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Hamburger Volksentscheid am 22.09.2013

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Ookami:

--- Zitat von: Inverted am 16 August 2013, 11:35:45 ---
--- Zitat von: CommanderChaos am 15 August 2013, 11:04:56 ---Wie ich schon auf Facebook sagte: ich kenne kein einziges Beispiel, bei dem Privatisierung von Infrastruktur etwas Gutes gebracht hat, wohl aber Gegenbeispiele: Bahn, Telekom, Post, Wasser (in Portugal u.a.), Strom.. in allen Fällen wurde die Nutzung teurer und in den meisten sank die Qualität. Kritische Infrastruktur gehört nicht in private Hände, nie.

--- Ende Zitat ---
Also bei der Telekom würde ich schon mal entschieden widersprechen. Die Telefonrechnungen der damaligen Post waren mitunter jenseits von Gut und Böse.

--- Ende Zitat ---

Es geht nicht um die Rechnungen. Die stellt der entsprechende Dienstanbieter auf dem Netz selber.
Es geht um Ausbau und Qualität der Netze. Telekom hat grade angesagt, das sie in 'unrentablen Randgebieten' keinen weiteren Netzausbau betreiben werden.
(Da bin ich mal gespannt, wie die CDU das Wahlversprechen auf Seite 19 von 'http://www.cdu.de/sites/default/files/media/dokumente/regierungsprogramm-in-leichter-sprache-btw13.pdf' umsetzen will *g*)

l3xi:

--- Zitat von: Inverted am 16 August 2013, 11:35:45 ---Übrigens: Die grössten Pleiteinstitute der Finanzkrise in Deutschland waren diejenigen, wo Politiker meinten, Banker spielen zu müssen.

--- Ende Zitat ---
West-LB, Hypo RE, HSH Nordbank?

Das Kommunen und Landkreise gezielt in hoch spekulative Konstrukte getrieben wurden u.a. dadurch, dass man ihnen an anderer Stelle den Geldhahn gezielt zugedreht hat, muss man an dieser Stelle auch noch einmal erwähnen.

Was bei der Bayern-LB alles noch an Sumpf vorhanden ist, kocht ja jetzt erst so langsam hoch.


--- Zitat ---Die de-facto-Monopolisten Bahn und Post überzeugen mich vom Preis-Leistungsverhältnis auch nicht im Geringsten.
--- Ende Zitat ---
Ist doch auch kein Wunder. Schließlich war der Bund zu dem Zeitpunkt so dämlich und hat die Unternehmen inklusive Infrastruktur privatisiert. Es war von vornherein klar, dass im Anschluss - sobald auf Bundesebene die richtigen Leute sitzen - selbige auf Verschleiß fährt und/oder Investitionen in dem Bereich runter fährt. Umgekehrt war es genauso logisch, dass die nunmehr privaten Unternehmen ihre Monopolstellung ausnutzen werden.
Schaut man sich dann noch an, welche Firmen den Bund bei der Privatisierung beraten haben, ist der Verlauf der Privatisierung sowie die Entwicklung der Konzerne eine einzige logische Konsequenz dessen.


--- Zitat von: Inverted am 16 August 2013, 11:40:52 ---Noch viel schlimmer aber sind Politiker, deren Entscheidungen nicht von langfristigen ökonomischen Erwägungen sondern von kurzfristigem Wählerkauf geleitet werden, in bester Amigo-Manier ihre Schützlinge an üppigen Fressnäpfen des öffentlichen Dienst mästen und für Fehlentscheidungen praktisch weder zur Rechenschaft gezogen noch haftbar gemacht werden können.

--- Ende Zitat ---
Das ist etwas, was mir auch ein ums andere Mal sauer aufstößt. Aber Hauptsache, Gregor Gysi wird alle Jahre wieder pünktlich zu irgendeiner Wahl die Immunität entzogen, damit man in seine Stasi-Akte schauen darf, nur um dann festzustellen, dass es doch nix neues gibt, weas nicht schon vor 10 oder 20 Jahren bekannt und längst ausgeurteilt ist.

CommanderChaos:
zum Thema "zwei Milliarden fürn Arsch", wie die SPD es gerade nennt: würden die Energiekonzerne gerade eine riesige Marketingkampagne gegen die Initiative zum Rückkauf auffahren, wenn der Betrieb der Netze nicht extrem profitabel wäre?

Genau.

Inverted:

--- Zitat von: CommanderChaos am 18 September 2013, 12:27:23 ---zum Thema "zwei Milliarden fürn Arsch", wie die SPD es gerade nennt: würden die Energiekonzerne gerade eine riesige Marketingkampagne gegen die Initiative zum Rückkauf auffahren, wenn der Betrieb der Netze nicht extrem profitabel wäre?

Genau.

--- Ende Zitat ---
Im Gegensatz zu staatlichen Bürokratien sind Energieunternehmen mit der Materie vertraut und verstehen es vernünftig mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen zu wirtschaften (ansonsten sortiert der Markt sie aus). Davon abgesehen tragen sie das volle unternehmerische Risiko (Olaf Scholz hat es anscheinend wie bei der Elbphilharmonie mal wieder verstanden, die Risiken auszulagern).

Unter voller staatlicher Kontrolle sind eher Zustände wie beim HSV zu befürchten, eine Griechenlandisierung der Hamburger Stromversorgung wäre nicht unwahrscheinlich.

Wenn Staats- bzw. Planwirtschaft funktionieren würden - der Ostblock mitsamt der DDR wären das Paradies auf Erden gewesen.

Ujigami:

--- Zitat von: Inverted am 18 September 2013, 13:34:19 ---Unter voller staatlicher Kontrolle sind eher Zustände wie beim HSV zu befürchten, eine Griechenlandisierung der Hamburger Stromversorgung wäre nicht unwahrscheinlich.

--- Ende Zitat ---

Das fürchte ich auch, denn wie sagst Du so schön...


--- Zitat von: Inverted am 18 September 2013, 13:34:19 ---Wenn Staats- bzw. Planwirtschaft funktionieren würden - der Ostblock mitsamt der DDR wären das Paradies auf Erden gewesen.

--- Ende Zitat ---

Das trifft den Nagel ja so dermaßen auf den Kopf! :)

... aber dennoch habe ich ein grundsätzliches Problem mit der Privatisierung einiger Bereiche, die sich vormals unter öffentlicher Kontrolle befunden haben. Bei einigen ehemaligen staatlichen Monopolen hat uns Privatisierung Riesenfortschritte gebracht - man denke nur an die Privatisierung der Kommunikationsnetze. Andererseits verstehe ich die Argumentation, dass man bei hohen Fixkosten, aber geringen variablen Kosten in Kombination mit positiven Erträgen zu einem natürlichen Monopol kommt, da das Schaffen von Konkurrenz zu einer Vervielfachung der Fixkosten führen würde (es müssten halt mehrere Leute Leitungsnetze installieren). Die Kosten des Gutes "benutzbares Stromnetz" sind also insgesamt am günstigsten, wenn es nur einen Produzenten gibt. Dummerweise führen Monopole zur Abschöpfung von Monopolrenten und damit zu Ineffizienzen.

Wie löst man das? ... der Staat hat das o.g. Problem (im folgenden nur "Nordkorea-Thema" genannt), ein natürliches Monopol führt zur Möglichkeit einzelner Unternehmen, erheblich über den Kosten zu bepreisen, selbst wenn das gesamtwirtschaftlich ggf. effizient ist (im folgenden als "Absahnerei" bezeichnet).

Gibt es Alternativen zwischen Absahnerei und dem Nordkorea-Thema? Spannende Frage! *grübel*

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