedienen, um sich zu profilieren oder einen Vorteil daraus zu schlagen. Das ist aber meiner Meinung nach kein Argument, um zu verzagen, im Gegenteil: es ist ein Prozess, dem wir beiwohnen, und es ist wichtig, dass wir uns das nicht kaputt machen lassen. *find*

Ujigami:
Ich frage mich jedoch manchmal, ob man zu der wie auch ich finde sehr begrüßenswerten Gleichbehandlung aller hier mit den richtigen Mitteln kommt. Wenn man Frauenquoten einführt, bräuchte man dann nicht auch Männerquoten? Wenn wir Quoten für Behinderte haben (vgl. dazu die Ausggleichsabgabe), was ist mit Quoten für alle anderen ggf. benachteiligten Gruppen? Warum steht bei so vielen Stellenanzeigen, dass die Stellen bevorzugt mit Frauen besetzt werden? Da ist doch irgendwas ungerecht.

Wenn ich mir zudem Überlegungen in der EU anschaue, Anti-Feminismus auf eine Stufe mit Antisemitismus zu stellen und strafbar zu machen (bspw. hier), dann klingen mir immer Aussagen in den Ohren, die sich mit einem friedlichen Miteinander aller Menschen, welchen Geschlechts, welcher Orientierung oder welcher Ethnie sie angehören, so überhaupt nicht vertragen wollen. Vielleicht bin ich auch einfach ein bischen wachgerüttelt, seit ich vor ein paar Jahren mal las, was so manche verquere Feministen da so behaupten, so sagte beispielsweise in 2005 die schwedische Politikerin Irene von Wachenfeldt "Männer sind Tiere". Man stelle sich den internationalen Aufschrei vor, den es gegeben hätte, hätte jemand das über Frauen gesagt.

Eisbär:

--- Zitat von: colourize am 22 November 2013, 18:02:24 ---Raucher werden nur hier und nur von Eisbär diskriminiert. Setz ihn auf "ignore", dann ist gut. ;)

--- Ende Zitat ---
Ich versteh Euch ja, aber wenn man schon so lange diskriminiert wie ich, ist es echt schwer damit aufzuhören :P

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