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Kindesmisshandlung und ihre Folgen für die Gesellschaft

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Kallisti:
Black Russian


... meine Kritik gilt auch nicht so sehr der Vergangenheit - eben: da lässt sich leider nichts mehr ändern, sondern der Gegenwart - wenn man es heute doch eigentlich besser weiß, warum spricht es sich nicht noch viel mehr herum bzw. warum machen so viele Eltern noch so viele unnötige, überflüssige Fehler?! - Es ist eine Sache, dass man nur ein Mensch ist und nur begrenzte Nerven, Geduld etc. hat und deshalb sicher immer wieder mal auch "inadäquat" mit Kindern umgeht (kommt dann allerdings noch auf den Rahmen an und so weiter ...).

Eine andere ist es, wenn man Fehler macht, weil man es nicht besser weiß, obwohl man es besser wissen könnte (wenn man sich informierte oder: "geschult" würde ... - der Elternführerschein lässt noch immer grüßen  ;D ).

Mich ärgern einfach diese unnötigen unsinnigen Fehler. Und ich, messie, ärgere mich btw da auch über meine eigenen Fehler (vor allem bei meinem Sohn damals), weil ich noch jung und naiv war und mich nach den Älteren vermeintlich "Erfahrenen" richtete und deshalb einfach "Dinge" machte bzw. machen ließ ..., die ich heute garantiert anders machen würde (bzw. mit Tochter auch anders handhabte)!  :(

Gut, is ja auch schon wieder fast 20 Jahre her (dass Sohn Baby war) ... und ich hab mich auch informiert, aber "trotzdem" ... .... ;) (gab es einfach Sachen, über die ich mich ärgere, die hätten anders, besser laufen können!).


ABER: ich finde es durchaus "erhellend", dass also Menschen, die heute um die 40, 50 sind, als Babies im Grunde echt misshandelt wurden (viele jedenfalls offensichtlich) und es mich daher nicht wundert, wenn die auch deshalb "psychische" bzw. "Lebensprobleme" haben (können).

schwarze Katze:

--- Zitat von: Kallisti am 17 Juni 2012, 14:10:19 ---
ABER: ich finde es durchaus "erhellend", dass also Menschen, die heute um die 40, 50 sind, als Babies im Grunde echt misshandelt wurden (viele jedenfalls offensichtlich) und es mich daher nicht wundert, wenn die auch deshalb "psychische" bzw. "Lebensprobleme" haben (können).

--- Ende Zitat ---

Zeig mir jemanden, der 50 ist und es geschafft hat, ohne Lebensprobleme durch das Leben zu gehen?

Aber glaub mir, zwischen "ungewohlt misshandelten" Kinder von liebenden Eltern und wirkliche Opfer von Misshandlung liegen Welten

messie:

--- Zitat ---hattest du nächtliche Anwandlungen oder wie soll ich das verstehen? 
--- Ende Zitat ---

Nicht ganz. Um nicht zu sagen: Zur Hälfte. ;)
Ich finde deine Vermutung, dass die Störungen so vieler 40-50jähriger (du kennst ja offensichtlich viele Gestörte in dem Alter 8) ) auf die ersten drei Lebensjahre zurückzuführen sind, sagen wir mal: Sehr interessant.  8)

Nix von gescheiterten Beziehungen, nix von Verletzungen durch Partner / Eltern / Lebensumstände, nix von Niederlagen irgendwelcher Art im Leben (Mobbing durch Mitschüler, nichtbestandene Prüfungen und Leiden darunter, Geschwister die ihre Geschwister runtermachen, hässliche Scheidungsgeschichten, Vergewaltigungsfälle, Eltern die ihre Kinder runtermachen, und und und ...) neiiin, die ersten drei Lebensjahre, in denen die Eltern versagt haben, die sind dann ja auf jeden Fall dran schuld, dass wer nen Schaden hat.

Na, wenn du daran glaubst, glaubst du halt daran.  8)

Kallisti:
messie

... genau - da sinse wieder, die absichtsvollen Missversteher.  ::)

Lies, was ich schrieb:


--- Zitat von: Kallisti am 17 Juni 2012, 14:10:19 ---
ABER: ich finde es durchaus "erhellend", dass also Menschen, die heute um die 40, 50 sind, als Babies im Grunde echt misshandelt wurden (viele jedenfalls offensichtlich) und es mich daher nicht wundert, wenn die auch deshalb "psychische" bzw. "Lebensprobleme" haben (können).

--- Ende Zitat ---


und:



--- Zitat von: Kallisti am 17 Juni 2012, 12:59:21 ---
Und überhaupt meine ich, es hängt enorm viel davon ab, wie Menschen "werden" (als ältere Kinder und Erwachsene) im Zusammenhang mit ihrer Behandlung als Säuglinge und Kleinkinder. Denn ich bin sicher: hier werden die Weichen gestellt (Prägung/Gehirnentwicklung ...) für auch und gerade Sensibilität/Feinfühligkeit und Einfühlungsvermögen ...
--- Ende Zitat ---


(...)


 Wie gesagt: man muss (müsste) die Bilder sehen vom Umgang mit Säuglingen in den 60ern! Und wenn man weiß (siehe ja auch gerade die Sendung/das Thema) wie wichtig die ersten 12 Monate, eigentlich mindestens die ersten drei Lebensjahre sind (was da alles "angelegt" wird, was da im Gehirn passiert ...), dann wundert es einen nicht, wenn es heute doch so viel Depression, Burnout, Angst- und Zwangsstörungen, Sozialphobie, Aggression und weiß ich nicht alles gibt! Meine These ist eben, dass das nicht (nur) durch aktuelle Lebensumstände verursacht werden kann, sondern durchaus bis in die frühe Kindheit zurückreicht. Hier auch wieder Stichwort Resilienz!

(...)
[/quote]



--- Zitat von: messie am 18 Juni 2012, 00:04:53 ---
Nix von gescheiterten Beziehungen, nix von Verletzungen durch Partner / Eltern / Lebensumstände, nix von Niederlagen irgendwelcher Art im Leben (Mobbing durch Mitschüler, nichtbestandene Prüfungen und Leiden darunter, Geschwister die ihre Geschwister runtermachen, hässliche Scheidungsgeschichten, Vergewaltigungsfälle, Eltern die ihre Kinder runtermachen, und und und ...) neiiin, die ersten drei Lebensjahre, in denen die Eltern versagt haben, die sind dann ja auf jeden Fall dran schuld, dass wer nen Schaden hat.

Na, wenn du daran glaubst, glaubst du halt daran.  8)


--- Ende Zitat ---


Offenbar kannst du dir nicht für eine Sekunde selber denken, dass diverse "Lebensprobleme" auch deshalb so schlecht zu bewältigen sind (für Menschen), weil/wenn es ihnen an der notwendigen "Grundausstattung" fehlt (siehe was ich oben bereits schrieb: RESILIENZ - man könnte auch von SELBSTVERTRAUEN, Selbstsicherheit, URvertrauen sprechen)?

Und du kannst dir auch so gar nicht vorstellen, dass Menschen in Situationen sogar erst geraten können und dann da schlecht oder auch gar nicht mehr herausfinden, WEIL sie eine bestimmte (geschädigte) Gehirn-/Gefühls-Hardware UND Software mit in ihr Leben bringen - welche also so gepolt, geprägt wurde: innerhalb der ersten Lebensjahre?

Dann, messie, solltest du Literatur zu eben diesem Thema lesen. Da findest du meine "Theorien" bestätigt und ausführlich begründet, erläutert, belegt.

Für den Anfang würde auch die Sendung Quarks & Co. zum Thema Babies schon ein Einstieg sein - denn dort wird genau das thematisiert: was man heute weiß über die Entwicklung von Säuglingen und was also in den ersten Jahren passiert und im Gehirn "festgeschrieben" wird (so plastisch und veränderlich es auch lebenslang ist und bleibt - die ersten Erfahrungen im Leben eines Menschen SIND "prägend", bleiben: "wirksam" ... und gerade WEIL wir uns daran (an das Erlebte) aber nicht bewusst erinnern können, haben wir "später im Leben" nicht selten Probleme damit - können uns "negative Gefühle", diffuses Unbehagen etc. nicht erklären ... - so ähnlich hatte ich das an anderer Stelle im Forum schon mal geschrieben, ja).


Und ich bin einfach überzeugt, dass es durchaus hilfreich ist, dem Mensch, wenn irgendmöglich, eine "günstige" Grundausstattung mitzugeben, eben WEIL ihm das sein späteres ganzes Leben "erleichtern" kann, weil es ihm sogar auch zum Teil erst ermöglicht (!) "Lebensprobleme" bewältigen zu können!


Und: weil es etwas ist, das zumindest teilweise ja steuerbar, beeinflussbar ist - durch die Eltern, die nun mal die Verantwortung auch für das "Glück" ihrer Kinder tragen - jedenfalls deutlich in diesen ersten Jahren, da das Kind noch abhängig von ihnen, hilflos ist und auf sie, ihre Fürsorge, Zuwendung, Erfahrung, Wissen ... angewiesen ist!


schwarze Katze:
@Kallisti

Ich werde doch denken, dass meisten eltern ihren Kindern nicht schaden wollen.
Sie handeln in guten Glauben und Gewissen je nach ihre Prägung (viele Afrikanerinnen z. b. lassen ihre Babys immer noch schreien, aber ich werde nicht behaupten,  Afrikanerinnen lieben ihre Kinder nicht).

Wenn man auf 0% Sicherheit gehen will, solle man auf die Kinder verzichten

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