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Kunst
public final void:
--- Zitat von: banquo am 06 Juli 2011, 10:16:48 ---evil mirror universe
--- Ende Zitat ---
Whoaa ich glaube das habe ich in meinem Badezimmer! :o
Kallisti:
--- Zitat ---Was mich aber auch stört ist dieser moderne, besonders aufgeklärte (fast linke) Blick auf Religion. Bitte nicht persönlich nehmen!
Aber was ist eigentlich falsch daran sich auf die traditionelle Auslegung des Islams zu berufen? Wenn jemand an fundamentale Glaubensgrundsätze nicht glauben will, soll er es doch gleich ganz lassen. Warum muss man immer alles verschlimmbessern? Das stört mich auch an diesen modernen, liberalen Christen, die alles so verbiegen, dass es auch ja nicht dem Zeitgeist widerspricht.
--- Ende Zitat ---
(Designer)
Falsch daran ist, dass/wenn es die Freiheiten und (Persönlichkeits-, Menschen- ...) Rechte anderer Menschen berührt bzw. angreift, gefährdet, stört ...
Jeder kann glauben, was er will, so lange er anderen damit nicht Schaden zufügt. - Und da liegt das Problem - der Glaube will ja auch "praktiziert" werden, also gerät man mit Andersdenkenden und Andersgläubigen/-glaubenden irgendwann doch aneinander ... ... ... Beim Glauben geht es zumeist ja doch nicht ausschließlich um Theorie, sondern um gelebte Praxis.
Und wieso beziehst du dich "nur" auf "diese modernen, liberalen Christen" - was hat das mit "Christsein" oder nicht "Christsein" zu tun?
Auf welche Weise "verbiegen" sie (die Christen) denn deiner Meinung nach "alles" (was denn??) so, "dass es nicht dem Zeitgeist widerspricht"? - Was meinst du in diesem Zusammenhang eigentlich mit Zeitgeist?
Nein, das ist keine Haarspalterei - ich versuche nur aufzuzeigen, dass man auf diese Weise keine vernünftige, fruchtbare, konstruktive Diskussion führen kann, wenn einfach bloß mit Begriffen um sich geworfen wird - ohne sie mit Inhalt, mit Aussagen zu füllen, sie zu erläutern, zu bestimmen.
--- Zitat ---Ich habe das Gefühl, dass die meisten Leute heutzutage völlig ideologieresistent sind. Vielleicht ist auch mein Angebot nicht attraktiv genug, aber ich beobachte dieses Desinteresse auch in anderen Bereichen. Sie sind sogar so desinteressiert, dass es ihnen nicht mal die Mühe wert ist, sich von unliebsamen Ideologien zu distanzieren
--- Ende Zitat ---
(Designer)
"ideologieresistent" ist hier wohl der falsche Ausdruck - es bedeutet nach meinem Verständnis, dass man nicht Gefahr läuft, einer Ideologie auf den Leim zu gehen. Aber das meinst du ja nicht, wie sich deinen weiteren Ausführungen entnehmen lässt. Du meinst: nicht über Ideologien nachdenkend, nicht bewusst damit umgehend, sie als "normal" akzeptierend und/oder nicht an Ideologien oder ihrem Vorhandensein interessiert.
--- Zitat ---Z.B. sind viele noch in den großen Kirchen, obwohl die meisten Leute die ich kenne, mit Religion nicht viel am Hut haben, wenn man sie drauf anspricht. Manche gehen zwar wählen, aber die wenigsten würden auf die Idee kommen, einer Partei beizutreten. Die volle Aufmerksamkeit gilt den "Grundbedürfnissen": Ausbildung, Arbeit, Partner, Essen, Schlafen, Saufen, Fernsehen, Kaufen und so weiter. Viele Leute sind agnostisch, nicht in dem Sinne dass sie nicht an Gott glauben würden, sondern dass ihnen alles scheiss egal ist. Ich würde das sogar Nihilismus nennen, aber nicht im Sinne einer philosophischen Weltanschauung, sondern im Sinne einer Abgewandtheit gegenüber jeglicher Philosophie.
Ist der moderne Mensch nun völlig aufgeklärt oder doch nur völlig gleichgültig?
--- Ende Zitat ---
(Designer)
Ouwouwouhh - immer langsam mit die junge Pferde ^^ - Jetzt kommen große Begriffe ins Spiel - und mehrfach missbrauchte noch dazu --> PHILOSOPHIE ! Hui!
Ich weiß ja nicht, was du für Leute kennst oder welche zu kennen du glaubst - aber diese Klischees, mit denen du hier um dich wirfst, die finde ich doch ziemlich öde.
Warum Leute, die "mit Religion nicht viel am Hut haben", dennoch nicht aus der Kirche austreten, kann andere Gründe als Bequemlichkeit und Gleichgültigkeit haben - du solltest dir die Mühe machen, mehrere verschiedene Leute nach ihren persönlichen Gründen zu fragen: ehe du sie verurteilst!
Gleich verhält es sich mit Menschen, die wählen gehen, aber nicht einer Partei beitreten wollen - dafür gibt es verschiedene Gründe - und nur einer davon ist Gleichgültigkeit/Desinteresse oder/und Bequemlichkeit!
Ich bestreite nicht, dass es so einige Menschen gibt, die "unbewusst", übersättigt, oberflächlich und kurzsichtig/engstirnig, kleingeistig und unterbelichtet eher wie Tiere vor sich hin vegetieren. Aber anhand irgendwelcher Klischees gleich die ganze Gesellschaft (? oder wen eigentlich??) abzuurteilen, zu diskreditieren - das ist doch etwas sehr platt - und: bequem! Vor allem selbst kurzsichtig, kleingeistig. ;D
Dann:
--- Zitat ---Mir passt einfach nicht dieser Trend, für den alle gesellschaftlichen Erneuerungen grundsätzlich super sind und alles Traditionelle tendenziell verdächtig ist.
--- Ende Zitat ---
(Designer)
und zuvor:
--- Zitat ---Wir sollten aufhören, die Rebellion im Allseitsbekannten zu suchen und anfangen etwas ganz Neues zu suchen und uns dafür auch nicht scheuen uns ganz alter Stilmittel zu bedienen.
Das Problem ist, dass wir zwar offiziell in der Postmoderne leben, aber diese eigentlich nie wirklich erreicht haben. Wir stecken immer noch in der Moderne fest. Unsere ganzen Werte und Normen, Tabus und der zeitgenössische Kitsch ist ein Produkt der Moderne, also ein Kennzeichen einer Epoche und kein ewiger Fortschritt, wie uns manchmal verkauft wird.
Wirkliche Revolution findet nicht mehr statt, weder im geistigen, kulturellen, noch künstlerischen Sinne.
Aber das wollte ich auch eigentlich nur mal anmerken. Fragt mich nicht, was man da machen kann.
--- Ende Zitat ---
(Designer)
Für mich steht das im Widerspruch bzw. wiederum: benennst du nicht, was du eigentlich "willst", was du eigentlich meinst, worauf genau du dich beziehst - da steht dann einfach bloß jedes Mal völlig verallgemeinernd und undifferenziert:
"alle gesellschaftlichen Erneuerungen" und "alles Traditionelle" und "das Allseitsbekannte" oder "unsere ganzen Werte und Normen, Tabus und der zeitgenössische Kitsch" ...
Entschuldige, aber: du musst schon den Mut aufbringen, hier Tacheles zu reden - was genau meinst du damit - welchen Dingen, Umständen, Gegebenheiten, Gepflogenheiten, "Produkten" etc. drückst du diese deine Etiketten auf?
Dann ist abschließend zu lesen:
--- Zitat ---Wirkliche Revolution findet nicht mehr statt, weder im geistigen, kulturellen, noch künstlerischen Sinne.
Aber das wollte ich auch eigentlich nur mal anmerken. Fragt mich nicht, was man da machen kann.
--- Ende Zitat ---
(Designer)
Revolution also (und wieder der absolute pauschal-platte Rundumschlag: "weder im geistigen, kulturellen noch künstlerischen Sinne" - wobei sich da schon die Frage nach dem "und" bzw. dem "oder" bzw. überhaupt einer Differenzierung stellt) und vorher wurde auch schon "Rebellion" von dir erwähnt. Aha. Darum geht es letztlich - aber "was man da machen kann", weißt du dann doch nicht - darüber (über die Konsequenzen, über Ergebnisse, tatsächliche Veränderungen, Möglichkeiten, Zukunft ...) hast du dir noch (?) keine Gedanken gemacht, dazu hast du nicht einmal eine (eigene!) Idee - zu dem Eigentlichen, dem, worum es eigentlich geht bzw. gehen sollte: nicht bloßes Lamentieren bzw. "Revoluzzen", sondern um konstruktive (!), kreative Kritik - zu der du meiner Ansicht nach aber (noch) gar nicht fähig bist.
Ganz ehrlich: Für mich ist das alles nicht ernstnehmbares postpubertäres, völlig unausgegorenes Jungmännchen(wichtig)getue. - Das wächst sich (hoffentlich) noch aus.
Designer:
Ja, vielleicht verallgemeinere ich zu sehr.
Die Wahrheit ist bestimmt sehr viel komplizierter und ich sollte mehr differenzieren, grade zwischen Dingen die vermutlich nichts oder weniger mit einander zu tun haben, als ich manchmal glaube.
Ich bin wohl auch etwas ungenau, was wohl damit zusammenhängt, dass mein Weltbild nicht aus konkreten Bestandsaufnahmen besteht, sondern mehr aus diffusen Gefühlen.
Vermutlich projiziere ich meinen Ärger über die eigene Unvollkommenheit auf meine Umgebung.
Kallisti:
Wenn das nun ernst und nicht ironisch gemeint ist, dann ist es doch eine nette Geste. ;)
--- Zitat ---Vermutlich projiziere ich meinen Ärger über die eigene Unvollkommenheit auf meine Umgebung.
--- Ende Zitat ---
(Designer)
Ja, das ist eine Möglichkeit.
Und mit den (eigenen) Gefühlen ist es so eine Sache - insbesondere, wenn sie "diffus" sind ... ;)
Designer:
Ich sollte auch aufhören, meine Umgebung unterschwellig kulturell missionieren zu wollen.
Soll doch jeder so leben, wie es ihm/ihr beliebt.
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