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loveparade 2010

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käx:
20 tote und endlos viele verletzte partygänger.  :o

die nachricht hat mich insofern betroffen gemacht, als dass wir am wochenende ja selber auf'm festival waren.
zwar bedeutend kleiner (weniger zugedröhnter leude(...) ; ...dennoch finde ich den gedanken mit freunden auf eine partyveranstaltung zu fahren
und am ende ist jemand (freunde, partnerIN) tot, erschreckend  und im höchsten maße gruselig.

es fehlen einem die worte.  :(



DerWanderer:
Wer sich das Gelände und die zu erwartenden Menschenmassen anguckt weiß das es an vorsätzlichen Mord grenzt.

Der Gedanke jmd. auf einem Festival zuverlieren mag sehr grausam sein, doch hoffe ich das unsere "Szene" sich nicht so einem Herdentrieb mit folgender Massenpanik anschliessen würde.

Mein Beileid an die Familien und Freunde.

Mehr Worte finde ich auch net...

Simia:
Passieren kann das in jeder "Szene". Das liegt im Menschen.

Was ich gehört hab, lassen die Umstände des "Dark Place Festival" z.B. auch Zweifel an der Rechtmäßigkeit bzw. des OKs seitens Ordnungsamt etc.

colourize:

--- Zitat von: DerWanderer am 27 Juli 2010, 15:33:07 ---Wer sich das Gelände und die zu erwartenden Menschenmassen anguckt weiß das es an vorsätzlichen Mord grenzt.

[...] doch hoffe ich das unsere "Szene" sich nicht so einem Herdentrieb mit folgender Massenpanik anschliessen würde.

--- Ende Zitat ---
IMHO widersprechen sich diese beiden Aussagen. Ich glaube die erstere ist richtiger als die zweite, wenngleich es an sich egal ist, ob 250.000 Menschen oder 2.500.000 Menschen durch so eine Engstelle durch müssen.

Eine Massenpanik ist, wie der Wortlaut schon sagt, ein Massenphänomen. Der Einzelne steht nicht vor der Wahl, ob er sich dem "Herdentrieb anschließt" oder es bleiben lässt. Es gibt in dieser Situation keine individuellen Handlungsoptionen, was uns vielleicht nicht gefallen mag, aber de facto so ist. Hier gelten ganz berechenbare physikalische Gesetzmäßigkeiten. Das Füllen oder Entleeren von Räumen mit Menschen ist ziemlich gut modellierbar. Experimente verdeutlichen eindrücklich, dass sich eine Menschenmenge nicht anders verhält als ein Sack Steine, den man umfüllt, oder der Sand in einer Sanduhr. Traurig, aber wahr.

messie:
Mich hat das auch sehr betroffen gemacht. Vor allem, dass es wirklich Tote gegeben hat, und ich mag mir gar nicht ausmalen, welche Vorwürfe sich nun Eltern machen, die die Erlaubnis gegeben haben, dass ihr Kind dort hinfahren kann, in dem guten Glauben, es würde schon entsprechend gut organisiert sein ...

Zu den Ereignissen selbst konnte ich mir auch lange keine Meinung bilden. Es überfluten einen ja förmlich diverse Bilder vom Ereignis selbst, aber trotzdem ... das musste in mir erst einmal sacken.

Inzwischen habe ich aber eine Meinung dazu.

So wie ich die Meldungen und vor allem die Bilder interpretiere, hat die Polizei den Eingang wegen Überfüllung dichtgemacht. Das ist ja auch vernünftig und verantwortungsbewusst.
Nur, was man auf den Bildern ganz deutlich zu sehen war: Sie haben den Tunnel am Ausgang dichtgemacht.

Und da frage ich mich wirklich allen Ernstes und voller Ärger: Wie verdammt nochmal kommt jemand auf die Idee, einen Tunnel am Ausgang dichtzumachen ??
Man stelle sich vor, am Elbtunnel sperren sie eine Röhre. Aber nicht vorne, damit niemand hineinfährt, neiiiin, sondern am Ausgang. Da will ich mal die Autofahrer sehen, die nicht irgendwann austicken, weil sie sich mitten im Tunnel gefangen fühlen - erst recht, wenn sie nicht mal wissen, warum es da hinten nicht weitergeht.

Wieso haben sie den Tunnel nicht vor dem Eingang dichtgemacht? So, wie es jeder normal denkende Mensch machen würde?

Deswegen ist die Sachlage für mich inzwischen klar: Die Verantwortung hat derjenige zu tragen, der veranlasste, den Tunnel am Ende dichtzumachen. Eine Panik war da doch nur noch eine Frage der Zeit bei den Menschenmassen, die dort in der Falle saßen.
Alternativ jener, der im Sicherheitskonzept diese Maßnahme hereingeschrieben hat, falls es dort exakt so drinstehen sollte. Denn für den Fall träfe den Polizeichef wiederum wenig bis keine Schuld, weil ihm ja gesagt wurde, dass alles von oben genau so abgesegnet worden wäre.

Die restlichen Unkenrufe, "viel zu viele Menschen auf zu engem Raum" etc. pp., kann ich nur zum Teil nachvollziehen. Wenn dem so wäre, dann würde es bei jedem zweiten Festival Tote geben, von Woodstock damals ganz zu schweigen.
Nein. Der Auslöser der Katastrophe war diese eine blödsinnige Maßnahme. Davon bin ich inzwischen überzeugt.

Es ist sehr, sehr traurig, dass es so gekommen ist. Mir fehlen ansonsten immer noch die Worte dafür. :(

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