Schwarzes Hamburg > Politik und Gesellschaft
Legitime diskriminierung!
PlumBum:
--- Zitat von: colourize am 22 November 2013, 18:02:24 ---Alles
--- Ende Zitat ---
Du hast da gerade wohl so ziemlich alles falsch verstanden. Nein, ich korrigiere, du hast komplett alles was ich geschrieben habe falsch verstanden. Ich gebe auch gerne zu, das ich mich meist etwas schwer verständlich ausdrücke.
Es ging mir nicht um echte Diskriminierung und ich habe mich auch nicht über irgendwas beklagt.
Ujigami... da stimme ich dir voll zu.
InsideYourEyes:
Ich finde, dass es gern Gleichberechtigung in allen Bereichen (natürlich angepasst an die körperlichen Gegebenheiten - eine Frau sollte auch immer noch nicht mehr als 10 kg heben in der Maschinenbaubranche) geben darf.
Es sollte durchaus eine Männerquote im Kindergarten und in der Schule geben. Aber dann bitte auch im im Reinigungsdienst, in der Wäscherei und auch in der Kindeserziehung zu Hause (!). Ich bin auch für die Frauenquote bei Fäkaltauchern/innen, Müllmännern/frauen und Industriemechaniker/innen. Aber dann bitte auch (und hier der Knackpunkt) in der Chefetage.
Es ist leider immer noch so, dass Frauen durchschnittlich weniger verdienen im gleichen Beruf mit gleichen Anforderungen.
Ich bin nicht für das generische Maskulium. Aber ich finde es gut, dass es den Social Day gibt, ein Tag an dem Mädchen in Maschinenbaufirmen und Jungs in den Kindergarten gehen. Ich finde es auch gut, dass die alten Rollenverteilungen in den Berufen mit Werbung aufgebrochen werden, und Männer gesucht werden in den Kindergärten. Aber dann bitte auch anders herum. In meinem Betrieb ist die ranghöchste Frau die Sekretärin des Chefs. Dazwischen kommt noch ne ganze Menge mehr (Männer).
Ich bin da immer noch zwiegespalten. Männerqoute - Ja, aber dann bitte auch Frauen in der Chefetage.
sYntiq:
--- Zitat von: InsideYourEyes am 23 Januar 2014, 12:21:24 ---(natürlich angepasst an die körperlichen Gegebenheiten - eine Frau sollte auch immer noch nicht mehr als 10 kg heben in der Maschinenbaubranche)
--- Ende Zitat ---
Entschuldigung wenn ich jetzt evtl. eine doofe Frage stelle, aber: Warum eigentlich nicht?
Ich hab da ja keine Ahnung, aber gibt es wirklich anatomische Unterschiede zwischen Mann und Frau die ganz generell und für das ganze Geschlecht diese Einschränkung begründen würden? Oder sind die "körperlichen Gegebenheiten" nicht eher von Person zu Person unterschiedlich, völlig unabhängig ob Mann oder Frau? Ich dürfe zB. von meinem Rücken her als Mann nicht einmal eine Kiste Cola heben. Andererseits gibt es bestimtm auch Frauen die über diese 10Kilo lachen würden.
Ich finde dieses "Gleichberechtigung, solange Frau Anpassungen bekommt" irgendwie "etwas" merkwürdig.
Muss man, nur damit eine Frau einen Job machen kann für den sie gar nicht die körperlichen Gegebenheiten erfüllt, wirklich den Job ändern? Für mich als Mann wird der Job doch auch nicht angepasst. Wo ist da dann die Gleichberechtigung?
Kann man nicht einfach sagen "Job hat die und die Anforderungen. Wird das erfüllt, dann kann er/sie den Job machen, wenn nicht dann nicht"? Muss man wirklich die Anforderungen extra und nur für Frau anpassen damit sie auch auf jeden Fall den jeweiligen Job machen kann? (Und ist das dann Gleichberechtigung? Ich möchte dann bitte auch dass die Anforderungen bei ESA/NASA angepasst werden damit ich doch noch Astronaut werden kann!)
InsideYourEyes:
Der Job ist bereits angepasst.
Es gibt Bestimmungen, die sagen, dass Frauen auf Grund ihrer körperlichen Unterlegenheit nicht mehr als 10 kg tragen oder heben dürfen und somit den Kran benutzen müssen, den es überall in den (z.b.) Montagehallen gibt.
In der Schule erwartest du doch auch, dass es Herrentoiletten gibt, obwohl es mehr Lehrerinnen als Lehrer gibt.
Das Frauen nicht mehr als 10 kg heben dürfen, habe ich nicht ich festgemacht, sondern die Versicherungen, die bei einem Arbeitsunfall dran wären, wenn Frau sich 50 kg auf die Füße fallen lässt.
Es wird ja schon der Norm ausgegangen, ansonsten kann man ja gar nicht pauschalisieren. Und ja, grundsätzlich würde ich einer Bodybuilderin eher die 20 kg in den Hand drücken, als dem 1,60 m Spaddel mit dünnen Ärmchen.
Aber individuell versichert eine Versicherung keine Arbeitnehmer. ;)
Ich lege mal nahe:
http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&frm=1&source=web&cd=1&ved=0CCwQFjAA&url=http%3A%2F%2Fwww.baua.de%2Fde%2FPublikationen%2FBroschueren%2FA7.pdf%3F__blob%3DpublicationFile&ei=6QvhUoS-K4blswadwoEQ&usg=AFQjCNEKaPmOUWYNfHI3-vvhdfhTV6JoWw&bvm=bv.59568121,d.Yms
CubistVowel:
--- Zitat von: sYntiq am 23 Januar 2014, 13:04:22 ---Ich finde dieses "Gleichberechtigung, solange Frau Anpassungen bekommt" irgendwie "etwas" merkwürdig.
Muss man, nur damit eine Frau einen Job machen kann für den sie gar nicht die körperlichen Gegebenheiten erfüllt, wirklich den Job ändern?
--- Ende Zitat ---
Gleichbehandlung heißt nicht, dass man alles und jeden gleich behandeln muss, sondern Gleiches gleich und Ungleiches ungleich. Ungleichheit ist m. E. in bestimmter Hinsicht bei Männlein und Weiblein durchaus gegeben, zum Beispiel bei der (durchschnittlichen) Körperkraft. Ob man deswegen Berufe, in denen Körperkraft die Hauptrolle spielt, unbedingt irgendwie auf Frauen zuschneiden muss, sei mal dahingestellt - ich finde, wer einen Beruf voll ausüben kann, der/die sollte es auch uneingeschränkt tun dürfen, und wer zu wenig körperliche Kräfte besitzt, der/die sollte es eben nicht. Da sind wir uns wahrscheinlich einig.
--- Zitat ---Für mich als Mann wird der Job doch auch nicht angepasst. Wo ist da dann die Gleichberechtigung?
--- Ende Zitat ---
Du vergisst gerade, dass diese Berufe bereits an (durchschnittliche) "männliche Fähigkeiten" angepasst sind. Was willst du da denn noch weiter anpassen? An deine Fähigkeiten speziell? Da müsste ja letztlich jeder Beruf an die speziellen Fähigkeiten jedes Einzelnen angepasst werden, egal, ob Mann oder Frau; das kann aber nicht funktionieren. (Soweit ich weiß, gibt es diese spezielle Job-Anpassung tatsächlich bei Behinderten - aber das gilt wiederum für beide Geschlechter.) Wenn du dich als unterdurchschnittlich kräftig empfindest, solltest du eben bestimmte Berufe nicht in Betracht ziehen (siehe oben.) Der Unterschied ist aber, dass du die Wahl hast - Frauen haben das in vielen Berufen jedoch nicht. (Weil z. B. niemand eine Müllfrau einstellen wird, die nur 10 Kilo heben darf.)
Außerdem sollte man nicht Gleichberechtigung mit Gleichstellung gleichsetzen. "Die Gleichberechtigung richtet das Augenmerk auf die Gerechtigkeit jedem einzelnen Menschen gegenüber ohne Ansehen seiner „Gruppenzugehörigkeit“. Die Gleichstellung hingegen strebt die Gleichheit von Gruppen an, indem sie Einzelne aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit ungleich behandelt." (Wiki) Gleichberechtigung (vor dem Gesetz) bedeutet also nicht automatisch auch tatsächliche Gleichstellung. Wo faktisch Unterschiede bestehen (z. B. bei der Chancengleichheit), können Menschen also auch unterschiedlich behandelt werden. Dass das hin und wieder groteske Züge annehmen kann, ist leider nicht von der Hand zu weisen.
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