Schwarzes Hamburg
Schwarzes Hamburg => Archiv => Kunst & Kultur -Archiv- => Thema gestartet von: SuperTorus am 29 Juli 2005, 14:50:21
-
Eine Frage, die ich mir schon länger stelle, und die mir seit Svenzelmanns "Welche Bands wollt Ihr hören"-Thread nicht mehr aus dem Kopf geht:
David Bowie - Gruft-Kompatibel, oder nicht?
Ich habe ein recht merkwürdiges Verhältniss zu David Bowies Musik. Viele seine Songs (und auch komplette Alben) mag ich nicht. Viele Songs und Alben wiederrum finde ich großartig. Eins ist für mich sicher: Er eine Stimme die einzigartig ist und mich hypnotisiert.
Meiner Meinung nach hat er viel Sachen gemacht, die zumindest thematisch wunderbar in die "Goth"-Schublade passen würden. Space Oddity z.B. Low, oder das ganze Outside Album (das ist so finster, da können sich einige etablierte Künstler eine Scheibe von abschneiden).
Musikalisch sind seine Sachen jedoch eine ganze andere Welt und mit "unseren" Bands nicht vergleichbar.
Wie steht Ihr dazu?
-
Öhm...
Ich achte ja bei Musik nicht unbedingt darauf, ob sie nun Gruft-kompatibel ist oder nicht (welcher ernstzunehmende Mensch tut das schon?). Aber ich mag eben viele Sachen von ihm, also können die meinetwegen auch laufen.
Im Übrigen seh ich das ähnlich wie Du, vieles ist einfach auch "kompatibel".
-
Ob eine Band "gruftkompatibel" ist, ist ja fast schon eine Gretchenfrage...
Ich denke, Bowie ist zumindest dem "Mainstream" nicht zuzurechnen und damit auch für die Gruftfraktion prinzipiell interessant. Er bezieht seinen Erfolg in erster Linie aus seiner Andersartigkeit und kokettiert auch mit gruftkompatibler Ästhetik immer wieder.
Ich finde, er passt hier wunderbar her! Er macht Musik für Aussenseiter - genau das, worunter "Schwarze" sich verstehen. Nur dass er nun so megamässig viel Erfolg hat macht ihn jedenfalls nicht gruftunkompatibel.
-
Ich habe ein recht merkwürdiges Verhältniss zu David Bowies Musik. Viele seine Songs (und auch komplette Alben) mag ich nicht. Viele Songs und Alben wiederrum finde ich großartig. Eins ist für mich sicher: Er eine Stimme die einzigartig ist und mich hypnotisiert.
Meiner Meinung nach hat er viel Sachen gemacht, die zumindest thematisch wunderbar in die "Goth"-Schublade passen würden. Space Oddity z.B. Low, oder das ganze Outside Album (das ist so finster, da können sich einige etablierte Künstler eine Scheibe von abschneiden).
Das sehe ich genauso.Insbesondere die Stimme ist sehr genial, seine Ausstrahlung auch.
Es gibt ja einige Lieder von ihm, die auch gerne mal auf schwarzen Partys (das ist wohl mit "kompatibel" gemeint) gespielt werden, z.B. Ziggy Stardust oder Heros.Ob das da nun einhundert Prozent hinpaßt, ist eine andere Frage, zumindest ist diese Musik dort nicht allzu "falsch".
-
Ist eigentlich auch nicht "falscher" als z.B. Placebo find ich..
Mein Favorite ist übrigens seit einigen Jahren "Hello Spaceboy" im Pet Shop Boys-Remix.
-
Ich stimme uneingeschränkt zu, dass das Outside Album der Hammer ist. Aber auch Earthling fand ich super. Einer meiner Lieblingssongs von Bowie ist und bleibt aber "This is not America".
"Little Wonder" ist auch großartig. Und wenn man weiß, dass Bowie um 96 rum nicht nur mit NIN als Vorband getourt, sondern das Earthling Album zusammen mit Reznor prodiziert hat, weiß, wo der Mann hingehört. In kein Sparte. Er ist ein Unikat und seine Musik ebenfalls. Es ist aber nicht verleugbar, dass es Popmusik ist. Na und?
-
>> "Hello Spaceboy" im Pet Shop Boys-Remix
Der ist echt super.
-
Ist eigentlich auch nicht "falscher" als z.B. Placebo find ich..
Das stimmt wohl.
Es ist aber nicht verleugbar, dass es Popmusik ist. Na und?
Synthie-Pop ist auch Pop, und hinter der Musik stehe ich voll und ganz.
Allein die grobe Kategorie "Pop" ist also ohnehin kein prinzipielles "Ausschlußkriterium" auf's schwarze Partyumfeld bezogen :wink:
-
David Bowie - Gruft-Kompatibel, oder nicht?
genau dieselbe frage habe ich mir auch schon einmal gestellt...
warum eigentlich?
ich hab mich dann lieber gefragt, ob die musik mit meinen ohren kompatibel ist.
ist sie. reicht. ;)
-
Ob es nun kompatibel ist oder nicht ist mir eigentlich auch egal, das ändert ja nichts an meinen Hörgewohnheiten.
Ich wollte nur mal in die Runde fragen, wie Bowie so im Gruft-Kontext empfunden wird, bevor ich zu Svenzelmann geh und ihm die Outside auf den Tisch lege.
Könnte ja sein, das ich mir den Tanzflächen-Räumer schlechthin wünsche, und mir hier dann jahrelang anhören muss ich sei Hiphopper oder so. :)
-
Könnte ja sein, das ich mir den Tanzflächen-Räumer schlechthin wünsche, und mir hier dann jahrelang anhören muss ich sei Hiphopper oder so. :)
:lol:
also von mir nicht
-
Ich finde Bowie sogar sehr gothic-kompartibel. Und seine Kreativität und Wandlungsfähigkeit finde ich einfach nur großartig!
-
geschafft! :D http://www.schwarzes-hamburg.com/viewtopic.php?p=79443#79443
-
SuperTorus hat folgendes geschrieben:
Könnte ja sein, das ich mir den Tanzflächen-Räumer schlechthin wünsche, und mir hier dann jahrelang anhören muss ich sei Hiphopper oder so.
also von mir nicht
Sogar Ausnahmsweise mal nicht von mir :wink:
-
als ich ins schwarze rübermachte - was relativ abrupt passierte - habe ich die musik, die ich bis dato konsumiert hatte, auf den schwarz-prüfstein gestellt. bowie, den ich liebte und hasste und liebe und hasse, war und ist in meinen ohren verdammt schwarz-kompatibel. ob das daran liegt, dass seine musik stück für stück ein unikat ist, sich schwer klassifizieren lässt, hochromantisch sein kann oder sich bestens im anschluss an ein silke bischoff-album hören lässt - hmm - die mischung machts?
angeblich sollen ja die frühen gothic-bands mehr oder weniger stark vom glam rock beeinflusst worden sein, bauhaus z.b. explizit von t. rex und bowie.
trivia
im video zu "i'm afraid of americans" (remastered by nin) spielt der trent mit und jagt david durch die straßen einer amerikanischen großstadt.
-
hier (http://en.wikipedia.org/wiki/Goth_rock) nen schöner artikel über die entstehung von "gothic", man beachte, wie oft der name david bowie auftaucht :)
-
In der Tat beachtlich...
-
David Bowie im Kir? :shock: :shock: :shock:
Habt Erbarmen! :roll:
-
Bowie hat mit NIN Musik gemacht, und mit Placebo und mit Robert Smith gesungen...
Dann gibs noch "Goth Oddity", und "The dark Side of David Bowie", Bauhaus haben Bowie gecovert...
Ich denke das passt schon. Wird ja auch auf normalen Parties fast nicht gespielt, aber wenn ichs mir wünschte, gabs immer welche die wirklich begeistert waren, das mal was "neues" (also, für die gewisse Party) gespielt wurde.
-
"heroes" ist des öfteren im tonwerk und auch schon einige vereinzelte male im kir gelaufen. und das ist gut so.
kein erbarmen!
-
Es gibt Stücke von ihm die ich hasse und welche die ich liebe. Die, die ich liebe sind kompatibel und welchen Einfluss er (bzw. sein Musik) auf die Entwicklung der Musik der Gothic-Szene hatte, ist wohl unbestritten.
Das ich zu vielen dieser Stücke schlecht tanzen kann ändert nichts daran das sie gut sind. :wink:
-
Kurz und knapp (ausnahmsweise mal ;)):
DAVID BOWIE ist großartig!!! Seine Musik ebenso wie seine Ausstrahlung: einzigartig! Sehr charismatischer Mensch (Ausstrahlung)!!
(Ok, finde auch nicht alle seine Stücke toll, aber doch so einige... ;))
Ob er "gruftkompatibel" ist oder nicht, ist mir völlig egal, allerdings finde ich, dass er durchaus einige sehr melancholische Stücke hat - und eben: was heißt schon für wen (und: weshalb) "gruftkompatibel"... :?
-
Schubladendenken ist mir fremd!
Wenn mir auch nicht alle seine Songs gefallen, Bowie ist geil!
Und wenn ich ihn schon einschubladen muss, dann am liebsten in die Schublade "Bowie" :biglaugh:
-
Da Bowie sowieso mein Lieblingmusiker ist, kann der meinetwegen gerne durchgehend gespielt werden...
-
David Bowie ist absolut großartig und einer meiner absoluten Lieblingskünstler!!!!! Und selbstverständlich "gruftkompatibel"
-
David Bowie
A class of its own :D
-
In den 80ern hat er imho zwar nur Müll gemacht, aber ansonsten ein sehr fähiger Musiker mit ausgezeichneter Stimme!
"gruftikompatibel"; ach du scheiße; wer denkt sich solche Wörter aus? :?
-
... grinz schon lustig... hab mir neulich extra noch mal Wir Kinder Vom BHF Zoo als CD nach gekauft um hin und wieder mal Heros in remasteter Quallität zu spielen... hatte sonst immer nur meine Original Vinyl Maxi als Vorlage für den Song mit deutschen Vocals :-)
Ich persönlich steh voll auf Ashes To Ashes, Starman, Fame und Station To Station, mag aber auch sein Spätwerke... find ich ja lustig das der doch so viele Fans hier hat...
Kennt ihr Hurt im Duet mit NIN... gibt es auf ein paar Bootlegs... das ist der Hammer... ist von der Tour wo die zusammen gespielt haben... da gingen die Sets ja ineinander über... grosses Kino!
Space Odity war früher im alten Kir mal Pflicht... könnte man also durchaus gerne mal mit einfliessen lassen!
Ich finde ja sogar Let´s Dance grossartig GRINZ
-
Kennt ihr Hurt im Duet mit NIN
Nein! Unbedingt spielen!!
-
Ja, kenn ich, als eingefleischter Fan, ist natürlich klasse!!!!!!!
Edit: Heroes mit deutschen Vocals finde ich auch klasse und irgendwie witzig wie er da singt.
-
Space Odity war früher im alten Kir mal Pflicht... könnte man also durchaus gerne mal mit einfliessen lassen
Dafür!!!
Außerdem finde ich die "Without you I'm nothing"-Version von Placebo & Bowie auch großartig!!!
-
Dafür!!!
Außerdem finde ich die "Without you I'm nothing"-Version von Placebo & Bowie auch großartig!!!
Die find ich auch nett, und das obwohl ich Placebo für eine belanglose Band halte.
-
Dafür!!!
Außerdem finde ich die "Without you I'm nothing"-Version von Placebo & Bowie auch großartig!!!
Die find ich auch nett, und das obwohl ich Placebo für eine belanglose Band halte.
Placebo sind gross... aber das ja alles bekanntlich Geschmackssache... Without You I´m Nothing definitiv toller song, aber etwas ruhig für den Club... das ja eher was für den feierabend... :-)
-
btw Sven, ich werd morgen mal die viel gerühmte Outsides mitbringen.. dann kannst Du den Pet Shop Boys mix von Spaceboy spielen :)
Nils
-
@sven: Ach, direkt vor dem Quitsche-Entchen kommt der bestimmt gut :D
-
btw Sven, ich werd morgen mal die viel gerühmte Outsides mitbringen.. dann kannst Du den Pet Shop Boys mix von Spaceboy spielen :)
Nils
mach ich gerne!
-
@sven: Ach, direkt vor dem Quitsche-Entchen kommt der bestimmt gut :D
Klar, am besten noch mal dran erinnern ;-)
-
Bowie ist ein Monument, ein Halbgott, ein Pop-Heroe, der in derselben Liga wie die Beatles, Velvet Underground / Lou Reed / John Cale, Iggy Pop etc. spielt. Er wirkte beispiellos innovativ bzw. stilbildend in absolut jeder Hinsicht und eine Band wie bspw. Bauhaus ist ohne Bowie beinahe undenkbar. - Daß er im Rahmen seiner Wirkmächtigkeit auch mal beherzt in die Scheiße getreten ist - den ununterbietbaren Volltreffer in dieser Hinsicht stellt in meinen Augen das unsägliche "Dancing In The Streets"-80er-Duett mit dem noch viel unsäglicheren Mick "Tellerlippe" Jagger dar - kann, ja: muß ihm dabei wohl nachgesehen werden.
Zu meinen ganz persönlichen Bowie-Lieblingswerken zählen "Hunky Dory", "Low" und "Heroes" (hier insbesondere die Instrumentalseite) bzw. ganz generell die Sachen, die er zusammen mit Brian Eno gemacht hat; ich schätze nämlich insbesondere seine ruhigen Stücke.
-
David Bowie und nicht schwarz? Hmm, die alte Schubladendiskussion, die ich auch schon in anderen Threads las. Mal unabhängig davon: Gibt es jemanden, der es mehr versteht bzw. verstand, Lyrics mit derart schwarzem Inhalt in bittersüße Melodien zu verpacken, über so eine lange Zeit? Sorry, ich finde, er ist ein echter (Alt-)Meister. Kompositorisch, soundmäßig ohnehin und sicherlich auch für ganz andere Bereiche stilbildend. Aber von den Texten her finde ich ihn vielfach nach wie vor ganz ganz tief inmitten eines schwarzen Gedankengutes. Oder besser, weil richtiger: grau, nebelverhangen, mystisch, metaphorisch und ungeheuer bittersüß bis melancholisch.
-
David Bowie, einfach nur der Hammer. Ein Gott. Ein Genie. Mein absoluter Lieblingskünstler und Musiker und überhaupt, einfach toll, einfach gigantisch.... Ich würd fasta lles geben um den nochmal Life zu sehen...
Er ist mein Held !!!
So hab mich geoutet.
-
Ich bin ja ganz begeistert, das doch so viele Bowie mögen!!!
@Schwarzer Mond: Bowie Live? Ja, Bitte!!!! Ist bei mir schon fast zwei Jahre her. :-(
-
Ich weiß gar nicht, ob ihn live erleben möchte, jetzt und heute. Manchmal ist es besser, man behält seinen (vielleicht) verklärten Blick auf die Wirklichkeit. Bitte nicht noch ein Idol, das sich selbst vom Denkmal holt, indem es seine besten Jahre trotz fortgeschrittenen Alters imitiiert. Ob das allerdings auf Bowie zutrifft, weiß ich natürlich nicht. Ich lass mich gern eines Besseren belehren.
-
Ich mag Bowie auch total gern, kann von mir aus seeehr gern (öfter) im Kir gespielt werden! :D
-
Bowies Konzert in Hamburg 2003 war klasse. Er war schon sehr ruhig geworden, was sein Auftreten betrifft. Also weniger exzentrisch, aber für einen fast 60 jährigen doch schon exzentrisch. Wenn jetzt hier jemand versteht, was ich sagen will. Er hat sich ja immer weiterentwickelt und er sieht nicht aus wie ein alternder Rockopi, der versucht irgendwie jung rüber zu kommen. Trotzdem macht er nen jungen Eindruck...
-
so, und jetzt mal eine wichtige frage:
wie groß ist das grufti-potential von michael jackson?
- mein chef findet ihn gruseliger als marilyn manson
- er schminkt sich nicht nur weiß, er lässt sich bleichen
- er hat titel wie "thriller", "bad" und "dirty diana" gebracht
- seine klamotten sind entweder uniform-ähnlich, tuntig oder schlicht geschmacklos
- androgyn anyone?
- schwarzes, langes haar
wem noch etwas einfällt, der darf es gerne dazudichten :)
-
Der ist nicht goth-kompatibel. Er sagt: "I love (!!) you all", wäre er goth, würde er sagen: "I hate you all". :wink:
-
wie groß ist das grufti-potential von michael jackson?
- seine klamotten sind entweder uniform-ähnlich, tuntig oder schlicht geschmacklos
Schau dir mal den heutigen durchschnitts-Szenegänger an, der hat so ziemlich die gleichen Klamotten wie der Jackson auf dem Bad-Cover : schwarze Lederjacke, schwarze Stoffhose mit irgendwelchen Schlingen und diese Leder(?)Stiefel mit den Schnallen.
Also : Jackson=Goth (zumindest optisch) 8) :wink:
-
Thomas hat völlig recht!
Außerdem versucht Jackson immer noch blasser zu werden; vermutlich bis er transparent ist. Auch sehr "gruftig"! Und im Thriller-Video spielt er sogar einen Untoten, der aus seinem Grab steigt und auf dem Friedhof tanzt! Huaha! :vampire:
Dieser Meinung sind wohl auch noch andere: Bei meinem Umzug fand ich in einer uralt Zillo einen Cartoon, in dem ein Goth die Straße lang geht und einem "normalen" Ehepaar entgegen kommt. Der Mann sagt daraufhin zu seiner Frau: "Hey, schau mal, da geht Michael Jackson!"
-
Müssen wir jetzt alle den Moonwalk lernen? 8)
-
Mal was anderes: Gibt es eigentlich ein Album das depressiver und düsterer ist als "Portishead - Portishead" ?
Warum wird Portishead eigentlich nicht gespielt? Ich bin sicher, die meisten haben da das eine oder das andere Album im Schrank.
Oder hab ich nur grade nicht zugehört, wenns läuft?
-
:\o/: Ich liebe Portishead!!!!!
-
:\o/: Ich liebe Portishead!!!!!
Dann sollte sich das wohl mal jemand mal zu Herzen nehmen.
Ich war ja schon begeistert, als spät im KIR mal "Red Right Hand" lief. Da kann man doch auch mal Portishead auflegen.
"All mine" wäre da so ein Titel.
PJ Harvey hat auch einige interessante Titel... das Witzige ist, jeder hat's zu Hause, aber keiner legt's auf, höchstens spät und zufällig...
Im Moment liegt Elektro und Industrial halt immer noch weit vorne, leider gehen mir die Terzgänge langsam aber sicher auf die Nerven.
Das "Gruftpotential" vieler großartiger Musiker ist noch nicht ausgelotet worden. Zumindest nicht in Hamburg. In Frankfurt ist man da viel offener.
-
portishead in ner disco? eher nicht, oder?
-
portishead in ner disco? eher nicht, oder?
Warum nicht?
-
Weil dann die Suizidrate rapide in die Höhe springt, keiner mehr tanzen will und "schwarz" nicht immer gleich "depressive-Musik-liebend" bedeutet!
-
Weil dann die Suizidrate rapide in die Höhe springt, keiner mehr tanzen will und "schwarz" nicht immer gleich "depressive-Musik-liebend" bedeutet!
Hm, und wie erklärst Du Dir die Häufung extrem depressiver Industrial-Klänge? Als ob das allgemein anderkannte Partymucke wäre.
Ehrliche, nicht-kalkulierte Musik macht glücklich. Leider ist das in Vergessenheit geraten. Die meisten merken es noch, nach dem Motto "Das klingt ja wie...". Aber den Mut, zu sagen: ich will etwas Ehrliches, Wahres!, den bringen die wenigsten auf. Lieber das was man kennt, das was so ähnlich klingt wie das was man kennt, dann wird schon keiner meckern.
Seltsam, dass manche Leute erst dann *hinhören*, wenn mal etwas kommt, das sie nicht zuordnen können...
Die Stimmung ist dabei nebensächlich.
-
Öhm..was sind "extrem depressive Industrial Klänge"?
Zumindest das was ich von der Stahlklang, dem Kir etc kenne kann ich nichtmal in "depressiv" einordnen, geschweige denn "extrem depressiv"...
Depressiv, in seiner ursprünglichen Bedeutung "niederdrückend"....
:) [/quote]
-
Aber den Mut, zu sagen: ich will etwas Ehrliches, Wahres!, den bringen die wenigsten auf.
Ich schon. Und ich bringe auch den Mut auf zu sagen, dass P.J. keine Tanzmucke macht und ich sowas nicht im Club hören möchte, weil ich dort zum Tanzen hingehe.
Ich bringe auch den Mut auf zu sagen, dass auch guter EBM/ Industrial verdammt ehrlich und straight ist und mich dagegen P. J. - obgleich ich ein extrem sonniges Gemüt habe - völlig runterzieht. Das höre ich mir lieber an, wenn ich in der Stimmung dazu bin(<- und die ist dabei verdammt wichtig!). Okay, ich mag P.J. nicht, aber jeder der sie schätzt, sollte sich auch bewußt machen, dass man beispielsweise einen guten Wein auch nicht gegen den Durst in sich reinschüttet, sondern sich dafür extra Zeit und Ruhe nimmt.
Im Übrigen liegt das von dir oben angesprochene "Problem" daran, dass für die meisten Menschen Musik nicht besonders wichtig ist, deshalb möchten sie keine schwer zu verdauende, ehrliche Kost, sondern lieber McDonald's für Ohren.
Depressiv, in seiner ursprünglichen Bedeutung "niederdrückend"....
Diese Wirkung hatte EBM/ Industrial bei mir noch nie, ganz im Gegenteil, das Zeug macht mich ganz high, deshalb schließe ich mich Syntiqs Frage an.
-
Hmmm ich glaube irgendwas stimmt nicht mit der Kommunikation... na was soll's.
Ich erinnere mich an die Zeit vor ca. 10 Jahren in der Bayreuther Etage, was da gespielt wurde war irgendwie anders. Die Leute haben getanzt, keine Frage. Die Ansprüche haben sich wohl verändert.
Ich glaube es liegt einfach daran, dass Anfang der 90er einige Leute in die Technoszene abgewandert sind, wieder zurück kamen und einiges von der Musik und dem Verständnis, was denn zum Tanzen sei, von dort mitgebracht haben. Dem habe ich mich nie angeschlossen und werde es wohl auch nie tun. Das heißt nicht, dass ich nicht auch auf die harten Sachen tanze.
Ein bisschen kompositorisches Feingefühl erwarte ich aber trotzdem und gerade bei den harten Sachen ist es noch viel wichtiger.
Vieles klingt schlicht gleich und kalkuliert. Mit ehrlichem Musikmachen hat das nichts zu tun. Ich unterstelle dabei den Musikern nicht mal, dass sie das absichtlich machen. Nur stört mich schlicht die Bereitschaft des Publikums, zu Müll zu tanzen, nur weil es hart und laut ist.
Nicht alles was hart und laut ist, ist Müll, aber qualitativ hochwertiges kann man an einer Hand abzählen.
-
@Trakl: Stimm dir zu. Wünsch mir auch, dass in Clubs öfter mal was Überraschendes kommt, mit dem man vielleicht nicht so rechnet.
-
@Trakl: Stimm dir zu. Wünsch mir auch, dass in Clubs öfter mal was Überraschendes kommt, mit dem man vielleicht nicht so rechnet.
Dazu müssten man auch erst mal was Überraschendes komponieren. Ich bin ja schon froh, wenn mal "Neverending Story" gespielt wird. Der Song beansprucht einen Gutteil des Quintenzirkels, was man von 90% der anderen Songs nicht mal ansatzweise behaupten kann. Seltsamerweise hört man diesen Klassiker doch immer wieder gerne. Das liegt schlicht daran, dass er so gut komponiert ist.
-
@trakl:
Die Kommunikation ist völlig in Ordnung. Ich stimme dem was du über musikalischen Anspruch sagst völlig zu. Auch, dass man kompositorisch gute EBM/ Industrial-Songs, die in Clubs gespielt werden, an einer Hand abzählen kann.
Es ist aber auch eine Frage des Geschmacks. Auch wenn P. J. Harvey zugegebenermaßen kompositorisch gute Musik macht, die ich als solche auch anerkenne, muss ich die Musik dennoch nicht mögen. Muss man immer alles mögen, was hochwertig ist? Ich hasse auch echten, teueren Kaviar - davon bekomme ich Brechreiz.
Ja, ich mag hochwertige Musik, zuhause, auf der Couch, wenn ich mich damit befassen kann, denn ich kann, wenn ich guter Musik zuhöre, nichts anderes tun als hören. Ich sehe trotz geöffneter Augen nichts mehr, weil ich völlig in der Akustik versinke.
Wenn ich jedoch in einem Club bin, möchte ich tanzen. Und "Tanzen" bedeutet bei mir "Bewegung"; je mehr, desto besser. Ich bin kein schleichender Ausdruckstänzer, ich bin eine Tanzmaschine! Es beflügelt mich und macht mich total high. Und das hat nichts mit Techno zu tun, sondern damit, dass mir diese Art der Bewegung mehr liegt. Dafür nehme ich auch gerne in Kauf, dass die Musik nicht sehr vielschichtig ist.
Zudem ist weniger manchmal auch mehr. Manche Menschen verwechseln gerne "kompositorisch wertvoll" mit "überladenem Art-Crap". Ich bin Purist! Lieber eine gute, simple Idee, als tausend nervige Schichten übereinander.
-
Wenn ihr überraschenden und kompositorisch hervorragenden EBM hören wollt:
Mind.in.a.box!!! :\o/:
-
Aber den Mut, zu sagen: ich will etwas Ehrliches, Wahres!, den bringen die wenigsten auf.
Ich schon. Und ich bringe auch den Mut auf zu sagen, dass P.J. keine Tanzmucke macht und ich sowas nicht im Club hören möchte, weil ich dort zum Tanzen hingehe.
Ich bringe auch den Mut auf zu sagen, dass auch guter EBM/ Industrial verdammt ehrlich und straight ist und mich dagegen P. J. - obgleich ich ein extrem sonniges Gemüt habe - völlig runterzieht. Das höre ich mir lieber an, wenn ich in der Stimmung dazu bin(<- und die ist dabei verdammt wichtig!). Okay, ich mag P.J. nicht, aber jeder der sie schätzt, sollte sich auch bewußt machen, dass man beispielsweise einen guten Wein auch nicht gegen den Durst in sich reinschüttet, sondern sich dafür extra Zeit und Ruhe nimmt.
Im Übrigen liegt das von dir oben angesprochene "Problem" daran, dass für die meisten Menschen Musik nicht besonders wichtig ist, deshalb möchten sie keine schwer zu verdauende, ehrliche Kost, sondern lieber McDonald's für Ohren.
Absolut zustimm:
Ich liebe Bach, Händel, Haydn und einiges von Mozart. In der Oper bzw. im Konzert, nicht in Clubs.
Ähnlich verhält es sich mit künstlerisch (möchtegern-)intellektueller Ausdrucksmusik:
Mag ja daheim im Sofa oder im Konzertsaal ganz nett sein, in der Disco ist sie vollkommen deplatziert. Da braucht's primär tanzbaren tekknoiden Industrial, EBM und Futurepop, das meiste davon bitte frisch. :D
-
Ob die Kommunikation stimmt, das wäre wohl noch zu klären. Komme grade von der "Cats on Crack"-Party in der Schilleroper. Da war doch einiges dabei, was dem Kir ganz gut tun würde, elektronisch gesehen.
Die Menge tobte. War nicht durchweg gut, aber auch die komplexen Sachen wurden getanzt.
Viele verwechseln allerings künstlerisch wertvoll, kompliziert und komplex. Das sind doch gravierende Unterschiede.
Bachs C-Dur-Präludium ist komplex, aber nicht kompliziert. Eigentlich ist es sehr schlicht.
Und guter, tanzbarer Elektro kann schlicht aber komplex sein. Nur wenns schlecht gemacht ist, "simpel" - und das ist das meiste leider - nützt es nichts.
Frickel-Elektro ist was für den ruhigen Abend auf dem Club-Sessel, bzw. Zuhause, d'accord.
Wenn es gut komponiert ist, geht es in die Füße, egal wie komplex die Struktur auch sein mag. Achtet mal drauf.
-
Und guter, tanzbarer Elektro kann schlicht aber komplex sein. Nur wenns schlecht gemacht ist, "simpel" - und das ist das meiste leider - nützt es nichts.
Dazu fällt mir grade spontan S.I.T.D ein :zzz: !
Wenn es gut komponiert ist, geht es in die Füße, egal wie komplex die Struktur auch sein mag. Achtet mal drauf.
Ich habe gewiss nichts gegen komplexe Musik einzuwenden; aber "komplex" heißt für mich noch lange nicht automatisch "tanzbar"! Es gibt eben nicht so viele wirklich gute Komponisten, die tanzbare Musik machen, um einen ganzen Abend mit hoch- bis höchstwertiger Tanzmusik zu füllen, die auch noch vielen Menschen gleichzeitig gefällt. Musik ist eben auch sehr stark Geschmackssache, genau wie Klamotten... Achte mal drauf wie viele Menschen in billig wirkenden Klamotten herumlaufen... Das wirst du aus denen jedoch auch nicht herausbekommen; so sehr du dich auch bemühst. Es gefällt ihnen einfach!
Du kannst nun versuchen, die Welt bezüglich des Musikgeschmackes zu missionieren; hab ich früher auch immer versucht. Aber ich kann dir versichern, es ist zwecklos und frustrierend.
Bei mir bist du damit ohnehin an der falschen Adresse. Ich bin mit Musik aufgewachsen, habe mir schon immer Gedanken darüber gemacht und kenne die Unterschiede. Ist ja auch gar nicht nötig: Ich widerspreche dir in keiner Weise, sondern möchte dir nur aufzeigen, dass Musikqualität - z. T. leider - noch lange nicht alles ist, was in der Realität zählt.
Es hat auch bei mir lange gedauert, bis ich endlich aufgehört habe, die Welt nur aus der Sicht des "Musikers" zu sehen. Die breite Masse denkt eben anders. Es muss eben auch in einer "independent" Szene ein gewisser "Independent-Mainsteam" gewahrt werden, um eine Tanzveranstaltung erfolgreich zu machen, auch wenn das nicht allen passt.
Und: Selbst ich, die ich mir der jeweiligen Unterschiede immer sehr bewußt bin, bin keineswegs immer auf höchste Qualität aus. So bin ich z. B. auch mit hervorragenden Kochkünsten aufgezogen worden, kann selbst sehr gut kochen und mache trotzdem gerne mal eine Dose Ravioli auf... :wink:
-
Viele verwechseln allerings künstlerisch wertvoll, kompliziert und komplex. Das sind doch gravierende Unterschiede.
Das ist ja im Grunde genau das, was ich vorher schon schrieb. Guckst du da:
Manche Menschen verwechseln gerne "kompositorisch wertvoll" mit "überladenem Art-Crap". Ich bin Purist! Lieber eine gute, simple Idee, als tausend nervige Schichten übereinander.
Vermutlich habe ich mich nur ein wenig zu unpräzise ausgedrückt. :wink: [/color]
-
Ravioli! \o/
-
Musik ist eben auch sehr stark Geschmackssache, genau wie Klamotten... Achte mal drauf wie viele Menschen in billig wirkenden Klamotten herumlaufen... Das wirst du aus denen jedoch auch nicht herausbekommen; so sehr du dich auch bemühst. Es gefällt ihnen einfach!
Wie erklärst Du Dir dann den Erfolg solcher "Vorher-Nachher-Shows", in denen Proleten in schicke, teure Qualitätsklamotten gesteckt werden. So egal scheint es ja nicht zu sein.
Zum Geschmacksbegriff ein Zitat, das es besser ausdrückt als ich es je könnte.
"Was der musikalische Dirigismus dem subjektiven musikalischen Bewusstsein antut, kommt einer Liquidation des Geschmacks gleich. Geschmacklosigkeit brüstet sich als Zeitgeist. Für die überwiegende Zahl der Musikkonsumierenden dürfte der Begriff Geschmack gar keinen Sinn mehr haben. Sie lassen nur gelten, wovon sie behaupten, dass es ihnen Spaß bereite. Jeden Hinweis auf die Qualitätsfrage weisen sie von sich als unbilligen Eingriff in die Freiheit ihres Vergnügens."[...][Es folgt eine kurze dialektische Episode: Im Begriff des Geschmacks war solche Reaktion bereits angelegt, Hegel versucht den Begriff aufzulösen, etc.]
"Die subjektive Reaktionsfähigkeit, die der Geschmack voraussetzt, ist bei denen, die auf ihn sich zurückziehen, meist unterentwickelt. Subjektive Reaktionsfähigkeit und Objektivität einer Sache sind nicht voneinander abgespalten. Beides produziert sich wechselfältig. Was sich als Geschmack fühlt und wer den Geschmack sich selbst als Privileg zuschreibt, repetiert im allgemeinen den geronnenen Normen- und Konventionsschatz seiner Epoche, zumal der Gesellschaftsschicht, mit der er sich identifiziert; wer im Geschmack seine Subjektivität zu hüten meint, hat sie selten überhaupt erlangt." (Th. W. Adorno, Anmerkungen zum deutschen Musikleben, 1967)
Ich will Dir ja nicht unterstellen, liebe Killerqueen, dass Du so seist und keine Vorstellung von der Objektivität einer Sache hättest.
Das nützt aber nichts, solange sich die simplen Sachen vervielfältigen, und die einfachen guten in der Minderheit sind. Mangels solchen Materials hat der arme DJ ja auch nicht die unbegrenzte Auswahl an Qualität. Oder doch? Dann hat er das Problem, die ganze Zeit unbekanntere Sachen zu spielen und eine wenig bevölkerte Tanzfläche vor sich zu haben.
Ach, wir könnten noch stundenlang darüber reden, aber außer Dir vielleicht liegt den meisten an der Klärung solcher Zustände recht wenig, siehe oben...
[/quote]
-
Wie erklärst Du Dir dann den Erfolg solcher "Vorher-Nachher-Shows", in denen Proleten in schicke, teure Qualitätsklamotten gesteckt werden.
Sehen die danach wirklich "besser" aus? Oder vielleicht nur "genormter"!?
In jedem Fall wird ihnen vorher schon suggeriert, dass sie danach auf jeden Fall "besser" aussehen müssen und sie glauben daran. Denn, "wenn ein Stylist für's Fernsehen arbeitet, muss er gut sein"!
Ob das mit Musik auch so einfach machbar ist?
Schöne Zitate übrigens!
Ich hab da auch noch ein schönes Zitat, zwar "minderer" Quelle, das jedoch nichts an Wahrheit missen läßt:
"People don't dance if they don't know who's singing." (Propellerheads; "History repeating")
Wir können ja eine weltweite Initiative gegen die Verflüchtigung des Geschmacks gründen. :mrgreen: [/color]
-
Ich hab da auch noch ein schönes Zitat, zwar "minderer" Quelle, das jedoch nichts an Wahrheit missen läßt:
"People don't dance if they don't know who's singing." (Propellerheads; "History repeating")
Wir können ja eine weltweite Initiative gegen die Verflüchtigung des Geschmacks gründen. :mrgreen: [/color]
D'accord. Wann hast Du Zeit?
Schönes Zitat auch. Von Adorno gibt's auch eins in der Richtung, kanns aber nicht auswendig. *schäm*
:oops: