Schwarzes Hamburg
Schwarzes Hamburg => Archiv => Gedankenaustausch -Archiv- => Thema gestartet von: Takara am 10 September 2010, 12:24:25
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Mir ist eben wieder was zu Ohren gekommen in unserer Abteilung, das passt irgendwie nicht in mein Verständnis als Arbeitnehmer...
Ok, du hast nen Job der dir mehr oder minder Spaß macht. Du beziehst ein Gehalt, damit finanzierst du dein Leben, Hobbies usw. Du bist also in gewisser Weise von dem Job abhängig. Nun nimmst du was aus der Firma mit für private Zwecke, mit dem Wissen das du dafür gefeuert werden könntest...
Ein Kollege hat ein defektes Bauteil aus der Firma mit nach Hause genommen und vertickt es nun bei ebay. In wie weit dieses Bauteil repariert werden kann, kann ich nicht beurteilen, aber Tatsache ist ja nun mal, das Teil gehört der Firma (ob defekt oder nicht ist eine andere Sache). Er will nun für die Abteilung ein Frühstück aus dem Erlös springen lassen und dadurch das er das in unserem Büro angesporchen hat, kam die Information mit der defekten USV und seinem Verkauf bei Ebay erst zur Sprache...
Also wenn ich sehe das ein Kollege mal nen Packen Papier für den Drucker daheim mit nach Hause nimmt, denk ich mir meinen Teil und guck weg. Aber sowas ist doch schon dreist...oder?!
Habt ihr schon mal was aus der Firma mitgehen lassen bzw. in welchem Spielraum ist das noch vertretbar?
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Ich finde diese "Selbstbedienungsmentalität", die in manchen Firmen (bzw. bei manchen Angestellten) herrscht, schon bedenklich. Man kann sich mitnehmen, was man braucht, Firma hat's ja bezahlt. Einige scheinen da nichtmal ein schlechtes Gewissen zu haben. Daß man sich was mitnehmen kann, scheint für einige ja selbstverständlich zu sein. Wenn es nun Kleinkram wie Kugelschreiber oder sowas ist, will ich da jetzt auch nicht den Moralaopstel raushängen lassen. Aber ein Bauteil mitzunehmen, auch wenn es defekt ist, und es bei ebay zu verkloppen, geht meiner persönlichen Ansicht nach echt nicht.
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Grundsätzlich ist das nur vertretbar, wenn der Eigentümer, sprich die Firma selbst, zustimmt.
Ansonsten hat man auch kein Papier und keine Kugelschreiber mitzunehmen.
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Etwas Ähnliches hat ein ehemaliger Kollege mal gemacht, da aber noch dreister, weil das, worum es ging, nicht defekt, sondern voll funktionsfähig war.
Die Firma kam dahinter. Folge: Fristlose Kündigung, entsprechendes Arbeitszeugnis, und in der Branche sprach sich das auch recht schnell rum. Ich bin mir sicher, derjenige hat nie wieder in derselben Branche Fuß fassen können (hab zu ihm aber keinen Kontakt, weswegen ich es jetzt nicht genau weiß).
Erst recht, wenn man das Mitgenommene dann auch noch verkauft! Da bescheißt man die Firma um Geld. Da braucht sich derjenige dann auch nicht über fristlose Kündigungen zu wundern.
Mir geht's da wie Kaffeebohne: Was soll so etwas? Was schadet es denn, wenn man gerade bei defekten Teilen nicht einfach mal weiter oben nachfragt, ob man es mitnehmen kann? Ich habe auch schon mal Firmenverlosungen von älteren technischen Geräten miterlebt, sodass jeder, der Interesse daran hatte, die gleichen Chancen hat, etwas, das entstand durch eine Nachfrage eines Mitarbeiters, ob er einen im Lager stehenden alten Drucker für kleines Geld mitnehmen könne. So einfach ist das manchmal mit Ehrlichkeit. :)
Allerdings finde ich, dass in kleinstem Rahmen eine Firma auch ein Auge zudrücken sollte. So bin ich immer noch fassungslos, dass einem Mitarbeiter, der jahrzehntelang in der Firma arbeitete, fristlos gekündigt wurde, weil er sein Handy in der Firma auflud (Kosten: 1,2 Cent). Wo ist da bitte die Verhältnismäßigkeit? Ok, abmahnen kann man so jemanden wenn es der Firma wirklich nicht passt (und selbst das finde ich schon im Vergleich zu einer mündlichen Zurechtweisung heftig), dann weiß er es und tut's nicht mehr, drückt dem Arbeitgeber 2 Cent in die Hand ;) und alle sind glücklich.
Für dich, Takara, wird's nun ja auch noch ganz schön brisant: Denn eigentlich musst du ihn bei deinem Arbeitgeber anzeigen! Wenn du es nicht tust und er wirklich deiner Abteilung ein Frühstück aus dem Erlös spendiert, dann hast du dich selbst ebenfalls auf Kosten der Firma bereichert und wärst mitschuldig, wenn sie dahinterkommt.
Nur kann man sich so bei Kollegen natürlich mächtig unbeliebt machen (bei ihm sowieso, aber er wäre ja eh nicht mehr lange Teil der Firma ...). Da empfiehlt es sich, die anderen der Abteilung mit ins Boot zu holen und auch ganz klar zu begründen, dass du dich nicht strafbar machen möchtest wegen so einer idiotischen Handlung.
Ein Umkehren des Kollegen, dass er doch die Firma fragen könne ob er das Teil mitnehmen darf, scheint ja wohl nicht mehr möglich, er hat es ja wohl schon mitgenommen und vielleicht auch schon die Auktion gestartet ... für ihn gibt's kein Zurück mehr.
Für den Rest der Abteilung schon.
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Mensch und ich dachte schon wieder was bin ich doch verklemmt und spießig, aber ihr seht das ja genau so...
@messie: Ich geh einfach nicht zu dem besagten Frühstück, falls es je statt finden sollte. Du hast natürlich vollkommen recht, da ich davon weiß mach ich mich mit strafbar und müsste das dem Abteilungsleiter anzeigen (wenn man es mal ganz genau nimmt). Mein Problem ist, das ich das Spielchen gerade mit einem anderen Kollegen hatte, der hat seinen Privatwagen auf Firmenkosten betankt und ich hab das über nen Tip und die Tankquittungen bzw. die Abrechnung der DKV herraus gefunden. Der Typ wurde, auch noch aus anderen Gründen, gefeuert.
Keine Ahnung was ich nu mit der Information über die ebay Auktion anfange, wohl fühl ich mich damit keinstenfalls...
Das mit dem Handy aufladen und gefeuert werden ist schon ein starkes Stück...sowas hält doch vor einem Arbeitsgericht nicht stand,oder?! Ein mal darauf hinweisen, ok, aber ne Abmahnung oder gleich feuern ist doch übertrieben...
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Grundsätzlich wäre ich wirklich vorsichtig, denn so kommen die gerade in letzter Zeit gehäuft in den Medien besprochenen "Bagatellkündigungen" zustande. Die Arbeitgeber nutzen solche Vorkommnisse dann gerne als Vorwand, um unliebsame Mitarbeiter loszuwerden. Aber da scheint sich ja im Moment die Wahrnehmung der Richter etwas zu verändern (zu verbessern aus der Sicht der Arbeitnehmer.)
Ich selbst bin da zwiespältig. Es ist und bleibt Diebstahl - einerseits. Bei kleinen Dingen ist es einfach das Risiko nicht wert, und größere, wertvollere Gegenstände mitzunehmen ist schon dreist.
Einen weiteren Unterschied mache ich auch noch bei der Bewertung: Es kommt dabei auf die Größe der Firma an. Denn ich finde es viel schlimmer, eine kleine Firma zu bestehlen als eine große, die das viel eher wegsteckt.
Ein Beispiel aus eigener Erfahrung: Mein Vater und mein Bruder haben jeweils einen (inzwischen wieder ziemlich kleinen) Handwerksbetrieb mit nur wenigen Mitarbeitern und vergleichsweise kleinen Umsätzen. Es ist schon oft vorgekommen, dass Werkzeuge wie Bohrmaschinen, bestimmte Schraubenschlüsselsätze etc. einfach mal verschwanden. Ein großer Teil davon ist sicher gestohlen worden. Die Mitarbeiter kennen alle den Chef persönlich, man duzt sich und feiert auch mal zusammen, und man weiß auch, wie die Firma finanziell dasteht. Daher finde den Diebstahl viel "verwerflicher", als wenn man einen anonymen Großkonzern ein bissel erleichtert...
(Eine ähnliche Meinung habe ich auch zu Ladendiebstahl: Ich finde es direkt niederträchtig, Frau Meier vom Tante-Emma-Laden zu beklauen, aber bei einer anonymen Kette? Obwohl beides rechtlich gesehen keinen Unterschied macht.)
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Wurde ja schon hinreichend gesagt, aber sei es drum. Du könntest dem Kollegen auch nahelegen, selbst beim Arbeitgeber/Abteilungsleiter vorstellig zu werden ala "entweder hast du Arsch in der Hose und gehst selbst hin oder ich muss das für dich erledigen". Sodass er für seinen Fehler selbst gerade stehen kann. So würdest du zumindest drumrum kommen, selbst hingehen zu müssen.
Ne Ladung Druckerpapier mitgehen lassen ist auch nicht gerade weniger dreist, aber die USV auch noch zu verkaufen. Ich versteh solche Leute dann immer nicht - ich meine, hängen die nicht an ihren Jobs? Klar, nervt es so von nem Chef/ner Firma abhängig zu sein, aber das dann für n bissl Papier oder ebay-Verkäufe aufs Spiel setzen? Leute gibts... :o
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Einen weiteren Unterschied mache ich auch noch bei der Bewertung: Es kommt dabei auf die Größe der Firma an. Denn ich finde es viel schlimmer, eine kleine Firma zu bestehlen als eine große, die das viel eher wegsteckt.
Wenn in einer großen Firma viele Leute so denken, dann summiert sich das aber ganz schön. Und wenn ich bei einer großen Firma arbeite, sollte diese ja - weil sie mein Arbeitgeber ist - für mich kein anonymes Unternehmen sein. Ich denke, ich verstehe zwar, wie Du es meinst, aber wenn man da weiter drüber nachdenkt, wird es auch schwierig.
Ich weiß nicht, wie ich an Takara's Stelle handeln würde. Ich denke, ich würde klar Stellung beziehen und nicht zu dem Frühstück gehen, und auch deutlich machen, warum nicht. Ich würde wohl auch das Gespräch mit dem Kollegen suchen und meine Meinung deutlich machen. Aber ich weiß nicht, ob ich ihn verraten würde. Vielleicht würde ich ihm sagen, was ich davon halte und daß ich beim nächsten Mal auf jeden Fall einen der Vorgesetzten hinzuziehen würde.
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Das mit dem Handy aufladen und gefeuert werden ist schon ein starkes Stück...sowas hält doch vor einem Arbeitsgericht nicht stand,oder?!
Soviel ich weiß, wurde das erst auf der nächsthöheren Instanz einkassiert. Ich suche gleich nochmal genauer, worum es da ging habe ich aber hier schon gefunden:
Artikel in der Süddeutschen 2009 (http://www.sueddeutsche.de/karriere/kuendigung-handy-aufgeladen-wegen-stromklaus-entlassen-1.166828)
Und Asche auf mein Haupt, ich hatte mir eine zu hohe Summe gemerkt: Es ging nicht um 1,2 Cent, sondern um 0,00014 davon. ;)
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Ist auch schon vieles gesagt,
schwere Situtation ist es um jeden Fall.
Also wenn ich in solcher Situatio wäre, dann wäre ich nicht zu dem Frühstuck gegangen und auch versucht, die Person ins Gewissen zu reden. Ich hätte auch gesagt, wie ich mich in solcher Situation fühle und das es Scheisse seinerseits ist, die andere zu unfreiwilligen Mittwisser zu machen.
Ich hätte es aber um keinen Fall dem Vorgesetzten gemeldet, ich mag keine Denuzianten.
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So bin ich immer noch fassungslos, dass einem Mitarbeiter, der jahrzehntelang in der Firma arbeitete, fristlos gekündigt wurde, weil er sein Handy in der Firma auflud (Kosten: 1,2 Cent). Wo ist da bitte die Verhältnismäßigkeit? Ok, abmahnen kann man so jemanden wenn es der Firma wirklich nicht passt (und selbst das finde ich schon im Vergleich zu einer mündlichen Zurechtweisung heftig), dann weiß er es und tut's nicht mehr, drückt dem Arbeitgeber 2 Cent in die Hand ;) und alle sind glücklich.
in dem fall geh ich einfach mal davon aus, dass der betroffene betrieb den entsprechenden angestellten loswerden wollte. einen wohlgeschätzten mitarbeiter, der seine arbeit gut macht und leistung bringt, würde kein scheff der bei trost ist wegen so einer lapalie rauskegeln...? da würde ein ermahnungsgespräch reichen.
in dem laden, bei dem ich arbeite gab es vor einigen monaten eine andere form der unrechtmäßigen bereicherung: es ist herausgekommen, dass einige langjährige kollegen die elektronische arbeitszeiterfassung ganz bewusst und vor allem systematisch (mit absprachen etc.) bescheißen. (btw: ich finde die arbeitszeiterfassung in dieser firma absolut fair und gerecht!)
es lief auf fristlose kündigung für alle beteiligten raus.
einen harter schritt der geschäftsführung, den ich aber verstehen und nachvollziehen konnte, denn das, was diese kollegen gemacht haben ist nicht nur ein schlag ins gesicht gegenüber der geschäftsführung, sondern auch verarsche und vertrauensbruch gegenüber den kollegen, die mit dem thema arbeitszeiterfassung fair und ehrlich umgehen. wenn ein kollege sich unfairerweise überstunden aufs konto zieht und ein anderer deswegen seine arbeit machen muss, finde ich das einfach nur unkollegial und mies.
mein chef sagte auf die frage, warum er die betroffenen kollegen nicht nur abgemahnt hätte, dass er einfach immer das bedürfnis hätte, diese mitarbeiter zu kontrollieren. das wäre für ihn einfach keine grundlage für ein vertrauensvolles arbeitsverhältnis. und in einem kleinen, familiären betrieb wie diesem (ca. 50 mitarbeiter) ist gegenseitiges vertrauen einfach wichtig.
ein kollege, der heimlich firmeneigentum einsteckt, sinkt zumindest in meinem vertrauen sehr erheblich...
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in dem fall geh ich einfach mal davon aus, dass der betroffene betrieb den entsprechenden angestellten loswerden wollte. einen wohlgeschätzten mitarbeiter, der seine arbeit gut macht und leistung bringt, würde kein scheff der bei trost ist wegen so einer lapalie rauskegeln...? da würde ein ermahnungsgespräch reichen.
Logisch.
Die Vermutung liegt nahe, dass die Firma sich die Abfindung sparen wollte und für ihn durch einen gehaltsmäßig günstigeren Mitarbeiter ersetzen wollte.
Ähnliche Vermutungen werden auch im Netz dazu getätigt.
Die Frage ist tatsächlich: Ab wann ist es ein Kavaliersdelikt und ab wann geht ein Mitarbeiter wirklich zu weit?
Im Fall der angesprochenen Bescheißerei kann man von einem Kavaliersdelikt nun wirklich nicht mehr reden, und im von Takara angesprochenen Fall geht für mich der Mitarbeiter auch eindeutig zu weit. Da wird in beiden Fällen mit Vorsatz Geld erschlichen, das auch weit entfernt von irgendwelchen Centbeträgen liegt.
Wenn nun aber Kollegen sich alle Jubeljahre mal was aufm Firmenkopierer kopieren, ihr Handy in der Firma aufladen oder einen Werbekugelschreiber mitnehmen, dann sollte das in meinen Augen drin sein, solange sie es nicht übertreiben. Die Firma kostet Selbiges nun wirklich nicht die Welt.
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in dem laden, bei dem ich arbeite gab es vor einigen monaten eine andere form der unrechtmäßigen bereicherung: es ist herausgekommen, dass einige langjährige kollegen die elektronische arbeitszeiterfassung ganz bewusst und vor allem systematisch (mit absprachen etc.) bescheißen. (btw: ich finde die arbeitszeiterfassung in dieser firma absolut fair und gerecht!)
es lief auf fristlose kündigung für alle beteiligten raus.
Die Manipulationen an elektronischer Zeiterfassung oder an der Stempelkarte sind ein Grund für die fristlose Kündigung, in einigen Verträgen steht das auch schwarz auf weiss.
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Dabei finde ich gerade elektronische Zeiterfassungen sehr arbeitnehmerfreundlich! Schließlich steht da dann schwarz auf weiß drauf wieviele Überstunden man gemacht hat und der Arbeitgeber kann die dann nicht einfach unter den Tisch fallen lassen, und die gesetzlichen Pausenzeiten werden auch gleich noch mit berücksichtigt.
Allerdings wird das Ganze dann wiederum durch Arbeitsverträge konterkariert, in denen explizit drinsteht, dass Überstunden nicht abgegolten werden. Das ist ein bisschen so wie "das wäre ihr Preis, ähh - Geld gewesen, wenn Sie einen anderen Vertrag gehabt hätten!", und wenn die Leute durcharbeiten müssen, obwohl doch 45 Minuten Pause im 10-Stunden-Tag drin sein müssen gesetzlicherweise, dann bringt diese "erfasste" Pause auch nix mehr.
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Ich wollte grad "Träum weiter!" schreiben, aber dann habe ich Deinen zweiten Absatz gelesen.
WENN Überstunden etc. denn auch bezahlt oder in Freizeit abgegolten werden können, dann ist das wirklich die - in meinen Augen - schönste Regelung für einen Arbeitnehmer. Ich war mit Zeiterfassung jedenfalls immer ganz zufrieden. Besser als wenn man jeden Tag 10 - 15 Minuten länger arbeitet und Chef sagt: "Sie wollen sich doch keine popeligen 10 Minuten aufschreiben, ODER?". Bei ner Stechuhr gibt's solche müßigen Diskussionen nicht so schnell.
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"Sie wollen sich doch keine popeligen 10 Minuten aufschreiben, ODER?"
Eben. Diese 10 "pobeligen" Minuten mehr täglich machen mal eben 3 Stunden mehr im Monat, ergo 36 Stunden im Jahr - das sind dreieinhalb Tage Urlaub mehr jährlich!
Ich wollte grad "Träum weiter!" schreiben, aber dann habe ich Deinen zweiten Absatz gelesen.
;D
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Habe den Kollegen übrigens gestern abend als alle aus dem Büro waren nochmal angesprochen. Darauf winkte der ab und meinte die USV wäre eh nicht bei ebay weg gegangen, sie wäre ja defekt und nur noch für den privaten Gebrauch (wenn überhaupt) zu nutzen, da sie die Haltbarkeit überschritten hätte...so kann man sich das natürlich auch schön reden *achselzuck*. Er ist aber sowieso so ein Typ der in der Raucherpause mal in den Container guckt und ein defektes Laptop ausm Müll fischt und so (und das dann auch noch den Kollegen aus der EDV gegenüber erwähnt, die haben vielleicht geguckt)...für mich ist der Kollege ein Schmarotzer und ich versuch ihn so gut es geht zu ignorieren... ::)
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Da hatte ich mich mit Kollegen früher auch mal drüber unterhalten: Ist etwas, das im Müll liegt, überhaupt noch Firmeneigentum? Schließlich hat die Firma an diesen Sachen ja kein Interesse mehr.
Wir kamen zu dem Schluss, dass es auf jeden Fall noch so lange Firmeneigentum ist, wie es sich noch auf dem Firmengelände befindet.
Würde er besagten Laptop hingegen auf einer Müllhalde finden, wäre es das nicht mehr (allerdings hatten wir das nicht weiter vertieft, immerhin könnte da der Besitzer der Mülldeponie dann ja ebenfalls Anspruch drauf erheben ...).
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Ist etwas, das im Müll liegt, überhaupt noch Firmeneigentum?
rein rechtlich gesehen: ja.
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Das mit der elektronischen Zeiterfassung ist auch so eine Sache, die mich seit einiger Zeit sehr beschäftigt.
Generell ist das System toll und ich bin froh darum, aber tendentiell ist es auch ein wenig unkontrollierbar. Ich habe da auch so eine Kollegin, die es schamlos ausnutzt, dass bei uns Anwesenheitszeiten und Produktivität offenbar nie gegeneinander abgeglichen werden. Sie betrügt zwar nicht das System technisch, dazu wäre sie rein geistig gar nicht in der Lage, aber sie macht jeden Tag mindestens 1,5 - 2 Überstunden, auch wenn eigentlich überhaupt nichts zu tun ist, und obwohl unser Chef von uns verlangt, dass wir Überstunden abbummeln, wenn die Auftragslage es zulässt. Sie tut dann einfach immer so, als wäre sie unglaublich beschäftigt. Ich weiß nicht warum unser Chef das nicht mitbekommt, vermutlich weil er einfach zu weit von uns entfernt ist, aber ich bekomme das jeden Tag mit und weiß absolut nicht mehr, wie ich mich dieser Kollegin gegenüber verhalten soll, weil ich es als hochgradig ungerecht empfinde, wenn sie ihre Freizeitaktivitäten wie Emails schreiben oder dergleichen in die Arbeit verlegt, damit sie es als Überstunden ausbezahlt bekommt. Wir bekommen unsere Überstunden nämlich entweder ausbezahlt - und zwar in vollem Umfang - oder aber wir dürfen die Zeit frei nehmen.
Jetzt war vor einigen Monaten tatsächlich extrem viel zu tun, so dass wir gebeten wurden, Überstunden zu machen, wenn nötig. Seitdem ist es bei ihr vollständig eskaliert. Es wäre mir ja im Grunde egal, es ist zwar nicht fair, aber wenn sie kein Privatleben hat, soll sie ihr Leben eben in der Arbeit leben, aber da sie zusätzlich auch noch so unproduktiv ist und mit 10 Überstunden in der Woche grade mal halb soviel abarbeitet wie ich in der Regelarbeitszeit und damit der meiste Scheiß an mir hängenbleibt, frustriert mich die Sache dann doch ziemlich. Zumal sie auch den halben Tag mit Kaffeepläuschen zubringt, um den Leuten zu erzählen, wie toll sie doch arbeitet und was sie wieder für Heldentaten vollbracht hat. Das nervt und der dumme Pöbel nimmt ihr diese plumpe Selbstvermarktungsstrategie auch noch ab und hält sie für kompetent während ich einfach meinen Job tue, weil ich dafür nunmal bezahlt werde, und sie mitziehe. (Ich muss noch erwähnen, das die Gute die ewigen Selbstlobeshymnen auch dringend nötig hat, denn ihr Selbstbewusstsein scheint generell gegen Null zu tendieren.) Was tut man in einem solchen Fall?
Ich bin hin- und hergerissen zwischen der Möglichkeit einer Beschwerde beim Chef oder erst mal einer vorsichtigen Anfrage beim Betriebsrat.
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Einfach Deinen Job machen, aber sie nicht mehr mitziehen.
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ich würde das ganze über eine vorsichtige anfrage beim betriebsrat oder beim chef angehen.
bitte darum, dass das ganze vertraulich behandelt wird und dann äußere deine beobachtungen. das schreiben von privaten emails etc. ist in den meisten firmen zwar untersagt, wird aber geduldet solange es im rahmen bleibt. bei deiner kollegin allerdings scheint das ganze ja recht uferlos zu sein. ich weiß ja nicht, was für ein verhältnis du zu deinem chef hast, ob du mit ihm offen und vertraulich über sowas reden kannst? dem muss doch auffallen, dass da eine kollegin permanent überstunden aufbaut, obwohl nicht soviel zu tun ist, dass diese nötig wären...?
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ich würde das ganze über eine vorsichtige anfrage beim betriebsrat oder beim chef angehen.
bitte darum, dass das ganze vertraulich behandelt wird und dann äußere deine beobachtungen. das schreiben von privaten emails etc. ist in den meisten firmen zwar untersagt, wird aber geduldet solange es im rahmen bleibt. bei deiner kollegin allerdings scheint das ganze ja recht uferlos zu sein. ich weiß ja nicht, was für ein verhältnis du zu deinem chef hast, ob du mit ihm offen und vertraulich über sowas reden kannst? dem muss doch auffallen, dass da eine kollegin permanent überstunden aufbaut, obwohl nicht soviel zu tun ist, dass diese nötig wären...?
Ich denke, so würde ich es auch machen.
Leider fallen diejenigen, die ruhig ihre Arbeit machen, selten als gute Arbeitnehmer auf. Diejenigen aber, die über jedes gelegte Ei gackern, sind dauernd präsent.
Andere ziehen sie mit, sie verhält sich also sowohl der Firma als auch den Kollegen gegenüber unfair. MAL privaten Kram in der Firma machen, dagegen sagt ja kaum einer was, aber 2 Stunden lang seine privaten Mails schreiben, und sich das als Arbeitszeit bezahlen lassen, DAS geht wirklich nicht, meinem Verständnis nach.
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Er ist aber sowieso so ein Typ der in der Raucherpause mal in den Container guckt und ein defektes Laptop ausm Müll fischt und so (und das dann auch noch den Kollegen aus der EDV gegenüber erwähnt, die haben vielleicht geguckt)...für mich ist der Kollege ein Schmarotzer und ich versuch ihn so gut es geht zu ignorieren... ::)
Also Recht hin, Recht her. Wenn ein Gerät exinventarisiert ist und weggeschmissen werden soll, finde ich das nicht verwerflich dieses für von einem Mitarbeiter für den Privatgebrauch (nicht Verkauf!) mitgenommen wird. Allerdings sollte man vorher die Geschäftsleitung bzw. die Verantwortlichen fragen - im Regelfall haben die doch nichts dagegen dass solche Kisten ein Mitarbeiter mitnimmt. Die Firma muss das Ding nicht mehr entsorgen lassen und der Mitarbeiter muss dafür nicht im Müllcontainer rumsuchen (mal davon ab, dass alte Laptops NICHT in den Müllcontainer gehören, aber das ist ein anderes Feld).
Von meinem Empfinden her macht es übrigens einen Unterschied, ob man ein Paket Papier aus der Firma mitnimmt, weil man keins selbst kaufen will, oder ob man 50 Blatt mitnimmt, weil man abends noch was ausdrucken will und der McPaper schon geschlossen hat. Auch wenn es aus juristischer Perspektive keinen Unterschied geben mag.
Ein gutes Verhältnis zum Chef natürlich vorausgesetzt.
Mal so gesehen: Wenn bei Euch der Nachbar klingelt und nach etwas Papier fragt weil er was ausdrucken muss - ab welcher Menge erwartet man, dass er es zurückgibt? Bei 30-50 Blatt sicher nicht, aber ein ganzes Paket wollte man ja dann doch ersetzt haben...
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Mal so gesehen: Wenn bei Euch der Nachbar klingelt und nach etwas Papier fragt weil er was ausdrucken muss - ab welcher Menge erwartet man, dass er es zurückgibt? Bei 30-50 Blatt sicher nicht, aber ein ganzes Paket wollte man ja dann doch ersetzt haben...
Klar, Papier ist immer so eine Sache, ich guck wie gesagt da ja auch weg, auch wenns sich um ein ganzes Paket handelt (sonst müsste ich ja sogar noch einen Kollegen ankacken gehen ;) ). Als bescheuert empfinde ichs trotzdem...mal ne Seite für privat ausdrucken oder kopieren, da sagt doch keiner was...
Mit dem Laptop hab ich mich wohl falsch ausgedrückt...sicher gehören die nicht in den Container. Er war auf einem Rollwagen, wo aller technischer Müll von der EDV landet (fiel mir auch erst ein als du das mit der Müllentsorgung ansprachst). Dieser Rollwagen steht im Erdgeschoss im Flur....das man da einfach rangeht, weils ja eh weggeschmissen wird, find ich halt frech. Drei mal hat die EDV mit Absprache der Geschäftsleitung Rechner und Monitore verschenkt bzw. gegen eine "Spende" (ging nach Tansania, dort unterstüzen wir Aufbauprogramme und Vereine) verkauft.Ist also nicht so das Mitarbeiter nicht an Schnäppchen ran kommen, wenns denn welche für alle gibt...
Zum Thema Zeiterfassung...ich wäre dankbar wenn es bei uns Zeiterfassung gäbe. In unserer Firma werden Überstunden vorrausgesetzt (wenn man denn genug zu tun hat), die dann "irgendwann" mal abgebummelt werden dürfen. In unserem Gebäude haben wirs noch gut getroffen, da kontrolliert kein Geschäftsführer, aber im Hauptgebäude bist du ohne Überstunden (besonders in der Probezeit) ratzfatz wieder draussen. Ach ja,als Überstunden gelten nur Stunden die gen Abend gemacht werden...sprich wenn dein Auto um 16 Uhr nicht mehr auf dem Parkplatz steht, weil du um 6 Uhr angefangen hast, dann wird die Nase gerümpft, wo der Kollege denn sei und ob der nun nur noch halbtags arbeite...
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Einfach Deinen Job machen, aber sie nicht mehr mitziehen.
bin ich auch den Meinung.
Und so, wie es aussieht, sind mehrere Kolleginnen auf die Dame sauer.
Vielleicht soll man mit ihr ohne Chefs, also nur in die Mannschaft, ein klärendes Gespräch führen?Vielleicht wird sie dann es merken, wenn ihr es mehrere Kolleginnen sagen.
Aber ohne Emotionen und sachlich, damit sie es nicht als "Mobbing" abtun kann. Solche Menschen neigen nämlich dazu, Kritik als persönlicher Angriff whrzunehmen.
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Ist etwas, das im Müll liegt, überhaupt noch Firmeneigentum?
rein rechtlich gesehen: ja.
Exakt.
Vor Allem bei EDV wird auch recht schnell klar wieso: der Müll da soll fachgerecht entsorgt werden.
Ein Laptop im Elektroschrott kann unter Umständen auch bei halb aufgefräster Festplatte noch sensible Unternehmens- und/oder Kundendaten enthalten. Man glaubt gar nicht, was heutzutage alles wiederherstellbar ist.
Ein Unternehmen zahlt oftmals beachtliche Summen für die Entsorgung von Elektroschrott, um sicher zu gehen, dass davon nichts an Wettbewerber oder Ähnliches geht.
Ein aus dem Müll gefischter Laptop an die falschen Leute auf ebay vertickt kann im schlimmsten Fall wegen verlorener Kunden Arbeitsplätze kosten. Leider selten den Eigenen.
Interessanterweise wird niemand alte Fehldrucke von Rechnungen aus dem Papiercontainer fischen, der an die Aktenvernichtung gehen soll. Defekte Elektrogeräte sind da allerdings irgendwie anziehender. Ob das am Elektromagnetismus liegt?
"Hintenrum" wäre es übrigens, wenn man selbst den Verantwortlichen fragt, ob man den defekten Laptop da für Bastelzwecke aus dem Container holen darf. Lautet die Antwort sinngemäß 'nein', wirkt ein gebrummeltes "Wie unfair, Kollege X durfte die USV ja auch mitnehmen..." Wunder. Wirft aber unter Umständen ein schlechtes Bild auf einen selbst.
Leider fallen diejenigen, die ruhig ihre Arbeit machen, selten als gute Arbeitnehmer auf. Diejenigen aber, die über jedes gelegte Ei gackern, sind dauernd präsent.
Das hängt zu 100% vom Vorgesetzten ab.
Mein direkter Vorgesetzter und der darüber sind Flachpfeifen. Die werden nicht müde jeden Tag jedem den sie treffen mehrmals aus mehreren Blickwinkeln in unterschiedlicher Detailstufe zu erklären, wie viel sie doch zu tun hätten, wie viele Überstunden sie machten und so weiter und so fort.
Ein Kollege aus einer anderen Abteilung und ich sind da ein wenig anders.
Wir höre genau eine Minute lang zu. Wenn bis dahin nix Sinnvolles kommt widmen wir uns wieder der Arbeit.
Oftmals wird dann gemotzt. Er zeigt stumm auf seine 3-seitige ToDo-Liste (mit dem Stichwort "Bis mittag!"), ich auf meine Pipeline an instandzusetzender Hardware.
Zum Glück hat das Unternehmen den Countrymanager gewechselt. Damals beim Bund hieß es: "Versorgt erst die, die keinen Mucks machen. Wer schreien kann ist in jedem Fall noch am Leben."
Unser Countrymanager (und stellvertretender Geschäftsführer) sieht das ähnlich.
"Wer auch nur fünf Minuten Zeit hat über seine Auslastung zu klagen, kann sich immerhin fünf Minuten am Tag Zeit nehmen, seine Arbeit liegen zu lassen. Ergo kann er so überlastet nicht sein."
Leider sind solche Führungskräfte sehr, sehr selten.
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Einfach Deinen Job machen, aber sie nicht mehr mitziehen.
bin ich auch den Meinung.
Und so, wie es aussieht, sind mehrere Kolleginnen auf die Dame sauer.
Vielleicht soll man mit ihr ohne Chefs, also nur in die Mannschaft, ein klärendes Gespräch führen?Vielleicht wird sie dann es merken, wenn ihr es mehrere Kolleginnen sagen.
Aber ohne Emotionen und sachlich, damit sie es nicht als "Mobbing" abtun kann. Solche Menschen neigen nämlich dazu, Kritik als persönlicher Angriff whrzunehmen.
@Eisbär: Nicht mitziehen geht bei uns nicht. Es gibt bei uns kein "Dein Job - Mein Job". Es sind Aufträge da, welche innerhalb einer Deadline bearbeitet werden müssen, egal von wem. Wer schneller und effizienter arbeitet, macht automatisch mehr. Ich werde aber jetzt nicht anfangen, langsamer und ineffizienter zu arbeiten, nur damit ich nicht mehr mache als meine stinkfaule Kollegin. Außerdem habe ich noch immer die Hoffnung, dass eines Tages die Statistiken, die zur Produktivität eines jeden Mitarbeiters automatisch vom System erstellt werden, doch mal von irgendwem ausgewertet werden. Zudem ist das ein Trumpf in meiner Hand, sollte es wirklich mal um die Wurst gehen.
Die Alte nervt mich nämlich nicht nur durch ihre Falschheit, sondern ist auch scharf auf meinen Posten, da sie nur einen befristeten Vertrag hat, ich dagegen nicht. Sie will aber unbedingt bleiben und schmiert dem Chef jetzt Honig um's Maul. Das kann sie gut. Ich dagegen bin nicht so der Schleimertyp.
@Sandra: Wie kommst Du darauf, dass noch mehr Kollegen auf die Dame sauer sind? Nein, sind sie nicht, da es
1. nicht so viele sind, die so direkt mit ihr zu tun haben, dass sie ihr falsches Spiel überhaupt durchschauen könnten, und
2. diese wenigen sich komplett von ihrem Marketinggegacker blenden lassen und ihr den vorgetäuschten Fleiß voll abnehmen. Noch dazu ist sie klein, niedlich und wirkt immer so ein bisschen als müsse man sie an der Hand nehmen. Ich bin halt auch nicht wirklich niedlich. Tja, mein Pech. ;)
Zu Frage, ob der Chef das denn nicht selbst merkt: Nein, das kann er gar nicht, da die Sache nur auffällt, wenn man einen Überblick über ihr Stundenkonto hat. Den habe ich nur zufällig, wenn ich ab und zu mal hinter ihr am Zeiterfassungsautomaten stehe. In unserem großen Konzern ist der Chef nicht für die Zeiterfassung verantwortlich, sondern die Personalabteilung. Die jedoch kann wiederum nicht verifizieren, ob die Überstunden nun gerechtfertigt oder mutwillig betrügerisch entstanden sind.
Leider fallen diejenigen, die ruhig ihre Arbeit machen, selten als gute Arbeitnehmer auf. Diejenigen aber, die über jedes gelegte Ei gackern, sind dauernd präsent.
Absolut!
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In unserem großen Konzern ist der Chef nicht für die Zeiterfassung verantwortlich, sondern die Personalabteilung. Die jedoch kann wiederum nicht verifizieren, ob die Überstunden nun gerechtfertigt oder mutwillig betrügerisch entstanden sind.
Dieser Umstand lässt sich sicherlich ausnutzen...
Du schreibst ja selbst, dass du einen festen Arbeitsplatz hast. Insofern gehe ich davon aus, dass du den Job schon länger und gut machst. Ich denke mal, dass es bei Euch auch so etwas wie Mitarbeiterjahresgespräche gibt.
Du könntest deinen Chef ja einfach mal darum bitten, dass er dir für das nächste Gespräch eine Gegenüberstellung deiner gemachten Überstunden in Verbindung der von dir erledigten Vorgänge vorbereitet. Du kannst ja zum Beispiel das Gefühl haben, dass dein Durchsatz gesunken ist und möchtest das ausgewertet haben.
Solchen 'Bitten' der Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit wird von vielen Chefs gern nachgekommen.
Dafür müsste dein Chef natürlich die Daten der Überstunden von der Personalabteilung bekommen. Vielleicht wird er, wenn er eh schon mal dabei ist, das Ganze auch gleich für alle anderen Mitarbeiter auswerten...
Du solltest (wie du sicherlich weißt) nur auf keinen Fall mit 'die macht Überstunden ohne was zu tun, prüfen Sie dat ma nach!' kommen.
Bei mir ist eher das Gegenteil der Fall.
Ich bin auf Arbeit die Person, die am allerwenigsten Reparaturen pro Tag schafft.
Sollte mich irgend jemand darauf ansprechen, dann möchte ich von dem wissen, woher er die Zahlen hat.
Derjenige wird garantiert mit dem System antworten, woraufhin ich ihn auslachen werde.
Dann werde ich die Bitte äußern, die Usability des Systems erst mal an die Realität anzupassen.
Ich habe halt das Problem, dass ich manchmal 16 Stunden pro Reparatur brauche.
Manchmal gibt es solche Problemfälle, bei denen bis zur Instandsetzung erst mal Stunden voller Tests und Überprüfungen vergehen.
Da ich der Einzige bin, der sich auch gern mehrere Stunden an so einem Scheiß festbeißt, bekomme ich natürlich auch die Meisten von den Dingern.
Mir ist es wurscht, solange niemand aus diesem "Service" nen Fallstrick basteln will.
Bis jetzt will es niemand.
Es ist halt immer entscheidend, welche Faktoren da mit reinspielen und was davon abhängt.
Einen Kollegen (fest angestellt, unbefristet) wie die von dir zitierte Frau hatte ich auch mal.
Freitags abends länger bleiben, 8 Reparaturen durchführen und gut, Sonntags für ne halbe Stunde reinkommen, die Berichte für die 8 Reparaturen schreiben und sich 8 Stunden für den Sonntag inklusive der Zuschläge aufschreiben war sein Lieblingshobby.
Irgendwann hat er gekündigt, weil er mit der Reorganisation der Abteilung nicht klar kam.
Ich bin halt auch nicht wirklich niedlich.
Ich frage mich, wie dein Mann das sieht. :P
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Dr
ei mal hat die EDV mit Absprache der Geschäftsleitung Rechner und Monitore verschenkt bzw. gegen eine "Spende" (ging nach Tansania, dort unterstüzen wir Aufbauprogramme und Vereine) verkauft.Ist also nicht so das Mitarbeiter nicht an Schnäppchen ran kommen, wenns denn welche für alle gibt...
In dem Fall finde ich das nicht nur ungesetzlich, sondern einfach dreist und unverschämt!
Da verschafft sich ja ganz offenbar jemand eine Vorteil, indem er die Verlosungen nicht abwarten möchte, sondern sich das Teil gleich unter den Nagel reißen möchte.
Wäre ich jemand der ein Auge auf ein Teil geworfen habe, aber mitbekommen würde, dass er sich vor der Verlosung das Teil abgeschleppt hätte, wäre ich nicht nur ein bisschen verstimmt gewesen. >:(
Mal davon ab, dass da jemand einfach mal so gar nicht spenden möchte (so etwas sollten mehr Firmen machen!). Das ist Beschiss von vorne bis hinten.
Nee, für so jemanden täte es mir gar nicht leid, wenn es herauskäme, dass er den Laden beklaut hätte. >:(
Zu colourize' Aussage: Ich sehe es ähnlich, was ist denn dabei, den Arbeitgeber zu fragen? Er wird im Zweifel ja eher froh sein etwas los zu sein, was er nun nicht für teuer Geld entsorgen müsste! (Das ist schließlich auch der Grund für derlei Verlosungen: Gutmenschentum seitens des Arbeitgebers ist es nicht, es spart einfach nur Kosten.)
Wenn es um Firmendaten geht, kann ich dann auch gut nachvollziehen, wenn ein Arbeitgeber "nein" sagt. So einfach ist das nun wirklich nicht, alles komplett unwiederbringlich platt zu machen, ohne das Medium selbst zu beschädigen ...
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Hah, klar kann man jeden Tag die Bereicherung der eh Reichen, die Ungerechtigkeit in der Welt anprangern. Ich für meinen Teil hab mir nur erlaubt die Frage zu stellen, wie es denn in unserem kleinen Arbeitnehmerkosmos aussieht und was der Einzelne schon mal da für Erfahrungen gemacht hat. Ausschlaggebend war natürlich der angeführte Vorfall, der mich etwas ratlos und ärgerlich machte. Wäre ich so pedantisch, hätt ich den Kollegen sofort dem Abteilungsleiter gemeldet...hab ich aber nicht, da man sicherlich alles immer in einer gewissen Relation sehen sollte und ich ja auch nicht genau weiß, wie die Kommunikation zwischen dem Lager und dem besagten Kollegen gelaufen ist.
Du hast natürlich recht, im Vergleich zu deinen angeführten Beispielen ist das ein Furz.
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Das unterscheidet eben den "normalen" Arbeitnehmer oder auch den Kleinunternehmer von den oberen Führungsriegen der großen Konzerne. Ihr glaubt doch nicht, daß man mit einem Gewissen und ohne reichlich Ellbogeneinsatz in eine Spitzenposition kommt?
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Benoni: Ich schließe daraus: nehmt, was ihr tragen könnt und zeigt dann mit dem Finger auf die Großen.
Gegen das Ausleihen von Kugelschreibern sagt ja keiner was. Ich hatte auch schon drei mal für jeweils einen Abend das schnurlose Telefon von der Arbeit zu Hause.
(in der Hosentasche vergessen)
Auch wenn sich die Auswirkungen des Ganzen merklich unterscheiden, ändert es nichts daran, dass es genau dieselbe Aktion ist: Bereicherung an Anderen, ohne deren Wissen.
Jeder wird sofort nach oben zeigen und erklären: "Scheiß drauf, die unterschlagen 390 Millionen, dann kann ich mir doch wohl Papier im Wert von 1,75€ mitnehmen!"
Es bleibt dasselbe. Bei dem monatlichen Umsatz, den so eine Bank macht, ist das einmalige Verpulvern von 300 Millionen wahrscheinlich dieselbe Größenordnung die das einmalige Entwenden von zwei 500-Blatt-Packungen Papier im Wert von 3,50€ in einem Fünf-Mann-Betrieb.
Nicht der Wert des Ganzen ist entscheidend, sondern die Handlung.
Nehmen wir mal Herrn Sarrazin. Der Gute ist war Vorstand der Deutschen Bundesbank.
Er gehört also zu der Kategorie von Leuten, die solche Verpulverungsentscheidungen kraft ihres Amtes treffen können.
Dass der Rest des Vorstandes jetzt so tut als wüssten sie von gar nichts ist ebenfalls typisch.
Doch in dem Fall hat es ein Entscheider zu verantworten.
Wenn dir dein Chef erlaubt die zwei 500-Blatt-Packungen Papier mitzunehmen und ob dieser 3,50€ dann Konkurs anmelden muss, so liegt das in seiner Verantwortung und nicht in deinem Verschulden.
Und nur darum geht es hier.
Dass Vorstände und Topmanager noch dafür belohnt werden, dass sie Unternehmen mit Vollgas an die Wand fahren, ist so alt wie die Wirtschaft selbst.
Bei der T-Com wurde 2002 Ron Sommer mit einer unglaublich hohen Ablösesumme zum Gehen bewegt, beim Personal wurden Gehaltseinsparungen durchgeführt.
2009 passierte dasselbe mit dem Nachfolger Kai-Uwe Ricke.
Und sie machen fröhlich weiter. Andere Unternehmen, andere Aufgabenfelder, der selbe Mist.
Man sollte aufhören über das große Unrecht zu klagen und anfangen, die kleinen Ungerechtigkeiten auszumerzen.
Da hat man immerhin eine reelle Chance.
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Nur weil andere unmoralisch sind, muss man nicht selbst auch so werden.
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Das eröffnete Thema war nun eben anläßlich eines von Takara selbst erlebten Falls genau auf die Zielgruppe "kleiner Angestellter" gemünzt. Mit Wirtschaftskriminalität im grtoßen Stil hat das wenig zu tun. Aber darum ging es ja auch nicht. Und nur weil "die da oben" Scheiße bauen, muß ich selbst nicht auch damit anfangen, weil die Scheiße, die ich verzapfe, ja deutlich kleiner ist.
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Gerade in der Industrie ist es durchaus üblich, daß auch sehr teure defekte Teile nach nur sehr oberflächlicher Prüfung durch neue Teile ersetzt werden, einfach um den (Fertigungs)betrieb aufrecht zu erhalten. Da werden nicht selten auch Teile für mehrere hundert Euro entsorgt.
Wenn man nun die Möglichkeit hat diese Teile nach einer kurzen Nachfrage beim Vorgesetzten mitzunehmen ist das natürlich für den findigen Bastler echt toll. Problematischer wird es, wenn es keine offizielle Möglichkeit gibt an diese Teile heran zu kommen. Ich habe oft shcon erlebt, daß Elektronikschrott in Gitterboxen extra gesammelt und entsorgt wird, und es eigentlich keine "Möglichkeit" für die Angestellten gibt, diese Tiele Legal (z.B. mit Schrottschein) mit nach Hause zu nehmen, obwohl die Teile definitiv für die Entsorgung bestimmt sind. Ich habe auch schon erlebt, daß (große) Firmen rechtliche Probleme bei der Abgabe von E-Schrott haben, weil die Geräte ja nicht mehr elektrisch sicher sind.
Fällt der Angestellt dann zuahuse beim Einstecken tot um, ist die Firma eventuell haftbar. Daher sind einige Firmen sehr restriktiv was die Abgabe dieser Komponenten an geht.
Ich persönlich würde es trotzdem nicht verurteilen, wenn Mitarbeiter in solchen Fällen Schrott "mitnehmen".
Es ist auch immer eine Frage der Relationen. Natürlich würde Lieschen Müller sagen daß es "schlimmer" ist wenn Jemand einen defekten Frequenzumrichter mit einem Ebay Restwert von 500€ mit nimmt als einen Packen Druckerpapier für 5€.
Das Papier ist aber Gebarauchsmaterial das das Firma ggf. "fehlt" und für den Gebrauch im Unternehmen bestimmt ist, der FU ist in diesem Fall "nur" Abfall und würde sowieso geschreddert, warum soll den nicht Jemand mit nehmen und sich (oder der Abteilung) ein schönes Frühstück usw... finanzieren ?
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Lieschen Müller sagt jetzt einfach mal:
Weil das Recht dann für alle in der Firma gelten sollte und nicht für die dreistesten? Weil der Kollege vorher den Abteilungsleiter hätte fragen sollen (und in diesem speziellen Fall hat er das auf mein Nachfragen verneint)? Weil sowas auch schnell Überhand nehmen kann (Hups, da ist mir doch glatt Bauteil xyz aus der Hand gefallen, nu ist es kaputt. Praktisch das ich Bastler bin...). Nenn mich ruhig kleinkariert, aber irgendwo sind doch Grenzen oder nicht?
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Das Papier ist aber Gebarauchsmaterial das das Firma ggf. "fehlt" und für den Gebrauch im Unternehmen bestimmt ist, der FU ist in diesem Fall "nur" Abfall und würde sowieso geschreddert, warum soll den nicht Jemand mit nehmen und sich (oder der Abteilung) ein schönes Frühstück usw... finanzieren ?
Für mich besteht die größte moralische Bedenklichkeit in der offenen Lüge.
Denn wenn jemand ein Teil mitnimmt und sich zuhause was zurechtbastelt, dann ist es für mich noch irgendwo vertretbar, sofern das Teil eh schon auf dem Müll gelandet ist. Das tut weder der Firma weh noch irgendwem sonst.
Wenn derjenige aber das Teil per eBay verkauft, muss er gleich an mehreren Stellen lügen: Den Käufer, falls er fragt wo es denn herkommt (und ggf. ob das Teil ihm überhaupt gehört, das tut es ja gar nicht, sondern der Firma ...), Vorgesetzte, falls sie das Teil vermissen, etc. pp. ...
Zusätzlich schadet er seiner Firma, denn wenn nun beispielsweise jemand der Konkurrenz das Teil aufkauft und weitererzählt was für Teile in der Firma dort zu Schrott wurden, wirft das auch ein schlechtes Licht auf die Firma.
Für mich ist da die Grenze überschritten, weil offen gelogen werden muss. Eine kleine "ups, wusste nicht dass ich das nicht durfte" - Flunkerei ist bei solchen großen Diingen eben einfach nicht mehr drin.
Das gilt für mich aber auch für den Packen Druckerpapier. Also, Klauen ist einfach nicht so meins, egal ob's hier um 5 oder 500 Euro geht.
Es gibt aber natürlich in der Praxis zahlreiche Grenzfälle, die gar nicht so einfach zu klären sind: Was beispielsweise, wenn die Firma Pfandflaschen in den Müll gibt und man dies entdeckt? Mitnehmen und Pfand einlösen? Oder tatsächlich erst die Instanzen sich durchfragen, ob man das machen darf? Da hält man dann wichtige Leute für, sagen wir mal, 32 Cent auf und verbrät damit real 20 Euro, weil Arbeitszeit von teuren Arbeitskräften dafür draufgeht.
Tja, ist halt nicht immer einfach, so etwas zu gewichten.
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Ich denke "mal ein Kugelschreiber" ist vertretbar. Es sind (zumindest hier) eh Werbemittel die gratis unters Volk gemischt werden. (Allerdings habe ich keinen davon. Ich find die nämlich doof. ;))
Ebenso andere Kleinigkeiten, wenn man zB. Firmenequipment in kleinem Rahmen für privat nutzt. Beispiel damit man weiss was gemeint ist: Ich habe hier einen Large Format Printer stehen und habe da auch schon für ein Schulprojekt der Tochter einer Kollegin ein Bild in "gross" ausgedruckt. So etwas passiert im Jahr evtl 1-2x und ist zu Hause halt nicht möglich, da nicht jeder einen LFP für mehrere Tausend Euro zu Hause herumstehen hat. :)
Davon abgesehen frage ich aber generell, wenn ich gern etwas haben möchte was hier herumliegt. Mehr als Nein sagen kann die Firma auch nicht. Und im Idealfall wird man dafür sogar noch belohnt. Ich hatte während der Ausbildung mal nachgefragt was eigentlich mit den ausrangierten PCs passiert und ob ich mir da einen zu Bastelzwecken mitnehmen darf. Letzten Endes durfte ich mich an ausrangierter Hard- und Software frei bedienen und mir wurde sogar Bescheid gesagt wenn mal wieder etwas "neues" dazukam.
Manchmal hat man aber auch Situationen wo man sich fast schon ärgert gefragt zu haben. Mal heisst es "Nein, wird noch gebraucht" und dann staubt das Teil 3 Jahre später immer noch vergessen in irgend einer Ecke herum, mal macht man den Verantwortlichen durch die Frage überhaupt erst darauf aufmerksam dass da überhaupt noch so etwas herumliegt. "Oh, ich dachte das Ding wäre schon längst weg. Neee, da muss ich erstmal nachdenken ob wir das noch brauchen"
Dennoch frage ich lieber. Ist besser fürs Gewissen. :)
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Irgendwie erinnert mich der Thread an eine Folge von IT Crowd, wo Moss unauffällig einen großen CRT-Monitor in der Straßenbahn unter seinem Hemd transportiert ^^
Zumindest meine ich mich daran zu erinnern ;)