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Bundestagswahl 2021 - und jetzt?
Eisbär:
--- Zitat von: BaerndME am 16 Oktober 2021, 20:08:40 ---Das stimmt. Für's Klima sind das Tempolimit Peanuts, und mit der Elektromobilität wird es sich eh irgendwann erledigt haben. ;)
--- Ende Zitat ---
Da möchte ich beiden Punkten widersprechen. Es geht dabei um ca. 2 Milliarden Kilogramm CO2. Das ist ungefähr die gleiche Menge wie beim gesamten innerdeutschen Flugverkehr.
Und auch Elektroautos können teilweise deutlich über 130km/h unterwegs sein, die Unfallgefahr ist bei denen nicht niedriger.
--- Zitat ---Ich hätte mich gefreut, wäre das Tempolimit gekommen. Weniger drängelnde Autobahnpinguine, weniger tödliche Unfälle, (minimal) weniger Abgas, entspannteres Fahren.
--- Ende Zitat ---
Dem kann ich mich anschließen.
Wer öfter mal im europäischen Ausland unterwegs ist, merkt, wie stressarm das Fahren auf deren Autobahnen im Vergleich zu deutschen Autobahnen ist. Es gibt bei uns einfach viel zu hohe Relativgeschwindigkeiten.
--- Zitat von: Jack_N am 17 Oktober 2021, 11:07:53 ---Naja, im Koalitionspapier steht ja "kein allgemeines Tempolimit" oder so.
Wäre ja witzig, wenn sie dann ein beschränktes Tempolimit einführen. Z.B. beschränkt auf Verbrennerfahrzeuge :D
Überwachung gleich über die Section Control-Brücken, jedes Fahrzeug ohne E im Kennzeichen was über 130 fährt darf zahlen.
--- Ende Zitat ---
Das gibt es auf einigen Strecken in Österreich. Dort gilt 100km/h für Verbrenner und 130km/h für E-Autos. Sogenannte IG-L-Strecken https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Autobahnen_und_Schnellstra%C3%9Fen_in_%C3%96sterreich#Immissionsschutzgesetz_-_Luft_(IG-L)
--- Zitat von: BaerndME am 17 Oktober 2021, 12:17:28 ---So meinte ich das nicht.
Ein Tesla Model S kann bis zu 320 km/h fahren. Aber hast du schon mal eins beim Rasen gesehen? Das macht der Fahrer einmal, für den Spaß, und danach wird brav batterieschonend und Reichweitenoptimiert gefahren.
--- Ende Zitat ---
Sorry, Dich da enttäuschen zu müssen.
Die wenigsten Menschen fahren am Tag so weite Strecken, dass sie reichweitenoptimiert fahren müssen.
Selbst mit meinem mittlerweile 3 Jahre alten ZOE kann ich die üblichen Strecken von HB nach HH oder nach WHV locker mit Vollsaft fahren (selbst bei Minusgraden im Winter), ohne dass die Reichweite problematisch wird.
Mit neueren Generationen mit größeren Akkus unabhängig von Marke und Modell dürften sich die meisten Autobahnfahrten auf einen Radius von <200km beschränken.
Ich müsste jetzt tatsächlich mal nach Statistiken googlen, aber ich vermute, dass nicht mal ein Viertel der Autofahrten auf deutschen Autobahnen "reichweitenoptimiertes Fahren" benötigt.
Jack_N:
Ich glaube Baernd meinte das anders:
Ja, die Menschen müssen nicht unbedingt keine so weiten Strecken fahren (wir hatten das Thema mit den durchschnitts-Fahrwerten ja grad - wobei die halt ein Durchschnitt sind, der von Leuten die weniger und mehr täglich Fahren halt als Mittelwert rauskommt - heisst aber auch, dass nur eine Minderheit eben genau diesen Mittelwert zurücklegt).
Aber: in einem E-Auto bekommt man i.d.R. die Auswirkungen des eigenen Fahrstils live und deutlich vorgeführt. Der "Bordcomputer", der einem direkt die Auswirkung des eigenen Gasfußes anzeigt, ist prominent im Vordergrund, oft wird sogar mit Farbveränderungen gearbeitet die einem die zeigen ob man "ökologisch" fährt (wurde auch beim Honda FCX Clarity gemacht, auch wenn das n Wasserstoffauto ist).
Das sorgt für einen interessanten Wettbewerb zwischen vielen Fahrern, "Hypermiling" ist da echt eine Sache. E-Auto-Fahrer achten verstärkt darauf kein unnützes Gewicht dabeizuhaben, möglichst schonen anzufahren, und die Geschwindigkeit durch Rollen zu halten.
Was zusammengenommen natürlich nicht schlecht ist. Und ja, jeder probiert n paarmal die Beschleunigung aus, das wird aber auch langweilig. Es ist beruhigend zu wissen, dass man ne Leistungsreserve hat (z.B. zum zügigen Überholen), aber ebenso beruhigend dass man sie nicht ständig braucht.
Mein erstes Auto war n Fiesta mit 1.1 Liter, der maximal 145 auf der Autobahn schaffte, und dabei komplett ausgewrungen wurde :D Da war jedes verlorene km/h durch Bremsen eine Katastrophe. 50PS am Limit.
Wenn ich heute mit über 300PS dann gemütlich 120 fahre, und weiss, dass ein kurzes Zucken des rechten Fußes mich in Sekunden deutlich über 200 bringen kann, dann reicht es, zu wissen dass es geht. Ich muss das nicht dauernd ausnutzen.
Aber wenn ich dann mal an einer längeren Kette LKW vorbeimöchte ist es schön zu wissen, dass das in sehr kurzer Zeit geht. Oder das man z.B. auf einer Landstraße sobald die Sicht es zulässt man mit einem Mini-Zack an einem Trecker vorbeikommt.
Genau das sind aber Disziplinen, die Elektroautos prima beherrschen können wenn sie darauf ausgelegt sind. Insofern mach ich mir da wenig Sorgen für die Zukunft.
BaerndME:
Ungefähr so, wie Jack sagt.
Ich hab schon mehr als einmal gehört "Ja ja, die Teslas, das sind doch die mit 110 auf der rechten Spur".
Ganz so krass ist die Realität natürlich nicht, und ich hab auch schon mal einen gesehen, der 160 auf der Autobahn gefahren ist. Aber die meisten, die ich bisher gesehen habe, fuhren tatsächlich zwischen 120 und 130, aus den von Jack genannten Gründen. Mit einer deutlich höheren Quote als Autobahnpinguine im klassischen Audi A6, BMW 5er oder Mercedes E-Klasse Limo.
Und das ist ja auch alles gut so. :)
Wenn du von Hamburg nach Bremen eben nicht "vollsaft" fährst, freuste dich ja auch, dass du vielleicht erst übermorgen nachladen musst statt morgen. ;)
SchwarzMetallerHH:
Bin ich also der einzige, der dass schon immer™ so macht; bevor das Hypermiling hieß? Kann ich mir gar nicht vorstellen.
Jack_N:
Nein, die anderen Leute, die das so machen, sind die Lamborghini und Porsche-Fahrer.
Also die, die ihr Auto gekauft haben. Ich rede nicht von den Idioten, die die Karre über ihre Verhältnisse geleast haben und damit mit 160 durch den Elbtunnel brettern weil der Sound so geil ist. (Alternativ haben Fahrzeuge mit diesem Fahrverhalten dann einen "CD"-Aufkleber hinten dran mit passendem für uns unverständlichen Kennzeichen, man möge sich seinen Teil denken).
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