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Brot oder Böller

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messie:

--- Zitat ---Was mir, wie einigen Vorpostern auch schon auffiel. Je schäbiger die Gegend, oder das Haus, desdo mehr Böllermüll liegt auf der Strasse. Ja komisch. Woher haben die das Geld. Müsste man mal jemanden fragen.
--- Ende Zitat ---

Hab ich mal. Da kam dann als Antwort "wir schenken uns zuhause zu Weihnachten nichts mehr, dann können alle mehr böllern, geht ab!" ;)

Ist natürlich nur eine Einzelmeinung, trifft's aber wohl ein wenig: Es ist wohl so ein "Man gönnt sich ja sonst nichts im Jahr, weil geht nicht" trifft "Geht ab!" - Ding. So nach dem Motto, das bisschen Freude im Leben könnt ihr (mit ihr ist dann wahlweise Staat, Obrigkeit, Polizei, Amt, whatever) uns nicht nehmen."

Dann doch lieber für das Geld lecker essengehn, wenn schon sich was gönnen.  ;D


--- Zitat ---Was ich mir auch immer mal wieder vorstelle: Wie muss das wohl für jemanden sein, der einen Krieg mitgemacht hat? Alte Menschen, die vielleicht noch den zweiten Weltkrieg erlebt haben, oder Flüchtlinge aus Bosnien oder sonstigen Kriegsgebieten.
--- Ende Zitat ---

Ich glaube, das kann man nicht gut miteinander vergleichen. Die Lautstärke von einschlagenden Fliegerbomben ist dann doch noch eine andere. Zudem fragte ich mal meine Oma, wie ich mir das von der Lautstärke her vorstellen kann, sie sagte mir "weiß ich nicht. Wir waren immer vorher im Bunker" ... sie triggerten viel eher Geräusche, die sie an das frühere Warnsirenengeheul erinnerten.

danny:

--- Zitat ---
--- Zitat ---Was ich mir auch immer mal wieder vorstelle: Wie muss das wohl für jemanden sein, der einen Krieg mitgemacht hat? Alte Menschen, die vielleicht noch den zweiten Weltkrieg erlebt haben, oder Flüchtlinge aus Bosnien oder sonstigen Kriegsgebieten.
--- Ende Zitat ---

Ich glaube, das kann man nicht gut miteinander vergleichen. Die Lautstärke von einschlagenden Fliegerbomben ist dann doch noch eine andere. Zudem fragte ich mal meine Oma, wie ich mir das von der Lautstärke her vorstellen kann, sie sagte mir "weiß ich nicht. Wir waren immer vorher im Bunker" ... sie triggerten viel eher Geräusche, die sie an das frühere Warnsirenengeheul erinnerten.

--- Ende Zitat ---

da weiß ich von meiner seligen oma anderes. die war an silvester immer sehr verstört und hat sich komplett verkrochen. nicht jeder hatte das "glück" bei einem angriff in einem schalldichen bonker zu sitzen. und bei den böllern, die heute gezündet werden kommen mir die kleinen chinacräcker gerade lächerlich vor. was da heute für ein plunder abgefackelt wird, das fällt ja eh schon fast unters kriegswaffengesetz.


--- Zitat von: Black Ronin am 31 Dezember 2012, 09:15:58 ---Was mir, wie einigen Vorpostern auch schon auffiel. Je schäbiger die Gegend, oder das Haus, desdo mehr Böllermüll liegt auf der Strasse. Ja komisch. Woher haben die das Geld. Müsste man mal jemanden fragen.
Peng.

--- Ende Zitat ---

ohne vorurteile streuen zu wollen: same here.

messie:

--- Zitat ---da weiß ich von meiner seligen oma anderes. die war an silvester immer sehr verstört und hat sich komplett verkrochen.
--- Ende Zitat ---

Ok, dann nehme ich alles zurück und behaupte das Gegenteil  8)

Nein, ganz im Ernst, es fällt mir persönlich einfach schwer, Silvester mit Kriegszuständen zu vergleichen. Was ich da von zwei Generationen über mir alles erfahren habe, diese Angst, diese Hoffnungslosigkeit ... das lässt sich nicht in Worte fassen. Der Krieg kam zwar "nur" etwa 3 Jahre lang unmittelbar nach Deutschland, für viele waren sie aber die schlimmste Zeit ihres Lebens, mit dem Gefühl, dass dieses Grauen niemals enden würde. Hinzu kam, dass viele tatsächlich der Propaganda glaubten dass man unbesiegbar wäre und dass der Krieg ohnehin nicht lange dauern würde - so, wie Polen überrannt wurde, dachte man damals insgesamt, dass es nur eine Frage der Zeit wäre, bis der Rest ebenfalls aufgeben würde. Das Ganze dann kippen zu sehen schien so undenkbar, dass das noch zusätzlich zur Todesangst beitrug: Wenn die eigene unbesiegbare Armee einen nicht vor dem Tod von oben schützen konnte, was gab es dann noch ...? Als ich Erzählungen dieser Art zuhörte, war das Grauen mit Händen zu greifen.

Schade dass ich mich eben geirrt hatte - wenn die Böller von heute doch an den Krieg von gestern erinnern, dann fühle ich mit den Überlebenden. :(

Wie die Tiere da draußen damit klarkommen ist mir ebenso ein Rätsel. Flüchten die Vögel alle vorher aus den Stadtgebieten, aus einer intuitiven Ahnung heraus ...? Ich hoffe es.

danny:
messie, ich glaube nicht, dass du die kompletten begleitumstände eines krieges brauchst, um derartige erinnerungen und gefühle hochzuholen. bei vielen menschen, die traumata erlebt haben, reicht z.b. das geräusch einer zuschlagenden tür um sie in panik zu versetzen, andere halten es nicht aus, in einem fensterlosen raum zu sein usw.
wenn du ein trauma erlebt hast, reichen gewisse schlüsselreize, um ängste, panik und beklemmung auszulösen.

und bedenke, dass nicht nur die alten omis und opis einen krieg erlebt haben. es gibt gerade in hamburg genug flüchtlinge aus krisengebieten, die jünger sind als du und ich...

RaoulDuke:

--- Zitat von: danny am 31 Dezember 2012, 11:03:00 ---da weiß ich von meiner seligen oma anderes. die war an silvester immer sehr verstört und hat sich komplett verkrochen.
--- Ende Zitat ---

Mein Großvater hat dann immer das Haus verdunkelt und allen gesagt "Früher hat man nachts nie das Licht angemacht, das kann man von oben sehen." :(

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