Schwarzes Hamburg > Politik und Gesellschaft
Nieder mit den Gewerkschaften?!
Black Ronin:
--- Zitat von: CommanderChaos am 12 November 2014, 08:47:14 ---
--- Zitat von: Inverted am 11 November 2014, 23:52:49 ---
--- Zitat von: CommanderChaos am 04 November 2014, 08:26:59 ---Ohne Zuschläge? 8-9€ bei 40-45h. Mit Zuschlägen so 10-11. Im Vertrag stehen übrigens nur 39 Stunden, das passiert aber nie.
--- Ende Zitat ---
Lohnsteuerklasse 6 ohne Zuschläge?
Meines Wissens verdienen Lokführer um die 3000,- € brutto plus mehrere Hundert Euro Zulagen (teilweise bzw. größtenteils steierfrei?).
Dazu kommt, dass der Beruf keine allzu hohen Einstiegsvoraussetzungen hat und die Tätigkeit eigentlich ziemlich chillig ist. Insbesondere im Vergleich mit dem klar stressigeren und schlechter bezahlten Job als S-/U-Bahnführer. Und eine noch härtere Tätigkeit haben die Busfahrer, dren Lohn noch weiter unten auf der Skala liegt.
--- Ende Zitat ---
Steuerklasse 1.
Bitte auseinanderhalten: S-Bahn = Eisenbahn gemäß EBO -> Lokführer, U-Bahn = Straßenbahn auf getrennter Trasse gemäß BOStrab -> Fachkraft im Fahrbetrieb. Ich fahre übrigens bei der S-Bahn Hamburg.
U-Bahn- und Busfahrer werden schlechter bezahlt, das ist richtig. "Beschwer dich nicht, anderen geht es noch schlechter" ist aber kein Argument. Die sollen sich ruhig auch mal zu einer vernünftigen Gewerkschaft zusammentun.
--- Ende Zitat ---
Weisst du C.C. Es ist ja allzuoft das selbe: Keine Ahnung aber viel Meinung!
Was weiss ( auch) ich über die Arbeitsbedingungen eines Lokführers?
Deshalb habe ich mich bisher auch zurückgehalten, was das Bewerten dieser ganzen Geschichte angeht.
Aber ich fahre ja auch nicht Bahn
CubistVowel:
--- Zitat von: Multivac am 13 November 2014, 06:49:37 ---Wenn das Streikrecht so bleibt
--- Ende Zitat ---
Ich gehe mal davon aus, dass das Streikrecht nicht verändert wird. Jedenfalls in meinem Verständnis unseres Grundgesetzes kann doch nicht jedesmal ein Grundrecht eingeschränkt oder womöglich noch ganz abgeschafft werden, weil irgendein Großkonzern sich daran stört, dass Leute dieses Grundrecht auch tatsächlich nutzen. (Dann hätten wir nämlich bald keine mehr. Also Grundrechte, nicht Konzerne. ;))
Andererseits hat die Blockpartei (und ihre "embedded" Medien) vielleicht eine andere Auffassung des GG: Benutzung der Grundrechte nur, wenn es keinen trifft, und schon gar nicht die Wirtschaft...^^
Die MS-Medien gaben bisher ja ziemlich einseitig der GDL die Schuld. Schließlich hätte die ja unverschämterweise die "Angebote" der DB abgelehnt. Dazu muss man sagen, dass es in den bisherigen Verhandlungen noch gar nicht wirklich zur Sache ging (also Löhne), sondern nur darüber verhandelt wurde, ob die GDL sämtliche GDL-Mitglieder oder nur die Lokführer vertreten darf. Das "Angebot" der DB beinhaltete, dass die in der GDL organisierten Nicht-Lokführer, z. B. Zugbegleiter, nicht von der GDL, sondern wie gehabt von der EVG vertreten werden sollen. Da haben sich die entsprechenden Zugbegleiter sicher tierisch drüber gefreut...^^
Wiki: "Hintergrund ist der seit 2010 bestehende Grundsatz der Tarifpluralität, den das Bundesarbeitsgericht unter Berufung auf das Grundgesetz festgestellt hat.[48] Dieser besagt, dass in einem Betrieb verschiedene Gewerkschaften für die Mitarbeiter zuständig sein können, die bei diesen jeweils organisiert sind. Somit können innerhalb desselben Betriebs mehrere Tarifverträge gelten.[48] Die GDL argumentiert, dass sie nicht nur für die Lokführer, sondern auch für das übrige Zugpersonal zuständig sei, zumal sie eine Mehrheit des Zugpersonals insgesamt vertrete.[49] Das wird von der Deutschen Bahn AG bestritten. Sie lehnt konkurrierende Verhandlungen mit beiden Gewerkschaften[49] ab, bisher wurde nur mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) als Tarifpartner für das Zugpersonal (mit Ausnahme der Lokführer) verhandelt.[50] Diese Zuständigkeit war auch in dem im Jahr 2007 von der GDL unterzeichneten Grundlagentarifvertrag festgeschrieben; dieser lief jedoch im Juni 2014 aus.[51] Über die konkrete Verteilung dieses Personals auf EVG und GDL bestehen unterschiedliche Ansichten zwischen den beiden Parteien.[52] Die GDL sieht ihre Forderung, die Geltung der Tarifverträge auf das gesamte Zugpersonal auszudehnen, vom Grundrecht auf Vereinigungsfreiheit gedeckt."
Die GDL-Zugbegleiter sind schließlich nicht zu dieser Gewerkschaft gewechselt, um sich dann doch von einer der DB genehmen Gewerkschaft vertreten lassen zu müssen. Kennt man diesen Hintergrund (und die Journaille sollte das wohl), finde ich den Vorwurf, der Herr Weselsky sei machtgierig, einfach nur unsachlich und tendenziös.
Und nochmal zum Mitmeißeln: Ein Streik muss wehtun. Er muss dem Konzern einen wirtschaftlichen Nachteil bringen. (Und ja, dazu gehört auch und gerade der Ärger der Kunden und Auftraggeber!)
Schattenwurf:
Es kommt der Tag an dem entweder das System beseitigt wird, oder unsere Rechte ... das System ist erstaunlich stabil.
Ich begreife beim besten Willen nicht,
wie sich Lohnabhängige gegen irgendeinen Streik aussprechen können ...
Das ist einfach unfassbar geisteskrank
sYntiq:
--- Zitat von: Schattenwurf am 13 November 2014, 18:35:40 ---Ich begreife beim besten Willen nicht,
wie sich Lohnabhängige gegen irgendeinen Streik aussprechen können ...
Das ist einfach unfassbar geisteskrank
--- Ende Zitat ---
Auch wenn ich das eigentlich so unterschreiben kann, "begreife" (oder so ähnlich) ich warum sich Lohnabhängige dagegen aussprechen können.
Ich kenne selbst solche Leute. Diese sind einfach nicht auf dem heutigen Jobmarkt angekommen und denken da recht veraltet. Habe mir selbst anhören müssen, dass es überhaupt keinen Grund für einen Streik gibt, da man sich seinen Job ja schliesslich selbst aussucht. Gefallen einem die Arbeitsbedingungen ist alles gut, wenn nicht, dann wechselt man halt einfach in einen Job/eine Firma mit Arbeitsbedingungen die einem mehr zusagen. Also alles ganz einfach und kein Grund irgendwie zu streiken.....
Ich war da irgendwie viel zu baff um drauf zu reagieren. Wie realitätsfremd kann man eigentlich sein?
Leider laufen davon ein paar mehr Menschen durch die Strassen...
Ujigami:
--- Zitat von: sYntiq am 13 November 2014, 20:41:26 ---Habe mir selbst anhören müssen, dass es überhaupt keinen Grund für einen Streik gibt, da man sich seinen Job ja schliesslich selbst aussucht. Gefallen einem die Arbeitsbedingungen ist alles gut, wenn nicht, dann wechselt man halt einfach in einen Job/eine Firma mit Arbeitsbedingungen die einem mehr zusagen. Also alles ganz einfach und kein Grund irgendwie zu streiken.....
Ich war da irgendwie viel zu baff um drauf zu reagieren. Wie realitätsfremd kann man eigentlich sein?
Leider laufen davon ein paar mehr Menschen durch die Strassen...
--- Ende Zitat ---
Ich hätte genau diesen Satz von mir geben können... Hab ich irgendwas übersehen?
Die Arbeitgeber wollen ja die Arbeitsleistung kaufen. Wenn sie schlechte Bedingungen oder einen schlechten Preis bieten, geht man eben woanders hin, so die für mich völlig einleuchtende Logik. Wenn ich ein ... na sagen wir mal Fahrrad zu verkaufen habe und jemand bietet mir zu wenig Geld dafür, kommt das Geschäft ja auch nicht zustande.
Das einzige, was mir als Gegenargument einfallen würde, ist der Umstand, dass man zum Annehmen bestimmter Arbeiten zu einem bestimmen Lohn vom Staat geradezu gezwungen werden kann. Das halte ich für unrichtig und es verschiebt einseitig die Verhandlungsmacht. Aber sonst? Sollte ich jetzt irgendwie realitätsfremd gucken? ;)
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