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[Film] Welche Filme haben Euch am meisten beeindruckt?

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nightnurse:
Ö.Ö
The Maxx hatt ich ja total vergessen, danke für die Erinnerung.

("I was sitting under the Jones Street underpass yesterday. That´s because I wanna be a writer. And writers have to have experiences. Like underpasses." Hach, ich glaub, ich guck mir das heute Abend gleich mal alles durch.)

Kenaz:

--- Zitat von: messie am 06 August 2012, 19:38:20 ---Der Film "Pulse" (das Original, nicht die amerikanische Vollunfallkopie) gehört für mich zu den besten und grusligsten, die ich jemals gesehen habe. Läuft heute um 22:15 Uhr auf Arte, also wer kann, sollte ihn sich ansehen, falls er ihn noch nicht kennt! Echt finster, das Ding.
--- Ende Zitat ---

- So. Ich hab's getan. Gerade eben. Ich hab's gesehen, das "finstere Ding". Und besser als nightnurse könnt' ich's nicht zusammenfassen:


--- Zitat von: nightnurse am 06 August 2012, 22:17:12 ---der fing ja auch ganz vielversprechend an. Aber die letzte halbe Stunde hat mich überfordert.
--- Ende Zitat ---

--- Zitat von: nightnurse am 08 August 2012, 10:43:59 ---Und 2 Stunden waren nachher SEHR lang. SEHR. Die erste Stunde lang fand ich den ganz gut.
--- Ende Zitat ---

- So schaut es aus. Doch um nun noch meine eigenen zwo Pfennige beizusteuern - fang' ich mal bei den positiven Punkten an: Wie so oft bei asiatischen Filmen fällt die ebenso einfach realisierte wie originelle und äußerst wirkungsvolle Optik der "Escheinungen" positiv auf. Bei dieser komischen "Schattenfrau" im "Forbidden Room" hab' ich mich bspw. schon ziemlich gegruselt - imsbesondere die bizarren Bewegungen wussten zu begeistern (und intensive Erinnerungen an ähnliche Phänomene in den Klassikern "Ring" und "Grudge" zu evozieren). Und ja, in der Tat: überhaupt wurden die Schatten nebst allem, was mit ihnen so zusammenhing, wirklich sehr hübsch in Szene gesetzt. Auch das, mit voranschreitendem Verlauf immer weiter in Richtung "Abandoned Places" abrutschende Ambiente machte mir Freude. Ambivalent dann allerdings die Musik: In der ersten Hälfte absolut großartig, angenehm reduzierte, fiese, ungemütlich atmosphärische Soundkonstrukte, die in der zweiten Hälfte, insbesondere während des Finales, hoffnungslos in einer, schon fast hollywoodesk anmutenden, schwülstigen Pathosoffensive versinken.

Und damit kommen wir zu den negativen Punkten respektive - der Story. Tja. Und auch hier noch einmal, weil gar so treffend, das nachtschwesterliche Urteil:


--- Zitat von: nightnurse am 08 August 2012, 10:43:59 ---Mich hat auch nicht der Mangel an Action gestört. Das überlaufende Reich der Seelen *fasel* schon eher.
--- Ende Zitat ---

- Jawollja. Das hat auch mich massiv gestört und wesentlich zur subjektiv empfundenen Gruselreduktion beigertragen. Denn sorry, aber eben diese "Hintergrundtheorie", die da in der Mitte des Films hingerotzt wird, um das seltsame Treiben irgendwie zu motivieren, kommt nun mal so was von plump dahinkonstruiert und hahnebüchen daher, dass es für mich zumindestens nicht mehr möglich war, darüber noch großzügig hinwegzusehen. Und diese ganze Einsamkeitsnummer macht's nicht tiefgründiger, denn im Grunde genommen steht die ziemlich dahinkonstruiert und ohne Notwendigkeit in der Handlung herum. Zitat:


--- Zitat von: nightnurse am 08 August 2012, 10:43:59 ---
--- Zitat ---Vielleicht muss man dieses Gefühl einfach mal erlebt haben, um Filme dieser Sorte verstehen zu können, ich weiß es nicht ...
--- Ende Zitat ---
Nein, das ist als Voraussetzung nicht ausreichend, ich sprech da aus Erfahrung *.*
--- Ende Zitat ---

- Dito. Einmal mehr kann ich mich nur anschließen. Auch ich habe in meinem Leben bereits intensive und sehr intime Erfahrungen mit der Grauen Dame Einsamkeit machen dürfen, das hindert mich jedoch nicht daran, diesen Film ... nun ja ... sagen wir mal: nicht sonderlich gruselig zu finden. Noch nicht einmal sonderlich spannend. Für meinen Geschmack ist die Handlung in weiten Teilen zu beliebig, vieles wirkt unmotiviert und ohne echten, inneren Zusammenhang mit dem Rest der Handlung.

Fazit: Hübsch anzuschauender Film, effektvoll fotografiert und in Szene gesetzt, teilweise sehr atmosphärisch, leider dann aber eben arge Abzüge bei Handlung und Dramaturgie. Schlafen werde ich heute nacht jedenfalls ziemlich sicher wie ein Murmeltier. 8)

Ach ja: die youtube-Version fand ich in puncto Qualität dann übrigens doch ziemlich fabelhaft, danke noch mal für den Hinweis!  :)

messie:

--- Zitat ---Jawollja. Das hat auch mich massiv gestört und wesentlich zur subjektiv empfundenen Gruselreduktion beigertragen. Denn sorry, aber eben diese "Hintergrundtheorie", die da in der Mitte des Films hingerotzt wird, um das seltsame Treiben irgendwie zu motivieren, kommt nun mal so was von plump dahinkonstruiert und hahnebüchen daher, dass es für mich zumindestens nicht mehr möglich war, darüber noch großzügig hinwegzusehen. Und diese ganze Einsamkeitsnummer macht's nicht tiefgründiger, denn im Grunde genommen steht die ziemlich dahinkonstruiert und ohne Notwendigkeit in der Handlung herum.
--- Ende Zitat ---

Ok, das muss ich zugeben, das hatte mich auch sehr gestört. Man hätte diese Phänomene ja auch einfach so stehenlassen können, hätte dem Film nicht geschadet. Unerklärbares ist nun einmal grusliger als doof Erklärtes. ;)
Eine halbe Stunde weniger hätte dem Film wirklich gut getan.


nightnurse:
Ähm, also, jetzt mal ich...ich habe kürzlich zwei Filme gesehen, die mich ziemlich beeindruckt haben:

The War Game (1965) und Threads (1984).

Das sind zwei miteinander verwandte "Was für Folgen hat ein Atomkrieg"-Filme der BBC, die mal wirklich trostlos und düster sind. Kein Heroismus, keine Mitmenschlichkeit, keine Hoffnung. Ganz finster. Deutlicher Unterschied zum in den 80ern aus den USA gestrahlten "wird schon wieder!"-Botschaften.
"The War Game" kommt wie ein Zivilschutz-Aufklärungsfilm daher und endet einige Monate nach dem Atomschlag und mit dem Kommentar, daß es zu all dem ja nicht kommen müsse (vergisst aber nicht, darauf hinzuweisen, daß man gerade nur dargestellt habe, was 1-Megatonnen-Sprengköpfe anrichten, und die seien eigentlich schon nicht mehr Stand der Rüstung).
"Threads" (in dem der non-native speaker die erste Stunde lang nicht allen Dialogen folgen kann, aber das macht nichts) ist eher ein Spielfilm, geht gleich Jahrzehnte in die Zukunft und prognostiziert den nahezu kompletten Zusammenbruch unserer Zivilisation bis hinunter zum sprichwörtlichen Verlust der Muttersprache. Und das sehr eindrucksvoll.

Da hat es mich zweimal stark gegruselt.

Nun weiss ich aber nicht, ob diese Filme für jüngere Menschen noch ähnlich wirken können wie für mich; ich bin alt genug, um noch bewusst Angst vor einem Atomkrieg gehabt zu haben, so daß bei mir hier wirklich uralte Ängste angesprochen und aufgerührt wurden, die jemand um die 30 kaum gehabt haben mag.

messie:
Die Angst vor einem Atomkrieg wird gerade heute wieder so real wie schon lange nicht mehr. Das vielzerrissene "Gedicht" von Heinrich Böll zeigte es an, viele haben sich drüber aufgeregt, kaum jemand hatte mitbekommen, dass seine Annahme, Israel würde die von Deutschland gelieferten U-Boote mit Atomsprengköpfen bestücken, tatsächlich gestimmt hat.

Israel und Iran sind nicht fürchterlich weit weg von uns! Sie mögen 3100 km entfernt liegen, falls sich da aber Russland und die USA einmischen, sind wir sofort mittendrin. Erst recht wenn beide Länder dort unten dann atombedingt platt sind und die Großmächte aufeinander losgehen. Da wird dann erst gar nicht der Umweg über einen kalten Krieg genommen, da werden gleich die Bomben geworfen und dann erst gefragt, ob's eine diplomatische Lösung geben könnte.

Threads möchte ich mir jedenfalls auch noch einmal ansehen.

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