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Rentensystem
Kenaz:
--- Zitat von: nightnurse am 02 September 2012, 14:47:49 ---Ich finde es gut und richtig, daß Eltern vom Staat (also u.a. von mir...) subventioniert werden.
Das darf aber (meiner Meinung nach) nicht in "Strafe für Kinderlosigkeit" ausarten. Wg. Solidargedöns. Weil es halt nicht so ist, daß man nichts für die Gesellschaft getan hätte, wenn man selbst keine Kinder hat.
--- Ende Zitat ---
- Was ist außerdem mit Menschen, die aus diversen Gründen keine Kinder bekommen können? Und ich meine nicht nur solche, die rein biologisch nicht in der Lage sind, sondern solche, die vielleicht gerne welche hätten, aber eben nicht zum Zuge gekommen sind, weil sie bspw. hässlich wie die Nacht sind und deshalb keinen Partner gefunden haben, mit dem sie ihren Traum von einer kleinen Durchschnittsfamilie hätten realisieren können? Sollen die damit jetzt doppelt abgestraft werden? Kann ja wohl nicht sein!
Davon ab soll man bitteschön mal damit aufhören, Kindererziehung in der öffentlichen Diskussion als reine Fronarbeit darzustellen, derer sich Eltern aus purem Altruismus und selbstlosem gesellschaftlichem Engagement aussetzen. Keine Frage, dass Kindererziehung eine Herausforderung darstellt, der nicht jeder gewachsen ist, und die Menschen durchaus in wirtschaftlich schwierige Situationen bringen kann (gerade in Zeiten von Alleinerziehung, "Patchworkfamilien" etc. pp.). Das ändert jedoch nichts daran, dass es dafür etwas zurück gibt, was man für kein Geld der Welt kaufen kann: Das heimelige Gefühl von Familie nämlich, die Etablierung jener Blutsbande, die - mit ein bisschen Glück - etwas stabiler sind als all die flüchtigen Ex-&-Hopp-"Beziehungen" die das soziale Miteinander heute zunehmend bestimmen. Nicht umsonst spricht der Volksmund dem Blut eine höhere Dichte als dem Wasser zu. Kinder bedeuten ja auch eine Bereicherung des Lebens, und zwar auf einer Ebene, die Menschen OHNE Kinder unzugänglich bleibt. - Warum ich mich also im Gegensatz zu Menschen, die sich für Kinder entscheiden, meiner Kinderlosigkeit wegen neuerdings so'n büsch'n egoistisch und asozial fühlen und dieses Gefühl dann durch irgendwelche Sonderabgaben kompensieren soll, bleibt mir persönlich völlig unersichtlich.
Ganz grundsätzlich wundere ich mich allerdings nicht zu knapp, wie viele Menschen ganz offenkundig noch ernsthaft an die Rente glauben!? :o - Kinder, wenn heute schon eine Frau v. d. Leyen prognostiziert, in 20 Jahren stürzten ganz normale Durchschnittsverdiener mit dem Eintritt ins Rentenalter - plopp! - in die Grundsicherung ab, dann weiß man doch, was die Stunde geschlagen hat. Ich persönlich würde es für eine ziemlich glückliche Fügung halten, wenn in 20 Jahren überhaupt noch so etwas wie "Grundsicherung" existierte.
Schattenwurf:
Genauso wie Recht und Pflicht ...
sind Bestrafung und Belohnung, im Resultat, ein und dasselbe.
Nur der Schlüsselreiz ist ein anderer ... aber man kann doch weiter denken als ein Schlüsselreiz ...
das denken beginnt doch erst nach dem Schlüsselreiz ^^ ... ohne Denken bleibt doch nur der Reflex ...
... das klingt vielleicht beleidigend, ist aber so nicht gemeint ...
Der Mensch (mich mit eingeschlossen) sollte doch anstreben mehr zu sein als Pawlows Haustier.
Da die Rente eine ökonomische Fragestellung ist, wäre es sinnvoll das Thema auch nach diesen Gesichtspunkten zu beleuchten.
Zumal "Kinder haben" nicht so glücklich macht wie man gemeinhin denkt.
Muss man sich mal durch ein paar "Glücksstudien" lesen ... "Kinder haben" liegt meist im Mittelfeld ...
ja auch mit dem Thema "Glücklich werden" hab ich mich schon ausgiebig beschäftigt. ^^
Zurück zur Ökonomie:
Zwei Paare ... das ein (A) ohne Kinder ... das andere (B) 3 Kinder
3 Kinder deswegen, weil es zur Arterhaltung nötig ist ...
darüber ob Arterhaltung nötig ist, lässt sich natürlich trefflich Philosophieren ... gehen wir davon aus es wäre nötig ^^
A:
Hat dadurch das sie Doppelverdiener sein können ein höheres Einkommen ...
und dadurch höhere Rentenansprüche und die Möglichkeit für das Alter noch privat Vorzusorgen
B:
Mit drei Kindern kann man nur schwerlich Doppelverdiener sein ...
eine Volle- und eine Halbtagesstelle ist hier wohl das Bestmögliche,
wenn man seine Pflicht die Kinder zu erziehen nicht vernachlässigen will
Die Lebenserhaltungskosten sind wohl nicht ganz 2,5 mal so hoch ...
auch wenn A 2 Personen sind und B 5 Personen ...
aber von Doppelt so hohen Kosten kann man bestimmt ausgehen ...
75% Einkommen 200% Ausgaben (im Vergleich mit A) ... hier eine private Altersvorsorge abzuschließen ist wohl illusorisch ^^
Fazit:
Im Erwerbsfähigem Alter hat B weniger Geld ...
sie können weniger Einkommen generieren und haben statt zwei, fünf Mäuler zu stopfen.
Im Rentenalter hat B weniger Geld ...
durch das geringere Einkommen ist der Rentenanspruch geringer.
Nur B hat tatsächlich einen "Beitrag" zum Rentensystem geleistet.
Was hat das mit "Solidarität", "Sozialstaat" oder "sozialer Gerechtigkeit" zu tun?
colourize:
--- Zitat von: Schattenwurf am 03 September 2012, 18:19:34 ---A:
Hat dadurch das sie Doppelverdiener sein können ein höheres Einkommen ...
und dadurch höhere Rentenansprüche und die Möglichkeit für das Alter noch privat Vorzusorgen
B:
Mit drei Kindern kann man nur schwerlich Doppelverdiener sein ...
eine Volle- und eine Halbtagesstelle ist hier wohl das Bestmögliche,
wenn man seine Pflicht die Kinder zu erziehen nicht vernachlässigen will
Die Lebenserhaltungskosten sind wohl nicht ganz 2,5 mal so hoch ...
auch wenn A 2 Personen sind und B 5 Personen ...
aber von Doppelt so hohen Kosten kann man bestimmt ausgehen ...
75% Einkommen 200% Ausgaben (im Vergleich mit A) ... hier eine private Altersvorsorge abzuschließen ist wohl illusorisch ^^
Fazit:
Im Erwerbsfähigem Alter hat B weniger Geld ...
sie können weniger Einkommen generieren und haben statt zwei, fünf Mäuler zu stopfen.
Im Rentenalter hat B weniger Geld ...
durch das geringere Einkommen ist der Rentenanspruch geringer.
Nur B hat tatsächlich einen "Beitrag" zum Rentensystem geleistet.
Was hat das mit "Solidarität", "Sozialstaat" oder "sozialer Gerechtigkeit" zu tun?
--- Ende Zitat ---
Haushalt A zahlt WESENTLICH mehr Steuern als Haushalt B. Ist ja auch ungerecht.
nightnurse:
Nur, daß in Fall A alles nach dem "..." für große Teile der Bevölkerung blanke Fiktion ist.
Und, daß Du die staatlichen Unterstützungen für Eltern und Kinder in Deiner Rechnung (wohlweislich?) unter den Tisch fallen lässt.
--- Zitat ---Nur B hat tatsächlich einen "Beitrag" zum Rentensystem geleistet.
--- Ende Zitat ---
Talking of "ohne Denken" möchte ich meinen, daß das dann bei Renteneintritt genau zu berechnen wäre, nein? Das bloße Indieweltsetzen dreier Kinder (bei 3en rechnet es sich dramatischer? 3 Kinder sind ja mittlerweile eher selten) trägt noch nichts zum Rentensystem bei. Dazu muss aus den Kindern auch "was werden", sonst hat A am Ende doch mehr für´s Rentensystem getan, weil A brav Beiträge gezahlt und keine Hartz4-Empfänger gezeugt hat.
Wie schon von mir und Kenaz angedeutet, es gäbe da allerhand Differenzierungsprobleme.
Ach, und apropos "Denken" nochmal,
--- Zitat ---Hat dadurch das sie Doppelverdiener sein können ein höheres Einkommen ...
und dadurch höhere Rentenansprüche und die Möglichkeit für das Alter noch privat Vorzusorgen
--- Ende Zitat ---
-Wer keine Kinder hat, hat sicher geringere Ausgaben als jemand mit Kindern - aber nicht notwendigerweise ein höheres Einkommen.
-Wer keine Kinder hat, nicht verheiratet ist und auch sonst keine Gebrechen aufweist, bekommt von seinem natürlich schrecklich hohen Einkommen auch mehr abgezogen als Eltern oder Eheleute (zahlt also mehr ins System ein).
-Das geringere Einkommen entsteht bei B üblicherweise "nur" für einen Partner (dem übrigens pro Kind 3 Jahre Erziehungszeit auf die Rente angerechnet werden).
Das sind so Dinge, die in Deinen Berechnungen nicht vorkommen.
Womöglich fielen sie dann weniger dramatisch aus.
Selbst wenn nicht...ja, Sozialstaat, soziale Gerechtigkeit, nicht wahr?
Und apropos Pawlow, warum wird diese Sau immer wieder durch´s Dorf getrieben?
Schattenwurf:
--- Zitat von: colourize am 03 September 2012, 18:54:06 ---Haushalt A zahlt WESENTLICH mehr Steuern als Haushalt B. Ist ja auch ungerecht.
--- Ende Zitat ---
Ich weiß nicht ob du lohnabhängig beschäftigt bist ...
aber wenn ich auf meinen Lohnzettel schaue (Steuerklasse 1 keine Freibeträge)
dann ist das ein "Witz" was ich zahle ...
da verfeuere ich mehr am Wochenende ... oder für meine Hobbys
"Wesentlich mehr", prozentual gesehen, von wenig wird nicht viel. =)
Bei mir ist neben dem Nettolohn der größte Posten irgendwie der Sozialbeitrag ...
bei dir nicht? o.O
--- Zitat ---Nur, daß in Fall A alles nach dem "..." für große Teile der Bevölkerung blanke Fiktion ist.
--- Ende Zitat ---
Kann man von B genauso behaupten ...
ich hab "best case" angenommen ... in beiden Fällen ^^
--- Zitat ---bei 3en rechnet es sich dramatischer?
--- Ende Zitat ---
Denn Grund warum es drei Kinder sind habe ich dargelegt :-/
--- Zitat ---Dazu muss aus den Kindern auch "was werden"
--- Ende Zitat ---
Kinder die es gibt, können etwas "werden" oder auch nicht ...
Kinder die es nicht gibt können nichts "werden"
--- Zitat ---Und apropos Pawlow, warum wird diese Sau immer wieder durch´s Dorf getrieben?
--- Ende Zitat ---
Weil man Analogie einfach hält ... Godwin wäre hier auch ein Beispiel
Analogien haben ja den Zweck von möglichst vielen Menschen verstanden zu werden ...
da bietet sich ein Vergleich an den viele kennen ... zb. Pawlow aus dem Biologieunterricht
Ich könnte auch Bezüge zu Voltaire, Descartes oder Goethe schlagen ...
aber das rafft dann die Mehrheit nicht mehr. ^^
Wäre wenig hilfreich und nicht ziel führend.
Btw ... hat auch jemand noch inhaltlich etwas beizutragen?
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