Schwarzes Hamburg
Schwarzes Hamburg => Archiv => Gedankenaustausch -Archiv- => Thema gestartet von: voll pöse am 20 November 2009, 09:15:26
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Da sich ja auch unsereins vermehrt und ich seit ein paar Jahren zu der "Elternfraktion" gehöre, habe ich des öfteren Gespräche mit anderen Eltern/zukünftigen Eltern aus der schwarzen Szene über das Thema "Erziehung am eigenen Nachwuchs".
Die Meinungen gehen da sehr weit auseinander. Die einen wollen ihren Kindern nur szenetypische Musik, schwarze Klamotten, Totenköpfe usw. antun. Die anderen wollen spätestens wenn sie Eltern werden alles was mit der Szene zu tun hat wegschmeißen und das typische leben der "Biedermeiers" führen.
Wir haben das mit unserer Tochter so gehandhabt das sie eine normale Kindheit haben soll, mit Bunten Klamotten, Kinderliedern usw. Papa hat zwar manchmal am WE komische Klamotten angehabt (bevor ich feiern gegangen bin), die fand das Kind aber meistens schön. Musik haben wir die gehört die wir mögen(aus Zeitgründen eh meistens Abends wenn das Kind schläft) und natürlich das was wir für das Kind gekauft haben.
Unsere Begründung ist gewesen das wir selber schon als Außenseiter zurechtkommen mussten, da kann man dafür sorge tragen das es dem Kind nicht so ergeht.
Sollte die Lütte später selbst doch zu unserer Szene oder einem ähnlichen Kasperverein wollen so ist es ihre eigene Entscheidung und sie wird das gleiche Unverständnis zu hören kriegen wie wir alle in unserer Jugend/Kindheit ;).
Meine Frage an Euch ist:" Wie würdet Ihr Eure Kinder und eure Szenezugehörigkeit unter einen Hut kriegen?"
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Da bei uns ja auch Nachwuchs ins Haus steht haben wir auch schon drüber nachgedacht, aber ich seh da überhaupt gar kein Problem darin das miteinander in Einklang zu bringen.
Wir bleiben einfach wie wir sind, ziehen an was wir mögen und sonst auch tragen, hören die Musike die uns gefällt, nehmen unser Kindelein auch gerne mal mit zu Veranstaltungen die kinderkompatibel sind und unser Kind zieht im Gegenzug 0815 Kinderklamotten an und darf auch gerne mal hören was es mag.
So kenne ich es auch von Freunden und das funktioniert echt prima.
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Da bin ich jetzt mal gespannt über andere Elternerfahrungen. Selbst erscheint mir das Vorgehen das du beschrieben hast als das einzig Richtige - sich selbst nicht fürs Kind verbiegen, aber dieses so normal wie irgend möglich aufwachsen zu lassen. Ob es den eigenen Lebensstil dann annimmt oder eher ablehnt, zeigt sich später ja ohnehin noch früh genug.
*edit* ups, die erste ist ja schon eingetrudelt. :)
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Auf keinen Fall wird unser Nachwuchs in schwarze Klamotten gezwängt. Man ist ja auch selber keine 17 mehr und der Drang zum Hundertprozentigsein hat stark abgenommen (Plüschfledermäuse schenken uns eher Freunde und Verwandte ...). Alles andere lässt sich meiner Meinung nach prima leben. Und ich bezweifel stark, dass ein Kind einen an der Waffel kriegt, nur weil es beim Anblick seiner Eltern meist schwarz/dunkel vor Augen hat. Und wie Kinder Musik hören, das nimmt sich auch nix (zumal hier eher selten Merzbow und Whitehouse laufen).
Aber dann ist da ja noch die berühmte Leheeebenseinstellung (von der in jedem zweiten Grufti-Profil-Steckbrief schwadroniert wird, ohne dass die Person das mit mehr als Allgemeinplätzen wie "ich selber sein zu können" vertieft). Spannend wird es nämlich bei der Erziehung/Prägung. Habt Ihr explizit Werte und Vorstellungen, die aus diesem Umfeld gewachsen sind (bzw. vorher schon vorhanden waren und dort blühen konnten) und die dem Kind entweder bewusst oder unbewusst mitgegeben werden? Oder doch die kleinbürgerliche Nummer und Grufti ist man eben im Internet oder eine Nacht lang auf ner Party und das geht Scheißerle überhaupt nix an?
Nicht nur dass ich davon ausgehe, dass ein Kind die letzten spätpubertären Relikte im Hirn entsorgen hilft (und einem doch idealerweise zeigt, dass man selber eigentlich auch Kind sein sollte). Ich glaube, es zeigt sich bei einem Kind sogar, ob auch für realistisch und "lebenstauglich" gehaltene Vorstellungen und Werte überhaupt "funktionieren".
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Ja, es tut manchmal weh wenn mein Lütter (15 J.) seinen Jumpstyle-Techno aufdreht... und maaanchmal kann ich mir auch einen Kommentar nicht verkneifen. Seinen Aggro-Rap-Kram kann ich noch einigermaßen tolerieren. Eigentlich bin ich ganz froh, dass er zumindest inzwischen aus dem Schnischnaschnappialter raus ist.
Der Klamottenstil lässt sich eh ab einem bestimmten Alter nicht beeinflussen, dass machen ausschliesslich Schulkollegen und Freunde aber nicht die Eltern. Und wenn ich sage "hey, sooo tief, dass der ganze Arsch aus der Hose guckt ist das Gegenteil von cool!", dann hab ich nur keine Ahnung.
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das allerwichtigste ist, dass die blage keinen zugang zum internetz kriegt. der rest entregelt sich von alleine.
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*malanmerk*
es gibt sooo schöne schwarz-weiß geringelte strampler! *entzücktsei*
und auch sonst sind diese gruftie accessoires ne schöne abwechslung. :)
in meiner verwandschaft ist das "totenkopfphänomen" auch schon zu beobachten: überall miniskulls und lederjacken für kids. ich finds süß und es sieht echt cool aus.
allerdings würde ich das kinderzimmer eher bunt statt schwarz streichen :P
soviel zur ausstattung.
am verhalten im alltag finde ich nichts schlimmer, als wenn sich eltern verstellen. kinder sind sehr tolerant, was das aussehen der eltern angeht. zumindest in den ersten lebensjahren. warum also im familiären umfeld einen auf spießer machen?
interessant wird es, wenn die fragen kommen: warum sieht oma anders aus als du? warum trägt opa nicht die röcke von papa.. usw ;D
ich sehe in der kombt grufti & kinder keine probleme, solange ein labiler klischeetyp keine kinder in die welt setzt und dauerhaft schlechte laune verbreitet. das könnte abfärben :D
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Mal kurz ein bisschen offtopic geh ...
Erziehung nach DEAD-Manier (http://home.arcor.de/maestitia/Comics/Dead/deadcomics2.htm)
Dritter Cartoon von unten. ;D
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Man sollte sein Kind nicht durch die Erziehung schon in eine Szene reinzwängen, das wird eh nicht klappen - spätestens in der Pubertät wird das Kind in seiner rebellischen Phase "ausbrechen". Ich finde voll_pöse hat es richtig gemacht - Ich würde es auch so machen. Letztendlich ist die Szenezugehörigkeit eine Sache der Eltern und nicht des Kindes, welches diese sicherlich nicht ganz versteht. Zudem sind andere Kinder sehr schonungslos mit Kritik und Ausgrenzung, so bald jemand aufällt - ein Kind das immer schwarz angezogen zum Kindergarten muss, wird sicherlich oft gedemütigt - dass sollten verantwortungsbewusste Eltern nicht ihren Kindern zumuten.
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Zudem sind andere Kinder sehr schonungslos mit Kritik und Ausgrenzung, so bald jemand aufällt - ein Kind das immer schwarz angezogen zum Kindergarten muss, wird sicherlich oft gedemütigt - dass sollten verantwortungsbewusste Eltern nicht ihren Kindern zumuten.
also wer das tut, ist eh nen sadist ^^
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Puh... Also ich laufe IMMER in schwarz rum und habe gleich 3 kinder. Aber meine wohnung sieht trotzdem nicht aus wie ne gruft, und die kids dürfen rumlaufen, wie sie wollen, und auch deren musik ertrage ich.. (immerhin hören sie ab und an meine und mögen sie )
Ok, wenn ich am we ausgehe, sehe ich extremer aus als in der woche.
Aber bei mir kann ich auch von jahrelanger erfahrung sprechen.
Meine zwerge müssen sich schon oft genug , obwohl ich im altag neutral schwarz rumlaufe, genug sprüche anhören.
Das möchte ich nicht noch verstärken.
Zumal sich alle gerade in der ach so schlimmen Pubertät befinden.
Meine zwerge dürfen sich in jede richtung bewegen, und ich muss Bianca-Bijou zustimmen..
Ich finde die hosen und die musik scheisse...
Aber was solls ??
Das muss nicht mir gefallen, sondern dem zwerg.
Der muss sich damit gut fühlen, und wenn er sich doch mal nicht gut fühlt, bin ich immer noch da, zum auffangen..
Und ich denke ,das ist das wichtigste...
Immer da sein, immer zuhören,empfangsbereit zu sein..
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mal ganz davon abgesehen, dass ich finde und erlebe, dass das leben mit kindern einen automatisch verändert, denke ich, dass in der erziehung alles, was aufgedrängt oder sogar aufgezwungen wird nicht sein sollte.
(damit sind jetzt nicht so sachen wie duschen, zum sport gehen oder hausaufgaben gemeint) ich würde keinen unterschied zwischen nem mega gruftie outfit oder dem ballettunterricht machen, wenn es nicht die freie entscheidung des kindes wäre und nur dazu diente irgendwelche unerfüllten träume der eltern zu verwirklichen.
warum hat man den kinder??? ich will doch entdecken welcher mensch da zu mir gekommen ist und sehen wie er sich so entwickelt und mir nicht irgendwas zusammenbasteln.
gleichzeitig finde ich es aber auch wichtig, dass man sich selbst nicht verliert.
ich bin zum glück bisher mit meinem aussehen und meinen interessen, die vielleicht nicht unbedingt denen der breiten masse entsprechen, nicht weiter angeeckt.
zudem ist mein zwerg noch nicht so weit, dass er klamottentechnisch irgendwelche vorlieben äussert - also kann ich mir da noch manchmal den einen oder anderen spass erlauben ;)
naja und was musik und so betrifft findet er sesamstrasse und co halt einfach tanzbarer als meinen kram ;D
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wenn mein kind mit cyber-dreads ankommen würde, bekäme es ein arschvoll /o\
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Immer da sein, immer zuhören,empfangsbereit zu sein..
Es ist eindeutig zu spät, mein Gehirn steht auf Stand-by oder so.
Ich las gerade "immer empfängnisbereit sein". ::)
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Immer da sein, immer zuhören,empfangsbereit zu sein..
Es ist eindeutig zu spät, mein Gehirn steht auf Stand-by oder so.
Ich las gerade "immer empfängnisbereit sein". ::)
Bärchen, du bist ein Ferkel...fg....
Nur weil ich 3 zwerge habe , und dafür nur 2 mal schwanger sein musste, heisst das nicht , allzeit bereit.. ;)
Es bedeute eher, egal wie spät ,und égal wie genervt oder müde , egal was ist, man sollte immer ein offenes ohr für die kids haben.
Egal wie anstrengend es in dem mom gerade ist.
@Olli : Ich würde einfach das Taschengeld kürzen, das wirkt wunder...fg...
Und sonst : Dann werd ich halt blind, wenn ich meine kinder anschau !!
Tasten ist doch eh viel schöner...grien..
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Freunde von mir kommen mit der erziehung ihrer Tochter und dem "dazugehören" sehr gut zurecht.
Sie sind ihrem Stil treu geblieben udn die kleine bekommt bunte kleidung und wird auch zu nichts gezwungen irgendwelche Schwarze Musik zu hören.
Vor kurzem hat die kleine Sneakers mit Totenköpfen angehabt und ich habe gefragt wer die denn ausgesucht hatte.
Sie hat freudestrahlend zu mir gesagt, das war ich.
Also wird die kleine sich schon was von ihrem Umfeld abgeschaut haben was für sie als normal gilt.
Ich finde es jedoch nicht allzubesonders schlimm.
Jeder muss seinen eigenen Geschmack haben.
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Ich werde mich hüten, meinen sohn schwarz zu erziehen.
Dann hüpft der irgendwann neben mir im kir herum und schnappt mir die damen weg !!!
Nlö nö nö....
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habe selbst keine Kinder (zum Glück),
habe es aber bei einigen Bekannten noch aus Russland mitbekommen. In Russland gab es so vor 20 Jahren sehr viele Hippies. Da die Eiserne Vorhang das Entstehung von Subkulturen verzögerte, war es in Russland nicht die 60-er, sondern 80-er.
Viele diese Hippies bekamen Kiddies, die jetzt schon auch gross sind.
Und eine Tendenz ist sehr interessant: diejenige von denen, die als Hippies "erzoge"n wurden, also in bunte Jeans gesteckt, Haare wurden bei Jungs nicht geschnitten, Hippieschmuck, die Eltern kamen zum Elternabend in voller Montur u.s.w. Also diejenige Kinder sind als erwachsene Oberspiesser, sie hassen ja regelrecht alles, was mit irgendwelcher Subkultur zutun hat. Und besonders ihre Eltern sind ihnen peinlich.
Die andere Kinder, die ganz normal laufen dürften und deren eltern sich ein bißchen anpassten (d.h. relativ normale Klamotten beim Elternabend). Also diese Kinder kommen mit dem Welt von ihre Eltern zurecht, fahren manchmal gerne zusammen zum Festivals, entscheiden sich für irgendwelche Subkultur (Metaller, Goth gibt es in Russland reichlich)
Kinder sind sehr brutal, sie machen jeden fertig, der anders als sie ist. Zu flippige Eltern können ihrem Kind damit eine regerechte Trauma verpassen, an deren Folgen der Sprossling sein Leben lang zu leiden wird.
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Da ich ein ziemlicher (und tatsächlicher) Non-Goth-Goth bin hab ich mir darüber nie wirklich den Kopf zerbrochen. Ich bin ein vollkommen normaler Mensch, mit einem eigenen Klamotten- und Musikgeschmack. Ich übertreibe es stylingmäßig maximal, wenn ich auf ne Party oder ein Festival gehe. Im Alltag bin ich kein Fan von Extremen, in keiner Hinsicht. Insofern sehe ich da kein Problem.
Ich werde mich für das Kind diesbezüglich nicht bewusst ändern, das ist für das seelische Wohl des Kindes auch gar nicht nötig. Würde ich mich total verbiegen, fühlte ich mich auch nicht mehr wohl, und eine derart unausgeglichene Mutter schadet einem Kind mehr als jedes schwarze Dead-Lätzchen. ;-)
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Da ich größtenteils von meinen Großeltern erzogen worde in der frühen Kindheit, würde ich vorallem auf charakterliche Werte acht geben.
Mir persönlich wäre sehr wichtig das mein Kind den Respekt vor allem Lebenden und der Natur lernt, die Achtung vor anderen Gedanken, und das hinterherfragen wären mir sehr wichtig, was mein Kind anzieht an Musik hört oder gerne liest, wäre mir größtenteils egal.
Aufjedenfall würde ich acht geben auf einen kontrollierten Zugang zum Internet weil das bei mir sehr viel versaut hat... da hat olli gar nicht so unrecht.
Aber als Baby würd ich ihm vermutlich schon seine ersten Haare zum Iro kämmen ;D