Schwarzes Hamburg > Politik und Gesellschaft
Olympische Spiele 2024
SchwarzMetallerHH:
--- Zitat von: Eisbär am 19 November 2015, 01:25:30 ---[...]aus dem Olympischen Dorf werden hunderte Sozialwohnungen[...]
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Das hat man von der HafenCity auch mal behauptet, weißt du.
--- Zitat von: Eisbär am 19 November 2015, 01:25:30 ---[...]von vieleren kleineren Randsportarten, deren Vereine Zulauf erhalten und bessere Bedingungen[...]
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Ach du sprichst von dem kurzen Hype dadurch, weil eine Sache die keinen interessiert hat, plötzlich alle toll finden.
Und nach einem Jahr sind von den 476 neuen Mitgliedern noch 3 übrig. Naja es stimmt, für ein Jahr spülen sie Beiträge in die Vereinskassen.
--- Zitat von: banquo am 19 November 2015, 06:49:14 ---Das ist alles Geld, das direkt an die Banken geht und im laufenden Tagesgeschäft fehlt. Aus der Tatsache, dass das ganze noch nicht _komplett_ zum erliegen gekommen ist, würde ich nun ja eher nicht ableiten "jetzt haben wir auch für unüberschaubare Großprojekte ein paar Milliarden über. "
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Ich finde es auch äußerst -nennen wir es bemerkenswert- wie Herr Scholz sagen kann, wir könnten soundsoviele Millionen aufbringen, obwohl eben benannte Zinsen immernoch über uns hängen. Ich als Finanzobermopi würde als aller erstes zusehen, dass ich von diesen Zinsen wegkomme. Da könnte man doch sicherlich aus so 5-600 millionen gut gebrauchen, nicht? Ist natürlich nicht so prestigeträchtig. Vielleicht erreichen wir tatsächlich mal irgendwann den break-even Punkt, wo die sich alleine reduzieren. :o
Black Ronin:
--- Zitat von: Eisbär am 19 November 2015, 01:25:30 ---[quote author=banquo link=topic=14179.msg630661#msg630661 date=1447776897
Wir aber haben einen der höchsten Lebensstandards der Welt. Ob wir eine Olympiade finanzieren oder nicht, ist in Anbetracht der Ausgaben, die der Staat sonst auf den Kopf haut, eher ein Luxusproblem.
--- Ende Zitat ---
Verwechselst du jetzt Staatsausgaben mit Kommunalen Ausgaben oder seh ich da was falsch?
sYntiq:
Hmm...
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/olympia-bewerbung-von-hamburg-kosten-sind-nicht-abzusehen-a-1063618.html
"So sträubte sich die Hamburger Hafenwirtschaft bislang dagegen, rund hundert Hektar für die Wettkampfstätten abzugeben und die dortigen Unternehmen umzusiedeln."
Das klingt irgendwie ein wenig nach dem London-Text der hier im Thread bereits verlinkt wurde. Reden, wie sehr Olympia die örtliche Wirtschaft vorranbringen würde, aber gleichzeitig örtliche Unternehmen "vertreiben"
Eisbär:
--- Zitat von: banquo am 19 November 2015, 06:49:14 ---ja, eingelullt. ich finde, das ist noch eine äußerst höfliche Umschreibung - wenn man aggressiv sein wollte, könnte man wohl auch "unkritisch den Werbequatsch von den Plakaten nachplappern" dazu sagen. Du bist ja nicht der einzige, der so argumentiert, das ist vielmehr die offizielle Linie der Hamburger Wirtschaft, des Bürgermeisters, und der Bild-Zeitung.
--- Ende Zitat ---
Komisch nur, dass ich noch nicht ein solches Plakat gesehen habe, die BILD nicht lese und ganz allgemein als Nicht-Hamburger da so gut wie nichts an Werbung mitbekommen habe. Wer also hat mich eingelullt, wenn ich sage, dass Ihr in Euren Argumentationen die nicht-materiellen Effekte nicht berücksichtigt?
--- Zitat ---"Anders als bei Flughafen und Bahnhof sind bei den Olympischen Spielen Land und Bund nicht die Herren im Haus. Zwar dürfen sie den Großteil der Zeche zahlen, müssen jedoch die weitreichenden Forderungen im Gastgebervertrag des IOK erfüllen. Die Ziele des IOK stimmen hingegen kaum mit denen einer nachhaltigen Stadtentwicklung überein."
--- Ende Zitat ---
Wäre doch mal ein interessanter Versuch, eine Bewerbung mit einem nachhaltigen Konzept (insbesondere ökologisch) zu versuchen und schauen, wie das IOC darauf reagiert.
--- Zitat ---"Ökonomen sind sich weitgehend einig, dass Olympische Spiele schlechten Gegenwert fürs Geld bieten. Trotzdem hält sich unter potenziellen Gastgebern hartnäckig der Eindruck, sie seien ein Segen für jede Region."
--- Ende Zitat ---
Jaja... weiterhin das Geldargument. Bisher das einzige, was Ihr dagegen vorbringt.
Es kostet wahrscheinlich mehr Geld, als es einbringt. Geschenkt und akzeptiert. Habt Ihr auch ein zweites Argument?
--- Zitat ---Rein statistisch zahlt übrigens schon jeder Hamburger mit seinen Steuern jedes Jahr Zinsen auf pro Nase mehrere 10. 000 Euro Schulden, die die Stadt mal für die Aufrechterhaltung des Betriebs aufgenommen hat. Das ist alles Geld, das direkt an die Banken geht und im laufenden Tagesgeschäft fehlt. Aus der Tatsache, dass das ganze noch nicht _komplett_ zum erliegen gekommen ist, würde ich nun ja eher nicht ableiten "jetzt haben wir auch für unüberschaubare Großprojekte ein paar Milliarden über. "
--- Ende Zitat ---
Oh, ihr armen Hamburger zahlt Steuern für Schulden.
Ich verrat Dir ein Geheimnis: das tun alle, auch außerhalb Hamburgs. Da der Bund, wie Du selbst schreibst, einen Großteil der Kosten für eine Olympiade trägt, zahlen auch alle Nicht-Hamburger dafür mit. Und im Gegensatz zu den Hamburgern werden die noch nicht mal gefragt.
--- Zitat von: SchwarzMetallerHH am 19 November 2015, 08:12:43 ---
--- Zitat von: Eisbär am 19 November 2015, 01:25:30 ---[...]aus dem Olympischen Dorf werden hunderte Sozialwohnungen[...]
--- Ende Zitat ---
Das hat man von der HafenCity auch mal behauptet, weißt du.
--- Ende Zitat ---
Ja, nur das die Unterbringungsmöglichkeiten für die Sportler üblicherweise kaum als Luxuswohnungen geplant werden. Die sind i.A. ideal, um daraus kleine, preiswerte Wohnungen zu machen. Was anderes daraus zu machen wird schwierig.
--- Zitat ---Ach du sprichst von dem kurzen Hype dadurch, weil eine Sache die keinen interessiert hat, plötzlich alle toll finden.
Und nach einem Jahr sind von den 476 neuen Mitgliedern noch 3 übrig. Naja es stimmt, für ein Jahr spülen sie Beiträge in die Vereinskassen.
--- Ende Zitat ---
Unterschätz das nicht. Es gibt durchaus Sportarten, die durch Olympia erst Aufmerksamkeit erhielten und längerfristig populär blieben. Curling ist ein Beispiel. Und wenn von 476 Mitgliedern nur 3 pro Verein bleiben, ist das immer noch besser, als wenn diese 3 durchgehend auf ihrer Couch sitzen bleiben.
--- Zitat ---Ich finde es auch äußerst -nennen wir es bemerkenswert- wie Herr Scholz sagen kann, wir könnten soundsoviele Millionen aufbringen, obwohl eben benannte Zinsen immernoch über uns hängen. Ich als Finanzobermopi würde als aller erstes zusehen, dass ich von diesen Zinsen wegkomme. Da könnte man doch sicherlich aus so 5-600 millionen gut gebrauchen, nicht? Ist natürlich nicht so prestigeträchtig. Vielleicht erreichen wir tatsächlich mal irgendwann den break-even Punkt, wo die sich alleine reduzieren. :o
--- Ende Zitat ---
Mit der Argumentation kann man jedes Geld, dass für Sport, Kultur, Parks etc. ausgegeben wird streichen. Der Stadtpark brächte bestimmt mehr Steuergelder, wenn man da stattdessen eine Akkufabrik errichtet, 2 Theater, die sich eben selbst finanzieren müssen sind in HH auch genug und sämtliche Sportveranstaltungen werden eben auch gestrichen.
--- Zitat von: Black Ronin am 20 November 2015, 09:58:58 --- Verwechselst du jetzt Staatsausgaben mit Kommunalen Ausgaben oder seh ich da was falsch?
--- Ende Zitat ---
Von wem bekommen denn die Kommunen ihr Geld? Ist am Ende eh alles ein großer Pott, in den alle Steuerzahler einzahlen.
banquo:
ich finde es zwar faszinierend, wie du hier über 10-stellige Beträge sprichst, als ob es Wechselgeld wäre, aber okay, lassen wir die völlig unkalkulierbaren Kosten mal für einen Moment außen vor.
- Verkehrskollaps und Umweltverschmutzung
- Einschränkung der Bürgerrechte,
einen ganzen Monat leben wie im Ausnahmezustand.
- Vertreibung und Gentrifizierung:
höhere Mieten, niedrigerer Lebensstandard für den Großteil der Bevölkerung, dafür mehr leerstehende Luxuswohnungen a la HafenCity. im besten Fall gibts ein weiteres Nobelviertel, im schlechtesten Fall ein weiteres leeres Nobelviertel. Zeit, Geld und Kapazität für sozialen Wohnungsbau muss man dafür leider einsparen.
- Bauruinen und Klotz am Bein mit den Sportstätten:
die örtlichen Vereine haben weder das Geld noch den Bedarf für die Hallen in der Nachnutzung. Wenn die nach den Spielen überhaupt weiter verwendbar sind, und nicht wegen der Hektik de facto ohne Bauabnahme nur durchgewunken waren.
- Korruption und Unterstützung eines korrupten Olympia-Systems, Doping und Kriminalität
Mag man schon gar nicht mehr hören, aber: das IOC besteht aus furchtbaren Funktionären, die sich die Taschen voll machen und einen Teufel um die Sportler scheren.
Im übrigen halte ich die Idee, dass die Welt dann mit Begeisterung nach Hamburg schaut, für eine ziemlich hahnebüchene Vorstellung. Wollen wir mal die letzten olympischen Spiele Revue passieren lassen?
Griechenland 2004
https://www.tagesschau.de/ausland/olympia-sportstaetten-101.html
Italien 2006
na, wer erinnert sich an Turin? Niemand, den Sommer war nämlich Fußball-WM.
China 2008
www.zeit.de/sport/2012-04/fs-beijing
Kanada 2010
na, wer erinnert sich an Vancouver? und wenn ja, woran?
Großbritannien 2012
http://tagesspiegel.de/berlin/olympische-spiele-in-berlin-london-als-abschreckendes-vorbild/11396730.html
Russland 2014
www.mdr.de/kultur/putins-spiele-ein-jahr-danach100_zc-15948bad_zs-86171fdd.html
Passenderweise erzählen die Befürworter jetzt seit über zehn Jahren, dass diesmal aber wirklich alles anders und besser wird, und hinterher steht doch wieder die jeweilige Stadt/das jeweilige Land dafür gerade, und die Bevölkerung darf mit den Folgen leben. Sorry, aber: es hat ja schon einen Grund, warum überall, wo man die Leute danach befragt, mittlerweile schon auf die Bewerbungen verzichtet werden wie in München oder Oslo.
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