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"Kalte" Trennung - was tun?
messie:
Oja, so eine "kalte" Trennung ist gaaanz, ganz finster ... mein Beileid, so etwas ist immer grausam. :(
--- Zitat ---Wie geht Ihr mit so was um? Tipps? Tricks? Kniffe? Und die Frage ist völlig ernst gemeint, denn mir wächst die Geschichte so allmählich etwas über den Kopf ... :(
--- Ende Zitat ---
Würde mir nicht anders gehen ...
Was aber Tipps angeht, da habe ich doch noch eine konkrete Idee. :)
Dein Problem -das ist es immer bei solchen "kalten" Trennungen"- ist ja, dass du mit ihr nicht abschließen kannst, sie nicht hinter dir lassen kannst. Es ist ein wenig so wie eine offene Rechnung, die du für den Jahresabschluss klären möchtest, aber derjenige der sie offen lässt, ist nicht bereit sie abzuschließen. Doof, das. :-\
Darum würde ich dir empfehlen, ihr eine Art Abschiedsbrief zu schreiben.
Das muss nicht zwingend ein Brief sein! Es kann auch eine e-Mail sein - hauptsache, etwas Schriftliches.
Da schreibst du dann das rein, was dir auf dem Herzen liegt.
Etwa, dass die Trennung für sie nicht plötzlich gewesen sein mag, sie es aber für dich war und du deswegen das Bedürfnis hast, sie nun in aller Ruhe mit diesem Brief an sie auch für dich nicht mehr so plötzlich sein zu lassen.
Wichtig dabei: Keine Schuldzuweisungen an sie! Es sollte kein Brief sein in dem es drum geht schmutzige Wäsche zu waschen oder gar sich gegenseitig Dreck an den Kopf zu werfen. Er hat nur eine einzige Funktion - dich von ihr hochoffiziell zu verabschieden.
Da kannst du ruhig 'reinschreiben wie toll die Zeit mit ihr war, wie viel sie dir gab, und wie gerne du an sie zurückdenkst. Warum denn auch nicht? War sie ja schließlich auch. :) Und wenn du das Bedürfnis hast, dich bei ihr für diese tolle Zeit zu bedanken.
Tja, und im Schlussteil des Briefs dann die eigentliche Verabschiedung: Wünsche ihr alles Gute für die Zukunft, sage ihr, dass du ihren Wunsch nach Abstand zu dir respektieren wirst und dieser Brief dein letztes Lebenszeichen ihr gegenüber sein würde, denn jetzt wäre für dich eben auch alles gesagt, was du ihr noch sagen wolltest. Du hättest eh auch ein eigenes Leben, um das kümmerst du dich jetzt eben ohne sie.
Vorteil, wirklich riesiger Vorteil davon ist, dass du dich damit im Guten von ihr trennst. Du setzt den negativen Gefühlen, die jetzt einfach mal scheißeverdammt nochmal da sind, positive entgegen. Das hilft loszulassen ungemein. :)
Im Übrigen: Du musst den Brief/die Mail nicht einmal zwingend abschicken! Es kann (kann, nicht muss, das kannst nur du entscheiden) auch schon völlig ausreichen wenn du ihn schreibst, dich in dem Brief nochmal richtig austobst damit was du ihr auf jeden Fall noch einmal sagen wolltest jetzt, um ihn dann einzumotten und deinen Abschied an sie für dich geklärt hast.
Denn ob sie das Geschriebene überhaupt lesen wird, kann -und sollte!- dir eh egal sein. Wichtig ist dass du "tschüss" gesagt hast, und zwar auf eine anständige, erwachsene Weise.
Soll sie doch weiter die Aggro-Schiene fahren. Du hast das nicht nötig. ;)
Das wäre meine Idee, wie du es schaffst, mit ihr abschließen zu können. :)
---
Unbenommen dessen was am besten zu tun ist: Klar sollte dir auch sein, dass das "warum" für die Trennung im Grunde genommen völlig irrelevant ist! Sie hat sich so gründlich beeilt dich aus ihrem Leben zu streichen, dass es mit sehr, sehr großer Wahrscheinlichkeit rein gar nichts mit dir zu tun hat. Also, mit dir persönlich als Mensch.
Vielleicht kam sie mit dem Stress mit dir zum Schluss nicht klar, vielleicht ist ein Streit für sie etwas Lebensbedrohliches (nicht lachen hier, so etwas gibt es!), vielleicht überforderten sie diese grandiosen Gefühle, sodass sie die Flucht ergriff ... du weißt es nicht, warum.
Was du aber weißt ist, dass sie die Flucht ergriff. Und zwar so konsequent, dass Irrtümer ausgeschlossen sind, sie hat die Beine in die Hand genommen. Ich behaupte: Nicht vor dir, sondern vor der Situation, die im Zusammensein mit dir bestand.
So denke ich im Übrigen generell: Wenn jemand so einen "kalten Rauswurf" macht, dann ist das meines Erachtens -wenn wir jetzt mal von solchen Dingen wie grober Unfug des Partners, wie offenes Anlügen oder bestehlen oder gegen Absprachen seitenspringen etc. absehen- grundsätzlich eine Flucht vor der Situation - weniger eine vor dem Partner selbst.
---
Tja, und nun zuletzt: Hab' ich schon öfters erlebt, direkt wie indirekt, inzwischen glaube ich einfach dran: Frauen trennen sich einfach anders als Männer. ;)
Männer sind da, denke ich, sehr viel direkter. Wenn sie die Beziehung in Frage stellen, dann erfährt das die Partnerin verhältnismäßig früh. So erwischt es sie auch nicht so unerwartet.
Frauen sind da anders: Da werden subtile Zeichen gegeben, immer mehr davon im Lauf der Zeit. Da wird dann schnell "aber er muss es doch merken, dass die Beziehung auf der Kippe steht, merkt er das nicht?" gedacht.
Nun, dazu kann ich nur sagen: Genau. Wir merken es nicht. ;)
Ich bin eigentlich ein recht empathischer Mensch, aber dennoch bin ich da genauso wie so ziemlich jeder andere Kerl auch: Nein, wir merken es nicht. ;)
Wir übersehen die "Signale" und werten sie bestenfalls noch als "Krise, die es zu lösen gilt". Wir kommen nicht mal auf die Idee, dass Unstimmigkeiten mit einem Trennungsgedanken der Frau einhergehen!
Nein, nicht weil wir Kerle uns so toll finden, dass uns nieeeemaaaaals jemand verlassen könnte. ;D
Sondern, weil eben gedacht wird "wenn sie wirklich schon die Beziehung in Gefahr sieht, wird sie es mir doch sagen, oder nicht?"
Ja. Genau. Oder nicht. ;)
Genau das ist dir wohl passiert, Kenaz: Sie dachte sich wohl schon 2 Wochen vorher "na, er merkt bestimmt auch dass es in unserer Beziehung nicht mehr läuft, das sieht doch ein Blinder mit Krückstock". Und du dachtest lediglich "oha, ist grade ne Krise, aber das ist ja nun auch kein Weltuntergang, das kriegen wir schon hin".
Sie wird sich vermutlich, als du aus allen Wolken gefallen bist, ernsthaft gefragt haben wie du so blind sein konntest, ihre Signale diesbezüglich nicht bemerkt zu haben ;)
Wenn du Lust hast, kannst du ihr das in dem bewussten Brief auch 'reinschreiben - dass du halt n Kerl bist und man es Kerlen sagen muss wenn es um die Wurst, äh pardon: Die Beziehung per se geht. Denn bevor man uns das nicht sagt werden wir das nicht begreifen, bzw. alles Mögliche an Möglichkeiten für den Stress durchspielen ("vielleicht ist sie grade auf Arbeit sehr gestresst, etc. pp.), nur komischerweise nicht, dass es um eine mögliche Trennung geht. ;)
Um's kurz zu sagen: Dass es für dich eine plötzliche Trennung war und für sie nicht, das ist so n typisches Männer-Frauen-Ding. Männer verstehen Frauen eben einfach nicht. Und umgekehrt. ;D
Kallisti:
Also ich glaub das nicht, dass das mit dem Brief hilft - wie messie schrieb:
Einen Brief schreiben, in dem man sich verabschiedet, alles aus seiner Sicht nochmal (freundlich) schildert - und den Brief vielleicht nicht mal abschickt. Nein, ich denke, das reicht einem als "Auf-/Verarbeitung" dann doch nicht wirklich - man beschummelt sich damit doch ziemlich deutlich selbst, wie ich finde.
Denn:
Nach meiner Auffassung ist es mit dem Verabschieden nicht getan in so einer Situation. Man hat Fragen - man hat jede Menge Fragen - man hat das Gefühl, es sei alles entweder nur eine einzige Lüge gewesen (wobei der/die Andere dann ein immens guter Schauspieler/in gewesen sein muss!) oder das jetzt, diese Trennung, sei eine Lüge (ja, bspw. Flucht - wovor auch immer, da gibt es verschiedene Möglichkeiten/Hintergründe für eine Flucht!).
Und eben das ist es, was einen umtreibt, was einen wahnsinnig macht - man versteht es einfach nicht. Man will aber wissen - und nicht nur selbst spekulieren (mit sich selbst oder mit Freunden ...) - man will vom Anderen wissen, denn nur er kann es letztlich wirklich beantworten!: was das jetzt soll, was nun Lüge ist oder war und was nicht - was genau der Andere (sich) denkt, was in ihm vorgeht, warum er sich jetzt so trennt (oder eben: flüchtet) ...
Um also zur Ruhe zu kommen, um abschließen und seinen Frieden finden zu können, braucht man: Antworten - ehrliche, offene -- Wahrheit.
Alles andere sind Selbstgespräche (auch so ein Abschiedsbrief), das reicht einem aber nicht, wenn es noch so frisch ist schon gar nicht. Und mit diesen Selbstgesprächen dreht man sich nur im Kreis. Man kann nur vermuten, spekulieren ... - aber man will es genau wissen - wie es wirklich ist! Man braucht: Gewissheit!
Wie man unschwer erkennen kann, kenne also auch ich solche Art "Trennung"/Verlassenwordensein, auch wenn diese meine eine solche mittlerweile eine halbe Ewigkeit zurückliegt - und nein, ich finde nicht, dass das geschlechtsspezifisch in irgendeine Richtung ist.
Auch ich dachte damals, ich komm da niemals mit zurecht - kann ich nicht: so lange ich nicht Antworten, Gewissheit, Wahrheit habe.
Und ja, es dauerte sehr lange. Aber es ging irgendwann vorbei - nach langer schmerzvoller ... Zeit, nach vielen vielen vielen Gesprächen mit Freundin darüber.
Am Anfang ist es aber erst mal ja eine Art Entzug. Kalter Entzug, genau. Und das auch körperlich (nicht nur sexuell), man entbehrt jemanden, in den man wahrscheinlich eigentlich sogar noch verliebt ist. Es war alles irgendwie noch ziemlich erst am Anfang, am Sichentwickeln.
Will jetzt hier nicht stundenlang von mir palavern, aber - die Steigerung ist (war für mich), wenn der Andere nicht nur "geht", sondern "ganz geht" ... - ohne Antworten ... Aber das ist nochmal, ja, ein anderes Thema/Kapitel.
Im Grunde "hilft" einem letztlich doch nur, es mit Vernunft durchzugehen, zu analysieren. Und ich glaube, auch wenn man vielleicht zeitweise, vor allem anfangs dazu tendieren sollte, es sich so zurechtzubiegen, wie man es gerne möchte/hätte, wenn man auf einem Auge doch bisschen blind ist - letztlich (wenn man also gerade nicht sich selbst verschaukeln will) kann man seinem Gefühl, seiner "inneren Stimme" doch trauen: die das durchaus auch "vernünftig" sieht.
Was ich meine: Man liegt wahrscheinlich mit seiner Einschätzung, seinen eigenen gefundenen Antworten, seiner Sicht auf die Dinge gar nicht soo falsch. (Es sei denn, man selbst ist sehr verletzt und schiebt es deshalb - erstmal? - so ziemlich alles dem Anderen zu, das gibt´s auch.)
Ich glaube auch nicht wirklich, dass solche Trennungen so aus heiterem Himmel kommen. Wenn man ehrlich ist - und ich bin der Meinung, du hast das alles schon sehr sehr sehr genau erkannt (... ;) ) ! - gab es schon so "Anzeichen", dass zumindest etwas irgendwie in Schieflage ist, dass es doch schon vorher Ecken und Kanten gab, an denen man sich eigentlich doch etwas gestoßen hat, die man aber "verharmloste" ...
Sicher, man selbst dachte, wegen sowas muss man nicht gleich die ganze Beziehung über Bord werfen! Aber die Gründe, weshalb der Andere das dann doch so abrupt und vor allem so ABSOLUT ENDGÜLTIG und irreversibel macht, sind wohl tatsächlich genau die, die messie oben dann schon nannte: Flucht vor allem.
(Kenaz - ja, du weißt eigentlich schon genau, wovor sie sehr wahrscheinlich "flüchtete" ... ... ...).
Was einen halt aber anfangs auch verrückt macht, war bei mir jedenfalls so, ist, dass man sich einfach doch immer wieder fragt:
Wie konnte der Andere sich so verhalten - so extrem "zugewandt", so extrem aufmerksam sein, interessiert, auch vlt. doch sehr anhänglich, zuvorkommend, leidenschaftlich, emotional, liebevoll usw. - WIE ist das möglich, all diese Nähe, Verbundenheit, Vertrautheit, Intensität ... ... ... - wenn alles doch nur gespielt (?!?!?!?) war?!?!?
Oder hat der Andere sich selbst extrem belogen, einfach nur, weil er so gerne eine Beziehung wollte (traf in meinem Fall nicht so ganz zu, "der Andere" war gerade noch in einer Beziehung und verliebte sich in mich eigentlich recht unerwartet, spontan ... wenn ich das recht erinnere ... ;) )?
Oder aber: ist diese Trennung also doch (s)eine Flucht?!?
Nur eben: Es gibt Gründe für eine solche Flucht - es kann viele verschiedene dafür geben. Und die kennen die beiden Beteiligten letztlich dann doch selbst am ehesten.
Man möchte es aber halt einfach gerne deutlich und direkt vom Anderen erfahren, hören, wissen! Damit man sich sicher sein kann, damit man damit umgehen, es "wohin packen/einsortieren" kann. Damit man einfach wirklich weiß, woran man ist!
Kenaz:
Erst einmal gleich vorneweg vielen Dank, lieber messie, für diese extrem ausführliche Antwort! :)
Hinsichtlich Deines Tipps mit dem Brief ist allerdings zu sagen: Im Grunde genommen ist das schon geschehen, und zwar in Form einer Mail und einer Postkarte. Wie gesagt: Ich hatte, als ich merkte, dass mir gar nichts anderes übrig bleibt, als das zu akzeptieren, ja ziemlich schnell den Wunsch, wenigstens menschlich mit ihr befreundet zu bleiben, denn hey: Auch wenn man merkt, dass man es als Liebespaar anscheinend nicht hinbekommt, so bleibt doch immer noch das bestehen, was man schon von Anfang an am anderen mochte. Und ich mochte und mag vieles an ihr, auch wenn sie das wohl gar nicht mehr sieht oder glaubt. Das hab' ich ihr auch geschrieben und für die schönen Stunden, die wir miteinander hatten, hab' ich mich in diesem Rahmen ebenfalls bedankt. Dummerweise blieb's aber nicht bei diesem Abschied, sondern es folgte noch ein weiteres, extrem unschönes Telefonat - eben das, wo sie mich nach kurzer Zeit anschrie, was ich eigentlich von ihr wolle etc. Letzten Endes sitze ich nun immer noch da und fühle mich sperrangelweit "offen", wenn ich das mal so formulieren darf. Da sind nach wie vor all diese Bilder, die so gar nicht zu dem passen wollen, was dann über mir zusammenbrach, und hindern mich hartnäckig daran, meinen Frieden mit der ganzen Angelegenheit zu schließen.
--- Zitat von: messie am 07 März 2012, 17:59:46 ---Vorteil, wirklich riesiger Vorteil davon ist, dass du dich damit im Guten von ihr trennst. Du setzt den negativen Gefühlen, die jetzt einfach mal scheißeverdammt nochmal da sind, positive entgegen. Das hilft loszulassen ungemein. :)
--- Ende Zitat ---
- Fragt sich halt nur, ob das so einfach ist, wenn man damit mutterseelenallein ist. Ulkigerweise sagte sie ja auch mehrfach zu mir, sie wolle sich "im Guten" von mir trennen - das bedeutete für sie aber primär, einfach gar nicht mehr über das Geschehene zu reden. Mittlerweile habe ich den deutlichen Eindruck, dass das, was ich am Ende des letzten gemeinsamen WEs noch als harmonischen Abschied wahrgenommen habe, für sie schon Teil eben dieses "Im Guten Auseinandergehens" war: Abends noch mal so richtig zusammen durch die Betten turnen als sei rein gar nichts los, gemeinsam lachen, gemeinsam und aneinandergekuschelt einschlafen, den anderen am nächsten Tag noch "liebevoll" verabschieden und dann - Schlussstrich!
Als ich danach noch zwei-, dreimal um eine Erklärung gebeten habe, wie um alles in der Welt das alles so schnell so weit kommen konnte, wurde sie stante pede aggressiv und empfand das schon als "Belästigung" und - man höre und staune: Suche nach Streit.
--- Zitat von: messie am 07 März 2012, 17:59:46 ---Denn ob sie das Geschriebene überhaupt lesen wird, kann -und sollte!- dir eh egal sein. Wichtig ist dass du "tschüss" gesagt hast, und zwar auf eine anständige, erwachsene Weise.
Soll sie doch weiter die Aggro-Schiene fahren. Du hast das nicht nötig. ;)
--- Ende Zitat ---
- Tja, das scheint leider nicht immer zu funktionieren, dieses Briefeschreiben mit dem Gedanken im Hinterkopf: "Mir wurscht, ob's der andere liest oder nicht" ... - Ich komm' halt überhaupt nicht mit eben dieser Aggroschiene zurecht, weil ich wirklich nicht weiß, was ich ihr getan habe - und klar: wahrscheinlich hab' ich ihr auch gar nichts getan, denn im Grunde glaube ich, Du köntest mit der folgenden Einschätzung hier den Nagel kaum punktgenauer auf den Kopf treffen:
--- Zitat von: messie am 07 März 2012, 17:59:46 ---Sie hat sich so gründlich beeilt dich aus ihrem Leben zu streichen, dass es mit sehr, sehr großer Wahrscheinlichkeit rein gar nichts mit dir zu tun hat. Also, mit dir persönlich als Mensch.
Vielleicht kam sie mit dem Stress mit dir zum Schluss nicht klar, vielleicht ist ein Streit für sie etwas Lebensbedrohliches (nicht lachen hier, so etwas gibt es!),[...].
Was du aber weißt ist, dass sie die Flucht ergriff. Und zwar so konsequent, dass Irrtümer ausgeschlossen sind, sie hat die Beine in die Hand genommen. Ich behaupte: Nicht vor dir, sondern vor der Situation, die im Zusammensein mit dir bestand.
--- Ende Zitat ---
- Denn damit hast Du wirklich recht: Konflikt- bzw. Kritikfähigkeit war tatsächlich nicht ihre Stärke - eigentlich, so hatte ich den Eindruck, gab's ohnehin immer nur zwei Extreme für sie: entweder alles war hübsch kuschelig und "hasig" - oder die Apokalypse klopfte an die Tür. Und mit der unterhält man sich eben nicht, da ergreift man die Flucht und fertig. Ich hatte jedenfalls nicht den Eindruck, dass hier ein Mensch vor mir sitzt, der schon mal die Erfahrung gemacht hat, dass man reden und dass das dann auch tatsächlich was bringen kann.
So, und das hier, das druck' ich mir glaub' ich aus, denn ich hab' schon lang nichts mehr gelesen, das sich so sehr mit meinen eigenen Eindrücken und Erfahrungen deckt wie Deine folgende Feststellung:
--- Zitat von: messie am 07 März 2012, 17:59:46 ---Männer sind da, denke ich, sehr viel direkter. Wenn sie die Beziehung in Frage stellen, dann erfährt das die Partnerin verhältnismäßig früh. So erwischt es sie auch nicht so unerwartet.
Frauen sind da anders: Da werden subtile Zeichen gegeben, immer mehr davon im Lauf der Zeit. Da wird dann schnell "aber er muss es doch merken, dass die Beziehung auf der Kippe steht, merkt er das nicht?" gedacht.
Nun, dazu kann ich nur sagen: Genau. Wir merken es nicht. ;)
Ich bin eigentlich ein recht empathischer Mensch, aber dennoch bin ich da genauso wie so ziemlich jeder andere Kerl auch: Nein, wir merken es nicht. ;)
Wir übersehen die "Signale" und werten sie bestenfalls noch als "Krise, die es zu lösen gilt". Wir kommen nicht mal auf die Idee, dass Unstimmigkeiten mit einem Trennungsgedanken der Frau einhergehen!
Nein, nicht weil wir Kerle uns so toll finden, dass uns nieeeemaaaaals jemand verlassen könnte. ;D
Sondern, weil eben gedacht wird "wenn sie wirklich schon die Beziehung in Gefahr sieht, wird sie es mir doch sagen, oder nicht?"
Ja. Genau. Oder nicht. ;)
--- Ende Zitat ---
- Bingo! Dem gibt es nichts hinzuzufügen. Deckt sich übrigens zu 100% auch mit dem Ablauf der Trennung davor, die ich am Anfang meines Eingangspostings kurz erwähnt habe.
--- Zitat von: messie am 07 März 2012, 17:59:46 ---Sie dachte sich wohl schon 2 Wochen vorher "na, er merkt bestimmt auch dass es in unserer Beziehung nicht mehr läuft, das sieht doch ein Blinder mit Krückstock". Und du dachtest lediglich "oha, ist grade ne Krise, aber das ist ja nun auch kein Weltuntergang, das kriegen wir schon hin".
--- Ende Zitat ---
- Ob sie das dachte, weiß ich nicht, aber dass ich letzteres dachte - ja, das entspricht 100%ig den Tatsachen.
--- Zitat von: messie am 07 März 2012, 17:59:46 ---Um's kurz zu sagen: Dass es für dich eine plötzliche Trennung war und für sie nicht, das ist so n typisches Männer-Frauen-Ding. Männer verstehen Frauen eben einfach nicht. Und umgekehrt. ;D
--- Ende Zitat ---
- Tja nu. Das ist freilich ebenso ernüchternd wie tröstlich ... ::)
Kallisti:
Und nochmal: kann ich nicht bestätigen - dass sich Frauen "indirekter" trennen oder weniger klar aussprechen, was los ist usw.
Bei mir war es ja umgekehrt auch so: Erst alles rosarot und dann kam der Abschuss (nicht aus heiterem Himmel, aber doch ziemlich heftig/abrupt und vor allem: total endgültig bis in alle Ewigkeit: GAR KEINEN Kontakt mehr - bloooß nicht!!: Von IHM aus!)
Vielleicht bin ich aber eigentlich ja auch mehr ein Mann als eine Frau? ;D
Ach und damit es nicht wieder zu Missverständnissen oder Gerüchten kommt:
Nein, Er war nicht Vater einer meiner beiden Kinder.
CubistVowel:
Es ist natürlich immer schwer, sich aufgrund eines (vergleichsweise) kurzen Berichts eine halbwegs brauchbare Meinung zu bilden und wird deswegen auch immer nur Interpretation und Spekulation bleiben; das nur vorweg. So wie ich es einschätze (und nach kurzer Extrapolation eigener Verhaltensweisen^^) fürchte ich, dass du der Dame wesentlich mehr an Gefühlen entgegen gebracht hast als sie dir. Ich kann mir nur schwer vorstellen, wie jemand einen Menschen, der einem wirklich etwas bedeutet, den man eventuell sogar liebt, nach so kurzer Zeit derart "kalt" abserviert. Ich kann, wie gesagt, da nur von mir selbst auf andere schließen. Sie war für dich, so wie ich es verstanden habe, "die Richtige", aber umgekehrt war es offenbar nicht so.
Mir tut es für dich leid, dass ihre Art, die Beziehung zu beenden, für dich so abrupt, unbefriedigend und schmerzhaft war/ist. Es ist echt schlimm, die Gründe nicht zu kennen. Man macht sich verrückt, sucht nach Anzeichen, nach "Schuld", dreht alles Gesagte um und um... Hilft alles nicht viel, ich weiß das auch aus eigener Erfahrung. Aber du fragtest ja nach Tricks und Kniffen... Bei mir funktioniert die gute alte Ablenkung immer ganz gut, jedenfalls um Längen besser als Grübeln. Ein neues Hobby vielleicht (bei mir z. B. die Wiederentdeckung der Botanik :) ), mit Freunden oder in Foren darüber sprechen. Und neben der Ablenkung auch die negativen Gefühle zulassen und nicht unterdrücken, aber dir als studierte Psychologie-"Pappnase"gebe ich mal lieber keine weiteren desbezüglichen Tipps...^^
Solche kleinen Psychotricks wie messies Brief finde ich kurzfristig gesehen gar nicht schlecht; mir hat zur Trauerbewältigung auch schon mal ein Online-Fotoalbum geholfen: Fotos hochgeladen und alles, was mich bewegte aufgeschrieben, dazu ein paar Gedichte. So habe ich versucht, die Trauer aus dem Kopf zu befördern und in dem Fotobüchlein "einzusperren"... klingt alles doof und profan... ::)
Mir fällt noch ein, dass du vielleicht auch ein bisschen streng mit dir selbst umgehst bzw. du dir womöglich etwas zu viel abverlangst. Ich meine, nach einem solchen emotionalen Höhenflug mit einem so plötzlichen Ende kann man doch als normaler Mensch nicht schon nach vier Wochen damit durch sein, oder? Ich selbst wäre es jedenfalls nicht - bei mir dauert(e) es manchmal Jahre, bis ich mit großen emotionalen Schlägen fertig werde/wurde, so dass sie zumindest nicht mehr schmerzten. Ich wünsche dir jedenfalls, dass du das besser hinkriegst als ich.
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