Pelzig stellt die richtigen Fragen...obwohl mir das Lachen natürlich ein wenig im Hals stecken geblieben ist.
Das einzige, was helfen würde, wäre massiv in den Aufbau einer Industrie in Griechenland zu investieren, damit die dann in ein paar Jahrzehnten genug abwirft, um die Schulden abzutragen.
[...]Es klingelt, Evangelos Melkonian ist da. Er umarmt den Priester, obwohl sie sich erst seit ein paar Tagen kennen, und nennt ihn „meinen Vater“. Kürzlich hat er erfahren, dass es in München die griechisch-orthodoxe Gemeinde gibt und diesen Geistlichen. Evangelos Melkonian ist ein 57-jähriger Mann in alten Kleidern und mit unruhigem, flackerndem Blick. „Ich schäme mich, dass ich wieder hier in Deutschland bin“, sagt er. Der Vater war Grieche, die Mutter ist eine Münchnerin. Bei ihr lebt er seit dem Frühjahr, nachdem er ein einfaches Flugticket gekauft hatte – „sie ist 85 und hat nur eine kleine Wohnung in Sendling“. Dann erzählt er dem Priester von seiner Arbeitssuche. „Die vom Sicherheitsdienst wollten sich melden, aber ich habe noch nichts gehört.“ Er hat sich beworben, wieder einmal. Als Wachmann. „Ich würde auch in der Gaststätte abspülen oder Klos putzen.“Evangelos Melkonian war einmal ein Mann, der ganz gut im Leben stand. In jungen Jahren war er in die Heimat des Vaters gezogen, auf seine Sehnsuchtsinsel Rhodos. Er hatte einen Betrieb für Zimmereiarbeiten und Fensterbau, vier Angestellte. Seine Frau stammt aus Polen, zwei kleine Kinder haben sie. Doch mit der Krise gingen die Aufträge zurück. Und die Arbeiten, die die Firma noch erledigte, wurden häufig nicht bezahlt. Evangelos musste die Mitarbeiter entlassen, dann stand er selbst vor dem Nichts. Er wirft die Hand durch die Luft und ruft: „Das ist kaputt da unten, einfach kaputt.“[...]
Auf beiden Seiten mehren sich die Stimmen, die eine Friedensdividende für die beiden NATO-Partner einfordern:Ein Grund für die Wirtschaftskrise in Griechenland ist der Versuch der Griechen, sich mit der Türkei bei den Verteidigungsausgaben einen Wettlauf zu liefern. Sogar die Länder, die versuchen, Griechenland in diesen schweren Zeiten zu helfen, versuchen ihnen neue Rüstungsgüter zu verkaufen. Griechenland braucht keine neuen Panzer, Raketen, U-Boote oder Kampfjets - auch die Türkei braucht diese Dinge nicht. Es ist Zeit, die Militärausgaben weltweit zu kürzen - besonders gilt dies allerdings für die Türkei und für Griechenland. Weder Griechenland noch die Türkei brauchen deutsche oder französische U-Boote.Egemen Bagis - Chefunterhändler der Türkei bei den EU-BeitrittsverhandlungenSowohl in Griechenland als auch in der Türkei wird das deutsche Engagement für das griechische Militär daher auch äußerst kritisch bewertet, sieht man in der Finanzkrise doch die ideale Möglichkeit, aus dem selbstzerstörerischen Rüstungswettlauf auszusteigen. Solange Griechenland von deutschen und französischen Hilfszusagen abhängig ist und die Türkei in die EU will, treffen derlei Stimmen der Vernunft jedoch auf taube Ohren. Mit Rüstungsgütern lässt sich nun einmal sehr viel Geld verdienen - wen interessiert da der griechische oder gar der türkische Staatshaushalt.
Haben wie erwartet im zweiten Anlauf zugestimmt....
Zitat von: Tialys am 13 Oktober 2011, 18:13:21Haben wie erwartet im zweiten Anlauf zugestimmt....Und auch hier sieht man mal wieder dass wir NICHT in eine rDemokratie leben.Schon mal aufgefallen? Wenn irgendetwas abgestimmt werden muss, wird im Vorfeld ein bestimmtes Ergebnis erwartet. Tritt dieses auch ein ist gut. Tritt dieses nicht ein, muss rein zufällig aus irgendwelchen Gründen neu abgestimmt werden. Und zwar so lange bis das erwartete Ergebnis eintritt....
Wassilis Aswestopoulos 20.10.2011Es sieht düster aus für die Regierung PapandreouIn der eigenen Fraktion brodelt es, das Land steht seit Wochen wirtschaftlich still und als Gipfel kam es anlässlich des am Mittwoch begonnenen zweitägigen Generalstreiks mal wieder zu massiven Ausschreitungen. Fast könnte man sagen, dass alles wie sonst ist. Molotowcocktails fliegen aus den Händen vermummter Personen, die aus Polizeipulks auftauchen und unbehelligt wieder in diesen verschwinden. Das gleiche Spiel wie immer? Nein. Denn es ist allgegenwärtig spürbar, dass sich die Situation immer schneller auf einen Höhepunkt zu bewegt. Wie dieser Höhepunkt aussieht und was die Nebenwirkungen für das Land, Europa und die Weltwirtschaft sind, das ist angesichts der immer offensichtlicheren Unfähigkeit aller Beteiligten unsicherer als eine heutige Wettervorhersage für Weihnachten.
eine garantie in höhe unseres halben staathaushaltes finde ich ziemlich übertrieben. was ist, wenn wir wirklich zahlen müssen ?