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Kindesmisshandlung und ihre Folgen für die Gesellschaft
schwarze Katze:
--- Zitat von: nightnurse am 16 März 2012, 12:58:23 ---Ich bin bloß grade wieder mit der Gesamtsituation sehr unzufrieden (es hilft ja nichtmal immer, wenn Sachen "die Gesellschaft" am Ende viel Geld kosten - Hauptsache, der Staat bekommt erstmal jetzt die Steuern auf alkoholische Produkte; Kinder, die zu dummen, kranken Erwachsenen würden, kämen uns teuer zu stehen - deshalb spart man trotzdem jetzt lieber erstmal an den Schulen und tut der Lebensmittelindustrie allerhand Gefallen uswusf.), deshalb mein Gebrummel.
--- Ende Zitat ---
jetzt werde ich zynisch:
die Problemen, welche du erwähnst, betreffen hauptsächlich Unterschicht.
Und die Machthabende sehen (noch) kein Problem daran, dass Unterschichts-Kinder zu dummen kranken übergewichtigen Erwachsenen werden, da sie von vorneherein schon denken; "die bringen es eh nicht, egal ob sie gesund oder krankl, schlank oder fett sind".
Sie werden von Genurt an abgeschrieben.
--- Zitat von: nightnurse am 16 März 2012, 12:58:23 ---Und die verlinkte Sendung hab ich übrigens bisher nicht gehört.
--- Ende Zitat ---
Ich auch nicht, macht aber nicht.
Die Thema an sich ist ja bekannt
Black Ronin:
Stimmt. Genau so denken die Entscheidungsträger. Nicht nur Hierzulande und nicht erst seit gestern.
Kallisti:
Nun, zuweilen ist es doch ganz nützlich, seinen Horizont etwas zu erweitern und den Blick über den eigenen Tellerrand zu wagen - in diesem Falle: sich einfach doch mal die Radiosendung anzuhören.
Wenn Menschen aufgrund solcher erlebter Gewalterfahrungen in der Kindheit später selbst zu (Gewalt-) Tätern werden, auch Sexualgewalt oder psychisch krank (bspw. Depression, aber auch anderes), dann kann eine Gesellschaft sich so etwas nicht nur finanziell nicht leisten. Vor allem, wenn es von einer Generation in die nächste weitergegeben wird (von also Eltern, die als Kinder Opfer waren, die selbst als Eltern zu Tätern werden, aber eben nicht nur zu Tätern ihren eigenen Kindern, sondern auch fremden Menschen gegenüber).
Und hierbei geht es nicht ausschließlich oder überwiegend um sexuellen Missbrauch - sondern um Kindesmisshandlung. Dazu kann sexueller Missbrauch gehören, aber es gibt da noch ganz andere Arten von Gewalt - die man schon als Folter bezeichnen muss - von Eltern an ihren eigenen Kindern. Und die nicht selten für die Kinder tödlich ausgehen.
(Es gab dazu bspw. auch auf 3sat/scobel vor längerer Zeit mal eine Sendung. Dort wurde auch gesagt, dass die Dunkelziffer enorm hoch ist - also unglaublich viele Fälle erst gar nicht be-/erkannt werden ... Mit entsprechenden Folgen für die betroffenen Kinder.)
Dass so etwas in einer Gesellschaft wie der unsrigen überhaupt in diesem Ausmaß (!) möglich ist, ist, was man zurecht als Skandal bezeichnen kann.
Und schließlich geht es auch nicht nur um Aufklärung/Information (über das "Thema"), sondern auch darum, Menschen zu sensibilisieren für solche Kinder, für deren Nöte, für Dinge, die in der Öffentlichkeit passieren - mit Kindern, an Kindern - durch eben auch leider ihre Eltern. Und wo es möglich ist, sich einzumischen - was zumindest bewirkt, dass diesen Eltern bewusst wird, dass sie nicht mit ihren Kindern machen können, was sie wollen und es niemanden etwas angeht, dass sie stattdessen stark negativ auffallen, dass sie "unter Beobachtung stehen", dass ihr Verhlaten geächtet wird, dass auf der anderen Seite aber auch Hilfe angeboten wird, Hilfe angenommen werden kann ...
schwarze Katze:
Alles richtig.
Aber wozu postest du das: man weisst ja, was für Folgen Missbrauch und Misshandlung haben. Ich vermute, einige haben auch in ihrem Freunde- oder Bekanntenkreis Menschen, die als Kinder Schlimmes erlebten und wissen sehr gut, wie die Opfer ihr Leben lang leiden
Und ich denke, hier findet sich keiner, der behaupten wird, dass es okay ist, Kinder zu missbrauchen. oder zu misshandeln.
Also was soll die theatralische Aufregung darüber, was schon lange bekannt ist, zwanzig mal diskutiert und durchgekaut?
Kallisti:
Vielleicht grade deswegen: weil es nochmal/wieder - so oft und lange wie nötig - an die Oberfläche (des Bewusstseins) geholt werden muss - in die Gedanken der Menschen.
Ich sehe nicht, wo es hier "theatralische Aufregung" gibt?
Dass das aber etwas ist, das einen emotional sehr "bewegen" ... kann, dürfte kaum bezweifelt werden.
Auch Vernachlässigung ist eine Art von Kindesmisshandlung. Und ja, wenn man seine Augen aufmacht, wird man so einiges sehen (können) - im Alltag ...
Und was einen dabei so fertig macht, ist die eigene Ohnmacht, dass man diesen Kindern ja leider nicht wirklich und sofort und nachhaltig helfen kann!!!
Ich würde mir wünschen, dass es da Optionen gibt, Möglichkeiten geschaffen werden.
Hier z.B. wird ein Anfang gemacht - es soll für Kinder irgendwelche "Zeichen" an Fenstern und Türen von diversen Geschäften und öffentlichen Einrichtungen geben (welche "Symbole" das genau sind, muss ich nachlesen), die den Kindern signalisieren, dass sie sich dorthin/dorthinein jederzeit begeben können, wenn sie Hilfe brauchen (weil sie bedroht werden, Angst haben, sich verlaufen haben usw.). Das ist immerhin ein Anfang.
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