Schwarzes Hamburg > Politik und Gesellschaft
Nieder mit den Gewerkschaften?!
nightnurse:
--- Zitat von: CommanderChaos am 04 November 2014, 10:48:44 ---Also, das war jetzt netto.
--- Ende Zitat ---
Ein Glück :-X
Find ich erschütternd. Ich verdiene mehr und finde mich für die Verantwortung, die mein Beruf mit sich bringt, grade so lala bezahlt. Und so´n Lokführer hat mehr Menschen auf einmal in der Hand als ne Krankenschwester, der darf schon gerne was verdienen. Und das Arbeitszeitgesetz einhalten dürfen ::)
Mir ist auch aufgefallen, daß die Geduld der Presse mit der GdL grade zuende zu sein scheint, habe das aber jetzt nicht als auf "die Gewerkschaften" generalisiert empfunden.
CommanderChaos:
--- Zitat von: nightnurse am 04 November 2014, 12:15:42 ---Mir ist auch aufgefallen, daß die Geduld der Presse mit der GdL grade zuende zu sein scheint, habe das aber jetzt nicht als auf "die Gewerkschaften" generalisiert empfunden.
--- Ende Zitat ---
Noch nicht. Aber die Forderung, das Streikrecht einzuschränken und die Tarifpluralität abzuschaffen ist bereits laut geworden. Offiziell um die GDL daran zu hindern, das Land lahmzulegen, tatsächlich zielt es aber auf ALLE Gewerkschaften. Ob absichtlich oder als akzeptierter Kollateralschaden müssen wohl Verschwörungsexperten entscheiden. In jedem Fall widerspricht es dem Grundgesetz. Wenn tatsächlich der Bundestag über etwas Derartiges abstimmen sollte, würde ich von allen ehrlichen Gewerkschaftsfunktionären ein Bündnis zum (gesetzeswidrigen, aber meiner Meinung nach in solchen Fällen trotzdem gerechtfertigten) Generalstreik erwarten. Gut, dass es den DGB gibt, wir müssen also keine Angst haben, dass das passiert. ;D
Graf Edward Zahl:
Auch als Betroffener habe ich vollstes Verständniss für die Streiks der GDL. Letztendlich muss die Bahn jetzt ausbaden, was ein Herr Mehdorn mit seinem Versuch der Privatisierung kaputt gespart hat. Die meisten anderen Gewerkschaften haben heute doch gar nicht mehr "die Eier" mal richtig zu streiken und damit spreche ich hauptsächlich auf die größten Gewerkschaften (ver.di in meinem Fall) an. Ich frage mich ernsthaft auch, ob eine zu große Gewerkschaft überhaupt noch das Recht für sich beanspruchen für eine bestimmte Zielgruppe zu sprechen. (auch auf ver.di bezogen, denn letztendlich sind Dienstleistungen im Prinzip der gesamt tertiäre Sektor und die darin gelebten Arbeitsbedingungen unterscheiden sich bisweilen mindestens genauso stark wie die Aufgaben.) *durchatme*
Die Forderung, das Streikrecht und die Tarifpluralität abzuschaffen, kommt eigentlich jedes Mal wenn die Lokführer streiken. In den Medien wird dann immer das Bild von machtgierigen Gewerkschaftsfunktionären gezeichnet, welche aus eigenen düsteren Machtgelüsten ein ganzen Land als Geisel nehmen...
... erschreckend nur wie eine Vielzahl der Medien in die gleiche Kerbe haut.
Und wenn ich mir jetzt die Wochenarbeitszeit, das für erhaltene Geld, die menschliche und wirtschaftliche Verantwortung ansehe, dann ist es nur gerechtfertig... Die Bahn sollte sich nicht wundern, warum sie Nachwuchsprobleme hat, wenn sie so schlecht zahlt.
CubistVowel:
Ich finde es ebenfalls erschreckend, wie die Medien über die GDL berichten. Da werden wieder mal Meinungen als Fakten dargestellt, wie so oft, besonders in letzter Zeit. Dass das Streikrecht ein wesentlicher Teil der Arbeitnehmerrechte ist und genauer betrachtet auch das einzige Mittel, um Forderungen gegen den Arbeitgeber durchzusetzen, wird zurzeit einfach beiseite getreten. Klar trifft es viele Menschen - also bitte nur streiken, wenn es keiner merkt und keinen trifft? Wäre so nachts zwischen 3 und 4 Uhr genehm? Sorry, aber die Mainstream-Medien haben für mich schon lange höchstens noch einen gewissen Unterhaltungswert.
Ich finde es auch ärgerlich, wenn meine Bahnen nicht fahren, und mir tun natürlich alle Leute leid, die jetzt umdisponieren müssen. Trotzdem befürworte ich den Streik. Auch wenn es jetzt nicht mehr nur um Tarifbestimmungen geht, sondern offenbar auch noch darum, welche Gewerkschaft zukünftig die Bahnangestellten vertreten wird. Ehrlich gesagt verstehe ich die Mitglieder der EVG nicht; laut mir zugänglicher Info (die übrigens auch durchaus falsch sein kann) steckt die EVG ziemlich tief im Arsch der DB und kümmerte sich bisher entsprechend wenig um die Belange ihrer Mitglieder. Ganz im Gegensatz zur GDL (von der sich meines Wissens inzwischen übrigens auch andere Bahnangestellte vertreten lassen.)
Und gerade die SPD führt wieder mal die Forderung nach weniger Rechten für die Gewerkschaften (und somit ihr ureigenes Klientel, die Arbeitnehmer) an. Ekelhaft zuzusehen, wie diese Partei sich selbst überflüssig macht.
"Die Anstalt" bringt es mal wieder auf den Punkt: Max Uthoff über die Lokführer
CommanderChaos:
--- Zitat von: CubistVowel am 05 November 2014, 09:38:44 ---[...L]aut mir zugänglicher Info (die übrigens auch durchaus falsch sein kann) steckt die EVG ziemlich tief im Arsch der DB und kümmerte sich bisher entsprechend wenig um die Belange ihrer Mitglieder. Ganz im Gegensatz zur GDL (von der sich meines Wissens inzwischen übrigens auch andere Bahnangestellte vertreten lassen.)
--- Ende Zitat ---
Deine Info ist korrekt. Die letzte große Errungenschaft der EVG/Transnet war die Erhöhung der Wochenarbeitszeit auf 42 Stunden, was dann mit mühsamen Arbeitskämpfen der GDL wieder rückgängig gemacht wurde.
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