Schwarzes Hamburg
Schwarzes Hamburg => Archiv => Gedankenaustausch -Archiv- => Thema gestartet von: Kallisti am 07 Februar 2005, 13:35:53
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... Brigitte Burmeister: Die Akteure in meinen Romanen lernt man, wie ich glaube, schon kennen – in einzelnen Handlungen oder Äußerungen, in Behauptungen über sich selbst oder aus der Sicht einer anderen Romanfigur und deren Beobachtungen (zum Beispiel Norma oder Max aus der Sicht von Marianne in „Unter dem Namen Norma“; David Anders in seiner erkennbar werdenden Unkenntnis von sich selbst in „Anders oder Vom Aufenthalt in der Fremde“), etwa so, wie wir viele, wenn nicht die meisten Menschen unserer Umgebung kennen: punktuell, mehr oder weniger unvollständig. Was uns nicht hindert, intuitiv ein Bild von der Person des anderen herzustellen, und meistens ist es ja dieses Bild, auf das wir vertrauen oder in dem wir enttäuscht werden. So kann man auch mit meinen Romanfiguren verfahren: sie definieren, auch wenn sie ungreifbar erscheinen, oder ihre Ungreifbarkeit akzeptieren, weiI sie sich immer nur in Aspekten zeigen. Ist das ein „unwirkliches“ Kennen?
Ich finde es eher realistisch und glaube nicht an das „eigentliche“ Wesen eines Menschen, den Kern oder tiefsten Grund, zu dem man vordringen oder den man zum Vorschein bringen kann, und halte Romanfiguren, die nach eben dieser Vorstellung geformt sind, für Beiträge der Literatur zu einem Menschenbild, das sich vielleicht hartnäckig hält, doch deshalb nicht wahr sein muss.
Dass wir einander und auch uns selber fremd - oder zumindest in vielem unbekannt – sind, also mit dem Hervortreten von nicht vermuteten Seiten oder Reaktionen rechnen können (man denke an den geläufigen Satz: Ich weiß ja nicht, wie ich mich in dieser Situation verhalten würde), dass unsere Identität wechseln kann und nicht „aus einem Guss“ ist, erscheint mir weniger bedrohlich als die Unterstellung von Transparenz und totaler Durchschaubarkeit und schließt ja, wie wir wissen, Gefühle der Nähe und Vertrautheit keineswegs aus.
Diese Einstellung kann zu mehr Umsicht, Behutsamkeit, auch Zurückhaltung im (Ver-)Urteilen führen, ratlos macht sie für meine Begriffe nicht. Es sei denn, man nennt es Ratlosigkeit, wenn jemand den eigenen Anteil am Funktionieren von etwas so Komplexem wie einem Gesellschaftssystem (und sei es autoritär) nicht zu erkennen vermag und die Notlösung der schnellen Antworten, die sich immer finden lassen, auf dieser Ebene ausschlägt.
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Quelle: www.philosophia-online.de
Marburger Forum, Personen & Gespräche
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im internet gibt es millionen von quellen mit mehr oder weniger interessanten inhalten. wenn man über etwas sprechen möchte, sollte man nicht einfach kommentarlos quellen posten. auf spiegel.de gibt es zig diskussionswürdige berichte. schreib doch irgend etwas dazu, eine these, eine meinung, den wetterbericht von takka tukka land. danke.
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den wetterbericht von takka tukka land. danke.
Da sind wohl die Messstationen ausgefallen. Aber in Djibouti hat's grad 26° und ist leicht bewölkt. Morgen und übermorgen soll's (leider) sonniger werden.
p
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beep beep beep (ot-alarm)
:p
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@olli :)
gut, ich dachte, das hätten meine Hervorhebungen schon getan.
Also: Ich sehe das genau so wie Frau Burmeister und hätte es mit eigenen Worten nicht besser, nicht so gut formulieren können.
Insbesondere das, was ich fett und "bunt" hervorgehoben habe, trifft genau das, was ich selbst denke - und jedes Mal, wenn ich dann (oft durch Zufall - gerade im Internet) was lese, was genau diese meine Gedanken wiedergibt, ausdrückt, spiegelt, dann freu ich mich wie ein Kind! Ja. So is das. Egal was für Wetter in Taka-Land-Tuka-Insel-Mit-zwei-Bergen-eine is!
Und ich habe das hier reingesetzt (wie so manches andere - in anderen threads...), um es als Diskussionsgrundlage nehmen zu können, weil mich interessiert, wie ihr das seht, darüber denkt und warum (ihr so denkt) - ja, wie immer halt: bin neugierig, möchte wissen, wie andere Menschen denken und warum und was ich daraus vielleicht lernen kann... ! ???
Gruß
Kallisti
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Ah, sehr schön. Und ich hab mich doch ernsthaft gefragt "Ja, und? Was will die Frau?" ;)
Ich frage mich das immer noch :wink: Im Ernst: Kallisti, laß den quote näxtesmal wech, das mach ich auch immer (Plagiat :) ) und es wirkt als wäre man furchtbar intellent ;)
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@vampire
Im Ernst: Kallisti, laß den quote näxtesmal wech, das mach ich auch immer (Plagiat Smile ) und es wirkt als wäre man furchtbar intellent Wink
nee, das ist nicht mein Stil. Aber spricht für sich, was du da geschrieben hast...!
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:zzz: :zzz: :zzz:
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Schlaf gut, anyway, und träum was Schönes! :lol:
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gut, ich dachte, das hätten meine Hervorhebungen schon getan.
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Insbesondere das, was ich fett und "bunt" hervorgehoben habe
Ich gehe bei Zitaten davon aus, daß sie wörtlich (inkl. Hervorhebungen - bei Internettexten sind farbliche Hervorhebungen ja nicht ungewöhnlich) sind, sofern der Zitierende nicht ausdrücklich eigene Hervorhebungen kenntlich macht...;)
Um auf den Text selbst einzugehen:
Die Autorin hat Recht mit der Aussage, daß man andere Menschen niemals vollständig erfassen kann. Um mit dieser Unzulänglichkeit umgehen zu können, ergibt sich ein Bild, mittels dessen man auf andere reagiert; weichen die anderen von diesem Bild ab, führt dies zur Verwirrung, einem neuen Bild, das die zusätzlichen Facetten berücksichtigt oder, schlimmstenfalls, zur Ablehnung "SOETWAS hätte ich von IHR nicht erwartet, tststs....".
Utopien sind gerade daran gescheitert, daß sich ihre Urheber ein Bild von der idealen Gesellschaft und dem idealen Menschen machten - darüber vergaßen sie jedoch, daß diese Bilder nie komplett sein können. Viele Menschen versuchen spätestens dann, wenn sie erkennen, welches Bild sich Mitmenschen über sie machen, diese Fremdvorstellung zu adjustieren oder zu zerstören ;).
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Die gewisse person hat das sicher in dem von ihr gewählten Forum gepostet, weil sie da die Leute erwartet, die sich dafür interessieren. =)
Es wird also einen Grund geben, wieso sie das nicht in diesem hier getan hat.
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@sober
em, wollte nur kurz anmerken, dass Frau Burmeister das nicht in einem anderen (dem Marburger) Forum gepostet hat, sondern dass es sich um den Ausschnitt eines Interviews mit ihr handelt, das dann von anderen in jenes Forum gesetzt wurde (klar aber: mit ihrem Einverständnis).
Und bedenklich finde ich schon, davon auszugehen, dass sich Leute in diesem Forum für solche Themen nicht interessieren!??
Und wenn es sich so verhielte, dann fände ich auch das bedenklich... :?
Davon abgesehen kann kein Mensch alle Internet-Foren kennen und somit also auch nicht in all den Foren was posten, von denen er/sie denkt, dass es dort Leute gibt, die sich für seine/ihre Themen... interessieren.
Gruß
Kallisti
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Es wird also einen Grund geben, wieso sie das nicht in diesem hier getan hat.
Jo, vermutlich (unter anderem) weil sie mit der schwarzen Szene nichts am Hut hat und ihr dieses Forum hier völlig unbekannt ist.
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nach eingehender auseinandersetzung damit finde das zitat überaus bedenklich: es besteht aus gerade mal acht sätzen! *taumel*
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Die Frage ist nicht, gehört dieser Thread ins Board
die Frage ist interessiert das irgendne olle Sau?
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@Sams
Die Frage ist nicht, gehört dieser Thread ins Board
die Frage ist interessiert das irgendne olle Sau?
... Seltsame Frage, denn:
nee, Säue interessieren sich sicher nicht dafür. Aber wirklich denkende (und/also: philosophierende) Menschen bestimmt!
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"Denken ist die schwerste Arbeit, die es gibt.
Das ist wahrscheinlich auch der Grund, dass sich so wenige Leute damit beschäftigen."
Henry Ford (1863-1947)
amerik. Großindustrieller
:P
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Vieleicht denken philosophierende Menschen auch einfach zu viel..
ZU VIEL DENKEN ??? - Das gibt´s doch gar nicht!??
"Falsch" denken vielleicht oder besser: das Falsche (je nach Umstand, Situation, Hintergrund ...), zu wenig, ja - aber zu viel??
Naja, fragt sich vlt. auch, was unter "Denken" verstanden wird (von wem jeweils....)!
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@sYntiq
...nee, das´ mir zu pauschal - weniger denken is nicht gut! Echt nich! ;)
Und handeln: ja, kommt eben auch immer auf die Situation, den Hintergrund... an!!
Nee, "kaputtdenken" gib´s nich! Man kann beim Denken evtl. rotieren, ja, aber das fällt dann für mich wieder unter "falsch" denken - aber sicher nicht: zu viel!
@BetterOf2Evils
"Denken ist die schwerste Arbeit, die es gibt.
Das ist wahrscheinlich auch der Grund, dass sich so wenige Leute damit beschäftigen."
Henry Ford (1863-1947)
amerik. Großindustrieller
... richtig! :)
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denken ist für schwule und kommunisten!
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Zuviel Denken im Sinne von sich zuviel Gedanken über sein Leben, die Welt etc. zu machen, statt es einfach zu leben ist imho falsch. Ich versuch mich immer abzulenken mit Tanzen, Lesen, Fernsehen, Sex, Chatten, damit ich nicht so viel denke.
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@rince und sYntiq
... ihr meint wohl eher "grübeln" - ja, das kann schon im Kreis gehen... aber das mein ich nicht - wobei: eine gewisse (Selbst-)Bewusstheit, Aufmerksamkeit und selbstkritische Einstellung halte ich für sehr wichtig - auch wenn´s für einen selbst oft schwer ist bzw. es einem schwermacht ...!
Durch Ablenken und/oder Verdrängen macht man´s sich oft einfach zu leicht... (und damit seinen Mitmenschen manchmal schwer...).
:)
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sYntiq:
Kallisti: Hmm... Bei mir dreht sich eigentlich nichts im Kreis/es rotieren keine Gedanken wenn ich mal wieder zu viel den
... wenn du dich da mal nicht täuschst/dir was vormachst... ! ;)
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sYntiq:
Kallisti: Hmm... Bei mir dreht sich eigentlich nichts im Kreis/es rotieren keine Gedanken wenn ich mal wieder zu viel den
... wenn du dich da mal nicht täuschst/dir was vormachst... ! ;)
Scheinst ja sYntiq's Gedankenwelt genauestens zu kennen ;) besser als er vielleicht :D
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Ich weiß zwar weder, was in Syntiqs, noch in Kallistis Gedankenwelt so vor sich geht (ich bin schon froh, wenn ich meine so in etwa überblicken kann), aber ich habe ebenso wie ganz offensichtlich manch anderer hier den Eindruck, dass der Großteil der User nicht an einer ernsthaften Diskussion über dieses Thema (o.ä.) interessiert ist.
Dies ist jedoch nur eine rein subjektive Schlußfolgerung meiner bisherigen "Schwarzes-Hamburg-Forum"s-Erfahrungen und bedeutet keineswegs, dass ich mich auch irren kann, schließlich bin ich auch nur ein Mensch (oder auch 2 oder 3).
Ich empfehle kommentarlos:
1. (http://de.wikipedia.org/wiki/Identit%C3%A4t)
2. (http://de.wikipedia.org/wiki/Ich)
3. (http://de.wikipedia.org/wiki/Wahrnehmung)
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und bedeutet keineswegs, dass ich mich auch irren kann
"...mich NICHT auch..." :wink:
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@kasimir
es geht nicht darum, dass/ob ich sYntiq´s Gedanken(welt) kenne, sondern darum, dass ich denke, dass bei den meisten Menschen die Gedanken immer wieder mal "rotieren"... - das ist wie: die meisten Menschen irren sich von Zeit zu Zeit (oder auch öfter) oder: die meisten Menschen verstehen immer wieder mal was nicht ... - will sagen: das Rotieren ist m.A.n. "natürlich" und deshalb ist wohl auch sYntiq nicht frei davon.
Was das Thema angeht: Doch, ich denke schon, dass einige user auch dieses Forums sich dafür interessieren, allerdings schreibt eben nicht jede/r auch was dazu (die/der sich dafür interessiert).
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und bedeutet keineswegs, dass ich mich auch irren kann
"...mich NICHT auch..." :wink:
:oops:
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War nur ein Test, ob auch ja alle brav lesen, was ich so unglaublich geistreiches von mir gebe. :wink:
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YESSS ! Test bestanden :D
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Das Einzige was man nicht tun sollte, ist die Betrachtungsweise des eigenen
Standpunktes auf andere zu projizieren.
Die andere Richtung ist auch nicht besser.
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... irgendwie gibt´s jetzt zwei "Identitäts-threads"... - kann man die nicht vielleicht zusammenlegen?