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Bildende Kunst Malerei
Simia:
Würd ich auch nicht sagen, dass die wenigsten Maler wollen, dass man ihre Werke versteht. Dazu sind auch die Motivationen und Hintergründe zu unterschiedlich. Dalí hat viele seiner Werke sogar selbst kommentiert. Find ich direkt sympathisch, wo doch viele Künstler aller Bereiche (auch gern Musiker) heutzutage dazu neigen, einen auf Projektionsfläche zu machen und irgendwelche tiefergehenden Fragen mit den Worten "Es soll sich jeder selbst darin wiederfinden blaaa tröt laber" abzutun, als gäbe es überhaupt keine Aussage bzw. tieferen Sinn dahinter (von daher ist Eisbärs Verdacht dann doch wieder verständlich). Mal ernsthaft, die Wahrnehmung eines Kunstwerks im weitesten Sinne ist zwangsläufig subjektiv, das muss man nicht noch zum Selbstzweck erheben, das ödet irgendwie an.
--- Zitat ---Übrigens: Doch, ich bin mir ganz sicher, dass es nicht wenige Menschen gibt, die sich Goya und Giger "an die Wand hängen"!!
--- Ende Zitat ---
Na, das ist aber ein Gerücht ... Giger für die Wand? Ick weeß ja nich ... 8)
Eisbär:
Die Leute, die Royo oder Giger an die Wand hängen, finden die Bilder schön.
Niemand hängt sich was hin, was ihm nicht gefällt ;)
Simia:
Müssen sich verstörend und "schön" gegenseitig ausschließen? Ich kann für mich durchaus sagen, dass beides in einem geht.
CubistVowel:
Kallisti, jetzt wo du du Kodjo und Hundertwasser erwähnst, fällt mir gerade noch Rosina Wachtmeister ein... Ich finde ihre Bilder - nicht nur wegen der Katzen - sehr schön und liebevoll.
Natürlich ist das Gefallen - wie alles in der Kunst - vom Geschmack abhängig, über den man ja angeblich nicht streiten kann. (Ich persönlich finde zwar, es lässt sich wunderbar über Geschmacksfragen streiten, aber bitte... ;)) Schön und verstörend empfinde auch ich nicht als Gegensatz (bei Kunst.)
Aber ich finde, Hintergrundwissen macht ein Gemälde (oder auch ein Lied oder sonstige Kunst) zwar nicht schöner, aber interessanter. Wirklich notwendig ist es natürlich nicht. Mir selbst kommt es darauf an, dass ein Bild etwas in mir auslöst. Die reine Freude an den Farben/Formen? Ist doch prima. Unbehagen? Lass ich genau so gerne zu (ähnlich auch bei Musik.) Intention, Aussage? Funktioniert oft nicht, da ein Bild doch eher über Emotionen wirkt. Was bleibt, wenn man anfängt, ein Bild zu analysieren?
Simia: Für mich ist es also kein Problem, wenn der Künstler sein Bild als Projektionsfläche sieht, ich finde es eher realistischer, als wenn es den Betrachter zu irgendwelchen fertigen Einsichten verhelfen soll. Für mich ist das Auslösen von Emotionen, ein "Sich-selbst-darin-finden", ein guter und ausreichender Zweck für ein Kunstwerk. Prätentiöses Künstlergewäsch allerdings ödet mich ebenfalls an...
Philomel:
Meine Favoriten sind seit langem die Präraffaeliten, namentlich Dante Gabriel Rossetti, und Jugenstilkünstler wie Alphonse Mucha. Auch wenn ich deren Bilder anfangs allein wegen der Formen und Farben mochte, gefallen sie mir nach einigen Hintergrundrecherchen noch besser, denn beim Symbolismus die Symbole zu verstehen ist schon schön ^^ Aber auch Romantiker wie Philipp Otto Runge oder Caspar David Friedrich gefallen mir sehr und hingen mit einigen Postern auch immer wieder an meinen Wänden.
Bei den Photographen fallen mir nicht genügend Namen ein... Helmut Newton gehört auf jeden Fall dazu.
Ich hatte in der Schule zum Glück ein paar sehr motivierte Kunstlehrer, die uns einige Epochen und deren Malstile beigebracht haben. Die Impressionisten sind zugegebenermaßen etwas ausgelutscht worden, aber rein vom künstlerischen Wert her sind Monet, Cézanne und Van Gogh immer noch beeindruckend. Gauguin gibt mir z.B. gar nichts... Ich hätte damals nie gedacht, dass mir die deutsche Kunst des frühen 20. Jahrhunderts mal gefallen würde, die Vertreter der neuen Sachlichkeit wie Otto Dix. Die haben jedenfalls in ihren Bildern harsche Gesellschaftskritik geübt und wurden von den Nazis als Verbreiter der "abartigen Kunst" verfolgt. Die Bilder sind mehr verstörend als schön, d.h. ich bewundere sie im Museum, aber aufhängen würd ich mir davon keins.
Künstler oder Kunstrichtungen habe ich also anfangs durch die Schule kennengelernt, das dann bei Museenbesuchen erweitert und einiges durch Freunde kennengelernt. Die Ausstellungen am Bauzaun der U4 finde ich auch immer wieder interessant :)
Ich weiß, ich hab massenhaft vergessen, aber als Anfangspost und erster Antwortversuch sollte das erstmal reichen ^^
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