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Real Life

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Mishima:
Ich hoffe ich werde nicht zu philosophisch,
aber meiner Ansicht nach gibt es sowieso kein Leben.
Bzw. es gibt Leben aber nur im biologischen, nicht im seelischen Sinne.
Ich möchte mal nur für mich sprechen, aber ich bin nicht lebendiger als eine Tomate.
Demnach gibt es für mich auch keine Personen, im Sinne von immanenter Persönlichkeit.
Sprich, es gibt kein Ich.
Realität ist etwas anderes. Realität ist für mich alles. Alles ist real, so bald wir es als solches wahrnehmen.
Dies zu erklären, sofern es sich nicht unmittelbar erschließt, würde Bände füllen.

Eisbär:
Der Begriff "real life" ist einfach nur eine humoristischer Kniff aus der Geek-Szene. Da steckt keine große Philosophie hinter.

Nach der Erfindung des Begriffes "virtual life" und dem Vorwurf an verschiedene Menschen, zuviel Zeit in eben jenem zu verbringen, war es nur eine Frage der Zeit, dass der Begriff "real life" aufkam.

Mishima:
Also eine Art Selbstironie?
So wie sich mittlerweile die Bezeichnung "Nerd",
die ursprünglich ausschließlich abwertend gemeint war,
mittlerweile als Selbstbezeichnung der eigenen Gruppe etabliert hat?

Eisbär:

--- Zitat von: Mishima am 30 Dezember 2012, 11:12:42 ---Also eine Art Selbstironie?
So wie sich mittlerweile die Bezeichnung "Nerd",
die ursprünglich ausschließlich abwertend gemeint war,
mittlerweile als Selbstbezeichnung der eigenen Gruppe etabliert hat?

--- Ende Zitat ---
Jupp, genauso.

RaoulDuke:

--- Zitat von: Mishima am 29 Dezember 2012, 17:18:42 ---Was hat es eigentlich mit diesem Real Life auf sich?

--- Ende Zitat ---


--- Zitat von: Mishima am 29 Dezember 2012, 19:40:06 ---
--- Zitat von: Dana am 29 Dezember 2012, 19:06:34 ---Und sozialphobisch? Ich sag mal ganz übertrieben, dass jeder, der sich im Internet wirklich hinter einer Rolle versteckt und diese voll auslebt- sei es in entsprechenden Spielen oder auch in Foren- doch irgendwie Schiss inner Büx hat, dass jemandem das wahre Ich nicht passt.

--- Ende Zitat ---
Gutes Argument! :)
Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob nicht viele unter dem Deckmantel der Anonymität, nicht erst recht ihre wahre ungeschönte Fratze zeigen. Hat natürlich auch was von Hose voll, wenn man im "Real Life" nicht sein wahres Gesicht zeigen kann. Aber glaub mir, ich bin im Alltag genau so ein Arschloch wie hier. XD

--- Ende Zitat ---

Ich muss beim Lesen dieser Zeilen daran denken, wie ich an meinen Nickname gekommen bin. Schlägt man bei Wikipedia Raoul Duke nach, so findet man zu dieser in zahllosen Werken des von mir hochgeschätzten Autors Hunter Thompson auftauchenden Person eine sehr interessante Passage:

---

Duke is often characterized as being somewhat of an author surrogate, a source of quotes and opinions that Thompson would not necessarily be able to get away with himself, and actions that Thompson didn't want to admit he had committed himself. His name, according to Thompson in interviews, was inspired by Raúl Castro (brother of Fidel Castro) and John Wayne's nickname "The Duke", and probably originated as a pseudonym used to check into hotels, as in Fear and Loathing in Las Vegas.

... und ...

Thompson is quoted in the documentary film Fear and Loathing in Gonzovision, "I'm never sure which one people want me to be [Thompson or Duke], and sometimes they conflict... I am living a normal life, but beside me is this myth, growing larger and getting more and more warped. When I get invited [...] to speak, I'm not sure who they're inviting, Duke or Thompson..."

---

Da ist wohl in vielerlei Hinsicht eine Verwandschaft im Geiste vorhanden. Nur die Drogen sind nicht so meins, das wird aber durch meine Begeisterung für die Geisteshaltung von sowohl Autor als auch Surrogat mehr als wettgemacht. Und so geistert seit mehr als 13 Jahren dieses Pseudonym durch die Welt...

Konsequent wäre es eigentlich, man könnte für alle Rollen, die man so erfüllen muss, ein eigenes Pseudonym erschaffen.

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